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Interferon beta in Schwangerschaft und Stillzeit erlaubt

Professor Mathias Mäurer hat gute Nachrichten für Mutter und Kind: Eine Multiple-Sklerose-Therapie mit Interferonen beta ist für beide unschädlich.

Es wird schon lange praktiziert, aber nun ist es amtlich: die EMA hat Ende 2019 eine Zulassungsänderung bei der Behandlung von MS-Patientinnen während der Schwangerschaft und in der Stillzeit empfohlen. Die (werdende) Mutter braucht während der Schwangerschaft nicht auf Interferon beta zu verzichten. Es ist unschädlich für den Fötus wie für den Säugling.

Das ergab das europäische Schwangerschaftsregister zu IFN beta sowie ein Gesundheitsregister aus Finnland und Schweden. Von den über 900 Schwangerschaften waren die Babys im Bauch im ersten Trimester der Schwangerschaft Interferon-beta ausgesetzt. Jedoch ohne erhöhtes Risiko auf Eileiterschwangerschaften, Spontanaborte, Totgeburten oder Lebendgeburten mit Anomalien.

Auch Stillen während der Therapie mit Interferon beta hatte keinerlei Nachteile auf die Gesundheit der Säuglinge. In vielen Milchproben war Interferon beta erst gar nicht nachzuweisen, und selbst bei den höchsten gemessenen Werten in der Muttermilch lag die geschätzte Interferon-beta-Dosis für den Säugling bei lediglich 0,006 %, was vermutlich auch mit der oralen Einnahme der Muttermilch zu tun hat im Unterschied zur Injektion bei der Mutter selbst.

Quelle: MS-Docblog, 13.01.2020.

Redaktion: AMSEL e.V., 13.01.2020