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PML frühzeitig diagnostizieren

Ein europäisches Forscherteam hat herausgefunden, dass regelmäßige Untersuchungen im Magnetresonanztomografen (MRT) eine Virusinfektion rechtzeitig erkennen und so lebensbedrohliche Folgen verhindern können. Einigen Menschen mit Multipler Sklerose könnte dies mehr Sicherheit bei ihrer Therapie geben.

Die Progressive Multifokale Leukoenzephalopathie, kurz PML, gilt zurecht als gefürchtete Nebenwirkung bestimmter immunsuppresiver Wirkstoffe, darunter auch solcher gegen Multiple Sklerose wie zum Beispiel Natalizumab. PML verläuft unbehandelt tödlich; manche Symptome dieser Viruserkrankungen durch das JC-Virus (JCV) ähneln denen der MS, was die Diagnose erschweren kann.

Ein europäisches Wissenschaftlerteam hat nun Möglichkeiten der frühen Diagnose einer PML erforscht. Das Team kommt zu dem Schluss, dass engmaschige MRT-Überwachung möglicherweise genüge, um eine PML früh zu diagnostizieren, noch bevor Symptome auftreten. Bisher sind sowohl Nervenwasser- wie MRT-Untersuchung üblich, wenn Verdacht auf PML besteht. 

Die Forscher wandten ein spezielles Diagnoseverfahren an, das mögliche PML-Läasionen nach Volumen, Ort, Verteilung und Entzündungszeichen beurteilt. Von insgesamt 57 Testpersonen konnte bei 9 keine JCV-DNA im Liquor nachgewiesen werden. Mit der engmaschigen MRT-Kontrolle wurde die PML dennoch entdeckt.

Die Methode könnte MS-Patienten, die auf entsprechende Therapien mit PML-Risiko angewiesen sind, mehr Sicherheit bei der Fortführung ihrer Behandlung geben. Noch ist die Diagnosemethode jedoch in der Testphase, unter anderem an der Medizinischen Hochschule Hannover.

Quelle: JAMA, 12.03.2018

Redaktion: AMSEL e.V., 16.05.2018