2023: Umstellung auf Eskalationstherapie mit Ocrelizumab?
In unserem Magazin together sprachen wir vor ca. 2 Jahren mit Sabrina – einer Powerfrau mit Multipler Sklerose (MS) in Verbindung mit Uveitis intermedia. Die Wechselwirkung zwischen MS und der entzündlichen Augenerkrankung Uveitis ist noch nicht abschließend erforscht, deshalb bleibt die Frage offen, ob die MS ein Auslöser für die seltene Augenerkrankung ist oder eher umgekehrt.
Die MS reduzierte Sabrinas Kräfte für den Alltag deutlich, die Schübe wurden teilweise besonders schwer. Die Augenentzündung trat alle vier bis sechs Wochen auf und erhöhte zugleich das Risiko, grauen und/oder grünen Star zu entwickeln, bis schlimmstenfalls zu erblinden. Um den Verlauf beider Erkrankungen zu begünstigen, zog Sabrina eine Eskalationstherapie mit Ocrelizumab in Betracht. Das stärkere Präparat geht gleichzeitig mit erhöhtem Risiko von Nebenwirkungen einher, weshalb Sabrina zunächst zögerte.
Nach langem Abwägen entschied sie sich im Sommer 2024, die Eskalationstherapie mit Ocrelizumab anzugehen.
2024 - 2025: Was konnte die Eskalationstherapie bei Sabrina bewirken?
Seit der ersten Ocrelizumab-Infusion ist die zweifache Mutter und Ehefrau bis heute schubfrei geblieben. Ihr Leben empfindet sie seit der Umstellung leichter, der Verlauf der MS wie auch der Uveitis haben sich gebessert. Die Augenentzündung tritt nun alle drei bis vier Monate, anstatt alle vier bis sechs Wochen auf. Die regelmäßigen Interferoninjektionen, die sie ehemals alle zwei Wochen zur Kontrollierung der MS einnahm, benötigt sie nicht mehr. Auch die oft wochenlangen Regenerationszeiten nach akuten Schüben und Kortisonstoßtherapien sind Geschichte. Zu erblinden war zuvor das Horrorszenario schlechthin für die Leseratte, denn kortisonhaltige Augentropfen in Dauermedikation können die Sehfähigkeit beeinträchtigen. Inzwischen hatte sie an beiden Augen Katarakt-Operationen und sieht wieder klar. Die halbjährlichen Ocrelizumab-Infusionen lässt sich Sabrina freitags geben und fühlt sich dann „platt wie ein erschossener Hund“. Aber so kann sie das Wochenende für die Regeneration nutzen und ist am Wochenbeginn wieder auf den Beinen. Für sie ist es ein enormer Gewinn an Zeit und Lebensqualität.
In ihrem örtlichen Verein hat sie mit Cheerdance angefangen. Hier kann sie sich auspowern und ihre Erkrankungen zweitweise komplett vergessen.
2026: Wie geht es Sabrina heute?
Auf einer Skala von 1 bis 10 stuft Sabrina ihr Energielevel heute bei gut 8 ein – 2023 war dieser noch bei einer 5. Ein großer Schritt nach vorne für die Powerfrau. Getreu ihrem Lebensmotto „no risk, no fun“ spielt die ärztliche Versorgung bei ihren Reisen heute eine weniger bedeutende Rolle. Es müssen keine Kreuzfahrten mit rund um die Uhr verfügbarem Schiffsarzt mehr sein; eine gute medizinische Infrastruktur im Zielland reicht ihr. Als nächstes auf dem Plan: Türkei, USA und eine Mittelmeerkreuzfahrt.
Sie arbeitet nach wie vor als Office Managerin in der Versicherungsagentur ihres Mannes, vorwiegend im Homeoffice. So kann sie sich zwischendurch eine Auszeit nehmen, wenn sich ein Migräneanfall ankündigt. Eine berufliche Fortbildung macht sie aktuell on top.
Das Portrait von Sabrina aus dem Jahr 2023 finden Sie hier: https://www.amsel.de/multiple-sklerose-news/amsel-aktuell/wenn-mehrere-krankheiten-gemeinsame-sache-machen/
Redaktion: AMSEL e.V., 06.04.2026
