MOGAD auf der AAN
Satralizumab scheint bei dieser Differenzialdiagnose zur MS wirksam zu sein. Prof. Mathias Mäurer berichtet, was auf dem amerikanischen Kongress dazu vorgestellt wurde.

Es gibt Autoimmunerkrankungen des Nervensystems, welche der MS zum Verwechseln ähnlich sind. Dazu zählt MOGAD (Myelin-Oligodendrozyten-Glykoprotein-Antikörper-assoziierte Erkrankung). Auch sie kann schubförmig verlaufen. Auch bei ihr wird (unter anderem) die Myelinschicht des ZNS angegriffen. Und MOGAD kann infolge dieser Ähnlichkeiten zu ganz ähnlichen Symptomen wie eine MS führen.
Lange Zeit hielt man MOGAD daher auch für eine spezielle Form der Multiplen Sklerose. Seit ein paar Jahren steht jedoch fest, dass MOGAD eine eigenständige Erkrankung ist. „Schuld“ an ihren Symptomen sind sogenannte MOG-Antkörper und diese lassen sich im Blut und im Nervenwasser nachweisen. Aufgrund der Ähnlichkeit zur MS gilt sie als Differenzialdiagnose. Sie kommt zwar weit seltener vor als MS (etwa 1 bis 4 Erkrankte je hunderttausend Einwohner). Doch manche gegen MS wirksame Therapien können bei MOGAD zu einer Verschlimmerung führen. Daher ist die Unterscheidung (ebenso wie zu den NMOSD, also den Neuro-Myelitis-Optica-Spectrum-Diseases) wichtig.
Die gute Nachricht: Nicht nur für die meisten NMOSD-Fälle gibt es mittlerweile gute Behandlungsoptionen (amsel.de hatte über Satralizumab berichtet) – Satralizumab konnte auch in einer Studie mit schubförmigen MOGAD-Patienten die Schubrate deutlich reduzieren. Prof. Mathias Mäurer berichtet über den monoklonalen Antikörper auf MS-Docblog. Der Neurologe gibt jedoch zu bedenken, dass in der Realität möglicherweise nur wenige Patienten mehr als einen Schub erleiden (etwa 10 % einer Studie zufolge). Es bestünde also die Gefahr der Überbehandlung bzw. des In-Kauf-Nehmens möglicher Nebenwirkungen, wenn man jeden MOGAD-Patienten mit Satralizumab-Injektionen behandeln würde.
Bei MOGAD wie bei MS kommt als Schubtherapie Kortison in hoch dosierter Form zum Einsatz beziehungsweise Blutwäscheverfahren. Je nach individueller Einschränkung wird ebenso individuell symptomatisch therapiert. Sehnerventzündungen und Blasenstörungen treten bei MOGAD besonders häufig auf. Auch Kinder können bereits betroffen sein.
Quellen: MS-Docblog, 18.05.2026; Förderverein Neuromyelitis optica Studiengruppe (NEMOS) e.V., abgerufen am 17.05.2026.