Jessica gehört zu den glücklichen Menschen, die gute Laune verbreiten, sobald sie einen Raum betreten. Dabei hat sie seit 2004 Multiple Sklerose. Die Mutter einer Tochter ist sogar wegen der MS berentet.
Zwei Jahre nach ihrer Diagnose wollte sie sich ihr erstes Tattoo stechen lassen. Und hatte zunächst Bedenken:
- Würde sie weiter MRTs machen lassen können? Sie hatte gehört, dass es Tattoofarben mit Metall gibt, mit denen man nicht ins Kernspin sollte.
- Kann so ein Tattoo eventuell einen Schub auslösen? Sie hatte ja erst seit zwei Jahren die Diagnose.
Die Fragen hat sie einfach im Vorfeld mit ihrer Tätowiererin und dem Neurologen erörtert, dann hieß es: Bahn frei fürs erste Tattoo! Wegen der Hygiene machte sie sich bei ihrem Tattoo-Studio keine Sorgen, aber sie würde niemals ein Tattoo aus einer plötzlichen Laune heraus stechen lassen. MS-Docblog hatte über medizinische Fragen im Zusammenhang von Multipler Sklerose und Tattoos berichtet.
Eine Nervenzelle als Tattoo
Unter den inzwischen sieben Tattoos auf Jessis Haut ist zum Beispiel ein Matching Tattoo mit ihrer Schwester, auch den Tribaltrend hat sie mitgemacht. Eins der Tattoos hat ihre Tochter zusammen mit der Tätowiererin entworfen. Und nicht zuletzt gibt es auf Jessicas Unterarm sogar ein Tattoo über die Diagnosebewältigung ihrer MS.
Dieses Tattoo zeigt ein Neuron mit seinen Nervensträngen und der beschädigten Myelinschicht. Darüber prangen zwei Pflaster, auf denen „Familie“, „Spaß“ und „Musik“ stehen: Das beschädigte Neuron symbolisiert ihre Erkrankung Multiple Sklerose, während die Pflaster die Dinge beziehungsweise Menschen benennen, die ihr während ihrer Krankheitsbewältigung sehr geholfen haben. Dinge, die auch heute noch oberste Priorität in ihrem Leben genießen.
Videoreihe: Jessica und Emilie
Mutter Jessica hat MS. Sie und Tochter Emilie berichten aus ihrem Leben. Übers Kinderkriegen, einen Rehaaufenthalt mit Hund, Tattoos trotz und wegen der MS, darüber, wie es ist, mit einer MS-kranken Mama aufzuwachsen und über die Sorge einer Tochter, selbst eines Tages MS zu bekommen.
Im ersten Video – Kinder bekommen und MS – erzählt Jessica, wie das damals war, mit ihrem Kinderwunsch, und wie es weiterging, nach der Geburt von Emilie, die inzwischen (fast) volljährig ist.
Im zweiten Video – Emis Mama hat MS – berichtet Emi darüber, wie es war (und ist), mit einer MS-erkrankten Mutter aufzuwachsen. Kleiner Spoiler: Es hat sogar auch Vorteile.
Im dritten Video – Tattoos und MS – zeigt uns Mutter Jessica ein Tattoo, das dafür steht, wie sie ihre MS bewältigt. Sie zeigt darin auch das Tattoo auf ihrem Unterarm.
Das vierte Video, demnächst online auf amsel.de, handelt von Emis Sorge, selbst an MS zu erkranken. Im fünften Video dann wird Mutter Jessica von ihrer Reha mit Hund berichten. Hündin Kiwi ist auch dabei.
What's next? Kommt da noch ein Tattoo? Die Frage kann Jessica gleich mit Ja beantworten. Sie plant ein Tattoo mit einer Sonnenblume. Mit dieser Pflanze kann sich Jessi gut identifizieren. Sie mag sie, weil sie mit ihrer frischen Farbe immer gute Laune verbreitet. Genauso wie Jessica selbst.
Redaktion: AMSEL e.V., 07.11.2025





