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Das Corona-Virus: Arbeitsrecht bei Multipler Sklerose in Zeiten von Corona

Wie lange krankschreiben, wann freistellen, was heißt Fürsorgepflicht für den Arbeitgeber, was ist mit Home-Office, muss man Urlaub nehmen, wie sieht es mit Lohnfortzahlung aus? Rechtsanwalt Maximilian von Gaisberg antwortet Multple Sklerose-Betroffenen auf alle Fragen rund um das Arbeitsrecht in dieser speziellen Situation.

Moderator Patricia Fleischmann: Werte AMSEL-Chatter, willkommen zu diesem Multiple Sklerose Chat zum Thema Arbeitsrecht und MS in Zeiten von Corona. Rechtsanwalt Maximilian von Gaisberg hat sich kurzfristig bereiterklärt, heute Abend zu antworten. Bitte bedenken Sie bei Ihren Fragen, dass von Gaisberg kein Neurologe ist. Anstatt Wirkstoffnamen zu nennen, wäre es hilfreich, wenn Sie ggf. auf ein möglicherweise erhöhtes Risiko durch Ihr Medikament verweisen. Ab 19 Uhr antwortet unser Experte. Ich sehe jedoch: Es sind schon einige Chatter angemeldet. Also nochmal: Willkommen!

Moderator Patricia Fleischmann: @ alle: Bitte schauen Sie zuerst, ob Ihre Frage bereits gestellt wurde (auch unter "Bereits gestellte Fragen"). Damit unser Experte möglichst viele verschiedene Fragen beantworten kann. - DANKE!

Uwe: Guten Abend, I'm Freundeskreis gibt es öffentliche Arbeitgeber, die Mitarbeiter, die zu den risikogruppen gehören, die laut rki gehören und vom Arbeitgeber freigestellt werden. Ist diese Regelung vom jeweiligen Arbeitgeber abhängig oder eine grundsätzliche gesetzliche Regelung?

Maximilian von Gaisberg: Hallo, eine grundlegende Freistellungspflicht gibt es nicht. In erster Linie ist das eine freiwillige Aktion der Arbeitgeber. Wobei unter Umständen eine Fürsorgepflicht der Arbeitgeber greift. Das wäre dann eine Einzelfallprüfung.

Janine: Guten Abend, mein Mann nimmt Gilenya, gehört damit ja zur Risikogruppe. Er ist als Dachdecker ganz normal berufstätig. Besteht die Möglichkeit das er sich zu seinem Schutz krank schreiben lässt? Wenn ja, für welchen Zeitraum und welcher Arzt könnte das machen Hausarzt oder Neurologe? Vielen Dank im voraus.

Maximilian von Gaisberg: Hallo, eine Krankschreibung kann grundsätzlich bei Symptomen erfolgen. Das geht sowohl über den Hausarzt als auch über den Neurologen. Da es hier ein Sonderfall ist, kann eher der Neurologe helfen. Aber man kann auch den Hausarzt fragen. Ich würde es einfach probieren. Eine Krankschreibung kann faktisch unbegrenzt erfolgen. Aktuell aber pro Krankschreibung 14 Tage mit der Möglichkeit von Folgebescheinigungen. Wobei man nach 6 Wochen aus der Lohnfortzahlung fällt.

Dorothee: Guten Abend wenn mein Arbeitgeber meint ich solle zu Hause bleiben, muss ich da Urlaub nehmen oder Überstunden abbauen?

Maximilian von Gaisberg: Wenn Ihr Arbeitgeber Sie quasi freistellt, kann er auch anordnen, dass Überstunden abgebaut werden. Wobei Sie dem Wunsch der Freistellung nicht folgen müssen.

Kiky: Meinen Arbeitgeber bzw mein direkter Vorgesetzter sieht die ganze Sache sehr entspannt und nimmt es gefühlt nicht wirklich ernst. Kranke Kollegen werden nur nach protest heim geschickt. Ich arbeite in der Personalabteilung und wir haben täglich einige (ca 20 Kollegen) die bei mir/uns ins Büro laufen und sich auch mal länger und mal kürzer aufhalten. Kann ich von meinem Chef irgendwie verlangen, dass er eine Barriere zustimmt oder einem Zutrittsverbot bzw das Angelegenheiten in einem anderen Büro z. B. Besprechungsraum gelöst werden mit mehr Abstandsmöglichkeit? Also die Frage ziehlt auf die Fürsorgepflicht und die dadurch eventuellen Möglichkeiten als Erkrankte, die man verlangen könnte.

Maximilian von Gaisberg: Der Arbeitgeber hat eine Fürsorgepflicht. Er muss alle Möglichkeiten ergreifen, die zumutbar sind um eine Ansteckung zu vermeiden. Also ähnlich wie im Supermarkt einen Spukschutz oder eben eine Begrenzung auf 1 Person im Büro, telefonische Termine usw.

UB: Ich habe eine Schwerbehinderung von 50% und somit einen "leidensgerechten Arbeitsplatz", kann mich mein Arbeitgeber einfach an eine andere Stelle versetzen? (Ich arbeite als Krankenschwester in der Ambulanz) meine Sorge ist das ich auf eine Intensivstation versetzt werde

Maximilian von Gaisberg: Ihr Arbeitgeber kann Sie im Rahmen des vertraglich vereinbaren auf andere Stellen versetzten, die Ihrem Ausbildungsstand entsprechen und zumutbar sind. Soweit Sie eine Schwerbehinderung hat, muss der Arbeitsplatz natürlich dies berücksichtigen.

Stela: Sehr geehrte Frau Fleischmann, sehr geehrter Herr von Gaisberg, meine Fragen: Wie lange kann mich mein Hausarzt oder Neurologe krankschreiben? Mein Arbeitgeber weiß bis dato nichts von der MS, ich habe bisher nur gesagt, dass ich aufgrund einer Vorerkrankung ins Homeoffice möchte, da ich im Büro nicht wirklich die Möglichkeit hatte Sicherheitsabstände etc. einzuhalten. Ich hatte zu große Sorge vor dem Schubrisiko bei Virusinfektionen. Ich nehme aber keine immunsuppressive MS-Medikamente und gehöre auch nicht zur klassischen Risikogruppe. Ich werde in den kommenden Tagen mit meinen Chefs sprechen; ich gehe davon aus, dass Sie Verständnis haben werden. Es ist eine sehr familiäre Situation (kleiner Betrieb). Derzeit bin ich jetzt erstmal krank geschrieben. Was muss ich beachten wenn ich mich jetzt "oute".

Maximilian von Gaisberg: Eine Krankschreibung kann quasi unbegrenzt erfolgen. Zur Zeit kann bis zu 14 Tage mit einer Bescheinigung krank geschrieben werden. Dieser Zeitraum kann mit einer Folgebescheinigung dann wieder verlängert werden. Wobei nach 6 Wochen wegen der gleichen Erkrankung der Lohnfortzahlungszeitraum endet. Wenn Sie sich outen, müssen Sie nichts beachten. Es darf Ihnen daraus kein Nachteil entstehen.

Uwe: Okay... Dankeschön

Maximilian von Gaisberg: gerne

Annika: Hallo, ich nehme zur Zeit kein Medikament. In meinem Beruf arbeite ich mit vielen Kindern zusammen. Zur Zeit bin ich freigestellt werde aber für die Osterferien Betreuung eingeplant. Besteht bei Patienten mit MS ein höheres Risiko? Vielen Dank für die Antwort

Maximilian von Gaisberg: das ist eine medizinische Frage, die Sie ihrem behandelten Arzt stellen sollten

Sunny: Hallo Herr von Gaisberg, kann ich noch meine Physiotermine wahrnehmen, wegen des Kontaktverbots? Oder muss ich diese absagen? Wohne in NRW und hier sind es sogar 4 Wochen Kontaktverbot. Bleiben Sie gesund.

Maximilian von Gaisberg: Die mir bekannten Kontaktverbote lassen die medizinisch notwendigen Behandlung außen vor. Wenn die Physio verordnet wurde, fragen Sie am besten Ihren Therapeuten, wie die es handhaben.

Sandra: Guten Abend. Kann ich mir eine Krankmeldung von meinem Neurologen holen wenn ich täglich im Kontakt mit Menschen bin?

Maximilian von Gaisberg: Hallo, grundsätzlich ja, ob es einen medizinischen Grund gibt, muss der Arzt beurteilen, auch wieviel "Spielraum" er ansetzt. Was ich so höre, ist der Spielraum gerade sehr weit

Lela: ich bin medikamentös immunsupprimiert (MS Medikament Gilenya / Fingolimod) und arbeite als Logopädin in einer neurologischen Fachklinik stets mit engem und ständigem Körperkontakt zu Patienten und Kollegen. Aktuell habe ich mich von meinem Hausarzt zwei Wochen krankschreiben lassen weil meine Betriebsärztin laut Infektionsschutzgesetzt kein Beschäftigungsverbot ausstellen dürfe. Die Betriebsärztin empfiehlt einen isolierten Büroarbeitsplatz, den die Klinik mir derzeit nicht ermöglich kann. Darf ich mich weiter krankschreiben lassen? Muss ich (unbezahlten) Urlaub nehmen?

Maximilian von Gaisberg: Wenn ihr Arzt es für notwendig erachtet oder es sinnvoll findet, kann er Sie krankschreiben. Wobei Sie beachten müssen, dass nach 6 Wochen die Lohnfortzahlung endet

Anna: Hallo, ich bekomme Ocrevus, gehöre ich dann zur Risikogruppe? Ich arbeite in der Apotheke, dürfte ich freigestellt werden, da ich mich dort gefährde?

Maximilian von Gaisberg: Das Medikament ist mir unbekannt als medizinischer Laie. Ich würde den Facharzt fragen. Wenn Ihr Arbeitgeber Sie freistellen möchte kann er dies tun. Ansonsten muss er das Ansteckungsrisiko nach Möglichkeit begrenzen.

Mona: Sehr geehrter Herr von Gaisberg, ich wende mich mit einer Bitte bzw. Frage an Sie: ich bin MS - Patientin und spritze seit vielen Jahren Avonex. Nun arbeite ich an 3 Vormittagen in der Woche als Therapeutin in einer logopädischen Praxis und in einer Kita. In der logopädischen Praxis lässt sich ein sehr enger Kontakt mit den Patienten nicht vermeiden. Wir arbeiten am und im Mund des Patienten und zwangsläufig kommt man mit Speichel in Kontakt. Nun kann meine Chefin ihrer Fürsorgepflicht nicht nachkommen, da es keinen Mundschutz mehr im Handel gibt und uns ebenso das Sterilium ausgeht. Da ich Mini Jobberin bin kann ich nicht in Kurzarbeit gehen. Mein Neurologe kann mich nicht krank schreiben, da ich momentan symptomfrei bin. Haben Sie einen Rat für mich, wie ich mich schützen kann? Vielen Dank für Ihr Engagement und herzliche Grüße

Maximilian von Gaisberg: Bezüglich Schutzmaßnahmen kann ich Ihnen nicht helfen. Ich würde eine Krankschreibung über den Hausarzt versuchen oder das Problem mit dem Arbeitgeber besprechen. Wenn er den Schutz nicht gewährleisten kann, muss er handeln

katharina1944: Guten Abend, gehöre ich automatisch zur Risikogruppe weil ich MS habe, oder hängt dies von der jeweiligen Therapieform ab? Ich spritze mit alle zwei Wochen Plegridy. Gehöre ich mit dieser Therapieform zur Risikogruppe. Wenn ja, was muss ich beachten. Vielen Dank im voraus.

Maximilian von Gaisberg: Als Jurist kann ich leider keine medizinischen Fragen beantworten. Am besten den behandelten Arzt fragen

Ivi: Meine Vorabendanfrage zum heutigen Chat: Ich bekomme Ocrevus , bin in der Mobilität eingeschränkt und habe chronische Bronchitis sowie Kollagenose. Ich arbeite im Krankenhaus in einer hämatologische Tagesklinik mit hohen Patientenaufkommen. Habe ich das Recht, mich vom Arbeitgeber bezahlt freistellen zu lassen ?

Maximilian von Gaisberg: Das muss man im Einzelfall prüfen. Grundsätzlich muss der Arbeitgeber alles mögliche tun um eine Ansteckung zu verhindern. Das kann im Extremfall bis zu einer bezahlten Freistellung führen. Alternativ mit dem Arzt sprechen oder Sie krankgeschrieben werden

Logopädin: Guten Abend, ich wende mich mit einer Frage an Sie: ich bin Logpädin und ein Tag in der Woche angestellt. Seit Jahren habe ich MS und spritze Avonex. Nun arbeite ich in meinem Beruf grundsätzlich nah am Patienten....viel am und im Mund, d.h. Speichelkontakt gehört zum Alltag. Meine Chefin möchte, kann ihrer Fürsorgepflicht jedoch nicht nachkommen, da ein Mundschutz nicht mehr erhältlich ist und auch das Sterilium ausgeht. Mein Neurologe sagt er kann mich nicht krank schreiben, da ich gegenwärtig symptomfrei bin. Gibt es eine Möglichkeit der Freistellung?

Maximilian von Gaisberg: die Frage habe ich glaube ich schon beantwortet

Lulu: Hallo, ich arbeite in einem ambulanten Pflegedienst. Wir haben keine Schutzkleidung, Mundschutz oder ähnliches. Ich nehme Gilenya (Immunsuppresiva) ein und habe Asthma, bin also ein Risikopatient. Mein Hausarzt empfiehlt, mich freistellen zu lassen, ich kann aber nicht auf den Verdienst verzichten. Urlaub oder Überstunden möchte ich dafür nicht einsetzen. Was kann ich tun? Vielen Dank, Lulu

Maximilian von Gaisberg: Sie können den Arbeitgeber auf seine Fürsorgepflicht hinweisen und das Problem ansprechen. Es gibt noch die vorübergehende Dienstverhinderung gem. § 616 BGB, aber die hilft nur kurzfristig

Lulu: Hallo, ich arbeite in einem ambulanten Pflegedienst. Wir haben keine Schutzkleidung, Mundschutz oder ähnliches. Ich nehme Gilenya (Immunsuppresiva) ein und habe Asthma, bin also ein Risikopatient. Mein Hausarzt empfiehlt, mich freistellen zu lassen, ich kann aber nicht auf den Verdienst verzichten. Urlaub oder Überstunden möchte ich dafür nicht einsetzen. Was kann ich tun? Vielen Dank, Lulu

Maximilian von Gaisberg: Die Frage habe ich glaube ich schon beantwortet

Eno: Guten Abend. Ich habe MS und Arbeite in einem Dienstleistungs unternehmen. Bei uns besteht nicht die Möglichkeit einen Abstand von 1,5-2, Metern zu halten da wir zu 5 in der Werkstatt arbeiten. Wie soll ich Mich verhalten.

Maximilian von Gaisberg: Der Arbeitgeber muss nach Möglichkeit dafür Sorgen, dass der Abstand gewahrt wird. Sprechen Sie ihn darauf an. Teilweise werden auch 2 Schichtmodelle gefahren. Es ist ja auch im Interesse des Arbeitgebers, das keine Erkrankung auftritt

Logopädin: Sehr geehrter Herr von Gaisberg, ich wende mich mit einer Bitte bzw. Frage an Sie: ich bin MS - Patientin und spritze seit vielen Jahren Avonex. Nun arbeite ich an 3 Vormittagen in der Woche als Therapeutin in einer logopädischen Praxis und in einer Kita. In der logopädischen Praxis lässt sich ein sehr enger Kontakt mit den Patienten nicht vermeiden. Wir arbeiten am und im Mund des Patienten und zwangsläufig kommt man mit Speichel in Kontakt. Nun kann meine Chefin ihrer Fürsorgepflicht nicht nachkommen, da es keinen Mundschutz mehr im Handel gibt und uns ebenso das Sterilium ausgeht. Da ich Mini Jobberin bin kann ich nicht in Kurzarbeit gehen. Mein Neurologe kann mich nicht krank schreiben, da ich momentan symptomfrei bin. Haben Sie einen Rat für mich, wie ich mich schützen kann?

Maximilian von Gaisberg: Sprechen Sie Ihren Arbeitgeber darauf an. Er muss Schutzmassnahmen ergreifen. Es ist ja auch in seinem Interesse, wenn er den Betrieb schützt

No: GUTEN Abend.Wie verhält es sich,wenn vom Arbeitgeber eine Kurzarbeit angeordnet worden ist,ich eh aus gesundheitlichen Gründen Teilzeit(25Std /Woche)arbeite und eine Teilerwerbsminderungsrente erhalte?Gibt es für diejenigen eine Ausnahme wie bei Azubis,bei denen die Kurzarbeit nicht angewendet werden darf?

Maximilian von Gaisberg: wäre mir nicht bekannt

Bill: Sehr geehrter Herr von Gaisberg, ich arbeite als angestellter Tierarzt in einer Praxis und bekomme ein immunmodulierendes Präperat (Fingolimod - Gilenya). Aufgrund des erhöhten Infektionsrisikos insbesondere der Atemwege ist nun meine Frage, ob ich mich auf unbestimmte Zeit krankschreiben lassen kann, da ich als Tierarzt weder von zuhause aus noch ohne Kontakt zu anderen Menschen arbeiten kann.

Maximilian von Gaisberg: eine Krankschreibung auf unbestimmte Zeit gibt es nicht. Es muss immer ein Zeitraum angegeben werden. Nach Ablauf kann es eine Folgebescheinigung geben. Ob aktuell ein Grund vorliegt, muss der Arzt entscheiden. Wobei gerade relativ schnell krank geschrieben wird

UB: Ja ich habe wie gesagt eine Schwerbehinderung und entsprechend einen eingerichteten Arbeitsplatz. teilweise sitze ich auch im Rollstuhl Deshalb ist es natürlich schwierig auf Station zu arbeiten

Maximilian von Gaisberg: dann dürfte es nicht gehen

Jule: Ich nehme Mavenclad somit gehöre ich zur Risikogruppe. Mein Neurologe hat mich mal 2 Wochen krank geschrieben deswegen (Corona). Wie lange sollte ich daheim bleiben vom arbeiten habe mit Leuten Kontakt beim arbeiten?

Maximilian von Gaisberg: das muss der Arzt entscheiden

Moderator Patricia Fleischmann: @ Annika: Grundsätzlich erhöht MS das Risko für Covid-19 oder einen schweren Verlauf nicht. Mögliche Ausnahmen dazu finden Sie sehr übersichtlich in diesem Text mit Tabelle: www.amsel.de/multiple-sklerose-news/medizin/multiple-sklerose-in-zeiten-des-corona-virus/

Allgemein - Sandra: Vielen Dank für Antwort. Da ich Gilenya nehme gehöre ich zu der Risikogruppe und habe schon Bedenken. Freddy79: Guten Abend, mein Arbeitgeber hat mich ins Home-Office geschickt. Dort kann ich aber nicht arbeiten, da es Probleme mit dem Software token gibt. Ins Büro darf ich nicht kommen, da ich mit dem öpnv Anreise. Jetzt hat mich nun Arbeitgeber gebeten den Rest der Woche Urlaub zu nehmen, was ich nun auch getan habe. Bin ich dazu verpflichtet Urlaub zu nehmen? Was ist, wenn es ab nächster Woche weiterhin nicht möglich ist im Home-Office zu arbeiten? Es ist doch nicht meine Schuld, wenn die IT eines Konzerns momentan überfordert ist und es nicht schaft einen Home-Office Arbeitsplatz einzurichten.

Maximilian von Gaisberg: Ihr Arbeitgeber hat eine Beschäftigungspflicht. Wenn er Sie nicht im Büro arbeiten lassen will und das Home Office nicht funktioniert, liegt der Fehler in seinem Bereich. Er kann Sie dann nicht in Urlaub schicken.

Eno: Guten Abend, ich bin Enrico und hab MS. Ich arbeite bei einem Dienstleistungs unternehmen, meine Frage wir arbeiten mit 5 Leuten in der Werkstatt und schutz vor corana Virus ist da nicht möglich. Wie soll lch mich verhalten

Maximilian von Gaisberg: Der Arbeitgeber muss sich etwas einfallen lassen. Mandanten von mir fahren gerade ein zwei Schichtmodell aus diesem Grund

Moderator Patricia Fleischmann: Liebe Chatter, ein Tipp von einer Kollegin aus dem Sozialen Dienst der AMSEL. Allgemeine Infos zu Covid-19 und Arbeitsrecht finden Sie hier: https://www.bmas.de/DE/Presse/Meldungen/2020/corona-virus-arbeitsrechtliche-auswirkungen.html

Anymay: Hallo Herr von Gaisberg, muss ich mich denn jetzt bei meinem Arbeitgeber outen, wenn ich weiß das durch mein Medikament das Risiko erhöht ist? Mein AG weiß nichts von meiner MS. Wenn ja, was kann ich machen, wenn mir dadurch Nachteile entstehen, auch wenn das nicht der Fall sein dürfte?

Maximilian von Gaisberg: Outen müssen Sie sich nicht. Sie können auch darauf verweisen, dass Sie eine Risikogruppe angehören. Wenn Ihnen Nachteile entstehen, bitte dokumentieren und einen Anwalt aufsuchen

Ilka: Hallo Herr von Gaisberg, was passiert, wenn ich durch Corona über die 78 Wochen des Krankengeldbezugs bei der KK komme? Aktuell wird mir gesagt, ich wäre noch zu früh, aber Ende Mai läuft die Zahlung aus und ich mache mir durchaus jetzt schon Sorgen... Meine Wiedereingliederung musste ich, auch wg Corona, leider abbrechen... ich bin mehrfach immungeschwächt...

Maximilian von Gaisberg: Wegen Corona wird man nicht krankgeschrieben, außer man ist daran erkrankt. Die 78 Wochen beziehen sich auf eine Krankheit, daher muss die Frage zuerst geklärt werden ob es eine oder mehrere Erkrankungen sind. Wenn die 78 Wochen ausgeschöpft sind, geht es leider in die Erwerbsminderung oder ähnliche Sicherungssysteme

Bettina: Hallo Hr. Von Gaisberg, Ich arbeite als PTA in einer öffentlichen Apotheke, bin z.Zt. wegen eines MS-Schubs krank geschrieben, habe einen GdB von 50% und möchte (am liebsten sofort nach Ende der AU) meine wöchentliche Stundenzahl von 16 auf 8 verringern. Könnte mein AG dies aufgrund der außergewöhnlichen Lage (extrem hohes Arbeitsaufkommen) ablehnen?

Maximilian von Gaisberg: Die Verringerung der Arbeitszeit muss entweder abgestimmt werden oder eine Interessenabwägung macht es erforderlich. Grundsätzlich kann er erstmal ablehnen, ob das dann bestand hat, muss ein Anwalt beurteilen

Marcus: Guten Abend, ich nehme Tecfidera, aktuell ist meine Leukozytenanzahl absolut bei ca. 800, so das ich meines Wissens zur Risikogruppe gehöre. Kann mich mein Arbeitgeber trotz AU in der Probezeit (Zeitarbeitsfirma) kündigen, obwohl ihm der Schwerbehindertenausweis vorliegt? Habe doch ein wenig Angst da wir etwas über 30 Angestellte sind und ins immer wieder mal näher kommen. Für die Woche hat mein Arbeitgeber mir angeboten Urlaub zu verbrauchen, was ich nun erstmal angenommen habe.

Maximilian von Gaisberg: Eine Krankheit schützt nicht vor Kündigung. In den ersten 6 Monaten der Probezeit gilt der besondere Kündigungsschutz nicht.

Nicole35: Hallo, ich nehme derzeit keine Medikamente gegen die MS, da milder Verlauf. mein Freund hat allerdings auch MS und einen hochaktiven Verlauf mit Einnahme von Siponimod. Derzeit sind wir beide krank geschrieben, eben wegen der Zugehörigkeit einer Risikogruppe. Meine AU geht noch bis Freitag. Ich weiß nicht ob ich Montag wieder arbeiten gehen soll. Hausarzt, neurologe und eine Rückfrage bei der DMSG meinen nein. Aber mich plagt das schlechte Gewissen gegenüber meinem AG und meinen Kollegen. Weil ich mich grundsätzlich gut fühle

Maximilian von Gaisberg: Ich kann Ihnen den Rat geben, dass Sie sich selbst überlegen müssen, ob Sie sich diesem Risiko aussetzen wollen

Moderator Patricia Fleischmann: @ alle: RA von Gaisberg ist KEIN Arzt. Wirkstoffnamen zu nennen, hilft daher nicht. Besser: Laut derzeitiger Einschätzung potenziell gefährdet o.Ä. - Vielen Dank

Moderator Patricia Fleischmann: @katharina1944: Grundsätzlich erhöht MS das Risko für Covid-19 oder einen schweren Verlauf nicht. Mögliche Ausnahmen dazu finden Sie sehr übersichtlich in diesem Text mit Tabelle: https://www.amsel.de/multiple-sklerose-news/medizin/multiple-sklerose-in-zeiten-des-corona-virus/

No: Bei uns gibt es seit heute Kurzarbeit.Ich mit meinen 25Std/Woche und einer Teilerwerbsminderungsrente,gibt es da eine Ausnahmeregelung?

Maximilian von Gaisberg: wäre mir nicht bekannt, gegebenenfalls die Bundesagentur für Arbeit fragen

Moderator Patricia Fleischmann: @Marcus: Bitte RA von Gaisberg erklären, dass Sie zur Risikogruppe gehören aufgrund Ihres Blutbildes. Er ist Rechtsanwalt, nicht Arzt.

Allgemein - Marcus: Frage ist ja acuh eher mit der Probezeit und darin gekündigt zu werden trotz AU und Schwerbehindertenausweis vorliegend.

Moderator Patricia Fleischmann: @ Marcus, ja, veilleicht kann von Gaisberg diesen Teil beantworten. Die potenzielle Gefährdung ist halt wohl aus rechtlicher Sicht wichtig udn die kann er aufgrund der med. Daten nicht beurteilen.

Sarah: Muss mir der Arbeitgeber bei Schwerbehinderung einen alternativen Arbeitsplatz anbieten? Oder bleibt nur die Krankschreibung?

Maximilian von Gaisberg: bei Schwerbehinderung muss ein leidesgerechter Arbeitsplatz angeboten werden

Daniela: Guten Abend, Ich habe vom meinem Neurologen ein Attest bekommen mit einem Beschäftigungsverbot. Ich arbeite Für den Vorstand der Metro am Empfang. Wir haben zu 90 prozent gäste aus dem Ausland. Nach abstsprache mit dem Betriebsrat die richtige entscheidung,da ich zur Risiko gruppe gehöre. Nun akzeptiert mein Arbeit geber das attest nicht da ein beschäftigungsverbot angeblich nur für Schwangere und Minderjährige gelten Würde. Wie sol ich mich verhalten? Bin noch bis Zum 09.04 Krank geschrieben.

Maximilian von Gaisberg: In diesem Fall gibt es kein gesetzliches Beschäftigungsverbot. Dies wäre zu den vom Arbeitgeber genannten noch die Erkrankung an Corona oder ähnlichem. Ich würde mich krankschreiben lassen

Betty: Guten Abend Herr von Gaisberg, durch ein MS Medikament ist mein Immunsystem aktuell für etwa 3 Momate auf null gefahren und bin damit für Corona ein Hochrisikopatient. Ich selbst bin verrentet und in freiwilliger Quarantäne zuhause. Mein Mann jedoch ist im öffentlichen Dienst bei der Stadt und hat natürlich Kontakt zu Anderen. Gibt es hier irgendwelche Ansatzpunkte das auch mein Mann zuhause bleiben kann? Vielen Dank im Voraus

Maximilian von Gaisberg: Gesetzlich nicht, gegebenenfalls kann ein Arzt Ihren Mann krankschreiben

Marcus: @Patricia Fleischmann: Genauso war es gedacht, der Rest nur erklärend das ich zur Risikogruppe gehöre. Nicht das mich mein Arbeitgeber nach einer zusätzlichen AU nach dem Urlaub kündigt!?

Maximilian von Gaisberg: Krankheit schützt nicht vor Kündigung. Wenn in Ihrem Betrieb das Kündigungsschutzgesetz Anwendung findet, also mehr als 10 Arbeitnehmer vorhanden sind, braucht der Arbeitgeber einen Grund

Tanja: Hallo, Ich bin in einer Reha tätig und arbeite u.a. Täglich 2h auf engem Raum mit Patienten in der Lehrküche ( backen, kochen, essen ). Diese Anwendung soll trotz der aktuellen Lage weitergeführt werden. Was kann ich rechtlich tun um mich persönlich zu schützen? Ausser häufig Hände waschen und desinfizieren.

Maximilian von Gaisberg: Ihr Arbeitgeber ist zu Schutzmaßnahmen verpflichtet im Zweifel muss der Unterricht ausfallen

pinkimicha: Ich arbeite als Psychologin in einer Reha–Klinik. Vorträge, Gruppen und Einzelgespräche. Ich habe 70 GdB. Was ist ein leidensgerechter Arbeitsplatz in meinem Fall?

Maximilian von Gaisberg: Das müsste im Rahmen eines BEM (betriebliches Eingliederungsmanagment) der medizinische Dienst der Krankenkasse klären

Sabine: Guten Abend, mein Arbeitgeber hat wegen der Coronakrise Kurzarbeit angemeldet. Muss ich mit der bekannten Schwerbehinderung etwas beachten?

Maximilian von Gaisberg: nein

Freddy79: Hallo Herr Gaisberg, also ist es somit mein Problem, wie ich ins Büro komme? Sprich mit dem Fahrrad morgens bei 0°C zu fahren wäre zumutbar?

Maximilian von Gaisberg: Der Weg zur Arbeit ist (leider) Ihr Problem. Gegebenenfalls reden Sie mit Ihrem Arzt ob eine AU möglich ist

pinkimicha: In der Rehaklinik in der ich als Psychologin arbeite befinden sich 40 Personen in einem großenRaum zum Vortrag, den ich halte. 10 Personen in Gruppen. Ist das ok?

Maximilian von Gaisberg: Dass sollten Sie einen Fachmann fragen. Nach den aktuellen Empfehlungen meiner Meinung nach nein

Nicole35: Ich arbeite in einer Behörde mit knapp 2000 Mitarbeitern. Viele von denen arbeiten als Telekräfte, also Homeoffice, z.B. Aufgrund Kindererziehung, weite Wegstrecken. Diese haben die Pflicht 1 bis 2 mal die Woche in der Hauptverwaltung zu erscheinen. Denen wurde aber jetzt gesagt, dass sie ganz zuhause bleiben sollen. Das heißt, deren analogen akten müssen von den arbeitskräften mitgemacht werden, die keine möglichkeit zum homeoffice haben, so wie ich, die eigentlich zur Risikogruppe mit der MS gehört, sich extra krank schreiben lassen muss um geschützt zu sein. Ist sowas gerecht und rechtens?

Maximilian von Gaisberg: Gerecht nein, aber das ist leider keine juristische Begründung. Der Arbeitgeber kann die Arbeit verteilen oder Gruppen ins Homeoffice schicken. Sie müssen aber nicht mehr als Ihre Arbeitszeit arbeitn

Maffchen: Guten Abend, Ich arbeite in eine Praxis und bin somit eine schlüsselperson. Neben meiner hoch aktiven MS habe ich auch noch eine Lungenvorerkrankung. Wir haben mittlerweile zwar Schutzvorschriften mit Maske. Ich liebe meinen Job doch wenn ich morgens aufstehe habe habe ich Angst zur Arbeit zu gehen. Wie soll ich mich am besten verhalten?

Maximilian von Gaisberg: Wenn Sie sich unsicher sind, fragen Sie Ihren Arzt, gegebenenfalls kann man Sie krankschreiben

Katharina: Mein Arbeitgeber weiß von meiner MS. Nicht aber welches Medikament ich nehme und somit auch nicht, ob ich zur Risikogruppe gehöre. Ich bin auch nicht verpflichtet, dies auf Nachfrage zu beantworten, richtig? Zudem habe ich bei Einstellung angegeben, dass mein Schwerbehindertenausweis aktuell im Widerspruch ist. Muss ich meinem AG das Ergebnis des Widerspruchs mitteilen. Ich habe nun GdB 40. Vorab vielen Dank!

Maximilian von Gaisberg: Einen Anspruch auf medizinische Daten hat der Arbeitgeber nur, wenn es beschäftigungsrelevant ist. Sie also durch die Erkrankung den Betrieb gefährden oder aber sich selbst gefährden. Einen Anspruch auf Mitteilung einer Schwerbehinderung hat er nicht

pinkimicha: In der Rehaklinik in der ich als Psychologin arbeite befinden sich 40 Personen in einem großenRaum zum Vortrag, den ich halte. 10 Personen in Gruppen. Ist das ok?

Maximilian von Gaisberg: nach den mir bekannten Empfehlungen nein

manu12345: muss ich mich bei meinem arbeitgeber outen oder ist es besser das ich sage das ich ms hab??

Maximilian von Gaisberg: s. Antwort unten zu Anymay: nein, Hinweis auf Risikopatient genügt.

Antonio: Liebe Frau Fleischmann, Lieber Herr von Gaisberg, was immer wieder auftaucht sind Krankschreibungen, die vorsorglich ausgestellt werden. Nach Ablauf von 6 Wochen endet die Lohnfortzahlung bei identischer Diagnose auf dem gelben Schein, nur sind wir nicht krankgeschrieben, weil unsere MS oder eine andere Krankheit gerade wieder "Mätzchen" macht, sondern weil die derzeitigen Umstände außergewöhnlich sind. Gibt es seitens Krankenkassen deshalb neue Regelungen, wie mit diesen vorsorglichen Krankschreibungen umgegangen wird? Ist eine Verlängerung der Krankgeldbezüge unter diesen Aspekte vielleicht in Kürze denkbar? Vielen Dank vorab für Ihre Einschätzung. Besten Gruß

Maximilian von Gaisberg: eine vorsorgliche Krankschreibung gibt es rechtlich nicht. Faktisch nutzen aktuell Ärzte dies um Patienten zu helfen. Angepasste Regelungen gibt es aktuell nicht. Sind nach den mir bekannten Vorhanden auch nicht geplant. Aber gerade überschlagen sich die Ereignisse

Sonne: Mir wurde von meinen Arbeitgeber geraten, diese Woche besser zu Hause zu bleiben, da ich letzte Woche aufgrund einer Erkältung eine Au hatte. Ich arbeite in der Jugendhilfe. Muss mich mein Arbeitgeber weiter bezahlen?

Maximilian von Gaisberg: Wenn er Sie heimschickt ja

Betty: Vielen Dank

Maximilian von Gaisberg: Gerne.

Marcus: Ist es den Rechtens das ich wieder 6 Monate in meinem Arbeitsvertrag als Probezeit habe (Anschlussvertrag nach dreimonatiger Pause), obwohl ich bereits in dem vorherigen Vertragsverhältnis beim gleichen Arbeitgeber fast 9 Monate beschäftigt war und somit die Probezeit damals beendet war?

Maximilian von Gaisberg: das ist sehr Einzelfall abhängig. der Grundsatz ist, dass eine Probezeit maximal 6 Monate gilt. Am besten einen Anwalt gegebenenfalls mit Beratungsschein der Amsel für eine Einzelfall Einschätzung fragen

pinkimicha: D.h. Ich muss mich zunächst an den med. dienst wenden?

Maximilian von Gaisberg: ja zusammen mit dem Arbeitgeber ein BEM beantragen

Anymay: Durch die derzeitige Situation wird es auch in meinem Arbeitsbereich/Tätigkeitsfeld zeitweise weniger zu tun geben. Die Mitarbeiter wurden bereits darüber informiert, dass wir bis zu 45 Minusstd. machen dürfen. Danach soll der Vorgesetzte unserer Abteilung auf uns zu kommen um mit uns über Lösungen zu sprechen. Darf der Arbeitgeber verlangen, dass ich meinen Jahresurlaub nehme, oder zumindest einen Teil davon, obwohl wir bereits in 2019 den Urlaubsplan 2020 erstellt haben.

Maximilian von Gaisberg: Urlaub muss im Einvernehmen mit der Arbeitgeber festgelegt werden. Wenn zu wenig zu tun ist, ist das erstmal das Problem des Arbeitgebers, was er ja auch über Minusstunden abgelten will

manu12345: ist es besser wenn man tecfidera nimmt sich krankschreiben zu lassen als vorsorge??

Maximilian von Gaisberg: Fragen Sie dies bitte Ihren Arzt

Uwe Stahnke: Kurze Nachfrage. Zum Verständnis... Ich arbeite in einem großraumbüro... Mit 17 Kollegen.. Dienstleistung... Wenn der Bestand 1,5 bis 2 m zum Kollegen ist, ist rechtlich nix dagegen zu sagen?

Maximilian von Gaisberg: Es gibt keine Regelung für geschlossene Räume nur Empfehlungen. Analog zum öffentlichen Raum ja ist es okay

Uwe: Kurze Nachfrage... Wenn 1,5 m Abstand zum Kollegen vorhanden ist, muss der Arbeitgeber nicht handeln... Richtig?

Maximilian von Gaisberg: analog zum öffentlichen Raum ja, wobei das nur Empfehlungen sind

Allgemein - Cathrin: @Ilka: Nachdem die Krankenkasse nach 78 Wochen nicht mehr zahlt, bekommst du (in der Wiedereingliederung) Arbeitslosengeld gezahlt. (Auch wenn du nicht arbeitslos bist.) So war es bei mir. manu12345: aber man liest ja immer mit Tecfidera und normalen lykozytenzahlen wäre man genauso gefährdet wie andere auch. sonst keine vorerkrankung und nur 1 schub 12/2016

Maximilian von Gaisberg: das muss ein Arzt beantworten

Nicole35: Kann ein AG denn die Krankschreibung nicht akzeptieren, weil dieser weiß, dass man nur vorsorglich krank geschrieben ist?

Maximilian von Gaisberg: nein kann er nicht. Er hat kein Mitspracherecht. Wenn er meint, Sie sind nicht krank, muss er rechtliche Schritte ergreifen, die aber faktisch aussichtslos sind

Ilka: @cathrin: danke. Brauche ich da irgendwelche Dokumente und wo bekomme ich die denn ggf?

Maximilian von Gaisberg: Worauf bezieht sich diese Frage

Moderator Patricia Fleischmann: Liebe Chatter, hier im Multiple Sklerose-Expertenchat: Danke für Ihre vielfältigen Fragen zum Thema Arbeitsrecht und MS in Zeiten von Corona. Ein riesiges DANKE geht an Rechtsanwalt Maximilian von Gaisberg für seine kompetenten und zudem rasanten Antworten. Und natürlich für das spontane Engagement heute für die MS-Betroffenen! Die offenen Fragen beantwortet von Gaisberg sicherlich noch, auch wenn der Chat nun schließt. Nachlesen können Sie alles in Kürze im Chatprotokoll. - Bleiben Sie alle so gesund wie möglich, einen schönen restlichen Abend wünsche ich noch trotz MS udn trotz Corona!

Moderator Patricia Fleischmann: @manu: Grundsätzlich erhöht MS das Risko für Covid-19 oder einen schweren Verlauf nicht. Mögliche Ausnahmen dazu finden Sie sehr übersichtlich in diesem Text mit Tabelle: www.amsel.de/multiple-sklerose-news/medizin/multiple-sklerose-in-zeiten-des-corona-virus/

Allgemein - Lena: Vielen Dank!!! Anymay: Um nochmal auf den Nachteil des Outens bei MS zurück zu kommen. Wenn man sich als MS-erkrankter outet und dann ggf. öfter krank ist, kann der Arbeitgeber einen doch auch aus „Personenbedingten Gründen“ kündigen, oder? Also wäre das doch für einen Chef der es darauf anlegt kein Problem, wenn ich ein verhältnismäßig schlechtes Jahr mit der MS habe und entsprechend öfter krank bin. Dann gebe ich solch einem AG doch mit meinem Outing erst recht einen Grund.

Maximilian von Gaisberg: das wäre dann eine krankheitsbedingte Kündigung. Dafür muss erstmal ein Betriebliches Eingliederungsmanagment durchgeführt werden und dann bei negativer Zukunftsprognose eine Kündigung ausgesprochen werden. Was dann wiederrum vom Arbeitgeber bewiesen werden muss

Allgemein - Sabine: Danke!

Redaktion: AMSEL e.V., 25.03.2020