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Niedere Mikrofondienste

Die AMSEL auf Theatertour im Renitenz.

"Freikarten für die AMSEL!" haben wir vor rund zwei Wochen angepriesen. Der Grund: Kabarettist Bernd Kohlhepp hat dem Verband freien Eintritt für einen Theaterabend spendiert - und das haben sich die Mitglieder der AMSEL nicht zwei Mal sagen lassen: Auf nach Stuttgart, ins Renitenz-Theater!

Dort dann die göttlich-komische Show um einen eitlen Sänger, seinen chaotischen Beleuchter und - das vielleicht am lautesten kläffende Nichts der Welt: den "unsichtbaren Hund".

Eigentlich ist Herr Böttcher ja mehr Tontechniker denn Beleuchter, aber: Eh wurscht, er kann beides nicht. Zum Biegen geraten so die hingeschmetterten Schnulzen des Bernd Kohlhepp: Mal zu langsam, mal zu schnell, wie beim Plattenspieler, wenn man am Tempo dreht, dann wieder gar nicht. Herr Böttcher sucht den Wackler in der Leitung und wird selbst zum zappelnden Widerstand.

Das ist ein Ärgern und Triezen auf der Bühne, sehr zur Wonne der Zuschauer. Herr Böttcher, der arme Tropf, dient als Wedelmaschine und leistet niedere Mikrofondienste, wenn er nicht grade im dunklen Kabuff eingesperrt den schikanierenden Tönen seines Chefs lauschen muss. Doch, wer zuletzt lacht...

Das Beste an Bernd Kohlhepp und Uli Böttcher: Das ungleiche Paar kommt zwar völlig ohne Requisiten, Kulisse und Kostüme aus, zaubert aber dennoch alles auf die Bühne, vom liebestollen Kleinsthund über den klapprigen Mikrofonständer bis hin zu den Alpen - mit nichts als Tönen, Mimik und Gesten. Zuschauer sollten sich allerdings in Acht nehmen: Wer den Gamsbock nicht zur Zufriedenheit darstellt, der endet leicht als Murmeltier.

Redaktion: AMSEL e.V., 15.03.2006