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Progressive MS großes Thema auf Neurologentagung

Prof. Mathias Mäurer berichtet über aktuelle Studienergebnisse für die progredienten Verläufe der Multiplen Sklerose - von ECTRIMS, der Fachtagung zu MS.

Es tut sich einiges in  der Wirkstofferprobung auch bei primär und sekundär progredienter Multpler Sklerose, wie Prof. Dr. med. Mathias Mäurer vom internationalen Kognress ECTRIMS berichtet. Verschiedene Substanzen standen speziell auf dem Programm:

  • Ocrelizumab (bereits seit März 2018 für den primär progredienten Verlauf zugelassen)
  • Siponimod
  • Natalizumab (bisher für schubförmige Verläufe zugelassen)
  • Ibudilast
  • Opicinumab
  • Fluoxetin
  • Amilorid
  • Riluzol

Bei einigen Wirkstoffen zeichne sich ab, dass sie umso besser wirken, je aktiver eine MS ist und je jünger der Patient und weniger vorangeschritten die MS ist. Daher wurde auf dem Kongress auch diskutiert, ob man nicht wegkommen sollte von einer Einteilung in schubförmige versus schleichende (progrediente) MS hin zu einer Einteilung in aktiv versus inaktiv.

Sensitive Parameter finden

Die Gruppe der Betroffenen mit inaktiver MS sei immer noch bedeutend groß, so Mäurer, und neben der Einteilung wurden auf der Tagung daher auch die Studienendpunkte diskutiert. Eine Einteilung nach EDSS sei da nicht immer hilfreich; der 9-Loch-Test habe zum Beispiel zum Beispiel eine deutlche Verbesserung in der ORATIO-Studie zu Ocrelizumab gezeigt. Mit dem Test wird die Zeit gemessen, in der ein Patient es schafft, 9 Stifte in 9 dafür vorgesehene Löcher zu stecken. Er kann also die Funktionalität der Arme, Hände und Finger messen, ein Bereich, der für einen Patienten, der bereits auf Gehhilfen angewiesen ist, durchaus enorm wichtig ist.

Quelle: ECTRIMS 2018 - progressive ms auf MS-Docblog, 16.10.2018

Redaktion: AMSEL e.V., 16.10.2018