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"Alternative Therapien der MS" mit Prof. Dr. Thomas Henze, 02.07.02

Prof. Dr. Henze ist Ärztlicher Direktor der Klinik am Regenbogen in Nittenau, Oberpfalz, und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Behandlung der Multiplen Sklerose.

Moderator Jutta Hirscher: Willkommen zum ersten AMSEL-ExpertenChat.

christine: Was kann ich gegen ein ausgeprägtes Fatigue-Syndrom tun?

Professor Dr.med. Thomas Henze: Bei einem ausgeprägten Fatigue-Syndrom hilft eigentlich nur eine medikamentöse Therapie. Diese kann zunächst mit Amantadin (z.B. PK-Merz u.a.) durchgeführt werden. Sollte auch dieses nicht helfen, kann Ihnen Ihr Neúrologe auch das relativ neue Medikament Vigil (Modafinil) in einer eher niedrigen Dosis verschreiben. Dieses müßte dann eigentlich wirken. Hiervon unabhängig sollten Sie auf regelmässigen und ausreichenden Schlaf und während des Tages auf regelmässige Erholungspausen achten.

Petra: Meine Muskeln sind immer so heiß, als ob ich überall einen schweren Sonnenbrand hätte. Was kann ich dagegen tun. Außerdem reagiert mein Körper auf heiß und kalt mit Schmerzen

Professor Dr.med. Thomas Henze: Diese Form der Schmerzen könnte evtl. auf eine Therapie mit Neurontin positiv reagieren. Dies müßte Ihnen der Neurologe verschreiben.

Juergen Janus, Quellenhof, Bad Wildbad: Wir grüssen alle Teilnehmer, vor allem Herrn Prof. Henze und Frau Jutta Hirscher

christine: was halten sie von ginseng

Professor Dr.med. Thomas Henze: Für Ginseng gibt es meines Wissens in der MS-Therapie keine Untersuchungen. Mir sind keine Symptome der MS bekannt, die man mit Ginseng sicher verringern kann. Andererseits dürfte es auch keine ernsthaften Nebenwirkungen geben, so dass ich gegen eine solche Therapie keine Einwände hätte.

Moderator Jutta Hirscher: Christine, bitte einen Moment Geduld. Prof. Henze beantwortet gerade Ihre erste Frage.

Moderator Jutta Hirscher: Guten Abend, Nicky.

Nicky: Guten Abend, Dr. Henze. Zu welche Alternativen können Sie evtl. raten (ausser die schulmedizinische mit Betaferon etc.)? Ich habe mit erheblichen Nebenwirkungen zu kämpfen.

Professor Dr.med. Thomas Henze: Bei ausgeprägten Nebenwirkungen von Betaferon sollten Sie, vor allem bei grippe-ähnlichen Symptomen, zunächst Paracetamol oder Diclofenac oder Ibuprofen versuchen. Wenn eines dieser MEdikamente die Symptome lindert, können Sie es auch schon gleich parallel zur Betaferon-Spritze einnehmen. Gelegentlich hilft auch eine Umstellung auf ein anderes Interferon. Wenn alles nichts nützt, könnte evtl. die Umstellung auf Copaxone helfen. Um dies endgültig zu entscheiden, müßte ich allerdings mehr über Ihren Krankheitsverlauf wissen.

Moderator Jutta Hirscher: Nicky und Birgit, Ihre Fragen sind angekommen, bitte einen Moment Geduld.

Edeltraud Strobel: Kann Akupunkter gegen meine Beinschwäche und Blasenschwäche hilfreich sein?

Professor Dr.med. Thomas Henze: Akupunktur kann gelegentlich helfen, allerdings mehr bei MS-bedingten Schmerzen. Die Akupunktur-Spezialisten sind von ihrer Methode bei der MS insgesamt selbst nicht sehr überzeugt. Bei Blasenschwäche würde ich Ihnen zu einer guten urologischen Diagnostik raten, um die richtige medikamentöse Therapie zu finden. Gegen die Beinschwäche hiflt wahrscheinlich vor allem Krankengymnastik, ggf. auch das Medikament 4-AMinopyridin, welches es aber nicht im freien Handel oder in der Apotheke gibt.

birgit vom Quellenhof: welche homöopatischen Mittel gibt es bei Gefühlsstörung(kribbeln) im Gesicht

Professor Dr.med. Thomas Henze: Bei diesen Symptomen sind mir homöopathische Medikamente leider nicht bekannt.

Helmut: Was halten Sie von der Einnahme von Fischölkapseln?

Professor Dr.med. Thomas Henze: Fischölkapseln haben aufgrund ihres Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren wahrscheinlich einen günstigen Effekt auf den MS-Verlauf. Harte wissenschaftliche Daten dazu gibt es jedoch nicht. Nebenwirkungen sind mir nicht bekannt.

Schorschi / Quellenhof: Was halten Sie von Marinol gegen die Spastik, "nicht bei allgemeiner Partymüdigkeit anzuwenden?"

Professor Dr.med. Thomas Henze: Das Thema Marinol ist eigentlich nicht in wenigen Minuten abzuhandeln. Marinol wirkt bei einigen Patienten mit schmerzhafter Spastik sehr gut, bei anderen wiederum gar nicht. Ich würde immer zunächst eines der bekannten Medikamente gegen die Spastik empfehlen und erst dann zu Marinol greifen, wenn diese tatsächlich nicht helfen. Es gibt bislang keine überzeugenden wissenschaftlichen Daten zu Marinol und Spastik-Therapie.

Nicky: Das Gleiche wollte ich gerade über Enzyme fragen. Nehme Wob-Enzym.

Professor Dr.med. Thomas Henze: Wobe-Mugos wird seit langem bei MS verwandt und ist erwiesenermaßen unwirksam (es gibt dazu seit ca. 2 Jahren eine große Studie, bei der sogar regelmäßige Kernspintomo-graphien durchgeführt wurden). Ich bin mir übrigens nicht ganz im Klaren darüber, ob dieses Medikament in Deutschland noch vertrieben werden kann. Ich selbst halte es für teuer und nicht wirksam.

Steffi81: Nachdem ich Rebiff aufgrund von starken Nebenwirkungen absetzen mußte, versuche ich momentan einen anderen Weg. Mein Hausarzt hat mich zu einem Arzt nach Ratingen bei Düsseldorf verwiesen. Dr. Broedersdorffer. Sagt Ihnen dieser Name etwas? Er "Mißt" die Störfelder im Körper aus und setzt danach die Akupunkturnadeln, dann 7 minuten Magnetfeld bzw. jenachdem "pyramidentherapie". Ich bin etwas skeptisch. Die Fahrt nach Düsseldorf dauert stets über 6 Stunden, die Bahandlung ein paar Minuten. Zudem wird es nich

Professor Dr.med. Thomas Henze: Dr. Broedersdorffer kenne ich nicht. Die von Ihnen geschilderte Therapie halte ich für sehr wenig belegbar und lediglich spekulativ. Ich würde mich zumindest sehr intensiv nach möglichen Nebenwirkungen erkundigen. Vielleicht belastet Sie die Fahrt auch mehr, als dass Sie von der Therapie profitieren?

Steffi81: von der Krankenkasse bezahlt. Eine einzelne Therapie ist sehr teuer. Kann soetwas seriös sein?

Brigitte: Macht Cranio-Sacrale Therapie Sinn bei MS?

Professor Dr.med. Thomas Henze: Sehr wahrscheinlich ja ! Diese Therapie führt bei vielen Patienten zu Schmerzreduzierung, Verringerung der Spastik usw.

Steffi81: Denken Sie, das es möglich ist, dass ich z.B durch Einnahme von Keltican eine Neue MS verursachen kann? (sagt mein Arzt)

Professor Dr.med. Thomas Henze: Keltican ist meines Erachtens unwirksam bei MS, kann aber mit großer Sicherheit auch keine MS auslösen.

Nicky: Was ist Ihrer Meinung nach die geeignetste Therapie bei MS?

Professor Dr.med. Thomas Henze: Eine Kombination aus Immunmodulation (Interferon, Copaxone, oder ähnlichen Medikamenten, mit denen möglichst früh begonnen werden sollte), aus Medikamenten zur Behandlung der einzelnen MS-Symptome (z.B. Spastik, Schmerzen, Fatigue usw.), Krankengymnastik, evtl. auch entspannenden Therapien (Yoga, Autogenes Training, Feldenkrais usw.), ggf. zusätzlich Psychotherapie, um sich gut mit der MS auseinander setzen zu können.

Moderator Jutta Hirscher: Für alle, die schon Erfahrungen mit Alternativen Therapien haben, oder Tipps weitergeben möchten, besteht die Möglichkeit, sich parallel auszutauschen. Einfach Ihren Beitrag unter "Chat" abschicken.

Moderator Jutta Hirscher: Hallo Nani.

Steffi81: Kann schlechte Durchblutung etwas mit MS zu tun haben?

Professor Dr.med. Thomas Henze: Nein. Die Arterien haben mit der MS nichts zu tun. Es haben nur viele MS-Betroffene einen niedrigen Blutdruck, der gelegentlich dann zu Schwindel oder kalten Händen und Füssen führt.

Edeltraud: Viele lehnen Medikamente, wie Interferon ab. Aus Angst vor den Nebenwirkungen. Ist dies begründet?

Professor Dr.med. Thomas Henze: Natürlich haben Interferone immer wieder mal Nebenwirkungen, übrigens vor allem in den ersten Monaten der Therapie. Sie verschwinden dann jedoch häufig. Andererseits sind die Interferone die ersten wirklich wirksamen Medikamente bei MS und es ist jetzt auch klar, dass man damit möglichst früh anfangen sollte, um spätere Verschlechterungen möglichst zu vermeiden. Über die Art der Interferon-Behandlung kann man sicher streiten (oder Copaxone, Mitoxantron, usw.), nicht aber über die unbedingte Notwendigkeit einer solchen Therapie, zumal die Nebenwirkungen zumeist auch behandelbar sind.

Nicky: Ich habe gehört, dass es ein neues Medikament auf Tablettenbasis geben soll. Wissen Sie etwas darüber?

Professor Dr.med. Thomas Henze: Nein, ist mir nicht bekannt, zumindest nicht für die Immuntherapie. Die Studie mit Copaxone in Tablettenform wurde ja vor kurzem abgebrochen, da sich kein positiver Effekt zeigte.

Tiger + Schorschi / Quellenhof: Die Ignoranz zum Bienengift haben Wir registriert. Wiso? ALTERNATIV !

Professor Dr.med. Thomas Henze: Das ist keine Ignoranz. Ich kann nur nicht so schnell tippen, wie die Fragen kommen ! von Bienengift halte ich aber trotzdem nichts, da es hierfür keinen wissenschaftlichen Beweis gibt und gelegentlich Nebenwirkungen, z.T. auch sehr ernste auftreten können.

Thomas: Gibt es einen Zusammenhang von Coxacki-Viren und den Symptomen von MS?

Professor Dr.med. Thomas Henze: Nein, mir ist keiner bekannt (wie ja bei praktisch allen Viren, die diesbezüglich in den vergangenen 20 Jahren dahingehend untersucht wurden). Virusinfektionen können allerdings einen Schub auslösen.

Edeltraud: Wo bekomme ich 4-AMinopyrin, wenn es in der Apotheke nicht zu kaufen gibt?

Professor Dr.med. Thomas Henze: Wenn Sie mir Ihre Adresse schreiben (bzw. an die AMSEL), kann ich Ihnen Apotheken nennen, die das Medikament selbst herstellen.

NaniWN: Was halten Sie von der Hippotherapie

Professor Dr.med. Thomas Henze: Hippotherapie ist sicher eine sehr gute Methode der KG, wird leider von den Krankenkassen nicht bezahlt. Für einige Patienten mit Spastik und starken Koordinationsstörungen ist sie aber sicher hilfreich.

Moderator Jutta Hirscher: Bei unserem Experten sind zur Zeit noch 10 Fragen in der Pipeline, bitte Geduld. Sie werden alle beantwortet..

Awender Rita /Quellenhof: Meine Frage noch einmal: Hilft Rebif auch bei der sekundär progredienten MS

Professor Dr.med. Thomas Henze: Laut der großen Rebif-Studie (SPECTRIMS) gibt es keinen schlüssigen Beweis dafür. Da das Medikament aber dem Betaferon sehr ähnlich ist (und Betaferon hilft bei dieser Form), könnten Sie es sicher damit versuchen. Am besten wird es wahrscheinlich helfen, wenn bei Ihnen von Zeit zu Zeit zusätzlich noch ein Schub auftritt.

Frank: Ich hatte nach 8wöchiger Einnahme von Algentabletten zur Amalgamausleitung eine deutlich reduzierte Spastik und konnte die tägliche Lioresaldosis halbieren. Auf diesem Niveau ist es allerdings bis heute geblieben. Soll ich die Algen trotzdem weiter einnehmen?

Professor Dr.med. Thomas Henze: Algen haben sicher keine wesentlichen Nebenwirkungen, sind aber meines Wissens reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Nehmen Sie sie also ruhig weiter. Für eine negative Wirkung des Amalgam auf die MS gibt es bislang übrigens keinen einzigen Beweis.

NaniWN: Hallo Frau Hirscher, wie kann ich mit anderen privat chatten u. sehen wer im Chat ist.

Gudrun: Wie sieht es mit der Kostenübernahme bei 4-Aminopyridin durch die Krankenkassen aus?

Professor Dr.med. Thomas Henze: Könnte evtl. problematisch sein. Es gibt aber wissenschaftliche Untersuchungen hierzu, die den Wert der Therapie belegen. Sollte die Kasse ablehnen, könnten Sie Widerspruch einlegen und eine Stellungnahme durch einen MS-Experten einfordern. Ich kenne allerdings auch Patienten, bei denen es problemlos übernommen wurde.

Wolfgang Krugger: Meine Frau bekommt seit 4 Monaten Rebif 44, nun hat sie erneut einen Schub und soll auf Mitoxandron wechseln? macht das Sinn oder ist auch ein Wechsel auf Copaxone möglich

Professor Dr.med. Thomas Henze: Rebif soll die Schübe reduzieren, kann sie aber meist nicht ganz vermeiden. In Ihrem Fall würde ich zunächst ein Kernspintomogramm machen, um es mit dem vorherigen zu vergleichen. Haben die Veränderungen zugenommen, käme evtl. ein Wechsel auf Mitoxantron in Betracht. Für diese Entscheidung müßte ich aber mehr über die Einzelheiten der ERkrankung Ihrer Frau wissen.

Moderator Jutta Hirscher: Hallo Nani, wenn Sie in die unterste Zeile schreiben, können Sie mit den anderen Teilnehmern chatten.

Nicky: Wie stehen Sie zu gelegentlichem Aussetzen der Interferone z.B. im Urlaub?

Professor Dr.med. Thomas Henze: Würde ich nicht machen, da die Gefahr eines erneuten Schubes dann steigt. Nehmen Sie es lieber regelmäßig weiter.

Frank: Ich leide unter der Hitze. Was empfehlen Sie?

Professor Dr.med. Thomas Henze: Hitze verschlechtert ganz häufig die MS. Das werden viele andere Chatter bestätigen können. Sie können sich selbst nur helfen, indem Sie versuchen, sich in kühlerer Umgebung aufzuhalten.

Moderator Jutta Hirscher: Die Beiträge der Parallelchatter werden eingerückt, so wie meine, daran erkennen Sie, wer mit Ihnen plaudert.

Wolfgang Krugger: Zahlt denn die Krankenkasse überhaupt ein erneutes CT und wie sieht es mit der Strahlenbelastung aus, da erst im Februar eines gemacht wurde

Professor Dr.med. Thomas Henze: Mit Kernspintomographie gibt es keine STrahlenbelastung (und ein CT ist nicht sinnvoll). Die Krankenkasse zahlt sicher, wenn es, wie in Ihrem Fall, gut begründet ist.

Edeltraud: Ich nehme Rebif 22, und habe festgestellt, dass sich meine Gehprobleme langsam verschlechtern. Sollte ich auf eine höhere Dosis umstellen?

Professor Dr.med. Thomas Henze: Ist evtl. ratsam. Ich würde zuvor aber auf jeden Fall erst noch ein MRT ohne und mit KOntrastmittel anfertigen lassen, um zu sehen, ob neue Herde kommen.

Hedi Tiger + Schorsch/ Quellenhof: WAS PASSIERT WENN MAN(n) oder Frau der MS Ihren freien lauf lassen????

Professor Dr.med. Thomas Henze: Bei einem gutartigen Verlauf evtl. gar nichts. Bei einem - ja häufigeren - Verlauf mit zahlreichen SChüben wird sich nach kurzer Zeit eine Vielzahl von Symptomen einstellen, die dann auch nicht mehr zurückgehen. Viele ältere Betroffene hätten wahrscheinlich viel darum gegeben, wenn sie die heutigen Therapien zur Verfügung gehabt hätten.

Steffi81: Sind Si eder mEinung, dass man mögklichst früh mit einer Behandlung (Spritzen) beginnen sollte? Zu welchem Medikament würden Sie raten?

Professor Dr.med. Thomas Henze: Ja, unbedingt. Die Wahl des Medikamentes hängt etwas vom bisherigen Verlauf bei Ihnen und vom MRT-Befund (Zahl der Herde) ab. Dazu müßte ich Genaueres wissen.

Wolfgang Krugger: Gint es überhaupt Alternativ-Therapien, deren Wert in Studien belegt wurden ?

Professor Dr.med. Thomas Henze: nein leider nicht (soweit ich weiß), es gibt nur Studien, die die Wirkungslosigkeit von Wobe-Mugos, von hyperbarem Sauerstoff belegen. Trotzdem sind entspannende Therapien wie Yoga, Autogenes Training, Feldenkrais oder auch eine fischreiche, ausgewogene Diät sicher ohne jeden Zweifel hilfreich

Nicky: wie oft halten Sie ein MRT für sinnvoll, die Angaben schwanken ziemlich zwischen jedes halbe oder nur eimal im Jahr.

Professor Dr.med. Thomas Henze: MRT´s sollte man immer dann durchführen, wenn sich die Frage nach einer Änderung der Therapie mit Interferonen oder Copaxone usw. stellt, außerdem in ca. 1-jährigen Abständen, da es neue Herde ja auch ohne neue Symptome geben kann. Und dann wäre ebenfalls eine Umstellung der Therapie zu erwägen.

conny: Interferone und Antidepressiva - sollte man darüber mit dem Neurologen sprechen und auch sonst wegen irgendwelche Medis (zB Schmerzmittel) die man in Kombination nehmen will? Was könnten Folgen sein?

Professor Dr.med. Thomas Henze: Das sollten Sie immer mit Ihrem Neurologen besprechen. Die Kombination von Interferonen und Antidepressiva oder mit Schmerzmitteln ist wahrscheinlich nicht sehr problematisch, die Medikamente selbst haben aber gelegentliche Nebenwirkungen (je nach Medikament), die Ihnen der Neurologe sagen sollte.

Hedi Tiger + Schorsch/ Quellenhof: Was halten Sie von Teneriffa,dort soll man die MS leichter ertragen können.???????

Professor Dr.med. Thomas Henze: Das kommt auf die dortige Temperatur und Ihre Hitze-empfindlichkeit an. Ich denke, Sie müssen es ausprobieren !

Holger Gerst: Hallo Herr Prof. Henze, schön sie auf diese Art wieder zu treffen. Was halten Sie von Akkupuktur bei MS

Professor Dr.med. Thomas Henze: Hallo Herr Gerst ! Akupunktur kann gelegentlich helfen, vor allem wohl bei Schmerzen. Aber die AKupunkteure sind oft selbst nicht sehr überzeugt von ihrer Methode bei der MS.

Nicky: Welche Form (ausser Fisch *schüttel*) sollte die Diät haben? Mir wurde z. B. von Salami und Geräuchertem abgeraten.

Professor Dr.med. Thomas Henze: gut ist eine ausreichende Kalorienzufuhr, Eiweiß als Quark, Milchreis, Müsli; gutes Öl (Sojaöl, Leinöl, etc), Vermeidung von tierischen Fetten, dafür viele mehrfach ungesättigte Fettsäuren; wenig Zucker, viel Ballaststoffe, vollwertige Nahrung. Zusätzliche Vitamine sind nicht unbedingt erforderlich.

Wolfgang Krugger: Diät und MS ist ja ein unendliches Thema, was verstehen Sie unter einer "ausgeogenen" Diät ?

Professor Dr.med. Thomas Henze: Habe ich in einer anderen Frage schon beantwortet. Es gibt dazu übrigens eine sehr gute Stellungnahme der DMSG aus dem Jahr 2000: Ernährungsratschläge bei MS (von Dr. D. Pöhlau und Prof. Seidel). Diese können Sie sicher bei der AMSEL bekommen.

Frank: Was halten Sie von Diäten, z.B. nach Frazer?

Professor Dr.med. Thomas Henze: Gar nichts, da sie erstens zumeist nicht schmeckt und da Sie vor allem Cortison gleichzeitig und langzeitig !! einnehmen müssen. Die Nebenwirkungen überwiegen sicher die positiven Wirkungen.

Helmut: gibt es bei MS-bedingter Blasenschwäche alternatine Therapien?

Professor Dr.med. Thomas Henze: Eigentlich nicht. Es kommt etwas auf die Art der Blasenschwäche an. Gelegentlich könnten entspannende Verfahren etwas helfen, in einigen Fällen z.B. auch Beckenbodengymnastik.

Holger Gerst: kann man copaxone auch urlaubsbedingt für eine bestimmte zeit aussetzen ?

Professor Dr.med. Thomas Henze: Würde ich ähnlich wie bei den Interferonen nicht machen, ist möglicherweise aber bei einer nur kurzen Unterbrechung nicht ganz so tragisch.

Dieter Meier: Welches Medikament empfehlen Sie bei chronischem Verlauf ohne Schübe

Professor Dr.med. Thomas Henze: Hierfür gibt es keine anerkannte Therapie. Gelegentlich hilft eine hochdosierte Cortison-Therapie, z.B. 1000 mg einmalig als Infusion jeden Monat. Wirkungsvoller könnte allerdings Mitoxantron sein, so daß ich dies Medikament eher versuchen würde. Ich müßte aber auch hier mehr über Krankheits-Einzelheiten wissen vor einer solchen Entscheidung.

Moderator Jutta Hirscher: Hallo Christine, Ihre Frage nach Orthomolekularmedizin ist noch registriert, ist nicht vergessen, bitte um Geduld.

NaniWN: Können sie näheres zur Hippotherapie sagen

Professor Dr.med. Thomas Henze: Sie ist oft bei Patienten hilfreich mit erheblicher Spastik und Gleichgewichts- bzw. Koordinationsstörungen. Sie ist natürlich aufwendig und teuer und wird von den Kassen praktisch nie übernommen.

Wolfgang Krugger: Wie sehen Sie bei Mitoxandron das Verhältnis, Nebenwirkungen, wirkung und kurze Anwendugnsdauer ? Was kommt hinterher ? Das grosse therapieloch ?

Professor Dr.med. Thomas Henze: Ich halte Mitoxantron für sehr wirksam vor allem bei schwerem MS-Verlauf. Die NEbenwirkugnen sind dagegen zumeist sehr gering. Schwere Nebenwirkungen habe ich bei allen von mir behandelten Patienten bislang noch nicht gesehen. Es wirkt gelegentlich auch dann, wenn Interferone oder Copaxone nicht mehr wirksam waren. Man kann, wenn ein Stillstand der Krankheit erzielt ist, die jeweilige Dosis auch reduzieren, so daß die Therapie insgesamt länger durchgeführt werden kann. Nach Abschluß der Therapie kann man ggf. wieder mit Interferonen, Immunglobulinen oder evtl. auch Kombinationen weiter machen, so daß nicht unbedingt ein Therapieloch auftaucht.

Nicky: Stimmt es, dass Fussreflexzonen-Massage Schübe auslösen kann?

Professor Dr.med. Thomas Henze: Das kann ich mir nicht vorstellen. Es kann allerdings ein zufälliges Zusammentreffen dieser Massage mit einem neuen Schub geben.

christine: Was halten Sie von Orthomolekularmedizin?

Professor Dr.med. Thomas Henze: Davon verstehe ich nicht viel, zugegebenermaßen. Das was ich dazu weiß, ist aber überhaupt nicht überzeugend in Bezug auf die MS.

Holger Gerst: Wie ist es im allgemeinen mit Reiten bei MS kann es bestimmten folgeerscheinungen vorbeugen ?

Professor Dr.med. Thomas Henze: Reiten ist zumeist sicher gesund. Ob es Folgeerscheinungen vorbeugt, kann ich nicht sagen. Ich fürchte jedoch, daß bei falscher Körperhaltung oder Muskelschwäche ein zu häufiges Reiten eher z.B. die Bandscheiben schädigt und dann natürlich negativ ist.

Hedi / Quellenhof: Gibt es ein Medikament das bei einer Schwangerschaft bedenkenlos eingesetzt kann?

Professor Dr.med. Thomas Henze: Ja, das gilt für die Immunglobuline. Alle anderen Medikamente sollte man vermeiden.

Moderator Jutta Hirscher: An alle, die noch auf die Beantwortung Ihrer Frage warten: Prof. Henze wird zum Schluss des Chat alle bis dahin noch offenen Fragen beantworten.

Wolfgang Krugger: Also bei den Nebenwirkungen bin ich nicht ganz bei Ihnen: irreperable Herzschäden, Knochmarksveränderungen und Wegfall der regelblutung sind ja nicht gerade "Kleinigkeiten"

Professor Dr.med. Thomas Henze: Stimmt ! Der WEgfall der Regelblutung ist aber selten und verschwindet nach meiner ERfahrung nach Ende der Mitoxantron-Therapie. Knochenmarkschäden sind mir nicht bekannt. Der Abfall der Leukozyten ist ja gewollt und wichtigstes Ziel der Therapie. Die Leukozyten erholen sich ja meist wieder innnerhalb weniger Tage. Die Herzmuskelschädigung tritt erst ab einer bestimmten Gesamtdosis auf, die bei den aktuellen Empfehlungen zur Dosierung von Mitoxantron niemals erreicht wird. Außerdem muß natürlich regelmäßig das Herz untersucht werden. Ich habe in 10 Jahren Mitoxantron-Therapie keine einzige Herzschädigung gesehen und mir ist aus diesen Jahren auch keine aus der literatur bekannt. Ich halte Mitoxantron daher in der Hand des erfahrenen Neurologen wirklich für sehr wirksam und nebenwirkungsarm.

Hanne: Was ist wenn nach 2 jahren niedrigdosierten Mitoxantrongaben keine verbesserung eingetreten ist, ehr schlechter geworden ist?

Professor Dr.med. Thomas Henze: Wenn bei Ihnen trotzdem erst eine niedrige Gesamtdosis gegeben wurde, wäre eine Intensivierung der Therapie möglich, z.B. erhöhte Dosis jeden Monat über insgesamt 3 Monate, dann wieder die alte Dosierung. Auf jeden Fall sollte in Ihrem Fall eine Verlaufskontrolle mit MRT durchgeführt werden.

Hanne: MRT waren keine neuen Herde zu erkennen, nur der Zustand- immer schlechter Laufen , Erschöpfung und Müdikeit sind stärker geworden

Professor Dr.med. Thomas Henze: Dann sollten Sie diese Symptome gezielt behandeln lassen: Amantadin oder Modafinil (Vigil) gegen die Erschöpfung, Krankengymnastik. Falls Sie Interferone nehmen, müßte man darüber nachdenken, ob Sie es weiter tun sollen. Dazu müßte ich mehr Informationen über Ihren Krankheitsverlauf wissen.

Sylvia/Quellenhof: Thema ist doch eigentlich "Alternative Therapien".Bis jetzt gabs aber keine Vorschläge.Gibts überhaupt welche???

Professor Dr.med. Thomas Henze: Da haben Sie Recht! Wir chatten immer über Interferone usw. Vorschläge für alternative Behandlungen gibt es wenige. Ich kann aber nur wiederholen, daß entspannende Techniken zumeist eine gute Wirkung auf zahlreiche Symptome haben, ebenso die schon angesprochene Ernährung. AKupunktur ist gelegentlich hilfreich. Viele andere alternative (oder besser: komplementäre = ergänzende) Therapien konnten wissenschaftlich nicht bewiesen werden, können evtl. aber doch helfen: Ayurveda, Homöopathie, Fußreflexzonenmassage. Bienen- oder Schlangengifttherapien, Immunaugmentation, die Implantation von Schweinehirn (!!) in die Bauchhaut, oder Frischzellentherapie sind nicht nur unwirksam und oft teuer, sondern auch oft gefährlich.

Holger Gerst: Welche Alternativtherapien können sie uns empfehlen ?

Professor Dr.med. Thomas Henze: Entspannende Therapien, die ich in anderen Antworten schon genannt hatte, ausgewogene Ernährung, ggf. Akupunktur, Fußreflexzonenmassage, kranio-sakrale Therapie, etc.

Wolfgang Krugger: Mir fällt auf, dass wir hier serh viel über klassiche Therapien reden, aber nicht über Altrnativen. Liegt es daran dass es so wenig gibt ?

Professor Dr.med. Thomas Henze: Die klassischen oder schulmedizinischen Therapien sind alle besser erforscht und belegt. Trotzdem halte ich einige der "alternativen" Methoden für sinnvoll (siehe andere Antworten), da sie die Schulmedizin durchaus sehr gut ergänzen können. Ich spreche daher auch lieber von "komplementärer" (ergänzender) Medizin als von "alternativer".

NaniWN: Was ist mit der regelmäßigen Einnahme von Vit.B-Komplex,Selen und Zink zu halten

Professor Dr.med. Thomas Henze: Wenn Sie sich ausgewogen ernähren, ist eine regelmäßige Einnahme nicht erforderlich. B-Vitamine sind in allen frischen Gemüsen und in Obst ausreichend vorhanden. Selen ist auch in Deutschland ("Selenmangelgebiet") trotzdem in Vollkorngetreide, Fisch, Sesam, und Sojabohnen ausreichend enthalten.

Beate: Stimmt es also nicht, dass Interferon-Behandlung einen bisher gutartigen Verlauf verschlechtern kann (laut Buch von Dr. Weihe). Was halten Sie übrigens von Dr. Weihes eher kritischer Haltung der Schulmedizin gegenüber?

Professor Dr.med. Thomas Henze: Ich habe es noch nicht erlebt, daß die MS durch Interferone dauerhaft verschlechtert wurde. Die auftretenden NEbenwirkugnen muß man allerdings mitbehandeln. Das Buch von Dr Weihe kenne ich nur in kleinen Auszügen. Leider gibt es bisher keine Alternativen zu Interferonen usw. und deren Wirksamkeit ist nun wirklich an Tausenden von Betroffenen belegt.

Edeltraud: Ich nehme zur Zeit Rebif. Sollen Blutuntersuchungen durchgeführt werden?

Professor Dr.med. Thomas Henze: Ist eigentlich nur in grossen Abständen, z.B. alle 4-6 Monate erforderlich: Blutbild, Leberwerte.

Hanne: wie lange darf ich COP spritzen? ich spritz seit Jan. 1999 und seit dem keinen Schub mehr

Professor Dr.med. Thomas Henze: Copaxone kann wahrscheinlich über viele Jahre gespritzt werden. Es gibt Betroffene, die es schon seit 8 Jahren tun. WEnn Sie seit ca. 3 Jahren keinen neuen Schub mehr gehabt haben, würde ich ein MRT machen (unbedingt ohne und mit Kontrastmittel), um zu sehen, ob noch aktive Herde da sind und ob die Herde zugenommen haben. Ist das nicht der Fall, könnten Sie sicher die Therapie mal aussetzen. Sie sollten dann aber, auch wenn weiter kein Schub kommt, nach spätestens einem weiteren Jahr erneut ein MRT machen lassen.

JÜRSCHEN / Quellenhof: was halten Sie von ENDOXAN ?

Professor Dr.med. Thomas Henze: Endoxan ist ein Krebsmittel mit relativ viel Nebenwirkungen. Man sollte es nur dann anwenden, wenn alle anderen Versuche bei einem schweren MS-Verlauf nichts genutzt haben.

Paul: Was halten Sie von Cannabis?

Professor Dr.med. Thomas Henze: Zu Cannabis habe ich ja schon einige Antworten gegeben. Ich denke, es ist im Augenblick etwas "überbewertet", kann aber bei schmerzhafter Spastik durchaus versucht werden, wenn andere gängige Medikamente nichts gebracht haben.

Wolfgang Krugger: In letzer Zeit ja in aller Munde : Cannabis. Gibt es da Erfahrungswerte ?

Professor Dr.med. Thomas Henze: Bei der MS noch sehr wenige ! In einer Schweizer Studie war die Wirkung von Cannabis auf die Spastik objektiv nicht vorhanden, wurde aber von einigen Betroffenen als positiv berichtet. Es gibt sicher immer wieder Betroffene, die davon eine Linderung verspüren, so daß man es versuchen kann, wenn alle anderen Spastik-Mittel nichts geholfen haben.

Holger Gerst: Wird die Fußreflexzonentherapie auch von den Kassen übernommen ?

Professor Dr.med. Thomas Henze: Das weiß ich nicht genau, vermute aber, daß es gehen müßte. Versuchen Sie es auf jeden Fall, wenn Sie damit schon gute Erfahrungen gemacht haben.

Nicky: Ich schliesse daraus, dass Sie nichts gegen Fußreflexzonen-Massage haben.

Professor Dr.med. Thomas Henze: So ist es !

Brigitte: Mit welchen Mitteln aus der Homöopathie kann ich die Behandlung mit Copaxone ergänzen?

Professor Dr.med. Thomas Henze: Mit all den Techniken, die ich in einer anderen Antwort aufgelistet habe. Es gibt da sicher keine Gegenanzeigen.

Holger Gerst: Kann eine Schuppenflechte und auch die Diagnose MS eine Zusammenhang haben?

Professor Dr.med. Thomas Henze: Ja, beides sind Autoimmunkrankheiten und können zusammen vorkommen. Es ist allerdings sehr selten. Ich kenne lediglich 1 Betroffenen.

Nicky: es ist doch aber auch so, dass, wenn man keine Interferone nimmt, auch über längere Zeit schubfrei bleiben kann. Man weiss eigentlich nie, ob man nicht auch ohne Medikamente schubfrei geblieben wäre, oder?

Professor Dr.med. Thomas Henze: Das stimmt in etwa. Wir wissen aber auch, daß nicht jeder neue Entzündungsherd im Gehirn oder Rückenmark auch gleich Symptome macht und wir wissen, daß ohne Interferone etc. offenbar der Verlust an Hirnzellen schneller voranschreitet als mit Interferonen. Das kann einem nur eine MRT-Kontrolle sagen. Ich würde im Zweifelsfall daher immer zur Interferon-Therapie raten.

Wolfgang Krugger: Die chinesische Medizin hilft ja bei vielem, ist MS in China oder Asien überhaupt ein Thema ?

Professor Dr.med. Thomas Henze: Praktisch nicht. Es gibt dort nur wenige Fälle im Gegensatz zu Europa und Amerika.

Holger Gerst: Ich gehe zur Zeit alle 3-4 Wochen zur Akkupunktur und Fußreflexzonenmassage, zahle dies aber privat, da der Arzt die kassenärztliche Zulassung zurückgegeben hat

Professor Dr.med. Thomas Henze: Wenn Sie privat versichert sind, können Sie es bei der Kasse sicher versuchen einzureichen. Ansonsten müßte es Ihnen ein Arzt mit Kassenzulassung verschreiben.

Wolfgang Krugger: Gibt es eigentlich Forschungen im alternativen Bereich ?

Professor Dr.med. Thomas Henze: Sehr wenige ! Immerhin gibt es die eine große Studie zu Wobenzym (die allerdings negativ verlief) oder zum hyperbaren Sauerstoff (Überdruckbeatmung, ebenfalls negativ). Soweit ich weiß, gibt es einige Informationen zur Feldenkrais-Methode, die ganz positiv sind, oder zur Krankengymastik und zur Wirkung der mehrfach ungesättigten Fettsäuren, ebenfalls eher positiv. Es ist aber sicher schwer, für diese Therapieformen auch wissenschaftlich haltbare Ergebnisse zu bekommen. Das heißt aber nicht, daß sie nicht im Einzelfall doch wirksam sind.

Moderator Jutta Hirscher: Leider ist die Zeit schon um, der Chat wird nun geschlossen. Das heißt aber nur, dass keine neuen Chatter sich mehr einloggen können. Alle, die dabei sind, können noch weiter miteinander plaudern, Fragen an Prof. Henze können aber nicht mehr gestellt werden. Er beantwortet aber noch alle offenen Fragen. Das Protokoll gibt's ab morgen. Schön, dass Sie dabei waren, und vielleicht bis zum 16. Juli? Wäre schön.

Beate: Ich bin nicht so der Obst-Fan...mangels Ernährungsdisziplin. Kann man Vit. B, Zink, Selen überdosieren?

Professor Dr.med. Thomas Henze: Wahrscheinlich nicht, jedenfalls nicht bei B-Vitaminen. Bei Selen und Zink gibt es wohl keine Zahlen oder Erfahrungen.

Nicky: Vielen Dank, H. Prof. Henze, sie haben mir in manchem weitergeholfen. Einen schönen Abend noch.

Professor Dr.med. Thomas Henze: Das wünsche ich Ihnen auch.

Wolfgang Krugger: Noch eine letze Frage, gibte es eigentlcih Therapieansätze die aus der Rheumaforschung kommen ?

Professor Dr.med. Thomas Henze: Ja, z.B. das Deoxyspergualin vor einigen Jahren, das von einem Prof. Franke aus München propagiert wurde, kam aus der Rheumaforschung, war aber insgesamt nicht wirksam. Auch das neue Medikament CellCept kommt aus der Transplantations- und Rheumaforschung und kann evtl. auch bei MS in einigen Fällen hilfreich sein (wenn andere Medikamente nichts nützen).

Moderator Jutta Hirscher: Hallo Herr Krugger, danke für Ihre Anregung. Morgen im Protokoll werden Sie's sehen.

Wolfgang Krugger: was ist denn kraino sakrale therapie ?

Professor Dr.med. Thomas Henze: Das ist eine spezielle Form (Mischung) aus KG und Massage sowie Entspannung (soweit ich das weiß) und wird von speziell ausgebildeten Krankengymnastinnen gelegentlich angeboten.

Wolfgang Krugger: Ist Massage eigentlich bei MS hilfreich ? Oder werden die Nerven dadurch zu sehr gereizt ? falls das überhaupt möglich ist

Professor Dr.med. Thomas Henze: Ist nur hilfreich bei starken muskulären Verspannungen, hilft wohl nicht bei Spastik. Eine zusätzliche Nervenreizung ist sicher schwer vorstellbar.

Moderator Jutta Hirscher: Hallo Herr Krugger, bitte haben Sie Verständnis dafür, dass neue Fragen nicht mehr beantwortete werden können. Danke.

Moderator Jutta Hirscher: Hallo Manu, ja, noch so um die acht sind's.

Moderator Jutta Hirscher: Hallo Manu, morgen wird's online gestellt, und im -Aktuellen- finden Sie den Link dahin. Ansonsten finden Sie es natürlich auch unter -Chat-. Wird aber erst morgen online gestellt. Sorry.

Moderator Jutta Hirscher: Tschüss, schön, dass Sie dabei waren.

Moderator Jutta Hirscher: Herr Professor Henze, vielen Dank.

Redaktion: AMSEL e.V., 21.08.2002