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Magenfreundliches Fumarat gegen MS zugelassen

Nach den USA zieht jetzt auch Europa nach: Mit Diroximelfumarat steht eine Weiterentwicklung von Dimethylfumarat für Patienten zur Verfügung, die unter schubförmig-remittierender oder aktiver sekundär-progredienter Multipler Sklerose leiden.

Wie Biogen bereits im September 2021 bekannt gab, hat die EMA Diroximelfumarat (Handelsname Vumerity) in Europa zugelassen. Die Zulassung betrifft Patienten mit Multipler Sklerose sowohl

  • mit schubförmig-remittierendem Verlauf als auch
  • mit sekundär-progredientem Verlauf und außerdem Patienten
  • mit einem CIS, also einem MS-typischen Symptom, aber noch ohne eindeutige Diagnose der MS.

Neu an Diroximelfumarat - amsel.de hatte bereits berichtet - ist seine im Vergleich zu Dimethylfumarat (Handelsname Tecfidera) verbesserte Magenfreundlichkeit. Diese Nebenwirkung ist nicht zu unterschätzen, denn sie führt immer wieder bei Patienten unter Dimethylfumarat zum Absetzen der Therapie.

Deutlich weniger Magenschmerzen unter neuem Fumarat

Bei der zugrundeliegenden doppelblinden Studie EVOLVE-MS-2 war die gesamte Abbruchrate bei den mit Diroximelfumarat behandelten Teilnehmern deutlich niedriger als bei den mit Dimethylfumarat behandelten Teilnehmern (1,6 % gegenüber 6 %). Der Unterschied in den Abbruchraten aufgrund von Magen-Darm-Problemen betrug 0,8 % für Diroximelfumarat verglichen mit 4,8 % für Dimethylfumarat.

Manche Patienten klagen zu Beginn der Behandlung mit Dimethylfumarat über Magenschmerzen. Bei den meisten legen sich diese Beschwerden im Magen-Darm-Trakt nach ein paar Wochen oder Monaten, bei anderen bleiben sie. Viele helfen sich, indem sie zum Beispiel vor der Einnahme der Tabletten etwas Joghurt essen.

Manche Patienten erleben unter Dimethylfumarat auch sogenannte Flushs. Sie erröten plötzlich und erleben ein Hitzegefühl, das jedoch in aller Regel nur sehr kurz anhält. Ob diese mit der Weiterentwicklung auch weniger oft auftreten, ist der Pressemitteilung nicht zu entnehmen.

Diroximelfumarat ist eine Weiterentwicklung von Dimethylfumarat. Während der Hersteller die Magenfreundlichkeit verbessert hat - Magenprobleme zeigten sich hier deutlich weniger oft -, bleibt der Wirkmechanismus und damit auch der Wirkungsgrad bei Diroximelfumarat gleich.

Auch an der Einnahme ändert sich nichts: Nach einer Aufdosierung nehmen die Patienten täglich zwei Kapseln ein. Anfang 2022 soll Diroximelfumarat unter dem Handelsnamen Vumerity in Deutschland erhältlich sein.

Quelle: Pressemitteilung von Biogen (engl.), 17.09.2021.

Redaktion: AMSEL e.V., 02.12.2021