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Umgang mit Ressourcen bei Multipler Sklerose

Michael nutzt schon einige Zeit einen Rollstuhl. Er ist berufstätig und Vater einer einjährigen Tochter. Wie er es schafft, mit seiner Kraft hauszuhalten, erzählt er im Video.

Wer Multiple Sklerose hat, muss meist mehr Kraft und Zeit einsetzen, um das Gleiche zu erreichen wie Gesunde. Das ist eine tägliche Herausforderung. Michael, stolzer Vater von Töchterchen Ella (beim Dreh ca. ein Jahr alt), erzählt, wie er alles unter einen Hut bringt.

"Das fängt schon beim Aufstehen an", berichtet Michael. Das geht nicht wie früher, also Beine aus dem Bett und schon fast unter der Dusche stehen. Die Beine sind nach dem langen Liegen unbeweglich. Das kostet Zeit und Kraft. Ähnlich beim Anziehen, wo die eigenen Beine eben nicht mehr so einfach gehorchen. Und das Einsteigen ins Auto - Michael arbeitet in Teilzeit - braucht auch mehr Zeit als vor der Multiplen Sklerose. Kofferraum auf, Rolli rein, ums Auto herum - und dann erst einsteigen. Selbst das Spielen mit Ella, die wie wohl die meisten Einjährigen gern Dinge herunterwirft, die sie dann natürlich wiederhaben möchte, kostet Michael mehr Kraft als einen gesunden Vater, denn das Runterkommen geht zwar leicht, nur sich wieder hochziehen ist für ihn mit seiner MS eine echte Herausforderung.

Ein Glück, hat Michael Routine im Ressourcensparen. Er nutzt

  • Hilfsmittel
  • nimmt Hilfe von anderen an, etwa seiner Frau,
  • spielt gern am Boden mit seiner Tochter und
  • plant Pausen.

Er erklärt das wie bei einem Kabel mit Wackelkontakt. Das Signal kommt schon irgendwann an, aber es braucht oft mehr Zeit. Darum können kleine, alltägliche Dinge wie Anziehen oder ein Spielzeug vom Boden aufheben einen Menschen mit MS deutlich mehr anstrengen als einen Gesunden.

Weitere Videos mit Michael

Entwickelt und herausgegeben wird das Video auf Multiple Sklerose TV durch die AMSEL, Aktion Multiple Sklerose Erkrankter, Landesverband der DMSG in Baden-Württemberg e.V. und die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V.

Redaktion: AMSEL e.V., 15.03.2019