Sabine Gwarys lebt seit vielen Jahren mit der Diagnose Multiple Sklerose. Sie ist damit nicht allein, dass sich ihr Alltag durch die MS deutlich verändert hat. Nach 30 Jahren mit der Erkrankung hat sich ein neuer Rhythmus eingespielt, doch die Erinnerungen an die Zeit vor der Diagnose sind weiterhin lebendig.
Als „Vollblut-Sparkässlerin“ und Filialleiterin hatte Sabine vor der MS ein prall gefülltes Leben: Fulltime in Führungsposition. Überstunden. Nach langen Arbeitstagen ging es weiter zum Tischtennis, zur Narrenzunft oder zur Familie – Programm von früh bis spät.
Im Jahr nach der Diagnose erlitt sie vier Schübe, konnte nicht mehr wie gewohnt arbeiten und ihr Alltag veränderte sich grundlegend. Schwindel und Fatigue bestimmten nun jeden Tag in Sabines Leben. Schritt für Schritt fand die spätere AMSEL-Kontaktgruppenleiterin neue Wege, mit der Situation umzugehen, und entschied sich schließlich, einen Rentenantrag zu stellen.
Ehrenamt trotz Fatigue
Heute, mit der MS, beginnt der Morgen der Frühaufsteherin mit ihrem Hund, vor- und nachmittags plant sie höchstens einen Termin ein, um ihre Kräfte gut einzuteilen. Sabine lebt inzwischen in einer barrierefreien Wohnung und freut sich über das gute Verhältnis zu ihrer Mieterin, die gelegentlich für sie mitkocht. Durch ihre Fatigue ist vieles deutlich anstrengender: Selbst banal Erscheinendes wie Duschen kann zur Herausforderung werden und auf mehrere intensive Tage folgt oft eine längere Phase, in der sie noch mehr Ruhe braucht. Sabine hat gelernt, Hilfe anzunehmen.
Trotz all dieser Veränderungen findet Sabine immer wieder neue Wege für sich. Sie hat gelernt, ihr Leben bewusst wertzuschätzen und dankbar zu sein, für das, was noch geht. Sie engagiert sich nicht nur als Leiterin und AMSEL-Lotsin in der Kontaktgruppe Ortenaukreis, sondern ist darüber hinaus stellvertretende Vorsitzende bei AMSEL e.V. Im Februar 2026 wurde Sabine mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet (amsel.de hatte kürzlich darüber berichtet).
Redaktion: AMSEL e.V., 13.02.2026
