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Multiple Sklerose und Biomarker

Prof. Hayrettin Tumani erklärt im Video, was Biomarker sind und wozu sie dienen.

Als Biomarker bezeichnet man diagnostische Werkzeuge. Bei der Multiplen Sklerose zählen dazu zum Beispiel Magnetresonaztomografien (MRT), Blut- wie Liquorproben. Prof. Hayrettin Tumani, Ärztlicher Direktor für Neurologie bei den Kliniken Schmieder in Dietenbronn sowie Mitglied im Ärztlichen Beirat der AMSEL, erklärt im Multiple-Sklerose-Video genauer, was es mit den Biomarkern auf sich hat.

Video: Biomarker bei Multipler Sklerose

 

Biomarker werden als Prädikatoren eingesetzt, um etwa schon vor Auftreten der Erkrankung selbst oder des nächsten Schubes eine Risikoeinschätzung zu gewinnen. Außerdem auch, um ein Therapieansprechen vorherzusagen bzw. den weiteren Verlauf.

Biomarker ergänzen also das "klinische Bild", und damit die für den Patienten erlebbaren aber nicht eindeutig auf eine Erkrankung hinweisenden Symptome. Da die Multiple Sklerose eine komplexe Erkrankung ist, werden bereits zu ihrer Diagnose meist mehrere Biomarker eingesetzt, zum Beispiel MRT und Liquorbefund (eine Analyse der Rückenmarksflüssigkeit).

Jüngst haben deutsche Forscher einen Ansatz für einen neuen Biomarker bei MS gefunden. Er soll helfen, einen Schub besser als solchen zu diagnostizieren. Nicht jeder Schub kann vom Arzt oder Patienten sofort als Schub erkannt werden. Manchmal verschlimmern auch Infektionen die Symptomatik, was sich leicht mit einem Schub verwechseln lässt. Wenn man durch einen Bluttest erfahren kann, ob die Beschwerden von einem Schub ausgelöst werden, kann man über die weitere Therapie - etwa Kortisonstöße - leichter entscheiden.

Entwickelt und herausgegeben wird das Video auf Multiple Sklerose TV durch die AMSEL, Aktion Multiple Sklerose Erkrankter, Landesverband der DMSG in Baden-Württemberg e.V. und die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V.

Redaktion: AMSEL e.V., 28.06.2016