AMSEL - Aktion Multiple Skleroser Erkrankter - Landesverband der DMSG (AMSEL, Landesverband e.V.)
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Letzte Änderung am 13.07.2011

Achsenzylinder

Axon = Fortsatz einer Nervenzelle (Ganglienzelle), ist umhüllt von Zellen, die Markscheiden bilden können. Axon mit Markscheide oder Hüllzelle = Neurit.

Siehe auch: Neurit

Neurit

Fortsatz einer Nervenzelle (Ganglienzelle) mit feinen Fasern (Neurofibrillen) ausgestattet, leitet die von der Nervenzelle ausgelösten Impulse.

Adduktoren

die Beine zusammenführende Muskeln an der Innenseite der Oberschenkel (bei zentraler Lähmung Adduktorenspasmus).

ADEM
Abkürzung für akute disseminierte Enzephalomyelitis. Erkrankung, die wie ein (zumeist schwerer) erster Schub einer MS verläuft, der sich im weiteren Verlauf aber nicht wiederholt (monophasisch).
Adiadochokinese

Aufhebung der Feinbeweglichkeit, z.B. der Finger.

Siehe auch: Diadochokinese

Diadochokinese

Fähigkeit, rasch aufeinanderfolgende Bewegungen auszuführen (diadochos = rasch aufeinander folgend), z.B. mit den Fingern beim Maschinenschreiben.

Adrenokortikotropin

Siehe auch: ACTH

ACTH

Abkürzung für adrenocorticotropes Hormon = Kortikotropin. Hormon des Hypophysenvorderlappens, welches die Nebennierenrinde stimuliert (anregt).

Adynamie

Antriebslosigkeit.

Akkommodation

Naheinstellung des Auges, die mit Pupillenverengung einhergeht; durch Veränderung der Linsenkrümmung wird scharfes Fern- und Nahsehen ermöglicht.

Anazidität

Fehlen der Magensäure. Mit Magenbeschwerden verbunden.

Antacida

Medikamente, mit denen die Salzsäure des Magens gebunden wird.

Augenhintergrund
rückwärtiger, innerer Teil des Augapfels: Aderhaut, Netzhaut,  Blutgefäße (Arterien und Venen), Sehnervkopf, Macula (Stelle des schärfsten Sehens).
Balo-Syndrom

konzentrische Sklerose. Gehört zu den Varianten der MS  und ist dadurch charakterisiert, dass Entmarkungsherde im Gehirn in ausgeprägter Zwiebelschalenformation auftreten. Unterscheidung zu normaler schubförmig verlaufender MS nur im Kernspin möglich.

Bandagengefühl

Siehe auch: Parästhesie

Parästhesie

von selbst, ohne Reiz von außen, auftretende Mißempfindungen. Bei MS z.B. Ameisenlaufen in Gliedabschnitten, oft unangenehm, oder Schnürgefühle, Bandagengefühle, wovon Rumpf, größere Gelenke oder Extremitätenabschnitte betroffen sein können. Bei MS meist asymmetrisch, von verschiedener Dauer und Heftigkeit.

Bandscheibe

Discus intervertebralis. Aus einem äußeren Faserring und einem gallertartigen Kern bestehende knorpelige Zwischenwirbelscheibe, die zwischen den Wirbelkörpern liegt und durch welche die Biegsamkeit der Wirbelsäule ermöglicht wird.

Beckenboden EMG (Elektromyographie)

Registrierung der elektrischen Aktivität der Beckenbodenmuskeln mit Nadelelektroden.

Behinderung

meßbar durch EDSS (Expanded disability status scale = erweiterte Behinderungsskala).

Berührungsempfindung

Wahrnehmung von Berührungsreizen und Fähigkeit, sie mit geschlossenen Augen zu lokalisieren.

Bindegewebe

Füll- und Hüllgewebe, z.B. Organkapseln, Nervenhüllen, Begleitgewebe der Blutgefäße.

Bobath-Methode (englisches Ehepaar)
eine spezielle Form der Krankengymnastik, die sich für Patienten mit Schlaganfällen oder Multipler Sklerose besonders eignet.
Cauda / Cauda equina (Pferdeschweif)
Nervenwurzelbündel, das aus dem unteren Teil des Rückenmarks entspringt.
CCT oder CT

Siehe auch: craniale Computertomographie

craniale Computertomographie

Mittels speziellem Röntgenverfahren können ohne wesentliche Belastung durch Röntgenstrahlen knöcherne Anteile und Weichteile im Innern des Schädels, u.a. Gehirn, Gehirnkammern mit Hirnflüssigkeit, Krankheitsherde, Geschwülste jeder Art, Blutungen, Gefäße, Hirnsubstanzdefekte dargestellt werden. Die Aufnahmen erfolgen in einzelnen horizontalen Schichten. Manchmal ist die diagnostische Aussagekraft durch Infusion eines Kontrastmittels in die Armvene zu erhöhen.

Chorioidea

Aderhaut des Auges, gefäßreiche, der Netzhaut anliegende Membran.

Chorioiditis

Aderhautentzündung des Auges.

Corticoide

(Corticosteron, Cortison): Nebennieren-Rindenhormon. Zu dieser Gruppe gehören Medikamente wie Prednison, Prednisolon.

Defäkation

Stuhlgang.

deformans

verformend mit Verformung (Umbau) verbunden.

Deformation, Deformität

Verformung als Dauerzustand, Miss- oder Fehlbildung. Verschleiß, degenerativ.

Siehe auch: Arthrose

Arthrose

nicht entzündliche, degenerative, deformierende, meist schmerzhafte Gelenkerkrankung.

Degeneration

Abbau von Körpergewebe, z.B. Verschleißerscheinungen von Gelenken, Gelenkknorpel, Bandscheiben. Abbau von Hirn- und Nervengewebe im Laufe des Lebens und in bestimmten Altersstufen.

Dekubitus

Druckgeschwür durch Aufliegen, meist an Stellen, wo der Knochen dicht unter der Haut liegt, sehr infektionsgefährdet und dadurch Verschlechterung des Allgemeinbefindens, Gefahr der Sepsis.

Siehe auch: Sepsis

Sepsis

Streuung von Krankheitserregern (Bakterien) über den gesamten Organismus. Nachweis von Bakterien im Blut.

Demenz

fortschreitender, hirnorganisch bedingter Abbau der intellektuellen Leistungsfähigkeit und fortschreitende organische Wesensänderung, mit Untergang von Nervenzellen einhergehend.

Dermographismus

Nachrötung und Quaddelbildung der Haut nach Bestreichen mit einem stumpfen Gegenstand.

Detrusor

die Blasenwand überziehender Muskel, der durch sein Zusammenziehen die Blasenentleerung in Gang setzt.

Diadochokinese

Fähigkeit, rasch aufeinanderfolgende Bewegungen auszuführen (diadochos = rasch aufeinander folgend), z.B. mit den Fingern beim Maschinenschreiben.

Diagnose

Erkennung einer Krankheit und ihre Benennung mit dem entsprechenden (wissenschaftlichen) Ausdruck.

Diagnostik

Durchführung einzelner diagnostischer Untersuchungen, die zur Erkennung einer Krankheit führen.

diagnostizieren
eine Diagnose stellen.
Differentialdiagnose

Abgrenzung einer Krankheit von anderen ähnlichen.

Disability

Behinderung (englisch).

Diskusprolaps
(Discus = die Scheibe). Bandscheibenvorfall im Bereich der Wirbelsäule.
distal

peripherwärts (körperfern) gelegen.

Diuretika
Medikamente mit harntreibender Wirkung.
Dolor

Schmerz.

Dosis

eine bestimmte, dem Kranken zu verabfolgende Menge eines Arzneimittels.

Dranginkontinenz
Blasenentleerungsstörung, bei der nach Auftreten eines Harndrangs das Wasser nicht gehalten werden kann.
Dysarthrie

Störung der Lautbildung (Artikulation). Das Sprechen ist leise, tonlos, verwaschen, abgehackt. Neurologische Störung der Sprachmuskulatur infolge Lähmung und mangelhaftem Zusammenwirken der Sprechmuskeln (Koordinationsstörung).

Dysästhesie

unangenehme Mißempfindungen bei Berührung an bestimmten Hautstellen.

Dysdiadochokinese

Einschränkung der Feinbeweglichkeit und Unfähigkeit, rasch aufeinanderfolgende Bewegungen (z.B. Finger) auszuführen.

Dysmetrie

Koordinations– bzw. ataktische Störung. Zielunsicherheit. Falsches Abmessen einer Bewegung, zu kurz, zu weit, zu schwach, zu kräftig, z.B. auch unnötig weites Spreizen der Finger beim Ergreifen eines Gegenstandes.

Dysphagie

Schluckstörung infolge Schwächung der Schluckmuskulatur.

Siehe auch: PEG

PEG

Perkutane endoskopische Gastrostomie. Eine Ernährungssonde wird nach Punktion durch die Bauchdecken direkt in den Magen gelegt und steht dauerhaft für die Ernährung zur Verfügung.

Dyssynergie

fehlendes oder mangelhaftes Zusammenspiel von agonistischen und antagonistischen Muskeln.

Siehe auch: Agonist, Antagonist

Agonist

gleichsinnig bewegende Muskeln, z.B. alle Muskeln, die das Bein strecken.

Antagonist

Gegensinnig bewegende Muskeln, z.B. Beuger und Strecker.

Dystonie

mit überschießender Tonuserhöhung der Muskulatur einhergehende willkürliche und unwillkürliche Bewegung mit teilweise bizarrer Gliedmaßenstellung.

Dystrophie

Muskelschwund, dessen Ursache auf Erkrankung des Muskels selbst beruht (keine Störung des peripheren Nervensystems)

Dysurie
Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen, meistens als Zeichen eier Blasenentzündung
EDSS-Skala

Die sogenannte Kurztke- oder EDSS Skala (Expanded Disability Status Scale) ermöglicht es Ärzten die klinische Behinderung von Multiple Sklerose Patienten zu beurteilen und Rückschlüsse auf die Wirksamkeit des Therapeutischen Vorgehens zu ziehen. · zur Skala

Encephalomyelitis disseminata

Encephalon (griech.) = das Gehirn. Myelon (griech.) = das Rückenmark. Disseminiert = verstreut. Verstreut herdförmig auftretende Hirn- und Rückenmarksentzündung. Bezeichnung für das akute (entzündliche) Stadium der MS.

endogen

durch innere Ursachen entstehend.

endokrin

die Drüsen mit innerer Sekretion (Hormone) betreffend.

Entmarkungsherde

eine herdförmige Zerstörung der Markscheiden von Stecknadelkopf– bis etwa Markstückgröße, die bei der MS um kleine Venen oder diesen entlang angeordnet sein können.

Siehe auch: Markscheide

Markscheide

die mehrschichtige, weißliche Hülle der Nervenfasern in Gehirn und Rückenmark und der peripheren Nerven, die aus fettähnlichen Substanzen besteht und die gleichsam das Isoliermaterial um die "Nachrichtenkabel" der Nervenbahnen sind. Ohne Markscheiden ist keine rasche Nervenleitung möglich.

Epidemiologie
Lehre von der Häufigkeit und Verteilung von Krankheiten und deren Ursachen sowie deren Verlauf.
Eudiadochokinese

Diadochokinese ist der geordnete rhythmische Ablauf rausch aufeinander folgender gegensinniger Bewegungen (z.B. eine gedachte Glühbirne wird rasch in eine imaginäre Fassung an der Decke eingedreht). Kann diese Bewegung nach Aufforderung korrekt und glatt durchgeführt werden, spricht man von Eudiadochokinese (eu-griechisch = normal). Ist die Bewegung gestört, spricht man von Dysdiadochokinese.

floride

"blühend", bezeichnet die rasche bzw. starke Entwicklung einer Krankheit.

Fremdreflex

Siehe auch: Reflex

Reflex

unwillkürliche gesetzmäßig ablaufende Reaktion des Nervensystems auf einen Reiz, z.B. Dehnung eines Muskels durch Schlag mit dem Reflexhammer auf dessen Ansatzsehne bewirkt reflektorisch Kontraktion (Zusammenziehen) des betreffenden Muskels mit Bewegungseffekt.
Muskeleigenreflex: Reflex, bei dem Reizorgan und Reflexorgan identisch sind, z.B. der Muskel.
Fremdreflex: Reflex, bei dem Reizorgan und Reflexorgan nicht dasselbe sind, z.B. Berührung der Hornhaut löst Lidschluß aus.
pathologischer Reflex: tritt nur auf bei Schädigung der absteigenden zentralen motorischen Bahnen im Gehirn, Hirnstamm und Rückenmark. Z.B. Babinski-Reflex (Eigenname): Bei Bestreichen der Fußsohle mit einem spitzen Gegenstand langsame nach oben gerichtete Bewegung der großen Zehe und Spreizung der anderen. Alle pathologischen Reflexe sind Fremdreflexe.

Gadolinium

Kontrastmittel (ohne Jod), das zur Darstellung frischer entzündlicher MS-Herde in der Kernspintomographie eingesetzt wird. Es wird intravenös (in die Vene) als Kurzinfusion gespritzt.

hereditär
vererbbar, vererbt, erblich.
Hirnrinde

graue Substanz an der Oberfläche des Gehirns.

Hyperazidität

zuviel an Magensäure. Störung oft mit erheblichen Magenbeschwerden einhergehend.

Hyperhidrosis

übermäßige Schweißbildung, oft nur an bestimmten Körperpartien wie Stirn, Achselhöhlen, Händen, Füßen.

Hypochondrie

Überbewertung von körperlich unbedeutenden Beschwerden, verbunden mit unbegründeter Angst, schwer krank zu sein oder in Zukunft schwer krank zu werden.

Hypohidrosis

verminderte Schweißabsonderung.

Hypophysenvorderlappen

Siehe auch: Hypophyse

Hypophyse

Hirnanhangsdrüse, bohnengroß, an der Schädelbasis im Türkensattel, bestehend aus Vorderlappen und Hinterlappen. Innensekretorische Drüse, die ihre Wirkstoffe (Hormone) in das Blut abgibt.

Immundefekt

— defizienz. Geschwächte bis fehlende Immunabwehr.

Immunmodulation
Veränderung der Immunantwort im Sinne einer Abschwächung oder Verstärkung durch medikamentöse Behandlung.
impulsive Handlungen

unkontrollierte triebartige Handlungen im Zustand der Erregung, z.B. Zerstören, Schreien, auch Töten (Amoklauf).

Indikation

Grund zur Anwendung diagnostischer Maßnahmen oder einer Therapie.

innersekretorische Drüsen

Hypophyse (Hirnanhangsdrüse), Schild- und Nebenschilddrüse, Bauchspeicheldrüse, Hoden, Eierstöcke, Nebennieren.

intendieren
beabsichtigen.
kardiovaskulär

Herz- und Kreislauffunktion betreffend.

kaudal

schwanzwärts, fußwärts gelegen.

Kliniken für MS-Patienten in Baden-Württemberg
klinischer Befund

körperlicher und seelischer Untersuchungsbefund.

Kontraindikation

Grund, eine diagnostische oder therapeutische Maßnahme
zu vermeiden.

Koordination

geordnetes Zusammenspiel von Muskeln und Muskelgruppen im Sinne einer zielgerichteten Bewegung, einschließlich Gehen und Stehen.

Kraftgrade

zur Feststellung von Lähmung oder Teillähmung:
0 = keinerlei Muskelkraft
1 = nur sichtbare schwache Muskelkontraktionen (s.) ohne Bewegungseffekt
2 = Bewegungseffekt unter Ausschaltung der Eigenschwere der Gliedmaße oder
     des Gliedmaßenabschnitts
3 = Bewegung gegen Eigenschwere der Gliedmaßen möglich
4 = Bewegungen gegen mäßigen Widerstand möglich
5 = normale Muskelkraft

Kurtzke- oder EDSS Skala

Diese Skala ermöglicht es Ärztn die klinische Behinderung von Multiple Sklerose Patienten zu beurteilen und Rückschlüsse auf die Wirksamkeit des therapeutischen Vorgehens zu ziehen.
zur Kurztke-/EDSS Skala

Lipide

Sammelbezeichnung für in Fettlösungsmitteln lösliche Substanzen. Durch Bindung an Eiweißkörper wasserlöslich und im Blut transportierbar = Lipoproteine.

Siehe auch: Proteine

Proteine

Eiweißkörper. Proteinstoffwechsel: der unter Hormoneinwirkung erfolgende Umsatz von Körpereiweiß zu Körpersubstanz.

Lipoide

fettähnliche Substanzen.

Liquorunterdruck-Syndrom

durch Liquorverlust infolge Entnahme (Punktion) heftige Nacken-Kopfschmerzen mit Nackensteifigkeit. Beschwerden halten einige Tage an, können mit Erbrechen und Übelkeit einhergehen. Sie nehmen typischerweise im Sitzen und Stehen zu, lassen im Liegen aber deutlich nach.

Lymphdrainage

Methode zum Entzug oder zur Beschleunigung des Abflusses der Lymphe in den Kreislauf.

Lymphödem

Lymphabflußstörung, dadurch starkes Anschwellen der betroffenen Gliedmaßen.

Markscheide

die mehrschichtige, weißliche Hülle der Nervenfasern in Gehirn und Rückenmark und der peripheren Nerven, die aus fettähnlichen Substanzen besteht und die gleichsam das Isoliermaterial um die "Nachrichtenkabel" der Nervenbahnen sind. Ohne Markscheiden ist keine rasche Nervenleitung möglich.

McDonald Kriterien

McDonald-Kriterien sind Diagnosekriterien zur Feststellung einer MS unter besonderer Einbeziehung der bildgebenden Diagnostik (MRT).

medial

nach der Mitte zu gelegen.

Medulla oblongata

nach hirnwärts sich fortsetzender Teil des Rückenmarks im zentralen Nervensystem.

Medulla spinalis

Rückenmark, bestehend aus acht Hals-, zwölf Brust-, fünf Lenden-, fünf Kreuzbeinsegmenten.

Modifikation

Abänderung.

Morbidität

die in einem bestimmten Zeitraum registrierte Zahl der Krankheitsfälle einer definierten Krankheit bezogen auf die Bevölkerungszahl.

moribund

im Sterben liegend.

Muskeldystrophie

Schwund der Muskulatur infolge krankhafter Vorgänge des Muskelstoffwechsels (zahlreiche verschiedene Arten unterschiedlicher Altersgruppen).

myofasziales Syndrom

Schmerzen, die Muskeln, das dazugehörige Bindegewebe und die entsprechenden Sehnen betreffen und sowohl örtlich begrenzt als auch generalisiert sein können.

Nervus abducens

Vl. Hirnnerv. Bewegt das Auge waagerecht nach außen. Häufigste Augenmuskellähmung: Auge weicht nach innen ab, es entstehen horizontal nebeneinanderstehende Doppelbilder.

Neuro-Orthopädie

Lehre von den normalen und krankhaft gestörten Beziehungen von Wirbelsäule und Rückenmark sowie den Nervenwurzeln.

Neuro-Pädiatrie

die Neurologie des Kindesalters in allen seinen Entwicklungsstadien bis zur Pubertät.

Neuro-Radiologie
Untersuchung des Nervensystems mit röntgenologischen Methoden, z.B. zerebrale und spinale Angiographie, Myelographie, Szintigraphie, Computertomographie, Kernspintomographie.

Siehe auch: Kernspintomographie

Kernspintomographie

neues bildgebendes Diagnoseverfahren für die Medizin (ohne Verwendung von Röntgenstrahlen). Anatomisch getreue, lehrbuchartige Darstellung von krankhaften Organ- und Gewebeveränderungen, Durchblutungsstörungen, Darstellung von Gehirn, Rückenmark und MS-Herden.
Atomkerne, z.B. Wasserstoff, werden in einem starken Magnetfeld durch hochfrequente elektromagnetische Impulse beeinflußt und geben dadurch Resonanzsignale ab, aus denen Schnittbilder (Tomogramme) des Körpers, bei der MS des Gehirns und des Rückenmarks mit seinen Krankheitsherden errechnet und abgebildet werden.
Daher auch die Bezeichnung für dieses diagnostische Verfahren: NMR = nuclear magnetic resonance (engl.) oder MRI= magnetic resonance imaging. Nucleus: (lat.) = Kern. Spin: (engl.) = schnelle Drehung. Quantenzahl, mit der die Rotation (Eigenimpulse) von Elementarteilchen und Atomkernen (hier Wasserstoff) angezeigt wird.

Neuroradiologie

Untersuchung des Nervensystems mit röntgenologischen Methoden, z.B. zerebrale und spinale Angiographie, Myelographie, Szintigraphie, Computertomographie, Kernspintomographie (s.).

neutralisierende Antikörper (NAK)
Antikörper, die die Wirkung des Stoffes gegen den sie gerichtet sind neutralisieren. NAK's können unter Umständen für den Wirkungsverlust von Beta-Interferonen verantwortlich sein.
Oligodendroglia
Gewebe aus Oligodendrozyten (Zellen, die für die Bemarkung der Axone verantwortlich sind).
oligoklonale Banden
spezielles Muster in der Elektrophorese des Liquors vor allem bei entzündlichen Krankheiten wie der MS.
orthostatisches Syndrom

Neigung zu niedrigem Blutdruck, Pulsanstieg und Schwindel in aufrechter Haltung und Neigung zu Ohnmachten bei längerem Stehen.

Osteochondrose

degenerative Veränderung der Bandscheiben, häufig kombiniert mit Umbau der Wirbel (Spondylose) und der kleinen Wirbelgelenke (Spondylarthrose).

Papille des Sehnerven

runde, etwas erhabene Austrittsstelle des Sehnervs aus der Netzhaut, gelb-rötlich gefärbt. Kann beim Augenspiegeln am Augenhintergrund betrachtet werden.

Pendelnystagmus

Siehe auch: Nystagmus

Nystagmus

Augenzittern. Unwillkürlich ablaufende Ruck- oder Pendelbewegungen der Augäpfel in horizontaler, seltener in vertikaler Richtung. Blickrichtungsnystagmus: Auftreten von Rucknystagmus mit einer schnellen und langsamen Komponente beim Blick nach links oder nach rechts, nach oben oder unten. Die schnelle Bewegung erfolgt in Blickrichtung (häufig bei MS). optokinetischer Nystagmus: Auftreten von Nystagmus bei Verfolgung bewegter Gegenstände mit den Augen, z.B. fahrender Zug, rotierende Schwarzweiß-Streifen. Bei MS häufig gestört.
Pendelnystagmus: Hin- und Herpendeln der Augen beim Blick geradeaus oder beim Fixieren von Gegenständen, meist angeboren.
Rucknystagmus: bestehend aus einer nach der kranken Seite langsamen und nach der Gegenseite schnellen Bewegung.

Physikalische Heilmethoden

Anwendung physikalischer Faktoren zu Heilzwecken, z.B. des Wassers (Hydrotherapie), des Klimas, der Heilquellen (Balneotherapie), Massage, Krankengymnastik.

postpunktionelle Beschwerden
heftige Kopfschmerzen nach lumbaler Liquorentnahme (Lumbalpunktion) mit schmerzhafter Nackensteife, Nackenhinterkopfschmerzen, Erbrechen, Schwindel, Ohrensausen. Beschwerden besonders auftretend bei Aufrichten aus dem Liegen. Nicht alle Patienten betroffen. (Bei Verwendung spezieller Punktionsnadeln sehr selten.)

Siehe auch: Liquor, Lumbalpunktion

Liquor

Flüssigkeit, Lösung: In der Neurologie bezeichnet mit Hirn-, Nervenwasser, Rückenmarkflüssigkeit. Wässrige helle, klare Flüssigkeit in den Hirnkammern, wo sie gebildet wird und das Gehirn und Rückenmark wie einen Flüssigkeitsschutzmantel umgibt (Liquor cerebrospinalis).

Lumbalpunktion

Entnahme von Liquor aus dem Wirbelkanal mit einer Kanüle (Hohlnadel) in Höhe des 3./4. oder 4./5. Lendenwirbels. In diesem Bereich findet sich kein Rückenmark mehr. Es ist deshalb falsch, von einer "Rückenmarks-Punktion" zu sprechen. Siehe auch postpunktionelle Beschwerden (Beschwerden nach Liquorentnahme).

Prädilektionsalter

bevorzugtes Alter, in welchem eine Krankheit auftritt.

Prädilektionsstelle

bevorzugte Stelle.

progredient

fortschreitender, sich verschlechternd, zunehmend.

Pseudoschub
nur vermeintlicher Schub bedingt durch Fieber (Blasenentzündung) oder körperliche Überanstrengung.

Siehe auch: Uhthoff-Phänomen

Uhthoff-Phänomen
bei Patienten mit Multipler Sklerose auftretende Verschlechterung neurologischer Symptome oder der allgemeinen Leistungsfähigkeit im Rahmen erhöhter Umgebungs- odr Körpertemperatur (Fieber), die im Extremfall zu vorübergehenden kompletten Lähmungserscheinungen führen kann. Die Symptome bilden sich immer wieder zurück.
Pubertas tarda

verspätet einsetzende geschlechtliche Reife.

Pyramidenbahn

beidseitig angelegte motorische Nervenbahnen im zentralen Nervensystem zu den im Hals-, Brust- und Lendenteil des Rückenmarks befindlichen motorischen Zellen. Schädigung bewirkt spastische Lähmung.

Siehe auch: Lähmung, spastische, Zentralnervensystem

Lähmung, spastische

hervorgerufen durch Schädigung motorischer Bahnen im zentralen Nervensystem. Symptome: gesteigerte Muskeleigenreflexe, pathologische Reflexe, Erhöhung des Muskeltonus, Beine in Streckstellung, steif, Adduktorenspasmus, Arme später in Beugestellung, Aufhebung der Fähigkeit, besonders mit den Fingern Einzelbewegungen auszuführen (kein Muskelschwund). Bei Multipler Sklerose die Regel.

Zentralnervensystem

(ZNS). Gehirn und Rückenmark als das der Reizverarbeitung  und -beantwortung sowie der Bewußtseinsbildung und den  Denkprozessen (Gehirn) dienendes Integrationszentrum des Nervensystems.

radiculär

(Radix = die Wurzel) Beschwerden oder Krankheitszeichen, die von einer oder mehreren Nervenwurzeln ausgehen.

randomisierte Studie
anhand einer vorbereiteten Liste wird zufällig entschieden, ob eine Behandlung (z.B. mit einem Medikament) durchgeführt wird oder nicht (dann eventuell Gabe eines  Scheinmedikamentes).
retrograd

rückwärts, entgegen der üblichen Verlaufsrichtung.

Rezidiv

Rückfall, Wiedererkrankung (z.B. rezidivierender Verlauf).

Sedierung
medikamentös verursachte Beruhigung.
Sehnervenentzündung

Siehe auch: Neuritis nervi optici

Neuritis nervi optici

Sehnervenentzündung mit vorübergehendem oder dauerndem Verlust der Sehschärfe. Bei MS häufig.

skandierende Sprache
Koordinationsstörung des Sprechens, die sich als abgehacktes (jede Silbe für sich gesprochen) und verwaschenes (undeutliches) Sprechen äußert.
Spondylarthrose

Verformung der kleinen Wirbelgelenke mit Einengung der Wirbellöcher, dadurch oft Kompression der austretenden Nervenwurzeln. Degenerativer Prozeß (Abnützungserscheinungen).

Standataxie

Siehe auch: Ataxie

Ataxie
(Ataxis= Unordnung im Bewegungsablauf); Störung des geordneten Zusammenwirkens der Muskeln, wodurch das Zustandekommen einer zielgerichteten Bewegung gestört oder aufgehoben ist. Anderer Ausdruck für Koordinationsstörung (s.).
Gangataxie: Breitbeiniger, schwankender, unsicherer Gang (wie betrunken).
Standataxie: Unfähigkeit, ohne Hilfe sicher zu stehen. Folge: Schwanken, Fallneigung nach einer oder mehreren Richtungen, Umfallen.
Strahlendosis

die auf physikalischem Wege bestimmte Menge und Intensität von ionisierenden Strahlen.

Substitutionsbehandlung

Behandlung, bei welcher eine dem Körper fehlende Substanz zugeführt wird.

symptomatische Behandlung / symptomatische Therapie
die Behandlung bezieht sich nur auf Symptome (z.B. Schmerzen oder Spastik).
Syndrom

Gruppe von sich weitgehend gleichenden Krankheitszeichen, denen verschiedene Ursachen und Verläufe zugrunde liegen können.

temporale Ablassung der Papille (Sehnervenkopf) am Augenhintergrund

Blässe (weiße Verfärbung) der schläfenseitigen Hälfte der Sehnervenpapille (Sehnervenkopf) infolge Untergang der Nervenfasern für das schärfste Sehen, die zur Macula ziehen und die an der Papille schläfenseitig angeordnet sind (ophthalmoskopisch zu erkennen), Folge einer Sehnervenentzündung, häufig bei MS.

Siehe auch: Macula

Macula

Fleck. Macula lutea: der gelbe Fleck des Augenhintergrundes, hier Konzentration der Sehfasern, die das scharfe, punktförmige Sehen ermöglichen.

Tetrahydrocannabinol (THC)
Wirkstoff von Haschisch.
Thymusdrüse
hinter dem Brustbein gelegenes Organ, für die Entwicklung der Immunität wichtig.
Vibrationsempfinden

Wahrnehmung der Schwingungen einer auf markante Knochenpunkte, z.B. Ellenbogen, Kniescheibe, Zehengelenk usw., aufgesetzten Stimmgabel.

Siehe auch: Pallästhesie

Pallästhesie

Vibrationssinn. Wahrnehmung der Schwingungen einer auf einen dicht unter der Haut liegenden Knochen aufgesetzten Stimmgabel.

Virus, das

(die Viren): Sammelbegriff für zahlreiche verschiedene bakteriendichte Filter passierende Mikroorganismen, die nur in lebenden Zellen wachsen und sich vermehren können und den Stoffwechsel der Zellen verändern und diese evtl. zerstören.
langsame Viren: (slow virus): ruhen Monate, Jahre oder auch länger in den Zellen, werden in deren Stoffwechsel eingebaut, um oft erst viel später ihre das Gewebe zerstörende Wirkung zu entfalten.

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Prof. Dr. Horst Wiethölter
Ärztlicher Direktor der Neurologischen Klinik des Bürgerhospitals im Klinikum Stuttgart.
Stv. Vorsitzender der AMSEL e.V.

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