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Therapie der progredienten MS 2026

"Multiple Sklerose ist kein Spatz." - So einfach bringt Prof. Mathias Mäurer es auf den Punkt, warum "Kanonen" aka hochwirksame Medikamente angebracht sind.

Patricia Fleischmann: Herzlich willkommen, liebe Chatter, zu diesem Multiple-Sklerose-Chat 👋
Heute geht es um die Therapie der progredienten MS. Spannend, zumal vor dem Hintergrund, dass hier in Kürze wohl ein weiterer Wirkstoff zur Verfügung stehen wird.
Ihre Fragen können Sie gern jetzt schon stellen - Prof. Mathias Mäurer antwortet ab 19 Uhr.

KaDie: Hallo, ich habe vor über 33 Jahren die Diagnose MS erhalten. Therapie: 11 Jahre Imurek und seit Ende 2006 spritze ich mir Rebif 22. Unter Imurek hatte ich sehr viele Schübe, die ganze bekannte Palette. Seit Rebif bin ich schubfrei; jedoch hab ich seit Jahren eine schleichende Verschlechterung, keine bzw. nur leichte neue Läsionen in den letzten Jahren. Wäre hier ein möglicher Wechsel auf Tolebrutinib sinnvoll; oder würden Sie ein komplettes Therapieende empfehlen. Ich noch bzw. wieder recht mobil, aber die Fatique bereitet mir große Probleme.

Prof. Dr. med. Mathias Mäurer: An KaDie - um die Frage zu beantworte wäre noch das Lebensalter wichtig.

KaDie: 62
KaDie: Hallo, ich glaube meine Frage von vorhin ist aufgrund der Altersfrage untergegangen. Ich bin 62 Jahre. Deshalb hier die Frage nochmals. Vorab muss ich noch erwähnen, dass ich sei Herbst erhöhten Muskeltonus/leichte Spastiken haben und deshalb abends seit 20mg Baclofen einnehme.
Ich habe vor über 33 Jahren die Diagnose MS erhalten. Therapie: 11 Jahre Imurek und seit Ende 2006 spritze ich mir Rebif 22. Unter Imurek hatte ich sehr viele Schübe, die ganze bekannte Palette. Seit Rebif bin ich schubfrei; jedoch hab ich seit Jahren eine schleichende Verschlechterung, keine bzw. nur leichte neue Läsionen in den letzten Jahren. Wäre hier ein möglicher Wechsel auf Tolebrutinib sinnvoll; oder würden Sie ein komplettes Therapieende empfehlen. Ich noch bzw. wieder recht mobil, aber die Fatique bereitet mir große Probleme
Prof. Dr. med. Mathias Mäurer: Angesicht der schleichenden Verschlechterung sollte man - um ihre Mobilität zu erhalten - durchaus über Tolebrutinib sprechen.

S.M.: Ich möchte vorerst auch nicht chatten sondern gerne die Beiträge anhören
Patricia Fleischmann: Hallo S.M., willkommen. Das passt, mit dem Nur-Lesen 😀

Nico: Ich habe laut meiner Neurologin schubförmige MS, bemerke aber zwischen den Schüben eine geringfügige Verschlechterung. Oft sind es kleine, konkrete neue Symptome. Ist eine Therapie gegen Progredienz hier sinnvoll?
Prof. Dr. med. Mathias Mäurer: Ja, das wäre die klassische Situation für eine Therapie die auf die Progredienz wirkt.

Conejita: Hallo, ich wurde im letzten Jahr mit schubförmigem Verlauf diagnostiziert, aber ich denke, ich habe nie Schübe gehabt. Ich habe Symptome die angefangen haben und nie gestoppt. Zum Beispiel muss ich seit einigen Jahren häufig auf Toilette gehen, danach musste ich drücken und jetzt bin ich harninkontinent. Ich glaube das ist progressiv. Ich habe viele andere Beispiele... Die Frage ist, soll ich Mavenclad nehmen, wie mein Arzt vorgeschlagen hat, oder würde ich nur Nebenwirkungen kriegen als progredienter Fall?
Prof. Dr. med. Mathias Mäurer: Wenn eine MS diagnostiziert ist, ist es immer sinnvoll zu therapieren - Mavenclad ist auch recht gut ZNS gängig und hat daher ein gewisses Potential bei progredienten Verläaufen etwas zu bewirken.

El loco: N'Abend zusammen 
Bei mir wurde vor wenigen Wochen PPMS diagnostiziert 
Bin 57, da muss ich mir doch keine all zu große Sorgen machen 
Oder doch?
Prof. Dr. med. Mathias Mäurer: Man kann in einer sochen Situation schon auch an eine Behandlung denken, mit 57 möchte man ja doch alles tun, um Progredienz zu verhindern.

Eva: Hallo, mich interessiert die Infektanfälligkeit bei Tolebrutinib. Ich habe gelesen, dass die Anfälligkeit für Atemwegsinfekte etwas steigt. Wie sieht das bei Harnwegsinfekten aus?
Prof. Dr. med. Mathias Mäurer: Infektanfälligkeit war kein vorrangiges Problem - die Leber ist bezüglich NW eher ein Focus.

Nico: Vielen Dank!
Prof. Dr. med. Mathias Mäurer: Gern geschehen.

R.H.: Sollten die EMA nicht einen Fast-Track Status für die CAR-T-Zell-Therapien, insbesondere für progressive MS einrichten? Insbesondere die Phase 1 (n=5) - Studie aus China / Münster ist doch - bei allem Verständnis für medizin-statistische Theorie - beisppiellos. Wie sehen Sie das und warum sind wir hier so langsam ? HSCT als zugelassene Therapieoption ist auch immer noch nicht bedeutend weiter gekommen. Man braucht immer noch Unikliniken die sich im Zweifelsfall die Mühe machen und mit einem gegen die Krankenkasse klagen.
Wieso machen die MS-Patienten-Vertreter- nicht mehr Druck ?! Was man da an Folgekosten sparen könnte....
Prof. Dr. med. Mathias Mäurer: Eine CAR-T Zell Therapie ist extrem teuer und logistisch nicht trivial - bevor man so ein Verfahren zulässt sollte man schon genau wissen ob es auch wirkt. Mit ein paar Patienten ist es da sicherlich noch nicht getan.

Doris: Bisher gab es nur ein Medikament für die PPMS, die allerdings viele Nebenwirkungen hat und bei Älteren auch nicht so gut wirkt. Daher nehme ich kein Medikament. Ich bin 75 Jahre alt. Wie sehen Sie dies?
Prof. Dr. med. Mathias Mäurer: Mit 75 Jahren muss man definitiv eine gute Risiko-Nutzen Abwägung vornehmen bevor man Immunmedikamente gibt.

Pink: Guten Abend, seit 2003 Mit MS diagnostiziert meine Frage, ob für PPMS Medikamente zur Verfügung stehen, die einer weitergehenden Behinderung (rollatorabhängig, Gleichgewichtsstörung, erhöhte Sturzneigung) entgegenwirken (können) 
Bisher beschränkt meine Therapie auf Physiotherapie, gerätegestützten Sport, regelmäßiges Schwimmen etc.
Prof. Dr. med. Mathias Mäurer: Für die PPMS ist Ocrelizumab zugelassen und führt zu einer signifikanten Verzögerung der Behinderung auf Gruppenebene, wie das einzelne Individuum davon profitiert, kann man nicht vorhersagen.

El loco: Klar will ich mich behandeln lassen, will aber auch nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen
Prof. Dr. med. Mathias Mäurer: Die MS ist kein “Spatz”
El loco: Hm,ok

Conejita: Ich nehme bereits Betaferon, vertrage das aber nicht so gut und soll daher auf Mavenclad umgestellt werden. Wäre es sinnvoll, die Diagnose "schubförmige MS" noch einmal zu hinterfragen? Gäbe es im Fall PPMS überhaupt wirksame Medikamente?
Prof. Dr. med. Mathias Mäurer: Es gibt wirksame Medikamente bei PPMS, aber wir würden uns natürlich deutlich wirksamere Konzepte wünschen. Verträglichkeit von Betaferon ist ein Problem, das Angebot einer Umstellung ist auch daher verständlich.

Horst: Hallo, ich männlich habe mit 55 Jahren seit 30 Jahren MS und nehme seit 2005 Copaxone. Seit 2010 ist MRT unverändert. Keine gesicherten Schübe seitdem. Ob Progression vorliegt kann ich nicht mit Sicherheit sagen. Mein Arzt rät mir zum Wechsel zu Ocrelizumab. Ich zweifele ob das wirklich helfen kann bei nur Progression. Meine Infos sind, dass es nur sinnvoll bei Progression und Schüben ist. Außerdem habe ich Bedenken wegen Nebenwirkungen. Wie sehen Sie das ? Empfehlen Sie ein anderes Medikament ? Siponimod geht nicht wegen Augenproblemen.
Prof. Dr. med. Mathias Mäurer: Wenn die MS seit fast 20 Jahren stabil ist (unter Cop), dann könnte man aus meiner Sicht auch über einen Absetzversuch der Medikation sprechen.

S.M.: Ich habe seit 25 Jahren MS viele Jahre Avonex gespritzt und dies vor 5 Jahren abgesetzt und erhalte jetzt zweimal im Jahr rituximap mit halber Dosis. Leider verschlechtert sich mein Gangbild schleichend immer weiter. Ich bin jetzt 63 Jahre alt gehe wirklich nur noch kurze Strecken am Rollator und ansonsten muss ich den Rollstuhl benutzen. Würde eine Umstellung auf ein neues Medikament eine Verbesserung bringen? Ist es ein Versuch wert und welches Medikament käme dann in Frage schubfrei bin ich seit 15 Jahren.
Prof. Dr. med. Mathias Mäurer: Rituximab ist zunächst einmal auch v.a. eine Medikament, das Entzündungen unterdrückt. Wenn diese nicht mehr im Vordergrund steht, ist es fraglich, ob man wirklich von einem solchen Medikament profitiert. Aber das sind Entscheidungen, die man nicht in einem Chat treffen kann.

Doris: Danke.
Prof. Dr. med. Mathias Mäurer: Gerne geschehen.

Detlef S.: Hallo Herr Prof. Mathias Mäurer,
bin 56 mänlich, habe seit 2001 MS, mein letzter spürbarer Schub war 2015, im letzten MRT ist die MS stabil, gehe jedes Jahr. Trotzdem kann ich immer schlechter laufen.
Bekomme Kesimpta, habe das Gefühl, dass ich SPMS, schwelende Entzündungsprozesse habe.
Sind Sie auch der Meinung? Kann man Tolebrutinib zusammen mit Kesimpta einnehmen? oder wie sollte das weitere vorgehen aussehen.
Vielen Dank
Prof. Dr. med. Mathias Mäurer: Eine Kombi von Tolebrutinib und Kesimpta ist nicht angezeigt (wäre auch ein Kostenproblem) - ich könnte mir aber vorstellen, dass sie einen Wechsel auf Tolebrutinib mit ihrem Neurologen besprechen sollten.

Horst: Sie meinen gar keine Medikamentation ? Und wenn Progression vorläge (habe gerade Augenprobleme deren Abklärung noch nicht abgeschlossen ist) ?
Prof. Dr. med. Mathias Mäurer: Um sie individuell zu beraten, muss ich mehr informationen haben, was in so einem Setting nicht geht. Ich sage nur, dass man bei langjähriger Stabilität auch ein Absetzen einer antientzündlichen Medikation in Betracht ziehen kann.

Julia: Hallo Herr Mäurer, welches Medikament empfehlen Sie bei SPMS mit aufgesetzten Schüben?
Prof. Dr. med. Mathias Mäurer: Derzeit hat Siponimod eine Zulassung für SPMS mit Aktivität, grundsätzlich kann man aber auch andere antientzündliche Medikamente in Betracht ziehen, wenn noch Schübe vorhanden sind.

Eva: Bei mir (54 J, SPMS, EDSS 7) steht vermutlich der Wechsel auf Tolebrutinib an. Kann ich präventiv etwas tun gegen die Nebenwirkungen im Blick auf die Leber?
Prof. Dr. med. Mathias Mäurer: andere Noxen (Alkohol) vermeiden und regelmäßig kontrollieren.

Nico: Welches bisher zugelassene Medikament ist Ihrer Meinung nach am besten für SPMS geeignet?
Prof. Dr. med. Mathias Mäurer: Es ist davon abhängig zu machen, ob noch inflammatorischen Aktiviät (Schübe, neue MR Läsionen) vorliegt.

Conejita: Wie ist Ihre Einschätzung zu Neurorehabilitationsmethoden wie z. B. "recoveriX"? Meine Symptomatik zeigt sich hauptsächlich in Harninkontinenz und kognitiven Verschlechterungen
Prof. Dr. med. Mathias Mäurer: Rehablilitation ist immer gut - unabhängig von den Verfahren. Ob jetzt unbedingt so ein "Hochglanzverfahren" erfolgreicher ist als ein konventionelles Angebot sei dahingestellt.

W. H.: Ich (w, 45) habe seit 2004 MS, keine Schübe. Aber seit ca. 2020 wird es schleichend immer schlechter (Gehstrecke, Gleichgewicht, Harnprobleme usw.).
Mein Neurologie hat nur Siponimod und evtl. Tolebrutinib als Möglichkeit in Betracht gezogen. 
Müsste man sich für eins von Beiden entscheiden? Welches Medikament ist sinnvoller?
W. H.: Auch in Bezug auf Nebenwirkungen.
Prof. Dr. med. Mathias Mäurer: Die Nebenwirkungen sind sowohl bei Tolebrutinib als auch bei Siponimod beherrschbar. Siponimod verlangt in der Zulassung Entzündungsaktivität.

Julia: Welche Aussagekraft hat der sNFL Wert bei progredienter MS?
Prof. Dr. med. Mathias Mäurer: Der Wert könnte interessant zur Therapieüberwachung und Steuerung sein.

Horst: Vielen Dank schon Mal. Ich möchte fragen welches Medikament Ihrer Meinung nach für SPMS ohne inflammatorische Aktivität geeignet ist. Können Sie das so sagen ohne weitere Infos ?
Prof. Dr. med. Mathias Mäurer: Für diese Konstellation wird Tolebrutinib (Cenrifki) gerade zugelassen.

Suse: Geben Sie Ocrelizumab auch bei SPMS , wenn noch Schübe vorhanden sind?
Prof. Dr. med. Mathias Mäurer: Wenn noch Schübe vorhanden sind, dann können auch viele Medikamente zur Behandlung der schubförmigen MS eingesetzt werden, ua. auch Ocrelizumab.

FamGra: Bei Tolebrutinib wird man soweit ich weiß vermutlich in den ersten Monaten wöchentlich Leberwerte prüfen lassen müssen. Wären Sie der Erwartung, dass der Hausarzt das auf Dauer übernimmt? Einerseits aufgrund der akkumulierten Kosten hierfür, andererseits weil vielleicht speziellere Blutuntersuchungen die der Hausarzt nicht machen kann?
Prof. Dr. med. Mathias Mäurer: Das ist ein guter Punkt - eine gute Zusammenarbeit mit Hausärzten wäre in dem Fall wünschenswert - ansonsten muss es vom Neurologen gemacht werden. Aber die Überwachung ist definitiv wichtig.

S.M.: Vielen Dank werde das mit meinem Neurologen und mit dem St Josefs hospital wo ich die Infusion erhalte intensiv besprechen. Man hat es weiter genommen da ist wohl nicht schadet ,mir bekommt und eventuell doch von Nutzen ist.
Prof. Dr. med. Mathias Mäurer: Gern geschehen.

Conejita: Wie ist der aktuelle Stand bzgl. Verfügbarkeit von Tolebrutinib? Vielen Dank für Ihre Antworten
Prof. Dr. med. Mathias Mäurer: Die Zulassungsempfehlung wurde ausgesprochen, bis es in der Apotheke ist wird es noch ein wenig dauern, aber ich rechne noch im Sommer damit.

Ray: Welches Medikament würde Sie für wahrscheinlich von MS verursachten Dauerschmerzen ( rechter Arm ) Bin seit heut in neurologischer Klinik und kurz vor einer Diagnose... was kann ich morgen bei der Visite ansprechen.
Prof. Dr. med. Mathias Mäurer: Man hat bei MS bedingten Schmerzen ganz gute Erfahrungen mit Pregabalin - auch Amitryptilin kann man in Betracht ziehen.

Sophia: Guten Abend Prof. Mäurer, gibt es schon Neuigkeiten über Fenebrutinib bei progredienter MS?
Prof. Dr. med. Mathias Mäurer: In einer nicht-unterlegenheitsstudie hat Fenebrutinb den Endpunkt gegenüber Ocrelizumab erreicht - war also nicht unterlegen - und Ocrelizumab ist derzeit das einzige bei PPMS zugelassene Medikament. Daher könnte man den Schluss ziehen, dass auch Fenebrutinib bei PPMS wirksam ist.

Conejita: Ich kann noch gut laufen, bin aber harninkontinent und merke kognitive Einschränkungen. Würde gern Immunsuppressiva vermeiden, aus Sorge vor Nebenwirkungen. Bin 37 Jahre alt. Habe noch nie wahrnehmbare Schübe gehabt. Was würden Sie mir als Medikation empfehlen?
Prof. Dr. med. Mathias Mäurer: ich würde unbedingt mit meinem Neurologen über eine Behandlung sprechen - moderne MS Medikamente sind keine "Immunsuppressiva" im klassischen Sinn.

Gissa: Guten Abend Prof. Mäurer, mir als mittlerweile SPMS-Patientin (allerdings ohne Aktivität/Schübe) wurde Ocrevus als Therapie vorgeschlagen. Ich bin 57 Jahre alt, MS-Diagnose in 2000, seit 2014 unter Tecfidera, MRT seit Jahren stabil unverändert ohne neue Läsionen. Jedoch zunehmend verschlechterte Gehfähigkeit, Gleichgewichtsprobleme, Inkontinenz. Halten Sie Ocrevus in meinem Fall für sinnvoll?
Prof. Dr. med. Mathias Mäurer: Ist auf die Ferne eine schwierige Frage, um sie zu beantworten muss man ganz viele Dinge in Betracht ziehen. Aber grundsätzlich wäre ihre Schilderung vereinbar mit einer non-relapsing SPMS, also die Kondition für die Tolebrutinib zugelassen wird/ist.

resi: Apropos Nebenwirkungen. Ich (w 58 seit 1987 erkrankt)
Ich spritze seit ca. 20 Jahren Rebif 44 und habe seither erhöhte Leberwerte (OT60 PT 70 GGT 88). 
Die Sonografie der Leber zeigt keine strukturellen Veränderungen und die Hepatitisserologie ist unauffällig.
Mein Neurologie ist davon überzeugt, dass es NICHT am Rebif liegen kann.
Wie schätzen Sie das ein?
Prof. Dr. med. Mathias Mäurer: Lebenwerterhöhungen unter Interferonen sind eine typsiche NW.

Sophia: Vielen Dank!
Prof. Dr. med. Mathias Mäurer: Gern geschehen.

Julia: Können Einschränkungen durch die progrediente MS mit Reha/Intensivtherapie gebessert werden oder geht es nach Ihrer Erfahrung nur um den Erhalt der Fähigkeiten?
Prof. Dr. med. Mathias Mäurer: Aus meiner Sicht kann eine intensive zielgerichtete REHA auch zu Verbesserungen führen.

Horst: Nochmals herzlichen Dank !
Prof. Dr. med. Mathias Mäurer: Gern geschehen.

Chrissy: Ppms und siponimod nicht vertragen.
Laut mrt großer neuer Herd.
Was wäre zu empfehlen???? 🥺
Prof. Dr. med. Mathias Mäurer: was meinen sie mit ppms? Wenn sie einen neuen großen Herd haben, sollte sie effektiv antienzündlich behandelt werden, hier steht eine große Palette an Medikamenten zur Verfügung.

Mo: Ich hatte unter Plegridy erhöhte Leberwerte- kann ich dann damit rechnen dass ich diese auch unter Tolibrutinib bekomme
Prof. Dr. med. Mathias Mäurer: Nein, das ist kein Prediktor.

KaDie: Vielen Dank für Ihre Einschätzung. Dies hat mir bei der Entscheidung zu Tolebrutinib weiter geholfen. Mein Neurologe vor Ort befürwortet nämlich aufgrund meines Alters ein Absetzen der Therapie, meine Neurologin in der Ulmer MS-Ambulanz sieht mich bei BTKi und teilt Ihre Einschätzung
Prof. Dr. med. Mathias Mäurer: Gern geschehen.

resi: Danke- so ist auch meine Einschätzung 😊
Prof. Dr. med. Mathias Mäurer: Gern geschehen.

Conejita: Ich habe von neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen gehört, die die klassische Kategorisierung in RRMS, PPMS, SPMS fragwürdig erscheinen lassen. Medikamente werden aber nach wie vor nach diesem Schema zugelassen. Wie schätzen Sie das ein? Ist diese Art der Zulassung noch sinnvoll?
Prof. Dr. med. Mathias Mäurer: Ja, das ist richtig, die Einteilung ist eigentlich nicht mehr zeitgemäß und das sich die Zulassung von Medikamenten danach richtet ist ein Problem.

Chrissy: Zb? Was heißt antientzundlich? 
Könnte auch spms sein, ist man sich nicht sicher.
Prof. Dr. med. Mathias Mäurer: wenn eine neue großer Herd im MRT zu sehen ist, ist das ein hinweis für entzündliche Aktivität und die gehört effizient behandelt z.B. mit anti CD20 Antikörpern

Annette: Wenn man derzeit Ocrelizumab nimmt und dadurch aktuell keine Schübe hat, sich jedoch der schleichend schlechtere Verlauf abzeichnet. Ist es dann sinnvoll, auf Tolebrutinib umzusteigen? Oder läuft man dann ggf. durch das Absetzen von Ocrelizumab Gefahr, dann wieder Schübe zu bekommen?
Prof. Dr. med. Mathias Mäurer: ja, das wäre eine Konstellation in der ich wahrscheinlich auch Tolebrutinib in Betracht ziehen würde. Auch Tolebrutinib kann Schübe kontrollieren, daher hätte ich vor Schüben keine Sorgen, sondern würde eher auf einen Effekt auf die Progression hoffen.

Gissa: Mir (SPMS) wurde auch die Teilnahme an der klinischen Studie zu Remibrutinib angeboten. Jedoch ist es dann ja möglich, dass ich ggf. Placebo erhalte und dann über die Jahre der Studie gar keine Therapie erhalten würde. Würden Sie Tolebrutinib einer Studienteilnahme vorziehen? Ich habe Angst vor möglichen Leberschädigungen.
Prof. Dr. med. Mathias Mäurer: Auch Remibrutinib ist wie Tolebrutinib ein BTKi - Leberprobleme sehen wir aktuell als Klasseneffekt. Ja, leider besteht in Studien immer die Möglichkeit im Placeboarm zu landen, die Entscheidung kann ich ihnen da nciht abnehmen.

Ray: Vielen Dank für Ihren Tipp. Können diese Schmerzen für immer bleiben und wie kommen diese kurz erklärt zustande.
Prof. Dr. med. Mathias Mäurer: In der Regel kommt es zu einer Besserung - es ist auf jeden Fall sinnvoll positiv zu denken

Eva: Wie sind die Kosten (für die Krankenkassen) von Tolebrutinib im Vergleich zu anderen Therapien, z.B Ocrelizumab?
Prof. Dr. med. Mathias Mäurer: Zu den Kosten habe ich derzeit keine Informationen.

Annette: Vielen Dank für Ihre Einschätzung.
Prof. Dr. med. Mathias Mäurer: Gern geschehen.

Chrissy: Wow, bin pta und informiere mxih regelmäßig, aber habe von CD 20 Antikörper noch nie gehört! Auch nicht von meinem Neurologen. Können sie mir bitte bitte kurze Infos dazu schreiben 🙏
Prof. Dr. med. Mathias Mäurer: Ich empfehle ihnen meinen Blog da finden sich ganz viele Infos zu dem Thema. Kleines Selbstmarketing....
Patricia Fleischmann: Und hier gibt es auch eine Animation zu CD20-Antikörpern.

Gissa: Vielen Dank für Ihren Rat.
Prof. Dr. med. Mathias Mäurer: gerne

Doris: Es war wieder sehr aufschlussreich, vielen Dank.
Prof. Dr. med. Mathias Mäurer: Ich danke für Ihr Interesse

Patricia Fleischmann: Liebe Chatter, haben Sie vielen Dank für Ihre informierten Fragen!
Ein besonders riesiges DANKESCHÖN geht an Prof. Mathias Mäurer, der sich heute Abend die Zeit genommen hat, Fragen rund um die Therapie der progredienten MS zu beantworten.
Der Chat schließt zwar gleich, offene Frage werden jedoch noch beantwortet. Ab spätestens morgen sind die auch im Chatprotokoll nachzulesen.
Ich wünsche allen einen schönen restlichen Abend 👋

Doris: 👍

Bobble: Seit 35 J. schubförmiger MS- Verlauf (letzter 2018), seit 2013 Aubagio. Dann 2025 heftiger Schub m.Sprech-, Schreib- u. Gehausfall = Umstellung auf Ofatumumab. Jetzt sehr wenig Energie, immer noch Gleichgewichtsprobleme, starke Fatigue ...bin 65 J. 
Mein Neurologe sagt, dass sich die Ausfälle natürlich aufaddieren mit dem Alter > das stimmt wohl.
Ist KESIMPTA das für mich geeigneste Medikament?
Prof. Dr. med. Mathias Mäurer: Angesichts des schweren Schubs ist Ofatumumab durchaus geeingnet.

Bobble: Vielen herzlichen Dank!
Prof. Dr. med. Mathias Mäurer: Gern geschehen.

Redaktion: AMSEL e.V., 19.05.2026