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Ibudilast gegen progressive MS ?

In den USA startet derzeit eine Phase-II-Studie mit einem Phosphodiesterase-Hemmer gegen Multiple Sklerose. Eingebunden werden Patienten mit primär und sekundär progressivem Verlauf.

250 Patienten sollen eingebunden werden, in die landesweite Phase-II-Studie mit Ibudilast. Da für den progressiven Verlauf noch keine krankheitsmodifizierenden Therapien zur Verfügung stehen, ist Forschung auf diesem Gebiet besonders wichtig.

Ibudilast konnte im Tiermodell zeigen, dass es die Zellen des ZNS schützen kann. Eine andere Studie mit Patienten mit schubförmigem Verlauf zeigte allerdings keine Schubreduktion.

Eingeschlossen werden 250 MS-Patienten mit primär oder sekundär progressivem Verlauf an insgesamt 28 Zentren in den Vereinigten Staaten. Die Patienten sind zwischen 21 und 65 Jahre alt und nehmen entweder Glatirameracetat oder Interferon Beta oder keinen Wirkstoff ein. Nach dem Zufallsprinzip werden sie entweder dem Ibudilast- oder dem Plazeboarm zugeordnet. Die Studie dauert 96 Wochen.

Ibudilast hemmt unter anderem das Enzym Phosphodiesterase. Während Ibudilast in der westlichen Welt ein neuer Wirkstoff ist (unter anderem wird er auch zur Behandlung von Drogenabstinenz getestet), ist das Mittel in Japan und Korea bereits bei Asthma zugelassen sowie bei bestimmten Symptomen infolge von Herz-/ Kreislauferkrankungen.

Letzterer Umstand könnte eine Marktzulassung gegen Multiple Sklerose beschleunigen - vorausgesetzt natürlich, es wirkt -, da somit schon Langzeitbeobachtungen vorliegen und sich das Nebenwirkungsprofil besser absehen lässt.

Quelle: National MS Society, 11.06.2014

Redaktion: AMSEL e.V., 24.07.2014