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Mit Multipler Sklerose Auto fahren?

20.04.2010 - Trotz Krankheit ans Steuer? Wer unsicher ist, ob er fahrtüchtig ist, sollte das abklären lassen. Sonst droht unter Umständen bei einem Unfall Ärger mit der Versicherung.

Prüfen lassen kann man seine Fahrtüchtigkeit zum Beispiel bei einem Facharzt für Verkehrsmedizin, der ein verkehrsmedizinisches Gutachten ausstellt oder dem TÜV SÜD Life Service. Dort bieten Verkehrsmediziner und – psychologen einen freiwilligen, kostenpflichtigen Fitness-Check an. Wichtig: Das Ergebnis unterliegt der Schweigepflicht.

Autoverkehr nimmt zu

Der Anteil der Führerscheinbesitzer und aktiven Verkehrsteilnehmer steigt stetig. Nicht nur das Alter kann die Fahrtüchtigkeit beeinträchitgen, auch Krankheiten und notwendige Medikamente sowie körperliche Einschränkungen können sich negativ auf die Fahrtüchtigeit auswirken. Beispielsweise zeigte eine Untersuchung der Bundesanstalt für Straßenwesen, dass Personen mit mehr als einer Krankheit ein 2,6-mal so großes Risiko für einen Autounfall haben wie Gesunde.

Auch Ärzten fällt es oft schwer, sich ein Bild von der Fahrtauglichkeit ihres Patienten zu machen, denn für die verkehrsmedizinische Bewertung von Erkrankungen ist eine Menge Spezialwissen vonnöten. Allerdings stehen Ärzte in der Aufklärungspflicht. Verletzen sie diese, haften sie im Extremfall gegenüber ihren Patienten und gegenüber weiteren Unfallbeteiligten.

Wer sich icht sicher ist, ob er sein Fahrzeug noch sicher führen kann, sollte dies testen lassen. Das positive Gutachten oder Ergebnis eines Fitness-Checks verschafft wieder Sicherheit und das beruhigende Gefühl: Es ist noch alles in Ordnung beim Fahren. Und im Falle eines Falles wird der Versicherungsschutz nicht riskiert.

Angehörige sind wichtig

Beim Fitness-Check des TÜV SÜD steht die Beratung ganz im Vordergrund. Das Ziel ist es, Empfehlungen zu geben, ob und wie eine sichere Verkehrsteilnahme erreicht werden kann. Tipps zur Erhaltung oder Verbesserung der vorhandenen Fahrtauglichkeit ergänzen die Beratung. Dazu setzen sich Mediziner und Psychologen von TÜV SÜD ausführlich mit dem Krankheitsbild und der Leistungsfähigkeit des Probanden auseinander – fallweise kann eine "Probefahrt" in die Untersuchung einbezogen werden. Der Proband erhält eine klare, schriftliche Auskunft über seine Situation und Empfehlungen zur weiteren Verkehrsteilnahme. Auf besonderen Wunsch wird auch ein ausführlicher Bericht an den behandelnden Arzt erstellt.

Der etwa zweistündige Fitness-Check bei TÜV SÜD Life Service beinhaltet eine ausführliche verkehrsmedizinische Befundbewertung, mehrere Verfahren zur Bestimmung der Leistungsfähigkeit (Aufmerksamkeit, Reaktion usw.) sowie eine individuelle verkehrspsychologische Beratung. Der Fitness-Check wird an über 50 Stellen in ganz Deutschland zum Preis von 185.- Euro angeboten.

Quelle: Text: TÜV SÜD AG; Foto: Mosquita, Aboutpixel.de

Redaktion: AMSEL e.V., 20.04.2010