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Fenebrutinib auf der AAN

2 weiße Tabletten auf schwarzem Grund als Symbolbild für orale Therapie bei Multipler Sklerose von AMSEL e V

Die BTKi halten die MS-Community in Atem. Prof. Mathias Mäurer berichtet auf MS-Docblog über Fenebrutinib und die teils überraschenden Studienergebnisse.

Auf dem AAN-Kongress der American Academy of Neurology ist natürlich auch Multiple Sklerose alljährlich ein Thema. Professor Mathias Mäurer berichtet auf MS-Docblog von diesem weltweit größten Neurologen Kongress. Unter anderem ging es dieses Jahr in Chicago um Fenebrutinib, aber auch um eine Therapie für MOGAD-Patienten. Hier zunächst das wichtigste so Fenebrutinib, einem MS-Wirkstoff in der Pipeline. 

Das Interessante an den Studien zu Fenebrutinib gegen schubförmige MS: Sie sind als doppelblinde Doppel-Dummy-Studien angelegt, d. h. alle Teilnehmer erhalten entweder sowohl den zu untersuchenden Wirkstoff plus Placebo-Tabletten für einen weiteren Wirkstoff oder aber diesen Vergleichswirkstoff und Placebo-Tabletten für das zu untersuchende Fenebrutinib. Recht erstaunlich sind auch die Ergebnisse. Denn Fenebrutinib wurde gegen Teriflunomid getestet, also gegen einen bereits für Multiple Sklerose zugelassenen Wirkstoff der Wirksamkeitskategorie 1.

BTKi überlegen bei Schubraten-Reduktion

Jeweils waren ca. 750 Probanden in die beiden Studien FENhance1 und FENhance2 eingeschlossen. Die meisten der Probanden waren erst kurz an MS erkrankt (im Schnitt rund ein Jahr), wenige nur hatten eine andere MS-Therapie davor und der durchschnittliche Behinderungsgrad nach EDSS war mit 2,5 recht klein.

Fenebrutinib zeigte sich in seiner Auswirkung auf die Reduktion der Schubrate mit 51 bzw. 58 % gegenüber Teriflunomid deutlich überlegen. Das ist vor allen Dingen vor dem Hintergrund überraschend, dass die Gruppe der BTKi (Bruton-Tyrosinkinase-Hemmer) vor allen Dingen als Konzept gegen schleichende MS (primär oder sekundär progrediente MS) gedacht ist. Darauf jedenfalls liegt die Hoffnung der MS-Community. Gegen die schleichenden Anteile bzw. Formen der Multiplen Sklerose gibt es nämlich bis heute nur wenige oder nur wenig potente Wirkstoffe.

Erst vor zehn Tagen wurde ein anderer BTKi, Tolebrutinib, von der EMA für die Zulassung in Europa bei sekundär progredienter MS empfohlen. amsel.de hatte berichtet. Wie es weitergehen wird, mit den Bruton-Tyrosin-Kinase-Hemmern, muss sich noch zeigen. Es gibt jedenfalls weitere Wirkstoffe dieser Wirkstoffklasse in Erprobung.

Quelle: MS-Docblog, 06.05.2026.

Redaktion: AMSEL e.V., 06.05.2026