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Therapie der Multiplen Sklerose bei Kindern

Die FDA stuft Fingolimod bei Kindern als "Durchbruchstherapie" mit beschleunigtem Zulassungsverfahren ein.

Typischerweise sind Menschen bei der Diagnose der Multiplen Sklerose zwischen 20 und 40 Jahre alt. Immer häufiger kommt die Diagnose MS aber bereits im Kindesalter, auch wegen verbesserter Diagnosemöglichkeiten. Nicht alle für Erwachsene zugelassenen Medikamente sind jedoch auch für Kinder zugelassen.

Eine weitere Behandlungsoption für Kinder mit MS ab 10 Jahren könnte künftig Fingolimod darstellen. Die FDA (Federal Drug Administration), die amerikanische Arzneimittelagentur, hat dem Wirkstoff Fingolimod nun den Status einer Durchbruchstherapie erteilt (englisch Breakthrough Therapy Designation). Das bedeutet, dass das Medikament beschleunigt auch für die Patientengruppe Kinder ab 10 Jahre zugelassen werden kann. Dies berichtet die Agentur Reuters unter Berufung auf eine Pressemitteilung des Herstellers.

Erste "MS-Tablette"

Fingolimod habe in entsprechenden Studien im Vergleich mit Interferonen über 80 % Schub-Reduktion bewirkt. Bei Erwachsenen mit (hoch-) aktiver schubförmiger Multipler Sklerose kann Fingolimod bereits seit einigen Jahren eingesetzt werden.

Der Wirkstoff, den Novartis unter dem Handelsnamen Gilenya vertreibt, die "erste MS-Tablette", gilt als erstes oral zu verabreichendes Medikament der Multiplen Sklerose. Tatsächlich handelt es sich um eine Kapsel.

Mittlerweile sind mehrere oral zu verabreichen MS-Mittel auf dem Markt, zum Beispiel Dimethylfumarat (Tecfidera) oder auch Cladribin (Mavenclad). Für manche Menschen mit Multipler Sklerose ist es schwierig, sich ihr Medikament zu spritzen. Dies gilt vermutlich in gesteigertem Maß für Kinder und Jugendliche.

Quelle: Reuters, 18.12.2017

Redaktion: AMSEL e.V., 21.12.2017