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Chatprotokolle: Multiple Sklerose

Blasenprobleme und Spastik bei Multipler Sklerose

04.10.2016 - Manche Menschen vertragen die "klassischen" Antispastika sehr gut, andere merken schon in geringen Dosen Nebenwirkungen, so Dr. Walter Pöllmann im AMSEL-Expertenchat.

Moderator Patricia Fleischmann: Willkommen, liebe Chatter, um Blasenprobleme und Spastik geht es heute im Multiple Sklerose-Chat der AMSEL. Ab 19 Uhr antwortet Dr. Walter Pöllmann.

Sollte man nicht glauben, ist aber wahr: Bei Blasen- udn Darmstörungen muss man viel trinken ! Keinesfalls sollte man beim Trinken sparen, um weniger aufs Klo zu müssen. Denn dann entstehen womöglich noch Entzündungen.

Inge: Hallo zusammen, ich habe seit 27 Jahren MS ich bin jetzt 55 Jahre alt , bis jetzt drei Schübe wobei die Beschwerden alle wieder weg sind. Allerdings habe ich Probleme mit meiner Blase. Hatte in der Vergangenheit viele Blasenentzündungen. Seit ca. zwei Jahren nehme ich das Medikament Alfuzosin und Vesikur. Seit dem hatte ich keine richtige Blasenentz. mehr. Allerdings kontrolliere ich von Zeit zu Zeit meinen Urin mit einem Teststreifen, welchen ich mir selbst gekauft habe. Ab und zu sind da auch mal Leukos und Erys drinn. Das behandle ich dann mit Methionin oder mit D- Manose. Bis jetzt hat das immer ganz gut geklappt.Was kommt auf mich zu wenn das alles nicht mehr funktioniert. Selber Katetern kommt für mich absolut nicht in Frage.

Dr. Walter Pöllmann: Wenn keine therapiepflichtigen Infekte mehr aufgetreten sind, ist das ja ein schöner Erfolg. Wenn mit dem Ergebnis der Teststreifen etwas unklar ist, lassen Sie das bitte beim Urologen fachmännisch untersuchen - dann weiß man Bescheid und Sie müssen sich keine Sorgen machen!

Dr. med. Walter Pöllmann

  • Dr. Walter PöllmannOberarzt der Marianne-Strauß-Klinik, Berg
  • Dr. Walter PöllmannSeit 1988 in der Marianne-Strauß-Klinik tätig
  • Studium LMU München 1972–1979
  • Staatsexamen 1979
  • Promotion 1979, Thema: Neurologische Symptome bei Kohlennmonoxid-Vergiftung
  • Mitgliedschaften
  • Deutsche Gesellschaft für Neurologie DGN
  • Deutsche Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie DGKN
  • Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft DMKG
  • Deutsche Gesellschaft für Neurologische Rehabilitation
  • International Headache Society IHS
  • wiederholt als Experte im AMSEL-Chat



Gerda: Guten Abend!

Dr. Walter Pöllmann: Guten Abend, Gerda, haben Sie Fragen?

Jim: Sehr geehrter Herr Dr. Walter Pöllmann, bekannte MS mit über 30 Herden zerebral, nichts erkennbares im Rückenmark. Bisher 2 Schübe, Sensibilitätsstörungen, SNE und Blase.Bin männlich und 26.MS Medikation jetzt Gilenya. Am meisten macht mir meine Blase zu schaffen, Restharn, anfangs 150 ml, ein Jahr später 30-50 ml aber ständiger Harndrang. Total abgeschwächter Harnstrahl, teilweise nur Rumgetropfe .Muss trotz der geringen Restharnmenge katheterisieren und Tamsulosin(ISK dadurch leichter), da ich sonst sofort wieder auf Toilette muss. Wie kann man ohne Herde im Rückenmark eine MS-bedingte, schlaffe Blase haben ( Diagnose des Urologen und der Neurourologie im Unfallkrkh Marzahn) ? In der Urodynamik keine unwillkuàlichen Detrusoraktivitäten, Harnröhre auch in Ordnung. Danke!

Dr. Walter Pöllmann: Wir haben ja in den letzten Jahren lernen müssen, dass wir oft trotz eindeutiger Symptome keine "passende" Veränderung im MRT finden, das gilt für das Gehirn und vielleicht sogar häufiger für das Rückenmark. Das wichtigste ist die durchgeführte Urodynamik, die ja zur Klärung einer sinnvollen Therapie geführt hat.

Christoph: ich leide unter primär-progredienter MS und eines der für mich schlimmsten Symptome sind abendliche Spastiken in den Beinen. Meine Neurologin meinte allerdings es seien „Restless Legs“ und erzielte gute Erfolge in der Behandlung mit Dopamin. Jetzt meine Frage: wo genau liegt der Unterschied zwischen Spastiken und Restless Legs?

Dr. Walter Pöllmann: Bei MS kommt eine restless-legs Symptomatik häufig vor. Die Diagnose wird gestellt durch 4 typische Erscheinungen: die meist abendliche Betonung der Symptome bzw. das Auftreten auch in sonstigen Ruhephasen als "Bewegungsunruhe" und einem "unangenehmen Gefühl" in den Beinen, das sich durch Bewegen bessert. Der Beweis der Diagnose wird durch ein positives Ansprechen auf Medikamente gestell, die auf dass Dopamin-System wirken. Die Spastik ist eine Mukelspannungserhöhung mit "Steifigkeit", die einschießend oder längeranhaltend auftreten kann. Nach unserer Erfahrung können leider beide Probleme in seltenen Fällen auch zusammen auftreten. Dann muss man ggf. Medikamente für beide Probleme kombinieren

Gerda: Sehr geehrter Herr Dr. Pöllmann, machen alle Antispastika müde?

Dr. Walter Pöllmann: Es gibt hier sehr unterschiedliche Erfahrungen: Manche Menschen vertragen die "klassischen" Medikamente (z.b. Baclofen, Tizanidin) sehr gut, andere merken schon in geringen Dosen Nebenwirkungen. Das Probem besteht immer, wenn die Spastik z.B. die Beine sehr unterschiedlich betrifft und z.B. das rechte Bein extrem steif ist, das linke aber eher Schwäche zeigt. Dann ist es eine große Herausforderung, am besten gemeinsam mit Physiotherapeuten einen Kompromiss zu finden: Spastikreduktion ohne zu große Schwächung des nicht oder wenig betroffenen Beins. Wichtig ist zu klären, ob die Spastik dauerhaft vorhanden ist (ein Fall für o.g. Antispastika) oder eher einschießend, dann hilft eher der Ansatz der Spastikvermeidung durch Gabapentin oder Pregabalin.

Karin: Hallo?!

Moderator Patricia Fleischmann:  Hallo Karin, die Fragen tauchen erst auf, nachdem sie beantwortet .sind. Vorher stehen die unbeantworteten Fragen in einem extra Fenster

Andi: Sehr geehrter Herr Dr. Walter Pöllmann, ich bin 28Ja. Seit einem Monat hatte ich ab und zu Kribell auf den beiden Händen und auch ständige Müdigkeit und dazu , wenn ich etwas trinke , fühle ich mich, dass ich nach einige Minuten auf die Toillete gehen soll , und auch jedes Mal kommt viel Wasser aus von meinem Blasen. (Obwohl gibt es keinen Druck und kann ich Stunden mich halten). Ich habe MRT von Kopf und Halts gemacht und beide waren normal. Ich möchte wissen, ob ich ein MRT von Rückenmark nehmen lassen soll (wegen des Blasen)?

Dr. Walter Pöllmann: Wenn ich Sie richtig verstehe, ist bei Ihnen die Diagnose noch nicht klar. Es ist vernünftig, die evozierten Potentiale (VEP, SEP, evtl. MEP) mit in die Abklärung einzubeziehen und dann natürlich den Liquor (Klärung MS oder andere Erkrankung). Wenn das alles unauffällig wäre, muss man natürlich auch an eine zusätzliche MRT-Untersuchung (BWS) und ggf, eine sog. Urodynamik denken.

Reinhard: Sehr geehrter Herr Dr. Pöllmann, ich habe eine Frage zu meinen gefühlt steifen Beinen. Laut MS Ambulanz und meiner Neurologin ist da angeblich keine Spastik feststellbar, dennoch merke ich diese Steifigkeit bei jedem Schritt und besonders beim Joggen. Wie kann es sein, dass die Ärzte diese Steifigkeit nicht feststellen können, mich dieses Symptom dennoch so stark im Alltag beeinträchtigt und immer mehr zu Schmerzen beim Gehen und Laufen führt. Habe schon mal Sirdalud in niederiger Dosierung probiert, hat es nicht besser gemacht. Sollte jetzt mit Psychopharmaka a la Nortrilen, Amitriptylin etc. behandelt werden, was leider nur zu übler Müdigkeit und benebelten Gedanken geführt hat.

Dr. Walter Pöllmann: Wenn Sie das Problem besonders bei Aktivität merken, kommt man mit klassischen Antispastika meist nicht weit, weil sie eher schwächen. Sprechen Sie auch mit Ihrem Physiotherapeuten, was sie/er feststellt. Dann ggf. Versuch mit Gabapentin niedrigdosiert in 100 mg- Schritten mal probieren vor Aktivität und beobachten, ob damit die Neigung zur "Steifigkeit" verzögert wird. Wirkdauer ist kürzer als bei Pregabalin, das kann die Eindosierung erleichtern. Maximaldosis wäre 3600 mg pro Tag, was aber fast nie nötig ist.

Klara: Hallo Herr Dr. Pöllmann, ich habe ein Blasenproblem: muss phasenweise ständig dringend auf die Toilette und halte dann kein Meeting von 1h durch… Vor 2 Jahren (mit 49) wurde bei mir MS diagnostiziert, u.a. 1 größerer Herd im Rückenmark. Vor 15 Jahren lautete die Diagnose allerdings „Reizblase“, und ich nehme in kritischen Phasen manchmal situativ Detrusitol/Tolterodin. Meine Neurologin meint nun: wenn dieses Medikament hilft hat es nichts mit MS zu tun. Stimmt das Ihrer Meinung nach? Viele Grüße nach Berg und herzlichen Dank im Voraus!

Dr. Walter Pöllmann: Ihre Schilderung passt sehr gut zu einer Blasenstörung bei MS. Zunächst sollten Sie einen Urologen aufsuchen, der mit Ultraschall die Blase vor und nach Wasserlassen untersucht. Wenn Sie positiv auf eine "Blasendämpfung" (Detrusitol) ansprechen, kann unter Restharnkontrollen eine regelmäßige Therapie sinnvoll sein. Wir setzen derartige Medikamente bei MS-bedingten Blasenstörungen oft mit Erfolg ein, unter guter Kontrolle auch über längere Zeit!

Gerda: In welcher Dosierung wird Pregabalin eingesetzt?

Dr. Walter Pöllmann: Hängt vom Ausmaß der Beschwerden und der Verträglichkeit ab. Wir fangen meist niedrig an mit 25 mg (bei 24 Std- Bedarf 2 - 3 x 25 mg) und steigern je nach Wirkung und Nebenwirkung allmählich weiter. Immer am Ausmaß und Zeitpunkt der Beschwerden Aufdosieren. Maximaldosis ist 600 mg - verteilt je nach Beschwerden in 2 - 3 (gel. auch 4 Gaben): bei morgens und nachts betonten Problemen z.B. 200 - 100 - 300 mg

Andi: Können Sie bitte kurz mir antworten : wenn Plaque in Rückenmark steht, welche Auswirkungen auf Blasen hat.

Dr. Walter Pöllmann: Plaque heißt ja nur, dass man im Rückenmark eine "Veränderung" sieht. Das kann von einer MS-kommen, könnte aber je nach Größe und Aussehen auch auf eine andere Ursache hinweisen - erfahrene Radiologen äußern sich dazu entsprechend. Wenn sich eine MS-typische Läsion im Rückenmatrk findet, KANN das mitr einer Blasenstörung zu tun haben. Häufig sehen wir auch trotz Blasenstörungen KEINE Veränderungen. Eine Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild und den urologischen Befunden (Blasenvolumen, Restharn), nicht nach dem MRT-Befund.

Karin: Guten Abend Dr. Pöllmann, mir wurden zur Behandlung meiner spastischen Blase Miktonetten (morgens und mittags 5 mg) verschrieben, da ich ständig Blasenentzündungen hatte. Restharnkontrollen sind oB! Ultraschall von Blase und Nieren sind auch ok. Ich habe trotzdem weiterhin Blasenentzündungen und habe Angst, dass durch die ständige Antibiotikaeinnahme Resistenzen entstehen. Außerdem fühle ich mich dadurch auch ständig müde und schlapp und das Laufen wird auch immer schwieriger dadurch. Haben Sie vlt. einen andere Vorgehensweise, die mich aus diesem Teufelskreis herausholt? (Im Beipackzettel steht als Nebenwirkung auch noch 'Harnwegsinfekt')

Dr. Walter Pöllmann: Was meint denn Ihr Urologe? Sind die Nieren von Ihrer Funktion in Ordnung ? Ist eine Blasenspiegelung erfolgt? Sind es immer wieder die gleichen Keime oder jedesmal andere? Manchmal kann man mit "harmlosen" Strategien wie Angocin 3 x 3 oder 3 x 2 was erreichen zur Senkung der Häufigkeit von Infekten.

Bert: Hallo! Vor ca. 8 Wochen wurde mir, nach einer Entzündung im Rückenmark, die Diagnose MS gestellt. Ab dem 9.8.2016 war ich deshalb in einer neurologischen Klinik in Behandlung und bin seit drei Wochen in einer Reha-Einrichtung. Derzeit funktioniert die Blasenentleerung noch nicht und ich leide unter einer Streckspastik beim Aufstehen aus dem Sitzen oder Liegen. Ebenso kommt es zu unkontrollierten Zuckungen in den Beinen, wenn diese nicht mehr in Bewegung sind. Habe ich Aussichten, dass sich die Beschwerden in absehbarer Zeit bessern bzw. verschwinden und was kann ich selbst aktiv dafür tun?

Dr. Walter Pöllmann: Was meinen sie mit dem Hinweis, die "Blasenentleerung funktioniert noch nicht". Müssen Sie wegen Restharn kathetererisiert werden? oder meinen sie eine unkontrollierte Blasenentleerung? Was sagt der Urologe? Bei einschießender Streckspastik ist zum einen eine physiotherapeutische Beratung und Anleitung wichtig, wie man dass besser bewältigen kann. Wenn das nicht ausreicht, kann man nach ärztlicher und KG-Absprache Gabapentin oder Pregabalin versuchen, die einschießende Spastiken reduzieren helfen.

Anna: Guten Abend Hr. Dr. Pöllmann. Habe MS seit 2009. Blasenstörung mit folgenden Symptomen: Restharn, Probleme bei der Blasenentleerung ( muss lange warten und dann kommt nicht so viel ) , bei Husten oder Lachen “ undicht “. 1xtägl. ISK . Anfangs war ich zur Restharnbestimmung beim Urologen, inzwischen nicht mehr, habe sehr selten einen Harnwegsinfekt. Die Spastik im Beckenboden wirkt sich inzwischen auch auf die Darmentleerung aus. Macht es aus Ihrer Sicht einen Sinn, irgendwelche Untersuchungen ( Blase/Beckenboden) zu machen? Das wurde noch nie gemacht. Ganz herzlichen Dank für Ihre Mühe!

Dr. Walter Pöllmann: Eine Urodynamik ist sicher die beste Möglichkeit zur genauen Klärung der Probleme. Ihre Schilderung lässt an eine Kombination aus Drang und nicht rechtzeitigem Öffnen des inneren Schließmuskels denken, wo oft nur eine Kombitherapie (Blasendämpfung + Alfa-Blocker zum Öffnen des inneren Schließmuskels) hilfreich ist.

Klara: Danke für Ihre Antwort, das lässt ja hoffen ;) Gibt es bei MS-bedingen Blasenstörungen Ihrer Erfahrung nach etwas (außerhalb einer Medikamentation), was man als Patient selber beisteuern bzw. beeinflussen kann? z.B. Yoga, Akupunktur, Meditation, Ernährungsumstellung oder –Ergänzungsmittel,..

Dr. Walter Pöllmann: Wenn Sie selbst merken, was Ihnen gut tut, machen Sie nichts falsch. Aus Ihrer Liste kann man aber nichts als prinzipiell wirksam nennen. Ansonsten Basisklärung beim Urologen sinnvoll mit Ultraschall (Blasenvolumen vor und nach Entleerung)

Moni: Sehr geehrter Herr Dr. Pöllmann, wenn ich nur an Toillette denke, dann muß ich sofort diese aufsuchen. Besonders schlimm ist es morgens beim aufstehen, ich kann nicht mehr gemütlich aufstehen, da der Drang zu stark ist, sobald ich wach werde. Seit einiger Zeit bemerke ich, das der Schließmuskel (After) nicht mehr richtig funktioniert, da es in der Hose stinkt. Zu welchem Doc muss ich gehen und wie kann man mir helfen? Vielen Dank für Ihre Antwort.

Dr. Walter Pöllmann: Zunächst ist sicher der Urologe am wichtigsten. Beim extremen Harndrang gibt es viele medikamentöse Möglichkeiten, allerdings muss der Restharn - mit Ultraschall - öfters mal überprüft werden. wenn Sie Glück haben wirkt sich die Blasentherapie auch auf den drüngenden Stuhldrang positiv aus.

Lorelei: Guten Abend Herr Dr. Pöllmann, ich weiß, es geht um das Thema Blase. Können Sie mir zur Darm-Problematik weiterhelfen? Ich weiß, die meisten Betroffenen leiden unter Verstopfung. Aber gibt es irgendwelche Hilfen bei der reflexartigen Entleerung außer analge Irrigation (die wohl auch nicht 100-prozentig hilft), Lopedium u.a.? Vielen Dank!

Dr. Walter Pöllmann: Das ist leider ein wirklich schwieriges Problem: Eine Option ist die gezielte Herbeiführung der Entleerung zu einem gewünschten Zeitpunkt mit lokalen Mitteln. Lopedium o.ä. ist allenfalls etwas für den "Notfall" . Eine Darmuntersuchung beim Spezialisten ist immer sinnvoll.

Matilda: Guten Abend Herr Dr. Pöllmannn, gibt es Erfahrungen, dass Tecfidera negativen Einfluss auf Schmerzen und Steifigkeit hat? Ich nehme es seit 3 Monaten und bekomme immer mehr Schmerzen (v.a. in den Füßen/Fussohlen beim Auftreten). Bei Fumardermn werden ja auch Knochenschmerzen etc. als NW gelistet. Mein Körper und besonders mein Kopf fühlen sich auch permanent überhitzt an. Kann hier das Uthoff-Phänomen auftreten ähnlich wie bei Hitze - nur durch Tecfidera? DAnke und VG - Matilda

Dr. Walter Pöllmann: Wir sehen die von Ihnen geschilderte Problematik nicht häufiger unter Tecfidera. Gibt es noch andere Medikamente, die Sie einnehmen? Natürlich können die geschilderten Symptome auch Symptome einer Verschlechterung sein (Schub?). Zunächst würde ich symptomatisch eine Therapieversuch mit Gabapentin oder Pragabalin - und möglichst physikalischer Therapie ergänzend - machen in Absprache mit Ihrem Neurologen. Nur wenn das nicht wirkt, sollte mann ggf. an eine vorübergehende Dosisreduktion von Tecfidera denken.

Lorelei: Guten Abend Herr Dr. Pöllmann, ich weiß, es geht um das Thema Blase. Können Sie mir zur Darm-Problematik weiterhelfen? Ich weiß, die meisten Betroffenen leiden unter Verstopfung. Aber gibt es irgendwelche Hilfen bei der reflexartigen Entleerung außer analge Irrigation (die wohl auch nicht 100-prozentig hilft), Lopedium u.a.? Vielen Dank!

Dr. Walter Pöllmann: schon beantwortet. Alles Gute!

Lorelei: Schon alles abgeklärt. Aber trotzdem Danke und schönen Abend allen!

Dr. Walter Pöllmann: Auch Ihnen einen schönen Abend!

idefix: Hallo Herr Dr. Pöllmann, was halten sie von Pilates als Beckenbodentraining. Ich hatte heftige Inkontinenzprobleme und habe in meinem Fitnesstudio eine zeitlang individuelles Training gehabt. Eigentlich wäre ich wohl reif für den Katheter aber danach gings mir wieder besser. Werden Katheter zu schnell verschrieben? Idefix

Dr. Walter Pöllmann: Mir sind keine Untersuchungen zur Pilatestherapie diesbezüglich bekannt. Wenn es Ihnen wirklich hilft, wäre es natürlich erfreulich. Sie sollten aber wegen des Problems unbedingt mit Ihrem Urologen sprechen, ob er eine gezielte medikamentöse Therapie für sinnvoll erachtet.

idefix: Ok, mache ich. Aber ist bei diesen Medis Demenz Begünstigungen vorhanden, ich hab sowas mal gelesen und bin mit diesem Thema familiär betroffen und finde das alles andere als prickelnd...

Dr. Walter Pöllmann: Alles kann Nebenwirkungen haben, aber Sie sollten auch vorhersehbare Risiken eines Nicht-Handelns bedenken!! Viel Glück!

Moderator Patricia Fleischmann: Liebe Chatter, noch wenige Minuten - Zeit für die letzte Fragerunde.

Matilda: Danke für Ihre Antwort. Nein neben Tecfidera nehme ich momentan nichts ein. Hatte schon mal Gaba probiert, aber wegen extremer Müdigkeit (hatte das Gefühl nicht mehr arbeiten zu können) wieder abgesetzt (sehr niedrig dosiert 3x100mg).

Dr. Walter Pöllmann: Dann können Sie alternativ mal Pregabalin (Lyrica) in der kleinsten Dosis versuchen mit 25 mg - viel Erfolg!

Karin: Danke, Herr Dr. Pöllmann. Werde mal Angocin probieren!

Dr. Walter Pöllmann: Gern geschehen. Viel Glück!

Moderator Patricia Fleischmann: Liebe Chatter, danke für Ihre interessanten Fagen. Ein riesiges DANKE geht an Dr. Walter Pöllmann für sein Engagement hier im Multiple Sklerose-Chat der AMSEL. An alle noch einen schönen restlichen Abend. Der nächste Chat ist übrigens am 18.10., dann mit Dr. Gerald Lehrieder zu der Frage „Wie überwinde ich den inneren Schweinehund für körperliches Ausdauertraining ?“

Redaktion: AMSEL e.V.


 

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