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Videoreihe Kortison bei MS - Wirkung

Kortison wird oft bei MS-Schüben eingesetzt. - Im ersten von drei Videos erklärt Prof. Mathias Mäurer, was für ein Stoff das ist und wie er gegen MS-Schübe wirkt.

Kortison ist eigentlich ein harmloser Stoff. Jeder von uns bildet ihn selbst im Körper. Dort kommt er natürlich vor, wird im "Kortex" der Nebennierenrinde gebildet. Daher auch der Name Kortison. Bekannt ist er auch als Stresshormon. Wenn wir im Stress sind, steigt sein Level: Der Körper mobilisiert seine Kräfte, um schnell reagieren zu können.

Das Steroid kann aber auch künstlich hergestellt werden, Beispiele sind etwa Prednison, Prednisolon oder Methylprednisolon, um nur ein paar aus einer sehr langen Liste an sogenannten Kortikosteroiden zu nennen. Wobei sich die einzelnen Kortisonpräparate sehr in ihrer Wirkstärke unterscheiden.

Kortison bremst Entzündungen bei einem MS-Schub

Das wiederum hat den Vorteil, dass man auch die gewünschte Wirkung entsprechend anpassen kann. Kortison wirkt nämlich anti-entzündlich, und genau das ist die Wirkung, die man erreichen möchte, bei einem entzündlichen Geschehen wie einem MS-Schub. Daher wird im Falle eines akuten, behandlungsbedürftigen klinischen Schubes oft Kortison hoch dosiert und über 3-5 Tage eingesetzt (mit meist 1.000 mg pro Tag).

Eine Kortison-Stoß-Therapie (davon spricht man, wenn man Kortison so einsetzt: über wenige Tage, aber hoch dosiert) gibt zwar keine Garantie auf eine (ausreichende) Wirkung, vor allen Dingen kann sie entstandene Schäden nicht reparieren. Jedoch kann sie die Entzündungszellen in Gehirn und Rückenmark ausbremsen und so die Folgen eines klinischen Schubes, also mögliche bleibende Behinderungen, reduzieren.

Methylprednisolon wird in der Regel bei MS-Schüben eingesetzt, weil sein Nebenwirkungsprofil günstig ist gegenüber anderen synthetischen Kortisonpräparaten. Kortison kann per Infusion oder als Tabletten gegeben werden. Prof. Mathias Mäurer bevorzugt die Infusion, da Kortison so magenschonender und (mitunter) schneller im Körper verfügbar ist und schneller seine Wirkung erzielen kann. Nicht zuletzt ist es auch pragmatischer, Kortison zu infundieren, denn die Menge an Tabletten, die Patienten schlucken müssen, bei 1 g je Tag, ist recht groß. Auf Reisen hingegen bietet Kortison in Tablettenform erfahrenen MS-Erkrankten manchmal die Sicherheit, im Falle eines Schubes schnell reagieren zu können.

Warum diese hohen Kortison-Dosen?

1.000 mg, also 1 g pro Tag ist enorm viel, mehr als das 100-Fache dessen, was der Körper täglich braucht, wenn man bedenkt, dass der Körper selbst pro Tag nur ca. 35 mg Hydrocortison herstellt und Methylprednisolon zudem 4-fach potent ist. Das hängt damit zusammen, dass man nur bei sehr hoher Dosierung neben den genomischen Prozessen auch nicht-genomische Prozesse erzielt. Und die werden gerade bei der Entzündungshemmung benötigt. 

Nur in sehr hoher Dosierung nämlich wirkt das synthetische Kortison auch membranstabilisierend. Verhindert so, dass Entzündungszellen über die Blut-Hirn-Schranke ins Gehirn und Rückenmark gelangen, schickt Entzündungszellen eher in den programmierten Zelltod und es werden weniger proinflammatorische Zytokine produziert.

Da Kortison nur über einen sehr kurzen Zeitraum gegeben wird, halten sich die Nebenwirkungen in Grenzen. Mögliche Nebenwirkungen der Kortison-Stoß-Therapie (alternativ wird auch der Begriff "Kortison-Puls-Therapie" verwendet) sind Thema der nächsten Folge in der AMSEL-Videoreihe "Kortison bei Multipler Sklerose".

Video-Reihe Kortison bei MS

In der Reihe "Kortison bei MS" mit Prof. Mathias Mäurer geht es um Kortison, das bei MS als Schubtherapie hochdosiert eingesetzt wird. Prof. Mathias Mäurer erklärt in der AMSEL-Video-Reihe

  • was Kortison überhaupt ist,
  • welche Wirkungen es hat,
  • welche Wirkung bei einem MS-Schub genutzt wird,
  • welche Nebenwirkungen es haben kann,
  • wie oft diese im Rahmen einer MS-Schubtherapie vorkommen und
  • welche Alternativen es zu Kortison bei MS gibt.

Quelle: AMSEL-Video "Kortison bei MS - Wirkung", 15.05.2025, Video auf MS-Docblog, 13.05.2025..

Redaktion: AMSEL e.V., 13.05.2025