Letzte Änderung am 13.07.2011
Axon = Fortsatz einer Nervenzelle (Ganglienzelle), ist umhüllt von Zellen, die Markscheiden bilden können. Axon mit Markscheide oder Hüllzelle = Neurit.
Siehe auch: Neurit
Fortsatz einer Nervenzelle (Ganglienzelle) mit feinen Fasern (Neurofibrillen) ausgestattet, leitet die von der Nervenzelle ausgelösten Impulse.
die Beine zusammenführende Muskeln an der Innenseite der Oberschenkel (bei zentraler Lähmung Adduktorenspasmus).
Aufhebung der Feinbeweglichkeit, z.B. der Finger.
Siehe auch: Diadochokinese
Fähigkeit, rasch aufeinanderfolgende Bewegungen auszuführen (diadochos = rasch aufeinander folgend), z.B. mit den Fingern beim Maschinenschreiben.
Siehe auch: ACTH
Abkürzung für adrenocorticotropes Hormon = Kortikotropin. Hormon des Hypophysenvorderlappens, welches die Nebennierenrinde stimuliert (anregt).
Antriebslosigkeit.
Naheinstellung des Auges, die mit Pupillenverengung einhergeht; durch Veränderung der Linsenkrümmung wird scharfes Fern- und Nahsehen ermöglicht.
Fehlen der Magensäure. Mit Magenbeschwerden verbunden.
Medikamente, mit denen die Salzsäure des Magens gebunden wird.
konzentrische Sklerose. Gehört zu den Varianten der MS und ist dadurch charakterisiert, dass Entmarkungsherde im Gehirn in ausgeprägter Zwiebelschalenformation auftreten. Unterscheidung zu normaler schubförmig verlaufender MS nur im Kernspin möglich.
Siehe auch: Parästhesie
von selbst, ohne Reiz von außen, auftretende Mißempfindungen. Bei MS z.B. Ameisenlaufen in Gliedabschnitten, oft unangenehm, oder Schnürgefühle, Bandagengefühle, wovon Rumpf, größere Gelenke oder Extremitätenabschnitte betroffen sein können. Bei MS meist asymmetrisch, von verschiedener Dauer und Heftigkeit.
Discus intervertebralis. Aus einem äußeren Faserring und einem gallertartigen Kern bestehende knorpelige Zwischenwirbelscheibe, die zwischen den Wirbelkörpern liegt und durch welche die Biegsamkeit der Wirbelsäule ermöglicht wird.
Registrierung der elektrischen Aktivität der Beckenbodenmuskeln mit Nadelelektroden.
meßbar durch EDSS (Expanded disability status scale = erweiterte Behinderungsskala).
Wahrnehmung von Berührungsreizen und Fähigkeit, sie mit geschlossenen Augen zu lokalisieren.
Füll- und Hüllgewebe, z.B. Organkapseln, Nervenhüllen, Begleitgewebe der Blutgefäße.
Siehe auch: craniale Computertomographie
Mittels speziellem Röntgenverfahren können ohne wesentliche Belastung durch Röntgenstrahlen knöcherne Anteile und Weichteile im Innern des Schädels, u.a. Gehirn, Gehirnkammern mit Hirnflüssigkeit, Krankheitsherde, Geschwülste jeder Art, Blutungen, Gefäße, Hirnsubstanzdefekte dargestellt werden. Die Aufnahmen erfolgen in einzelnen horizontalen Schichten. Manchmal ist die diagnostische Aussagekraft durch Infusion eines Kontrastmittels in die Armvene zu erhöhen.
Aderhaut des Auges, gefäßreiche, der Netzhaut anliegende Membran.
Aderhautentzündung des Auges.
(Corticosteron, Cortison): Nebennieren-Rindenhormon. Zu dieser Gruppe gehören Medikamente wie Prednison, Prednisolon.
Stuhlgang.
verformend mit Verformung (Umbau) verbunden.
Verformung als Dauerzustand, Miss- oder Fehlbildung. Verschleiß, degenerativ.
Siehe auch: Arthrose
nicht entzündliche, degenerative, deformierende, meist schmerzhafte Gelenkerkrankung.
Abbau von Körpergewebe, z.B. Verschleißerscheinungen von Gelenken, Gelenkknorpel, Bandscheiben. Abbau von Hirn- und Nervengewebe im Laufe des Lebens und in bestimmten Altersstufen.
Druckgeschwür durch Aufliegen, meist an Stellen, wo der Knochen dicht unter der Haut liegt, sehr infektionsgefährdet und dadurch Verschlechterung des Allgemeinbefindens, Gefahr der Sepsis.
Siehe auch: Sepsis
Streuung von Krankheitserregern (Bakterien) über den gesamten Organismus. Nachweis von Bakterien im Blut.
fortschreitender, hirnorganisch bedingter Abbau der intellektuellen Leistungsfähigkeit und fortschreitende organische Wesensänderung, mit Untergang von Nervenzellen einhergehend.
Nachrötung und Quaddelbildung der Haut nach Bestreichen mit einem stumpfen Gegenstand.
die Blasenwand überziehender Muskel, der durch sein Zusammenziehen die Blasenentleerung in Gang setzt.
Fähigkeit, rasch aufeinanderfolgende Bewegungen auszuführen (diadochos = rasch aufeinander folgend), z.B. mit den Fingern beim Maschinenschreiben.
Erkennung einer Krankheit und ihre Benennung mit dem entsprechenden (wissenschaftlichen) Ausdruck.
Durchführung einzelner diagnostischer Untersuchungen, die zur Erkennung einer Krankheit führen.
Abgrenzung einer Krankheit von anderen ähnlichen.
Behinderung (englisch).
peripherwärts (körperfern) gelegen.
Schmerz.
eine bestimmte, dem Kranken zu verabfolgende Menge eines Arzneimittels.
Störung der Lautbildung (Artikulation). Das Sprechen ist leise, tonlos, verwaschen, abgehackt. Neurologische Störung der Sprachmuskulatur infolge Lähmung und mangelhaftem Zusammenwirken der Sprechmuskeln (Koordinationsstörung).
unangenehme Mißempfindungen bei Berührung an bestimmten Hautstellen.
Einschränkung der Feinbeweglichkeit und Unfähigkeit, rasch aufeinanderfolgende Bewegungen (z.B. Finger) auszuführen.
Koordinations– bzw. ataktische Störung. Zielunsicherheit. Falsches Abmessen einer Bewegung, zu kurz, zu weit, zu schwach, zu kräftig, z.B. auch unnötig weites Spreizen der Finger beim Ergreifen eines Gegenstandes.
Schluckstörung infolge Schwächung der Schluckmuskulatur.
Siehe auch: PEG
Perkutane endoskopische Gastrostomie. Eine Ernährungssonde wird nach Punktion durch die Bauchdecken direkt in den Magen gelegt und steht dauerhaft für die Ernährung zur Verfügung.
fehlendes oder mangelhaftes Zusammenspiel von agonistischen und antagonistischen Muskeln.
Siehe auch: Agonist, Antagonist
gleichsinnig bewegende Muskeln, z.B. alle Muskeln, die das Bein strecken.
Gegensinnig bewegende Muskeln, z.B. Beuger und Strecker.
mit überschießender Tonuserhöhung der Muskulatur einhergehende willkürliche und unwillkürliche Bewegung mit teilweise bizarrer Gliedmaßenstellung.
Muskelschwund, dessen Ursache auf Erkrankung des Muskels selbst beruht (keine Störung des peripheren Nervensystems)
Die sogenannte Kurztke- oder EDSS Skala (Expanded Disability Status Scale) ermöglicht es Ärzten die klinische Behinderung von Multiple Sklerose Patienten zu beurteilen und Rückschlüsse auf die Wirksamkeit des Therapeutischen Vorgehens zu ziehen. · zur Skala
Encephalon (griech.) = das Gehirn. Myelon (griech.) = das Rückenmark. Disseminiert = verstreut. Verstreut herdförmig auftretende Hirn- und Rückenmarksentzündung. Bezeichnung für das akute (entzündliche) Stadium der MS.
durch innere Ursachen entstehend.
die Drüsen mit innerer Sekretion (Hormone) betreffend.
eine herdförmige Zerstörung der Markscheiden von Stecknadelkopf– bis etwa Markstückgröße, die bei der MS um kleine Venen oder diesen entlang angeordnet sein können.
Siehe auch: Markscheide
die mehrschichtige, weißliche Hülle der Nervenfasern in Gehirn und Rückenmark und der peripheren Nerven, die aus fettähnlichen Substanzen besteht und die gleichsam das Isoliermaterial um die "Nachrichtenkabel" der Nervenbahnen sind. Ohne Markscheiden ist keine rasche Nervenleitung möglich.
Diadochokinese ist der geordnete rhythmische Ablauf rausch aufeinander folgender gegensinniger Bewegungen (z.B. eine gedachte Glühbirne wird rasch in eine imaginäre Fassung an der Decke eingedreht). Kann diese Bewegung nach Aufforderung korrekt und glatt durchgeführt werden, spricht man von Eudiadochokinese (eu-griechisch = normal). Ist die Bewegung gestört, spricht man von Dysdiadochokinese.
"blühend", bezeichnet die rasche bzw. starke Entwicklung einer Krankheit.
Siehe auch: Reflex
unwillkürliche gesetzmäßig ablaufende Reaktion des Nervensystems auf einen Reiz, z.B. Dehnung eines Muskels durch Schlag mit dem Reflexhammer auf dessen Ansatzsehne bewirkt reflektorisch Kontraktion (Zusammenziehen) des betreffenden Muskels mit Bewegungseffekt.
Muskeleigenreflex: Reflex, bei dem Reizorgan und Reflexorgan identisch sind, z.B. der Muskel.
Fremdreflex: Reflex, bei dem Reizorgan und Reflexorgan nicht dasselbe sind, z.B. Berührung der Hornhaut löst Lidschluß aus.
pathologischer Reflex: tritt nur auf bei Schädigung der absteigenden zentralen motorischen Bahnen im Gehirn, Hirnstamm und Rückenmark. Z.B. Babinski-Reflex (Eigenname): Bei Bestreichen der Fußsohle mit einem spitzen Gegenstand langsame nach oben gerichtete Bewegung der großen Zehe und Spreizung der anderen. Alle pathologischen Reflexe sind Fremdreflexe.
Kontrastmittel (ohne Jod), das zur Darstellung frischer entzündlicher MS-Herde in der Kernspintomographie eingesetzt wird. Es wird intravenös (in die Vene) als Kurzinfusion gespritzt.
graue Substanz an der Oberfläche des Gehirns.
zuviel an Magensäure. Störung oft mit erheblichen Magenbeschwerden einhergehend.
übermäßige Schweißbildung, oft nur an bestimmten Körperpartien wie Stirn, Achselhöhlen, Händen, Füßen.
Überbewertung von körperlich unbedeutenden Beschwerden, verbunden mit unbegründeter Angst, schwer krank zu sein oder in Zukunft schwer krank zu werden.
verminderte Schweißabsonderung.
Siehe auch: Hypophyse
Hirnanhangsdrüse, bohnengroß, an der Schädelbasis im Türkensattel, bestehend aus Vorderlappen und Hinterlappen. Innensekretorische Drüse, die ihre Wirkstoffe (Hormone) in das Blut abgibt.
— defizienz. Geschwächte bis fehlende Immunabwehr.
unkontrollierte triebartige Handlungen im Zustand der Erregung, z.B. Zerstören, Schreien, auch Töten (Amoklauf).
Grund zur Anwendung diagnostischer Maßnahmen oder einer Therapie.
Hypophyse (Hirnanhangsdrüse), Schild- und Nebenschilddrüse, Bauchspeicheldrüse, Hoden, Eierstöcke, Nebennieren.
Herz- und Kreislauffunktion betreffend.
schwanzwärts, fußwärts gelegen.
körperlicher und seelischer Untersuchungsbefund.
Grund, eine diagnostische oder therapeutische Maßnahme
zu vermeiden.
geordnetes Zusammenspiel von Muskeln und Muskelgruppen im Sinne einer zielgerichteten Bewegung, einschließlich Gehen und Stehen.
zur Feststellung von Lähmung oder Teillähmung:
0 = keinerlei Muskelkraft
1 = nur sichtbare schwache Muskelkontraktionen (s.) ohne Bewegungseffekt
2 = Bewegungseffekt unter Ausschaltung der Eigenschwere der Gliedmaße oder
des Gliedmaßenabschnitts
3 = Bewegung gegen Eigenschwere der Gliedmaßen möglich
4 = Bewegungen gegen mäßigen Widerstand möglich
5 = normale Muskelkraft
Diese Skala ermöglicht es Ärztn die klinische Behinderung von Multiple Sklerose Patienten zu beurteilen und Rückschlüsse auf die Wirksamkeit des therapeutischen Vorgehens zu ziehen.
zur Kurztke-/EDSS Skala
Sammelbezeichnung für in Fettlösungsmitteln lösliche Substanzen. Durch Bindung an Eiweißkörper wasserlöslich und im Blut transportierbar = Lipoproteine.
Siehe auch: Proteine
Eiweißkörper. Proteinstoffwechsel: der unter Hormoneinwirkung erfolgende Umsatz von Körpereiweiß zu Körpersubstanz.
fettähnliche Substanzen.
durch Liquorverlust infolge Entnahme (Punktion) heftige Nacken-Kopfschmerzen mit Nackensteifigkeit. Beschwerden halten einige Tage an, können mit Erbrechen und Übelkeit einhergehen. Sie nehmen typischerweise im Sitzen und Stehen zu, lassen im Liegen aber deutlich nach.
Methode zum Entzug oder zur Beschleunigung des Abflusses der Lymphe in den Kreislauf.
Lymphabflußstörung, dadurch starkes Anschwellen der betroffenen Gliedmaßen.
die mehrschichtige, weißliche Hülle der Nervenfasern in Gehirn und Rückenmark und der peripheren Nerven, die aus fettähnlichen Substanzen besteht und die gleichsam das Isoliermaterial um die "Nachrichtenkabel" der Nervenbahnen sind. Ohne Markscheiden ist keine rasche Nervenleitung möglich.
McDonald-Kriterien sind Diagnosekriterien zur Feststellung einer MS unter besonderer Einbeziehung der bildgebenden Diagnostik (MRT).
nach der Mitte zu gelegen.
nach hirnwärts sich fortsetzender Teil des Rückenmarks im zentralen Nervensystem.
Rückenmark, bestehend aus acht Hals-, zwölf Brust-, fünf Lenden-, fünf Kreuzbeinsegmenten.
Abänderung.
die in einem bestimmten Zeitraum registrierte Zahl der Krankheitsfälle einer definierten Krankheit bezogen auf die Bevölkerungszahl.
im Sterben liegend.
Schwund der Muskulatur infolge krankhafter Vorgänge des Muskelstoffwechsels (zahlreiche verschiedene Arten unterschiedlicher Altersgruppen).
Schmerzen, die Muskeln, das dazugehörige Bindegewebe und die entsprechenden Sehnen betreffen und sowohl örtlich begrenzt als auch generalisiert sein können.
Vl. Hirnnerv. Bewegt das Auge waagerecht nach außen. Häufigste Augenmuskellähmung: Auge weicht nach innen ab, es entstehen horizontal nebeneinanderstehende Doppelbilder.
Lehre von den normalen und krankhaft gestörten Beziehungen von Wirbelsäule und Rückenmark sowie den Nervenwurzeln.
die Neurologie des Kindesalters in allen seinen Entwicklungsstadien bis zur Pubertät.
Siehe auch: Kernspintomographie
neues bildgebendes Diagnoseverfahren für die Medizin (ohne Verwendung von Röntgenstrahlen). Anatomisch getreue, lehrbuchartige Darstellung von krankhaften Organ- und Gewebeveränderungen, Durchblutungsstörungen, Darstellung von Gehirn, Rückenmark und MS-Herden.
Atomkerne, z.B. Wasserstoff, werden in einem starken Magnetfeld durch hochfrequente elektromagnetische Impulse beeinflußt und geben dadurch Resonanzsignale ab, aus denen Schnittbilder (Tomogramme) des Körpers, bei der MS des Gehirns und des Rückenmarks mit seinen Krankheitsherden errechnet und abgebildet werden.
Daher auch die Bezeichnung für dieses diagnostische Verfahren: NMR = nuclear magnetic resonance (engl.) oder MRI= magnetic resonance imaging. Nucleus: (lat.) = Kern. Spin: (engl.) = schnelle Drehung. Quantenzahl, mit der die Rotation (Eigenimpulse) von Elementarteilchen und Atomkernen (hier Wasserstoff) angezeigt wird.
Untersuchung des Nervensystems mit röntgenologischen Methoden, z.B. zerebrale und spinale Angiographie, Myelographie, Szintigraphie, Computertomographie, Kernspintomographie (s.).
Neigung zu niedrigem Blutdruck, Pulsanstieg und Schwindel in aufrechter Haltung und Neigung zu Ohnmachten bei längerem Stehen.
degenerative Veränderung der Bandscheiben, häufig kombiniert mit Umbau der Wirbel (Spondylose) und der kleinen Wirbelgelenke (Spondylarthrose).
runde, etwas erhabene Austrittsstelle des Sehnervs aus der Netzhaut, gelb-rötlich gefärbt. Kann beim Augenspiegeln am Augenhintergrund betrachtet werden.
Siehe auch: Nystagmus
Augenzittern. Unwillkürlich ablaufende Ruck- oder Pendelbewegungen der Augäpfel in horizontaler, seltener in vertikaler Richtung. Blickrichtungsnystagmus: Auftreten von Rucknystagmus mit einer schnellen und langsamen Komponente beim Blick nach links oder nach rechts, nach oben oder unten. Die schnelle Bewegung erfolgt in Blickrichtung (häufig bei MS). optokinetischer Nystagmus: Auftreten von Nystagmus bei Verfolgung bewegter Gegenstände mit den Augen, z.B. fahrender Zug, rotierende Schwarzweiß-Streifen. Bei MS häufig gestört.
Pendelnystagmus: Hin- und Herpendeln der Augen beim Blick geradeaus oder beim Fixieren von Gegenständen, meist angeboren.
Rucknystagmus: bestehend aus einer nach der kranken Seite langsamen und nach der Gegenseite schnellen Bewegung.
Anwendung physikalischer Faktoren zu Heilzwecken, z.B. des Wassers (Hydrotherapie), des Klimas, der Heilquellen (Balneotherapie), Massage, Krankengymnastik.
Siehe auch: Liquor, Lumbalpunktion
Flüssigkeit, Lösung: In der Neurologie bezeichnet mit Hirn-, Nervenwasser, Rückenmarkflüssigkeit. Wässrige helle, klare Flüssigkeit in den Hirnkammern, wo sie gebildet wird und das Gehirn und Rückenmark wie einen Flüssigkeitsschutzmantel umgibt (Liquor cerebrospinalis).
Entnahme von Liquor aus dem Wirbelkanal mit einer Kanüle (Hohlnadel) in Höhe des 3./4. oder 4./5. Lendenwirbels. In diesem Bereich findet sich kein Rückenmark mehr. Es ist deshalb falsch, von einer "Rückenmarks-Punktion" zu sprechen. Siehe auch postpunktionelle Beschwerden (Beschwerden nach Liquorentnahme).
bevorzugtes Alter, in welchem eine Krankheit auftritt.
bevorzugte Stelle.
fortschreitender, sich verschlechternd, zunehmend.
Siehe auch: Uhthoff-Phänomen
bei Patienten mit Multipler Sklerose auftretende Verschlechterung neurologischer Symptome oder der allgemeinen Leistungsfähigkeit im Rahmen erhöhter Umgebungs- odr Körpertemperatur (Fieber), die im Extremfall zu vorübergehenden kompletten Lähmungserscheinungen führen kann. Die Symptome bilden sich immer wieder zurück.
verspätet einsetzende geschlechtliche Reife.
beidseitig angelegte motorische Nervenbahnen im zentralen Nervensystem zu den im Hals-, Brust- und Lendenteil des Rückenmarks befindlichen motorischen Zellen. Schädigung bewirkt spastische Lähmung.
Siehe auch: Lähmung, spastische, Zentralnervensystem
hervorgerufen durch Schädigung motorischer Bahnen im zentralen Nervensystem. Symptome: gesteigerte Muskeleigenreflexe, pathologische Reflexe, Erhöhung des Muskeltonus, Beine in Streckstellung, steif, Adduktorenspasmus, Arme später in Beugestellung, Aufhebung der Fähigkeit, besonders mit den Fingern Einzelbewegungen auszuführen (kein Muskelschwund). Bei Multipler Sklerose die Regel.
(ZNS). Gehirn und Rückenmark als das der Reizverarbeitung und -beantwortung sowie der Bewußtseinsbildung und den Denkprozessen (Gehirn) dienendes Integrationszentrum des Nervensystems.
(Radix = die Wurzel) Beschwerden oder Krankheitszeichen, die von einer oder mehreren Nervenwurzeln ausgehen.
rückwärts, entgegen der üblichen Verlaufsrichtung.
Rückfall, Wiedererkrankung (z.B. rezidivierender Verlauf).
Siehe auch: Neuritis nervi optici
Sehnervenentzündung mit vorübergehendem oder dauerndem Verlust der Sehschärfe. Bei MS häufig.
Verformung der kleinen Wirbelgelenke mit Einengung der Wirbellöcher, dadurch oft Kompression der austretenden Nervenwurzeln. Degenerativer Prozeß (Abnützungserscheinungen).
Siehe auch: Ataxie
(Ataxis= Unordnung im Bewegungsablauf); Störung des geordneten Zusammenwirkens der Muskeln, wodurch das Zustandekommen einer zielgerichteten Bewegung gestört oder aufgehoben ist. Anderer Ausdruck für Koordinationsstörung (s.).
Gangataxie: Breitbeiniger, schwankender, unsicherer Gang (wie betrunken).
Standataxie: Unfähigkeit, ohne Hilfe sicher zu stehen. Folge: Schwanken, Fallneigung nach einer oder mehreren Richtungen, Umfallen.
die auf physikalischem Wege bestimmte Menge und Intensität von ionisierenden Strahlen.
Behandlung, bei welcher eine dem Körper fehlende Substanz zugeführt wird.
Gruppe von sich weitgehend gleichenden Krankheitszeichen, denen verschiedene Ursachen und Verläufe zugrunde liegen können.
Blässe (weiße Verfärbung) der schläfenseitigen Hälfte der Sehnervenpapille (Sehnervenkopf) infolge Untergang der Nervenfasern für das schärfste Sehen, die zur Macula ziehen und die an der Papille schläfenseitig angeordnet sind (ophthalmoskopisch zu erkennen), Folge einer Sehnervenentzündung, häufig bei MS.
Siehe auch: Macula
Fleck. Macula lutea: der gelbe Fleck des Augenhintergrundes, hier Konzentration der Sehfasern, die das scharfe, punktförmige Sehen ermöglichen.
Wahrnehmung der Schwingungen einer auf markante Knochenpunkte, z.B. Ellenbogen, Kniescheibe, Zehengelenk usw., aufgesetzten Stimmgabel.
Siehe auch: Pallästhesie
Vibrationssinn. Wahrnehmung der Schwingungen einer auf einen dicht unter der Haut liegenden Knochen aufgesetzten Stimmgabel.
(die Viren): Sammelbegriff für zahlreiche verschiedene bakteriendichte Filter passierende Mikroorganismen, die nur in lebenden Zellen wachsen und sich vermehren können und den Stoffwechsel der Zellen verändern und diese evtl. zerstören.
langsame Viren: (slow virus): ruhen Monate, Jahre oder auch länger in den Zellen, werden in deren Stoffwechsel eingebaut, um oft erst viel später ihre das Gewebe zerstörende Wirkung zu entfalten.
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Multiple Sklerose Lexikon
Wissenschaftliche Betreuung
Prof. Dr. Horst Wiethölter
Ärztlicher Direktor der Neurologischen Klinik des Bürgerhospitals im Klinikum Stuttgart.
Stv. Vorsitzender der AMSEL e.V.





