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Videoreihe 7 Schlüssel der Resilienz, 1. Schlüssel

Was ist Resilienz? Was macht uns seelisch widerstandsfähig? Warum erholen sich manche nach einschneidenden Erfahrungen schneller als andere? - Auftakt zur Videoreihe "Die 7 Schlüssel der Resilienz" mit Heike Meißner.

Resilienz – so bezeichnet man die psychische Widerstandskraft, wenn es um die Bewältigung von Herausforderungen und Krisen geht. Multiple Sklerose stellt Betroffene nicht nur bei der Diagnose, sondern auch danach immer wieder vor neue Herausforderungen. Die körperliche Seite ist das eine, aber wie geht man mental mit einschneidenden Veränderungen wie neuen Symptomen und Behinderungen um? Das "Zauberwort" heißt Resilienz – psychische Widerstandskraft.

Und die kann man durchaus lernen, auch wenn man nicht zu den "Glückskindern" gehört, die "von Haus aus" resilient sind. Die Krisen ohne anhaltende Beeinträchtigungen überstehen. Überlebende und Helfer von 9/11 zeigen das zum Beispiel: Dass die einen noch Jahre danach seelisch beeinträchtigt sind, während andere ihre psychische Gesundheit schneller wiedergefunden haben.

AMSEL zeigt 7 Schlüssel zur Resilienz, in 7 Videos mit der Neuropsychologin Heike Meißner. Im Auftaktvideo geht es allgemein um den Begriff Residenz, um ähnliche Forschungsrichtungen und um die Tatsache, dass jeder seine Resilienz fördern kann.

Videoreihe: Die 7 Schlüssel der Resilienz – Einführung

Im Einführungsvideo zu den 7 Schlüsseln der Resilienz geht es um die Bedeutung von Resilienz, wer wie viel davon hat, ob sie angeboren ist und um ähnliche Forschungsrichtungen.

Resilienz, Salutogenese und das mentale Immunsystem

Quasi verwandt mit der Resilienz ist die "Salutogenese". Diese Forschungsrichtung beschäftigt sich mit den Dingen, die uns gesund halten, genauso wie mit den Risikofaktoren, die dem entgegenwirken, Stichwort "Stress". Das "mentale Immunsystem" wiederum vertritt die Theorie, dass alle Menschen mit der gleichen Basisausstattung geboren werden und sich das individuelle mentale Immunsystem im Laufe des Lebens entwickelt, wir widerstandsfähiger werden. Alte Menschen haben sehr viel Lebenserfahrung und sind oftmals gelassener als jüngere.

"Resilienz" ist unter den Theorien aktuell so etwas wie der Superstar im Coaching, in der Lebensberatung und auch in der Therapie. Aber: Allen Forschungsansätzen gleich sind die 7 Schlüssel, die uns widerstandsfähiger machen können. Und: Alle 7 Schlüssel sind gleich wichtig. – Beginnen wir mit dem ersten Schlüssel, dem Optimismus. Und gleich vorneweg: Ja, Optimismus kann man lernen :-)

Videoreihe: Die 7 Schlüssel der Resilienz – 1. Optimismus

In diesem Video geht es um den ersten Schlüssel der Resilienz, den Optimismus. Wie man seine Einstellung in Richtung Optimist verändern kann und warum gerade kleine Dinge so wertvoll sind.

1. Schlüssel zur Resilienz: Optimismus

Optimismus heißt nicht, völlig blauäugig durchs Leben zu gehen. Ein Optimist unterscheidet sich dadurch vom Pessimisten, dass er eine schlechte Situation zwar erkennt, aber weiß: Es wird wieder besser. Jede noch so schlechte Situation wird irgendwann wieder besser. Das Glas ist halb voll und nicht halb leer. Hoffnung anstatt von Resignation. Die Selbstsicherheit, zu lernen, auch mit weniger willkommenen Veränderungen umgehen zu können. Wenn nicht heute, dann morgen.

Klar, gibt es Sonnenscheinkinder, mit viel Charme und Lebensfreude, die sofort alle im Raum begeistern. Und positive Lebenserfahrungen unterstützen Optimismus natürlich, während negative Erfahrungen eher zu Depressionen führen können.

Dennoch können wir viel tun, um unsere positive Lebenseinstellung zu fördern, gerade dann, wenn "es" nicht so gut läuft, wenn uns unsere aktuelle Lebenssituation vor Herausforderungen stellt. Wenn dazu noch andere Sorgen kommen, durch globale Krisen etwa.

Nicht nach dem Motto: Tschakka, du schaffst das, alles ist toll, wie in den Siebzigern noch. Stattdessen ist es wichtig, sich gerade in krisengebeutelten Zeiten wie diesen selbst zu schützen. Etwa Nachrichten möglichst wohldosiert und zum richtigen Zeitpunkt anzuschauen, nicht alle Stunde im Radio oder Internet und auch nicht gerade kurz vor dem Schlafengehen. 

Jeden Tag gibt es auch etwas Positives, und sei dies nur eine kleine Begebenheit wie ein Vogel, der zwitschernd hinter einem Busch hervorhüpft oder ein kleines Kompliment, die ersten Erdbeeren im Jahr oder wenn einen jemand Fremdes freundlich grüßt. Nur, manchmal gehen solche wichtigen Kleinigkeiten vor lauter Negativem unter. Zu schade darum.

Glückstagebuch für positive Momente 

Was hier hilft, ist ein Glückstagebuch oder auch Dankbarkeitstagebuch. Das lässt einen noch so kleine Glücksmomente besser wahrnehmen: Schließlich möchte man ja auch etwas in sein Glückstagebuch schreiben. Und es lässt einen diese dazu besser erinnern: Durchs Aufschreiben prägen sich diese positiven Momente besser ein und wenn man Aufmunterung sucht, kann man dazu jederzeit in seinem Glückstagebuch blättern. 

Menschen mit Multipler Sklerose erzählen immer wieder, wenn man sie nach möglichen positiven Veränderungen durch ihre MS fragt, dass sie, nach der Diagnose, Kleinigkeiten häufiger und intensiver wahrnehmen als vor der Diagnose. Bewussteres Wahrnehmen von glücklichen, uns dankbar stimmenden Momenten also. Sich selbst weg vom Negativen hin zum Positiven zu lenken. Heike Meißner, Diplom-Neuropsychologin am Rehazentrum Quellenhof in Bad Wildbad berichtet darüber, dass diese Techniken auch Menschen helfen, die sich in einer Depression befinden.

Das Gute daran: Je mehr wir uns auf Positives fokussieren, desto mehr Positives kann uns auch begegnen. Daraus kann eine Art Selbstläufer werden. Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten, hilft. Man wird von Tag zu Tag besser darin, auch die glücklichen Momente zu entdecken. Stellt für sich fest, dass doch nicht alles so negativ ist. Und hat schon etwas Resilienz gewonnen.

Die übrigen 6 Schlüssel zur Resilienz gibt es demnächst hier, auf amsel.de in der Rubrik Videos. Für AMSEL-Mitglieder gibt es schon jetzt die ganze Videoreihe "7 Schlüssel zur Resilienz" auf AMSELplus.

Redaktion: AMSEL e.V., 06.08.2025