AMSEL - Aktion Multiple Skleroser Erkrankter - Landesverband der DMSG (AMSEL, Landesverband e.V.)
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Letzte Änderung am 13.07.2011

...itis

Wortendung kennzeichnet entzündlich, Entzündung.

Achsenzylinder

Axon = Fortsatz einer Nervenzelle (Ganglienzelle), ist umhüllt von Zellen, die Markscheiden bilden können. Axon mit Markscheide oder Hüllzelle = Neurit.

Siehe auch: Neurit

Neurit

Fortsatz einer Nervenzelle (Ganglienzelle) mit feinen Fasern (Neurofibrillen) ausgestattet, leitet die von der Nervenzelle ausgelösten Impulse.

ACTH

Abkürzung für adrenocorticotropes Hormon = Kortikotropin. Hormon des Hypophysenvorderlappens, welches die Nebennierenrinde stimuliert (anregt).

Adduktoren

die Beine zusammenführende Muskeln an der Innenseite der Oberschenkel (bei zentraler Lähmung Adduktorenspasmus).

ADEM
Abkürzung für akute disseminierte Enzephalomyelitis. Erkrankung, die wie ein (zumeist schwerer) erster Schub einer MS verläuft, der sich im weiteren Verlauf aber nicht wiederholt (monophasisch).
Adiadochokinese

Aufhebung der Feinbeweglichkeit, z.B. der Finger.

Siehe auch: Diadochokinese

Diadochokinese

Fähigkeit, rasch aufeinanderfolgende Bewegungen auszuführen (diadochos = rasch aufeinander folgend), z.B. mit den Fingern beim Maschinenschreiben.

Adrenokortikotropin

Siehe auch: ACTH

ACTH

Abkürzung für adrenocorticotropes Hormon = Kortikotropin. Hormon des Hypophysenvorderlappens, welches die Nebennierenrinde stimuliert (anregt).

Adynamie

Antriebslosigkeit.

afferent

aufwärts, in Richtung des Gehirns leitend, z.B. sensible Reize.

Affinität

Anziehung, chemische Verwandtschaft, Neigung, einen bestimmten chemischen Stoff anzuziehen.

Ageusie

Unvermögen zu schmecken.

Aggression

Angriff, Abwehr körperfremder Substanzen oder Angriff auf das eigene Nervengewebe, letzteres bei MS wahrscheinlich.

Agnosie

Unvermögen, trotz unversehrter Sinneswahrnehmung sinnliche Eindrücke richtig zu deuten, u.a.: Gehörtes: Seelentaubheit; Gesehenes: Seelenblindheit; Unfähigkeit des Wiedererkennens von Gegenständen. Verlust des Entfernungsschätzens. Verlust des Erkennens von Gegenständen durch Betasten, ohne daß eine Störung des Tastgefühls vorliegt. Ursache: organische Hirnerkrankung.

Agonist

gleichsinnig bewegende Muskeln, z.B. alle Muskeln, die das Bein strecken.

Agraphie

Unfähigkeit zu schreiben, z.B. bei Verlust der Fähigkeit, Schriftzeichen in die richtige Reihenfolge zu bringen. Ursache: organische Hirnerkrankung.

Akalkulie

Verlust der Fähigkeit zu rechnen. Ursache: organische Hirnerkrankung.

Akinese

Bewegungsarmut, Bewegungsunfähigkeit bei fehlendem Antrieb.

Akkommodation

Naheinstellung des Auges, die mit Pupillenverengung einhergeht; durch Veränderung der Linsenkrümmung wird scharfes Fern- und Nahsehen ermöglicht.

Akne

Hauterkrankung, besonders im Gesicht, im Bereich des Halsausschnittes und am Rücken. Kortisonbehandlung kann Aknebildung vorübergehend fördern.

Albumin

Gruppe von wasserlöslichen Eiweißkörpern, Transportmittel für Substanzen im Blut.

Alexie

Schriftblindheit, aufgehobenes Verständnis für Schriftzeichen. Ursache: organische Hirnerkrankung.

allanästhesie

aufgehobenes Vibrationsempfinden.

Allergie

veränderte Reaktionsweise des Organismus. Überempfindlichkeitsreaktionen gegenüber bestimmten Substanzen wie Samenpollen, Tierhaaren, Chemikalien, Nahrungsmitteln u.v.m., die u.a. zur Erkrankung der Haut oder der Atemwege
(z.B. Asthma, Heuschnupfen) führen.

Amaurose

Blindheit.

Amblyopie

Schwachsichtigkeit; oft angeboren auf einem Auge, Folge von Schielen.

Amnesie

Erinnerungslosigkeit für einen bestimmten Zeitraum von Minuten, Stunden, Tagen, Wochen, Monaten. Bei Vergiftungen, Infektionen und traumatischen Schädigungen des Gehirns.

Analgesie

Unempfindlichkeit gegenüber Schmerzreizen in einem bestimmten Hautbezirk.

Analgetikum
schmerzstillendes oder -linderndes Medikament
Anamnese

Vorgeschichte einer Krankheit. Darstellung der Entwicklung der jetzigen und früheren Erkrankungen durch den Patienten.

Anästhesie

Unempfindlichkeit gegenüber Berührungsreizen.

Anazidität

Fehlen der Magensäure. Mit Magenbeschwerden verbunden.

Anfall (Iktus)

akute, vorübergehende Veränderung des Bewußtseinszustandes, oft von Krämpfen begleitet (Epilepsie). Auch Kreislaufkollaps (Synkope) infolge plötzlichen Blutdruckabfalls.

Angio-MRT

ein spezielles Rechenverfahren, mit dem die Blutgefäße im Gehirn nach einer kernspintomographischen (s. MRT) Aufnahme dargestellt werden können.

Angiographie

Röntgendarstellung der Blutgefäße durch Einspritzen eines Kontrastmittels unter Bildschirmkontrolle.
Angiographie, cerebrale: Röntgendarstellung der Hirngefäße (Arterien, Venen, große venöse Blutleiter) mit Kontrastmittel.

Ankylose

Gelenkversteifung.

Anosmie

Ausfall des Geruchsvermögens.

Antacida

Medikamente, mit denen die Salzsäure des Magens gebunden wird.

Antagonist

Gegensinnig bewegende Muskeln, z.B. Beuger und Strecker.

Antigen

Substanz, u.a. Viren, die eine Immunantwort auslöst. Der Körper reagiert mit Immunzellen (Lymphozyten) und Gegenprodukten (Antikörper).

antiinflamatorisch
gegen entzündliche Vorgänge gerichtet
antikonvulsive Therapie

medikamentöse Behandlung zur Verhinderung des Auftretens epileptischer (Krampf-) Anfälle.

Antikörper

zur Vernichtung des den Organismus schädigenden Antigens gebildete Abwehrstoffe, u.a. Immunglobuline.

Antispastikum

(Mehrzahl: Antispastika) Medikament zur Herabsetzung eines krankhaft erhöhten Muskeltonus.

Siehe auch: Spastik

Spastik

krankhafte Erhöhung des Muskeltonus als federnder, mit der Geschwindigkeit passiver und aktiver Bewegungen zunehmender Muskelwiderstand, z.B. Beine in Streckhaltung können nicht in den einzelnen Gelenken gebeugt werden.

Anus

After.

Aphasie

Verlust der Sprache oder Störung im kommunikativen Gebrauch der Sprache.

  • motorisch: Verlust der Fähigkeit, Laute, Silben, Worte, Sätze zu bilden.
  • sensorisch: Verlust der Fähigkeit, Schrift- und Zahlensymbole zu erkennen. 
  • amnestisch: Verlust der Fähigkeit, Gegenstände, Begriffe, abstrakte Begriffe zu nennen. Sprechmuskulatur meist intakt.
Aphonie

Stimm-, Tonlosigkeit.

Areflexie

Es können keine Muskeleigenreflexe ausgelöst werden.

Arterie

Schlagader. Gefäß, in welchem Blut vom Herzen in die Körperabschnitte fließt. Liegt die Arterie unter der Haut, sind entsprechend dem Herzschlag ihre Pulsationen zu tasten (Puls).

Arthrose

nicht entzündliche, degenerative, deformierende, meist schmerzhafte Gelenkerkrankung.

Aspirationspneumonie

Lungenentzündung durch Aspiration (Einsaugen beim Einatmen, z.B. von Nahrungsbestandteilen oder Erbrochenem). Häufigste Ursache ist Schlucklähmung.

Ataxie
(Ataxis= Unordnung im Bewegungsablauf); Störung des geordneten Zusammenwirkens der Muskeln, wodurch das Zustandekommen einer zielgerichteten Bewegung gestört oder aufgehoben ist. Anderer Ausdruck für Koordinationsstörung (s.).
Gangataxie: Breitbeiniger, schwankender, unsicherer Gang (wie betrunken).
Standataxie: Unfähigkeit, ohne Hilfe sicher zu stehen. Folge: Schwanken, Fallneigung nach einer oder mehreren Richtungen, Umfallen.
Ätiologie

Lehre von den Krankheitsursachen, auch die Krankheitsursache selbst.

ätiologisch:
ursächlich.

Ätiologie
Lehre von den Krankheitsursachen, auch die Krankheitsursache selbst. ätiologisch: ursächlich.
atonisch
Atrophie

Volumenminderung eines Organs (z.B. des Muskels) infolge Schwund seiner funktionstragenden Zellen (Muskelfasern, Muskelsubstanz) durch Schädigung der den Muskel versorgenden motorischen Nerven oder durch Inaktivität.

Augenhintergrund
rückwärtiger, innerer Teil des Augapfels: Aderhaut, Netzhaut,  Blutgefäße (Arterien und Venen), Sehnervkopf, Macula (Stelle des schärfsten Sehens).
Augenmuskelparese

Lähmung der Augenmuskulatur, kann zu Doppelbildern führen.

Augenspiegeln

(Ophthalmoskopie); mit Hilfe von optischen Instrumenten schmerzloses Betrachten und diagnostische Beurteilung des Augenhintergrundes.

Autoaggression
autochthon

am ursprünglichen Entstehungsort verbleibend.

Autogenes Training

bestimmte, genau festgelegte Übungen zur Selbstentspannung und damit zur psychovegetativen Selbstbeeinflussung. Mit dieser Methode, wenn sie perfekt erlernt ist, lassen sich Muskelspasmen, Muskelverspannungen, Bewegungs- und Haltetremor, spastische Harnverhaltung, vegetative Beschwerden (Kopf, Herz, Magen, Darm) günstig beeinflussen.

autoimmun

Immunreaktion, die gegen körpereigenes Gewebe gerichtet ist.

Siehe auch: Autoaggression

Autoaggression

 

Autoimmunerkrankung

Erkrankung, die durch (fehlgesteuerte) autoimmune Reaktion verursacht ist.

Automatismen

unwillkürliche, nicht wissentlich beeinflußbare Bewegungen.

Siehe auch: Beugeautomatismen

Beugeautomatismen

häufig nachts auftretende unwillkürliche, automatische, schmerzhafte Kontraktionen der  Beugemuskeln, u.a. der Beine (Beine an den Leib gezogen), wobei willentliches Gegenstrecken nicht möglich ist.

Autopsie (auch Sektion)

medizinische Untersuchung einer Leiche.

Avitaminose

Erkrankung infolge ungenügender Zufuhr von einem oder mehreren Vitaminen.

Siehe auch: Vitamine

Vitamine

bestimmte, für das Wachstum und die Erhaltung des Organismus unentbehrliche Stoffe, deren Fehlen in der Nahrung schwere Krankheiten – Avitaminosen – hervorruft. Vitamine müssen mit der Nahrung zugeführt werden, da sie vom Körper nicht selbst gebildet werden können. Die einzelnen Vitamine werden mit den verschiedenen Buchstaben bezeichnet.

Axon

Siehe auch: Achsenzylinder

Achsenzylinder

Axon = Fortsatz einer Nervenzelle (Ganglienzelle), ist umhüllt von Zellen, die Markscheiden bilden können. Axon mit Markscheide oder Hüllzelle = Neurit.

Azathioprin

Immunsuppressivum. Unterdrückt Immunreaktionen, die auch gegen das eigene Körpergewebe gerichtet sind, u.a. auch gegen die Markscheiden (siehe Beipackzettel).

B-Lymphozyten
aus dem Knochenmark stammende Lymphozyten, die sich in Plasmazellen umwandeln können und Immunglobuline zur Aufrechterhaltung der Immunität bilden.
Babinski-Zeichen
beim Bestreichen der seitlichen Fußsohle wird die Großzehe nach oben gestreckt mit gleichzeitigem Spreizen der übrigen Zehen. Er gehört zu den Zeichen einer Schädigung des zentralen Nervensystems und ist bei der MS häufig nachweisbar.

Siehe auch: Zentralnervensystem

Zentralnervensystem

(ZNS). Gehirn und Rückenmark als das der Reizverarbeitung  und -beantwortung sowie der Bewußtseinsbildung und den  Denkprozessen (Gehirn) dienendes Integrationszentrum des Nervensystems.

Balint-Gruppe

(Arzt, Biochemiker, Psychotherapeut, 1896-1970, Budapest, England). Kleiner Kreis sich regelmäßig zusammenfindender niedergelassener Ärzte, die anhand einschlägiger Fälle aus der eigenen Praxis im gegenseitigen Gespräch unter Leitung eines Psychotherapeuten die psychodynamischen Zusammenhänge zwischen Arzt und Patienten aufzuhellen suchen, um Fehlbeziehungen abzubauen und Spannungen zu beseitigen.

Balken

(= Corpus callosum); eine die beiden Großhirnhälften verbindende Masse querverlaufender markhaltiger Nervenfasern, häufig von der Demyelinisierung der MS betroffen.

Balo-Syndrom

konzentrische Sklerose. Gehört zu den Varianten der MS  und ist dadurch charakterisiert, dass Entmarkungsherde im Gehirn in ausgeprägter Zwiebelschalenformation auftreten. Unterscheidung zu normaler schubförmig verlaufender MS nur im Kernspin möglich.

Bandagengefühl

Siehe auch: Parästhesie

Parästhesie

von selbst, ohne Reiz von außen, auftretende Mißempfindungen. Bei MS z.B. Ameisenlaufen in Gliedabschnitten, oft unangenehm, oder Schnürgefühle, Bandagengefühle, wovon Rumpf, größere Gelenke oder Extremitätenabschnitte betroffen sein können. Bei MS meist asymmetrisch, von verschiedener Dauer und Heftigkeit.

Bandscheibe

Discus intervertebralis. Aus einem äußeren Faserring und einem gallertartigen Kern bestehende knorpelige Zwischenwirbelscheibe, die zwischen den Wirbelkörpern liegt und durch welche die Biegsamkeit der Wirbelsäule ermöglicht wird.

basal

auf die Basis bezogen, unten gelegen.

Basis

Grund, unterer Teil eines Organs.

Basistherapie

Behandlungsmaßnahmen zur Erhaltung des Allgemeinzustandes und zur Verhinderung von Komplikationen und Folgeschäden.

BEAR
(s. AEP, akustische Hirnstammpotentiale).
Beckenboden EMG (Elektromyographie)

Registrierung der elektrischen Aktivität der Beckenbodenmuskeln mit Nadelelektroden.

Behinderung

meßbar durch EDSS (Expanded disability status scale = erweiterte Behinderungsskala).

benigne

gutartig.

Berührungsempfindung

Wahrnehmung von Berührungsreizen und Fähigkeit, sie mit geschlossenen Augen zu lokalisieren.

Beta-lnterferon

Eiweißkörper, der unter bestimmten Situationen von Fibroblasten gebildet wird, der inzwischen auch großtechnisch rekombinant hergestellt werden kann. Es gibt ein Beta-Interferon 1a, das mit dem natürlichen Betainterferon identisch ist und in Hamsterovarzellen produziert wird sowie ein Beta-Interferon 1b, das in einem Bakterium (Escherichia coli) rekombinant hergestellt wird. Beide Beta-Interferone werden in der Behandlung der MS eingesetzt.

Beugeautomatismen

häufig nachts auftretende unwillkürliche, automatische, schmerzhafte Kontraktionen der  Beugemuskeln, u.a. der Beine (Beine an den Leib gezogen), wobei willentliches Gegenstrecken nicht möglich ist.

Bindegewebe

Füll- und Hüllgewebe, z.B. Organkapseln, Nervenhüllen, Begleitgewebe der Blutgefäße.

biographische Anamnese

Darstellung der gesamten Lebensgeschichte durch den Patienten.

Biopsie
Entnahme von Körpergewebe zur mikroskopischen Untersuchung unter örtlicher Betäubung.
Black holes

Als black holes bezeichnet man "Schwarze Löcher" in der Magnetresonanztomographie in speziellen Darstellungsformen, den T1-betonten Bildern. Die sich so darstellenden dunklen, meistens scharf berandeten Herde stellen ausgebrannte MS-Herde dar, in denen es zu einem irreversiblen Untergang von Hirngewebe mit axonaler Degeneration gekommen ist. In den T2-betonten Bildern stellen sie sich übrigens hell (hyperintens) dar.

Blickrichtungsnystagmus

Siehe auch: Nystagmus

Nystagmus

Augenzittern. Unwillkürlich ablaufende Ruck- oder Pendelbewegungen der Augäpfel in horizontaler, seltener in vertikaler Richtung. Blickrichtungsnystagmus: Auftreten von Rucknystagmus mit einer schnellen und langsamen Komponente beim Blick nach links oder nach rechts, nach oben oder unten. Die schnelle Bewegung erfolgt in Blickrichtung (häufig bei MS). optokinetischer Nystagmus: Auftreten von Nystagmus bei Verfolgung bewegter Gegenstände mit den Augen, z.B. fahrender Zug, rotierende Schwarzweiß-Streifen. Bei MS häufig gestört.
Pendelnystagmus: Hin- und Herpendeln der Augen beim Blick geradeaus oder beim Fixieren von Gegenständen, meist angeboren.
Rucknystagmus: bestehend aus einer nach der kranken Seite langsamen und nach der Gegenseite schnellen Bewegung.

Blinkreflex

Lidschlußreflex. Beklopfen der Nasenwurzel mit dem Reflexhammer oder Finger löst Lidschluß aus. Fehlen ist Krankheitszeichen.

Bobath-Methode (englisches Ehepaar)
eine spezielle Form der Krankengymnastik, die sich für Patienten mit Schlaganfällen oder Multipler Sklerose besonders eignet.
Botulinumtoxin
Nahrungsmittelgift eines Bakteriums, das zu Lähmung führt. Es wird zur Behandlung von Spastik in den Muskel gespritzt.
BSG

1. [med.] Blutsenkungsgeschwindigkeit. Sedimentationsgeschwindigkeit der roten Blutkörperchen in Citratflüssigkeit.
2. [jur.] Bundessozialgericht.
Vom Bund in Kassel als oberster Gerichtshof für das Gebiet der Sozialgerichtsbarkeit eingerichtet.

bulbäre Sprechstörung

Lähmung der Sprechmuskulatur. Unfähigkeit, Verschluß- und Mitlaute zu bilden: P wird zu f, t zu s, k zu ch, verbunden mit Schluckstörungen und Unfähigkeit abzuhusten (angesammelter Schleim muß abgesaugt werden). Speiseteile gelangen in die Luftröhre, dadurch Gefahr der Pneumonie (Lungenentzündung durch Verschlucken), (s. Aspiration).

Bulbus

Augapfel oder untere Teile des Hirnstamms, wo sich motorische Hirnnervenkerne für Sprech-, Schluck- und Kehlkopfmuskulatur befinden.

Siehe auch: bulbäre Sprechstörung

bulbäre Sprechstörung

Lähmung der Sprechmuskulatur. Unfähigkeit, Verschluß- und Mitlaute zu bilden: P wird zu f, t zu s, k zu ch, verbunden mit Schluckstörungen und Unfähigkeit abzuhusten (angesammelter Schleim muß abgesaugt werden). Speiseteile gelangen in die Luftröhre, dadurch Gefahr der Pneumonie (Lungenentzündung durch Verschlucken), (s. Aspiration).

Cannabis
Pflanze, die eine Reihe von Drogen enthält (Haschisch, Marihuana). Wirkstoff vor allem Tetrahydrocannabinol (THC).
Cauda / Cauda equina (Pferdeschweif)
Nervenwurzelbündel, das aus dem unteren Teil des Rückenmarks entspringt.
CCT oder CT

Siehe auch: craniale Computertomographie

craniale Computertomographie

Mittels speziellem Röntgenverfahren können ohne wesentliche Belastung durch Röntgenstrahlen knöcherne Anteile und Weichteile im Innern des Schädels, u.a. Gehirn, Gehirnkammern mit Hirnflüssigkeit, Krankheitsherde, Geschwülste jeder Art, Blutungen, Gefäße, Hirnsubstanzdefekte dargestellt werden. Die Aufnahmen erfolgen in einzelnen horizontalen Schichten. Manchmal ist die diagnostische Aussagekraft durch Infusion eines Kontrastmittels in die Armvene zu erhöhen.

cerebelläre Ataxie

Oberbegriff für verschiedene Störungen der Gleichgewichtsreaktion und der Bewegungskoordination.

Cerebellum

Kleinhirn. In der hinteren Schädelgruppe gelegenes Koordinationszentrum für Bewegungen, Muskeltonus, Aufrechterhaltung des Gleichgewichts. Es besteht aus zwei Hemisphären und dem dazwischen befindlichen Wurm.
cerebellär: das Kleinhirn und seine Funktionen betreffend.

cerebrale Sklerose

eine das Gehirn betreffende (cerebral) Verhärtung Sklerose).

Cerebrum

Gehirn (lat.).

cervikal
den Hals betreffend.
Charcot-Trias

Gemeinsames Vorkommen von Nystagmus, Intensionstremor und skandierender Sprache. Benannt nach dem französischen Artz Jean-Martin Charcot.

Chemotherapie

Behandlung mit Wirkstoffen, die selektiv auf die Teilung von Zellen Einfluß nehmen und daher vor allem zur Behandlung von Tumoren eingesetzt werden. Wegen ihrer teilweise besonders ausgeprägten Wirkung auf Immunzellen werden sie auch zur Immunsuppression eingesetzt, z.B. bei schwerem MS-Verlauf.

Chorioidea

Aderhaut des Auges, gefäßreiche, der Netzhaut anliegende Membran.

Chorioiditis

Aderhautentzündung des Auges.

chronisch

langsam stetig fortschreitend, im Gegensatz zu schubförmig (s.).

Coma
tiefste Bewußtlosigkeit mit Fehlen jeder Reaktion auf künst
lich gesetzte Reize. Zustand verfällt der Erinnerungslosigkeit (Amnesie).
Conjunktiva

Bindehaut des Auges

Conjunktivitis

Bindehautentzündung.

Copolymer

Gemisch aus verschiedenen Aminosäuren, die Ähnlichkeiten mit dem Aufbau der Markscheide besitzen. Das Glatirameracetat (Gemisch aus Glutaminsäure, Lysin, Alanin, Tyrosin) stellt eine antigenspezifische Immuntherapie der MS dar.

Cornea

Hornhaut des Auges.

Cortex

Hirnrinde

cortical

zur Rindensubstanz des Gehirns gehörend.

Corticalis

die Rindensubstanz des Gehirns.

Corticoide

(Corticosteron, Cortison): Nebennieren-Rindenhormon. Zu dieser Gruppe gehören Medikamente wie Prednison, Prednisolon.

craniale Computertomographie

Mittels speziellem Röntgenverfahren können ohne wesentliche Belastung durch Röntgenstrahlen knöcherne Anteile und Weichteile im Innern des Schädels, u.a. Gehirn, Gehirnkammern mit Hirnflüssigkeit, Krankheitsherde, Geschwülste jeder Art, Blutungen, Gefäße, Hirnsubstanzdefekte dargestellt werden. Die Aufnahmen erfolgen in einzelnen horizontalen Schichten. Manchmal ist die diagnostische Aussagekraft durch Infusion eines Kontrastmittels in die Armvene zu erhöhen.

Cranium

knöcherner Schädel. cranial: in Richtung Kopf gelegen, kopfwärts; craniofazial: den Gesichtsschädel betreffend

Cystitis
Blasenentzündung (in der Regel der Harnblase).
Cytokine
von Zellen gebildete kleine Eiweißkörper, die Bildung und Funktion von anderen Zellen steuern.
Defäkation

Stuhlgang.

deformans

verformend mit Verformung (Umbau) verbunden.

Deformation, Deformität

Verformung als Dauerzustand, Miss- oder Fehlbildung. Verschleiß, degenerativ.

Siehe auch: Arthrose

Arthrose

nicht entzündliche, degenerative, deformierende, meist schmerzhafte Gelenkerkrankung.

Degeneration

Abbau von Körpergewebe, z.B. Verschleißerscheinungen von Gelenken, Gelenkknorpel, Bandscheiben. Abbau von Hirn- und Nervengewebe im Laufe des Lebens und in bestimmten Altersstufen.

Dekubitus

Druckgeschwür durch Aufliegen, meist an Stellen, wo der Knochen dicht unter der Haut liegt, sehr infektionsgefährdet und dadurch Verschlechterung des Allgemeinbefindens, Gefahr der Sepsis.

Siehe auch: Sepsis

Sepsis

Streuung von Krankheitserregern (Bakterien) über den gesamten Organismus. Nachweis von Bakterien im Blut.

Demenz

fortschreitender, hirnorganisch bedingter Abbau der intellektuellen Leistungsfähigkeit und fortschreitende organische Wesensänderung, mit Untergang von Nervenzellen einhergehend.

Dermographismus

Nachrötung und Quaddelbildung der Haut nach Bestreichen mit einem stumpfen Gegenstand.

Detrusor

die Blasenwand überziehender Muskel, der durch sein Zusammenziehen die Blasenentleerung in Gang setzt.

Diadochokinese

Fähigkeit, rasch aufeinanderfolgende Bewegungen auszuführen (diadochos = rasch aufeinander folgend), z.B. mit den Fingern beim Maschinenschreiben.

Diagnose

Erkennung einer Krankheit und ihre Benennung mit dem entsprechenden (wissenschaftlichen) Ausdruck.

Diagnostik

Durchführung einzelner diagnostischer Untersuchungen, die zur Erkennung einer Krankheit führen.

diagnostizieren
eine Diagnose stellen.
Differentialdiagnose

Abgrenzung einer Krankheit von anderen ähnlichen.

Disability

Behinderung (englisch).

Diskusprolaps
(Discus = die Scheibe). Bandscheibenvorfall im Bereich der Wirbelsäule.
distal

peripherwärts (körperfern) gelegen.

Diuretika
Medikamente mit harntreibender Wirkung.
Dolor

Schmerz.

Dosis

eine bestimmte, dem Kranken zu verabfolgende Menge eines Arzneimittels.

Dranginkontinenz
Blasenentleerungsstörung, bei der nach Auftreten eines Harndrangs das Wasser nicht gehalten werden kann.
Dysarthrie

Störung der Lautbildung (Artikulation). Das Sprechen ist leise, tonlos, verwaschen, abgehackt. Neurologische Störung der Sprachmuskulatur infolge Lähmung und mangelhaftem Zusammenwirken der Sprechmuskeln (Koordinationsstörung).

Dysästhesie

unangenehme Mißempfindungen bei Berührung an bestimmten Hautstellen.

Dysdiadochokinese

Einschränkung der Feinbeweglichkeit und Unfähigkeit, rasch aufeinanderfolgende Bewegungen (z.B. Finger) auszuführen.

Dysmetrie

Koordinations– bzw. ataktische Störung. Zielunsicherheit. Falsches Abmessen einer Bewegung, zu kurz, zu weit, zu schwach, zu kräftig, z.B. auch unnötig weites Spreizen der Finger beim Ergreifen eines Gegenstandes.

Dysphagie

Schluckstörung infolge Schwächung der Schluckmuskulatur.

Siehe auch: PEG

PEG

Perkutane endoskopische Gastrostomie. Eine Ernährungssonde wird nach Punktion durch die Bauchdecken direkt in den Magen gelegt und steht dauerhaft für die Ernährung zur Verfügung.

Dyssynergie

fehlendes oder mangelhaftes Zusammenspiel von agonistischen und antagonistischen Muskeln.

Siehe auch: Agonist, Antagonist

Agonist

gleichsinnig bewegende Muskeln, z.B. alle Muskeln, die das Bein strecken.

Antagonist

Gegensinnig bewegende Muskeln, z.B. Beuger und Strecker.

Dystonie

mit überschießender Tonuserhöhung der Muskulatur einhergehende willkürliche und unwillkürliche Bewegung mit teilweise bizarrer Gliedmaßenstellung.

Dystrophie

Muskelschwund, dessen Ursache auf Erkrankung des Muskels selbst beruht (keine Störung des peripheren Nervensystems)

Dysurie
Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen, meistens als Zeichen eier Blasenentzündung
EDSS-Skala

Die sogenannte Kurztke- oder EDSS Skala (Expanded Disability Status Scale) ermöglicht es Ärzten die klinische Behinderung von Multiple Sklerose Patienten zu beurteilen und Rückschlüsse auf die Wirksamkeit des Therapeutischen Vorgehens zu ziehen. · zur Skala

EEG

Siehe auch: Elektroenzephalographie

Elektroenzephalographie

(EEG): Ableitung und Registrierung der Potentialschwankungen (Hirnströme), die bei der bioelektrischen Tätigkeit des Gehirns entstehen.

efferent

abwärts, in Richtung der Muskulatur leitend.

Ejakulation

Samenerguß.

Elektroenzephalographie

(EEG): Ableitung und Registrierung der Potentialschwankungen (Hirnströme), die bei der bioelektrischen Tätigkeit des Gehirns entstehen.

Elektromyographie, Elektromyogramm

(EMG): durch Aufzeichnung der Muskelaktionsströme (Potentiale) gewonnenes Kurvenbild. Ableitung der elektrischen Potentiale durch Nadelelektroden, die in den Muskel eingestochen werden. Diagnostische Methode von erheblicher Aussagekraft bei Muskellähmungen und Muskelerkrankungen.

Elektroneurographie

messen der maximalen motorischen und/oder sensiblen Nervenleitgeschwindigkeit (NLG).

Elektronystagmographie

(ENG): Registrierung der durch die Bewegung der Augäpfel (Bulbi) bedingten Potentialdifferenzen zwischen Hornhaut (positiv) und Netzhaut (negativ) mit auf Stirn und Schläfen aufgesetzten Elektroden. Dient zur Beurteilung der Funktion der peripheren und zentralen Gleichgewichtsorgane.

Elektrophysiologie
Wissenschaft, die sich mit den elektrischen Vorgängen in lebenden Zellen oder Organismen beschäftigt. Elektrophysiologische Untersuchungen messen vor allem die elektrische Erregbarkeit und Funktion von Nerven- und Muskelzellen, bei der MS vor allem in Form evozierter Potentiale.

Siehe auch: evozierte Potentiale

evozierte Potentiale

(evoced potentials) Reaktionspotentiale als charakteristische EEG–Antwort bei Verabfolgung von Lichtreizen (Sehnerv) = VEP, akustischen Reizen (Hörnerv) = AEP Evozierte Potentiale sind von wesentlicher Bedeutung für die Diagnostik der MS.

EMG

Siehe auch: Elektromyographie, Elektromyogramm

Elektromyographie, Elektromyogramm

(EMG): durch Aufzeichnung der Muskelaktionsströme (Potentiale) gewonnenes Kurvenbild. Ableitung der elektrischen Potentiale durch Nadelelektroden, die in den Muskel eingestochen werden. Diagnostische Methode von erheblicher Aussagekraft bei Muskellähmungen und Muskelerkrankungen.

Encephalomyelitis disseminata

Encephalon (griech.) = das Gehirn. Myelon (griech.) = das Rückenmark. Disseminiert = verstreut. Verstreut herdförmig auftretende Hirn- und Rückenmarksentzündung. Bezeichnung für das akute (entzündliche) Stadium der MS.

Encephalon

Gehirn (griechisch).

endogen

durch innere Ursachen entstehend.

endokrin

die Drüsen mit innerer Sekretion (Hormone) betreffend.

ENG

Siehe auch: Elektronystagmographie

Elektronystagmographie

(ENG): Registrierung der durch die Bewegung der Augäpfel (Bulbi) bedingten Potentialdifferenzen zwischen Hornhaut (positiv) und Netzhaut (negativ) mit auf Stirn und Schläfen aufgesetzten Elektroden. Dient zur Beurteilung der Funktion der peripheren und zentralen Gleichgewichtsorgane.

Entmarkung

Erkrankung, u.a. MS, die mit einem Zerfall der Markscheiden einhergeht.

Entmarkungsherde

eine herdförmige Zerstörung der Markscheiden von Stecknadelkopf– bis etwa Markstückgröße, die bei der MS um kleine Venen oder diesen entlang angeordnet sein können.

Siehe auch: Markscheide

Markscheide

die mehrschichtige, weißliche Hülle der Nervenfasern in Gehirn und Rückenmark und der peripheren Nerven, die aus fettähnlichen Substanzen besteht und die gleichsam das Isoliermaterial um die "Nachrichtenkabel" der Nervenbahnen sind. Ohne Markscheiden ist keine rasche Nervenleitung möglich.

Entmarkungskrankheiten

krankhafter Zerfall der markhaltigen Substanz (weiße Substanz) des zentralen Nervensystems (Gehirn, Rückenmark). Bei der MS herdförmig, verstreut, an verschiedenen Stellen des zentralen Nervensystems, bei den einzelnen Kranken mit verschiedener Lokalisation und Häufigkeit.

Enzym

Ferment. Katalysator in Sekreten und Zellen, der für den Ablauf von Stoffwechselvorgängen notwendig ist.

Epidemiologie
Lehre von der Häufigkeit und Verteilung von Krankheiten und deren Ursachen sowie deren Verlauf.
epileptischer Anfall

"Krampfanfall"; es gibt viele verschiedene Arten epileptischer Anfälle, mit und ohne Krampfen, mit und ohne Störung des Bewusstseins.

Erektion

Versteifung des männlichen Gliedes.

Ergotherapie

Beschäftigungstherapie zur Verbes-serung oder Wiederherstellung gestörter körperlicher Funktionen.

Erythrozyt
reife, rote, kernlose, ausreichend roten Blutfarbstoff (Hämoglobin) enthaltende Blutkörperchen. Hämoglobin dient zum Transport von Sauerstoff.
Eudiadochokinese

Diadochokinese ist der geordnete rhythmische Ablauf rausch aufeinander folgender gegensinniger Bewegungen (z.B. eine gedachte Glühbirne wird rasch in eine imaginäre Fassung an der Decke eingedreht). Kann diese Bewegung nach Aufforderung korrekt und glatt durchgeführt werden, spricht man von Eudiadochokinese (eu-griechisch = normal). Ist die Bewegung gestört, spricht man von Dysdiadochokinese.

eugenisch

Maßnahmen zur Verhinderung von Schäden durch Vererbung.

Euphorie

gesteigerte Heiterkeit mit Optimismus und Minderung des Kritikvermögens. Symptom bei Stirnhirnschäden auch in Verbindung mit Kleinhirnfunktionsstörungen.

evozierte Potentiale

(evoced potentials) Reaktionspotentiale als charakteristische EEG–Antwort bei Verabfolgung von Lichtreizen (Sehnerv) = VEP, akustischen Reizen (Hörnerv) = AEP Evozierte Potentiale sind von wesentlicher Bedeutung für die Diagnostik der MS.

Siehe auch: VEP

VEP

visuell evozierte Potentiale: Durch optische Reize (z.B. wechselndes Schachbrettmuster) werden Aktionspotentiale im Gehirn ausgelöst, die mit entsprechenden Geräten erfaßt, elektronisch aufsummiert und gemessen werden können. Gibt Auskunft über Erkrankungen (auch abgelaufene) in der Sehbahn.

Exazerbation

Verschlimmerung.

exogen

durch äußere Ursachen entstehend.

Fatigue

MS-Fatigue: vorzeitige allgemeine physische und psychische Erschöpfung. Fatigue= Müdigkeit.

Fazialisparese

Halbseitige Lähmung der Gesichtsmuskulatur

Fibrinogen

Eiweißkörper im Blutplasma (s. Plasma), aus dem Fibrin entsteht = Faktor der Blutgerinnung.

Fibrinolyse

Auflösung eines Blutgerinnsels.

Finger-Nasen-Versuch (FNV)

Die Zeigefingerspitze wird bei geschlossenen Augen an
die Nasenspitze geführt. Prüfung der Zielsicherheit (Kleinhirnfunktion).

floride

"blühend", bezeichnet die rasche bzw. starke Entwicklung einer Krankheit.

fokal
herdförmig, nur einen Teil betreffend.
Fokus

(fokal, herdförmig).

Foramen

Loch.

Foramen intervertebrale

Zwischenwirbelloch, durch das die Nervenwurzeln mit ihren motorischen und sensiblen Anteilen sowie den zugehörigen Blutgefäßen ziehen.

Foramen magnum

Loch am Hinterhauptbein, in dem sich das verlängerte Rückenmark befindet, Verbindung zwischen Schädelinnenraum und Wirbelkanal.

Fremdreflex

Siehe auch: Reflex

Reflex

unwillkürliche gesetzmäßig ablaufende Reaktion des Nervensystems auf einen Reiz, z.B. Dehnung eines Muskels durch Schlag mit dem Reflexhammer auf dessen Ansatzsehne bewirkt reflektorisch Kontraktion (Zusammenziehen) des betreffenden Muskels mit Bewegungseffekt.
Muskeleigenreflex: Reflex, bei dem Reizorgan und Reflexorgan identisch sind, z.B. der Muskel.
Fremdreflex: Reflex, bei dem Reizorgan und Reflexorgan nicht dasselbe sind, z.B. Berührung der Hornhaut löst Lidschluß aus.
pathologischer Reflex: tritt nur auf bei Schädigung der absteigenden zentralen motorischen Bahnen im Gehirn, Hirnstamm und Rückenmark. Z.B. Babinski-Reflex (Eigenname): Bei Bestreichen der Fußsohle mit einem spitzen Gegenstand langsame nach oben gerichtete Bewegung der großen Zehe und Spreizung der anderen. Alle pathologischen Reflexe sind Fremdreflexe.

Funktion

die für ein Organ oder ein Organsystem charakteristische normale Tätigkeit.

funktionell

Störung der Tätigkeit von Organen ohne nachweisbare krankhafte (organische) Veränderungen.

Gadolinium

Kontrastmittel (ohne Jod), das zur Darstellung frischer entzündlicher MS-Herde in der Kernspintomographie eingesetzt wird. Es wird intravenös (in die Vene) als Kurzinfusion gespritzt.

Gangataxie

Siehe auch: Ataxie

Ataxie
(Ataxis= Unordnung im Bewegungsablauf); Störung des geordneten Zusammenwirkens der Muskeln, wodurch das Zustandekommen einer zielgerichteten Bewegung gestört oder aufgehoben ist. Anderer Ausdruck für Koordinationsstörung (s.).
Gangataxie: Breitbeiniger, schwankender, unsicherer Gang (wie betrunken).
Standataxie: Unfähigkeit, ohne Hilfe sicher zu stehen. Folge: Schwanken, Fallneigung nach einer oder mehreren Richtungen, Umfallen.
Ganglienzelle
Nervenzelle.
Genese

Entstehung, Entstehungsgeschichte

Genetik

Vererbungs-, Erblehre.

genetisch

erblich bedingt, die Vererbung betreffend.

Gewebe (Körpergewebe)

Komplex gleichartiger Formelemente (Zellen, Grundsubstanz, Fasern), die eine gemeinsame Funktion besitzen und in ihrer Besonderheit und Gesamtheit das jeweilige Organ bilden, z.B. Gehirn, Leber, Milz u.v.a.

Glatirameracetat

Siehe auch: Copolymer

Copolymer

Gemisch aus verschiedenen Aminosäuren, die Ähnlichkeiten mit dem Aufbau der Markscheide besitzen. Das Glatirameracetat (Gemisch aus Glutaminsäure, Lysin, Alanin, Tyrosin) stellt eine antigenspezifische Immuntherapie der MS dar.

Glia, Neuroglia

Stützsubstanz des zentralen Nervensystems, welches die Räume zwischen Nervenzellen, ihren Fortsätzen und Blutgefäßen ausfüllt und Nähr- und Reinigungsfunktionen ausübt. Die sklerotischen Herde der MS (Plaque) sind durch Glia gebildete Narben.

Siehe auch: Plaque

Plaque
(frz. = Platte) fleckförmig  begrenzte, plattenartige Erhabenheit oder Gewebsverdichtung unterschiedlicher Größe. Bei MS die sklerotischen, aus Gliafilz bestehenden Herde im zentralen Nervensystem.
Gliose
Narbenbildung im zentralen Nervensystem durch Vermehrung der Glia-Zellen.

Siehe auch: Glia, Neuroglia, Zentralnervensystem

Glia, Neuroglia

Stützsubstanz des zentralen Nervensystems, welches die Räume zwischen Nervenzellen, ihren Fortsätzen und Blutgefäßen ausfüllt und Nähr- und Reinigungsfunktionen ausübt. Die sklerotischen Herde der MS (Plaque) sind durch Glia gebildete Narben.

Zentralnervensystem

(ZNS). Gehirn und Rückenmark als das der Reizverarbeitung  und -beantwortung sowie der Bewußtseinsbildung und den  Denkprozessen (Gehirn) dienendes Integrationszentrum des Nervensystems.

Globulin
bestimmte Gruppe von Eiweißstoffen im Blut. Eine ihrer Fraktionen enthält auch die Träger der Immuneigenschaften im Blut. Wichtig als Körperbaustein für Hormone, Bestandteile von Enzymen und als Blutgerinnungsfaktoren.

Siehe auch: Enzym, Immunglobuline

Enzym

Ferment. Katalysator in Sekreten und Zellen, der für den Ablauf von Stoffwechselvorgängen notwendig ist.

Immunglobuline

Eiweißkörper (Gammaglobulin) als Träger der Immunität.

graue Substanz
die grau aussehenden Teile des zentralen Nervensystems mit Sitz von Nervenzellen. Im Gegensatz dazu ist die weiße Substanz von bemarkten Nervenfasern durchzogen.

Siehe auch: Zentralnervensystem

Zentralnervensystem

(ZNS). Gehirn und Rückenmark als das der Reizverarbeitung  und -beantwortung sowie der Bewußtseinsbildung und den  Denkprozessen (Gehirn) dienendes Integrationszentrum des Nervensystems.

Haltetremor

Siehe auch: Tremor

Tremor

Zittern.
Aktions-Bewegungstremor: Auftreten von Zittern bei Ausführung einer Bewegung, besonders mit Armen und Händen, kann den geordneten Bewegungsablauf vernichten, z.B. auch beim Greifen eines Gegenstandes. Intentionstremor: Auftreten des Zitterns bei Zielbewegung, z.B. FNV = Finger-Nase-Versuch.
Ruhetremor: langsames, weiches Zittern in Ruhestellung, besonders der Hände und Finger, schwindet oder verringert sich bei Ausführung einer Bewegung.

Hämoglobin

Farbstoff der roten Blutkörperchen als Sauerstofftransporteur.

Harninkontinenz
unwillkürlicher Harnabgang

Siehe auch: Inkontinenz

Inkontinenz

unfreiwilliger Urin- oder Stuhlabgang. Unvermögen, willkürlich Harn oder Stuhl zurückhalten zu können.

Hemiplegie

Siehe auch: Plegie

Plegie

komplette Lähmung. 
Hemiplegie: Halbseitenlähmung (Arm und Bein). 
Monoplegie: Lähmung nur eines Gliedmaßes oder eines Gliedmaßenabschnittes.
Paraplegie: Lähmung beider Arme oder Beine.
Tetraplegie: Lähmung aller vier Gliedmaßen.

Heparin
Medikament zur Gerinnungshemmung bei Bettlägerigen zur Verringerung des Thromboserisikos.
hereditär
vererbbar, vererbt, erblich.
Hippotherapie

Reittherapie.

Hirnatrophie

Schrumpfung des Gehirns.

Hirnnerven

die das Gehirn an dessen basaler (unterer) Seite (Ausnahme IV. Hirnnerv) verlassenden Nerven, die motorische und/oder sensible und/oder parasympathische Fasern führen.
I.    Nervus olfactorius: Riechnerv.
II.   Nervus opticus: Sehnerv.
III., IV., VI.: Nervus oculomotorius, trochlearis, abducens:
       Augenmuskelnerven.
V.    Nervus trigeminus: Drillingsnerv.
VII.  Nervus facialis: Gesichtsmuskelnerv.
VIII. Nervus stato-acusticus: Gehör– und Gleichgewichtsnerv.
IX:   Nervus glossopharyngeus: Zungen-Rachennerv.
X.    Nervus vagus: Kehlkopfnerv.
XI.   Nervus accessorius: Schulter–Nackenmuskelnerv.
XII.  Nervus hypoglossus: Zungennerv.

Siehe auch: motorisch

motorisch

die Bewegung betreffend.

Hirnrinde

graue Substanz an der Oberfläche des Gehirns.

Histologie

Lehre vom feingeweblichen Aufbau und der Struktur (mikroskopisch) der Körperorgane.

Histopathologie

Lehre von den krankhaften feingeweblichen Veränderungen der Körperorgane.

Hormon

chemischer Stoff, der von Drüsen (Drüsen innerer Sekretion) in die Blutbahn abgesondert wird und in dafür empfindlichen Organen im Zellstoffwechsel sich auswirkende Reaktionen in Gang setzt.

Hypalgesie

verminderte Empfindlichkeit gegenüber Schmerzreizen.

Hypästhesie

verminderte Empfindlichkeit gegenüber Berührungsreizen.

Hyperazidität

zuviel an Magensäure. Störung oft mit erheblichen Magenbeschwerden einhergehend.

Hyperhidrosis

übermäßige Schweißbildung, oft nur an bestimmten Körperpartien wie Stirn, Achselhöhlen, Händen, Füßen.

Hypermetrie

infolge Koordinationsstörung über das Ziel hinausschießende, falsch abgemessene Bewegung.

Siehe auch: Koordination

Koordination

geordnetes Zusammenspiel von Muskeln und Muskelgruppen im Sinne einer zielgerichteten Bewegung, einschließlich Gehen und Stehen.

Hyperpathie

(pathos = leiden). Oft schon leichte sensible Reize lösen einen äußerst unangenehmen, oft brennenden Schmerz aus, der erst nach wenigen Sekunden einsetzt, sich nach Aussetzen des Reizes noch weiter verstärkt und in die Umgebung ausbreitet und erst allmählich wieder abklingt. Auftreten bei Teilschädigung peripherer sensibler Nerven oder auch bei Narbenbildung.

Hypertonie

Bluthochdruck.

Hypertonus
Hypochondrie

Überbewertung von körperlich unbedeutenden Beschwerden, verbunden mit unbegründeter Angst, schwer krank zu sein oder in Zukunft schwer krank zu werden.

Hypohidrosis

verminderte Schweißabsonderung.

Hypophyse

Hirnanhangsdrüse, bohnengroß, an der Schädelbasis im Türkensattel, bestehend aus Vorderlappen und Hinterlappen. Innensekretorische Drüse, die ihre Wirkstoffe (Hormone) in das Blut abgibt.

Siehe auch: innersekretorische Drüsen

innersekretorische Drüsen

Hypophyse (Hirnanhangsdrüse), Schild- und Nebenschilddrüse, Bauchspeicheldrüse, Hoden, Eierstöcke, Nebennieren.

Hypophysenvorderlappen

Siehe auch: Hypophyse

Hypophyse

Hirnanhangsdrüse, bohnengroß, an der Schädelbasis im Türkensattel, bestehend aus Vorderlappen und Hinterlappen. Innensekretorische Drüse, die ihre Wirkstoffe (Hormone) in das Blut abgibt.

Hypotonie

Blutdruckerniedrigung, oft mit Kollapsneigung.

Hypotonus
Ig
Symbol für Immunglobulin.

Siehe auch: Immunglobuline

Immunglobuline

Eiweißkörper (Gammaglobulin) als Träger der Immunität.

Imaging
(englisch: Bildgebung) Untersuchungsverfahren mit Abbildung von Struktur und Zusammensetzung eines Organs (z.B. Computertomographie, Magnetresonanztomographie, Ultraschall).
immobil
unbeweglich.
Immobilisierung

Behinderung der Beweglichkeit, z.B. durch Ruhigstellung (Verbände, Gips).

immun

unempfänglich, gefeit.

Immunaggression

immun:
gefeit, unempfindlich

Immunantikörper

anti = dagegen. Bestimmter Eiweißstoff — Immunglobulin — als Träger der Abwehrreaktion (Antikörper).

Siehe auch: Antikörper, Immunglobuline

Antikörper

zur Vernichtung des den Organismus schädigenden Antigens gebildete Abwehrstoffe, u.a. Immunglobuline.

Immunglobuline

Eiweißkörper (Gammaglobulin) als Träger der Immunität.

Immundefekt

— defizienz. Geschwächte bis fehlende Immunabwehr.

Immunglobuline

Eiweißkörper (Gammaglobulin) als Träger der Immunität.

Immunisierung

Erzeugung von Immunität, z.B. durch Impfung mit lebenden, aber abgeschwächten oder auch getöteten Erregern, bzw. durch Verabfolgung von entsprechenden Erregerextrakten oder –stoffwechselprodukten.

Immunität
Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheitserregern und deren Giften, die Fähigkeit, Antigene zu erkennen, zu beseitigen und gefeit zu sein gegenüber bestimmten Krankheiten. Zur Abwehr werden Immunglobuline (Antikörper) gebildet und immunkompetente T–Zellen (Abwehrzellen) bereitgestellt.

Siehe auch: Antigen

Antigen

Substanz, u.a. Viren, die eine Immunantwort auslöst. Der Körper reagiert mit Immunzellen (Lymphozyten) und Gegenprodukten (Antikörper).

Immunkompetente Zellen

Kompetenz = Zuständigkeit. Bestimmte weiße Blutkörperchen als B– und T–Lymphozyten bezeichnet, welche für die Abwehr eindringender Fremdkörper (Erreger) bestimmt sind, werden bereitgestellt.

Immunkompetenz

die Fähigkeit von Lymphozyten (bestimmte weiße Blutkörperchen) selbst oder mit Antikörperbildung (Abwehr) zu reagieren.

Immunmodulation
Veränderung der Immunantwort im Sinne einer Abschwächung oder Verstärkung durch medikamentöse Behandlung.
immunogen

eine Immunreaktion auslösend.

Immunologie

Lehre von der Immunität und den immunbiologischen Reaktionen des Organismus.

Immunopathie

Krankheiten infolge von fehlgesteuerten Immunvorgängen.

Immunsuppression
Suppression = Unterdrückung. Maßnahmen zur Unterdrückung von Immunvorgängen, vorwiegend durch Medikamente. Z.B. Verhinderung der Abstoßung eingepflanzter Organe oder Behandlung fehlgesteuerter immunologischer Vorgänge, die gegen eigenes Körpergewebe gerichtet (Autoimmunerkrankung) sind.

Siehe auch: Autoimmunerkrankung

Autoimmunerkrankung

Erkrankung, die durch (fehlgesteuerte) autoimmune Reaktion verursacht ist.

Immunsuppressivum

Arzneimittel, welches die Immunvorgänge (auch Autoimmunvorgänge) unterdrückt.

Immuntherapie

Anwendung von Arzneimitteln mit dem Ziel, Immunitätsvorgänge zu fördern oder zu unterdrücken.

Impotenz

Zeugungsunfähigkeit, auch Unfähig-keit, Geschlechtsverkehr auszuüben.

Impuls
Anstoß, Antrieb, elektrische Nervenzellenentladung als auslösender Reiz.
impulsive Handlungen

unkontrollierte triebartige Handlungen im Zustand der Erregung, z.B. Zerstören, Schreien, auch Töten (Amoklauf).

inaktiv

untätig, unwirksam, ruhend.

Inaktivitätsatrophie

Verschmächtigung intakter Muskeln infolge von Nichtgebrauch (nicht Muskelschwund - Muskelatrophie — durch Schädigung motorischer Nerven oder Krankheitsvorgänge im Muskel).

inapparent

verborgen, klinisch stumm, ohne erkennbare Krankheitssymptome.

Indikation

Grund zur Anwendung diagnostischer Maßnahmen oder einer Therapie.

Inflammation
Entzündung.
infratentoriell

unterhalb des Tentoriums (=zeltförmige Durafalte zwischen Hinterkopflapen und Kleinhirn)

Infusion
Verabreichung einer flüssigen Lösung (z.B. Medikament) in eine Vene (auch als "Tropf" bezeichnt).
initial

Anfang . . .

Initialsymptome

Krankheitszeichen zu Beginn einer Erkrankung

Inkontinenz

unfreiwilliger Urin- oder Stuhlabgang. Unvermögen, willkürlich Harn oder Stuhl zurückhalten zu können.

innere Sekretion

Siehe auch: Sekretion

Sekretion

Absonderung, speziell Absonderung einer Drüse.
innere Sekretion: = Hormonabsonderung verschiedener Art aus dafür bestimmten Organen und Organteilen im Körperinneren (z.B. Schilddrüse, Nebenniere u.a.).

innersekretorische Drüsen

Hypophyse (Hirnanhangsdrüse), Schild- und Nebenschilddrüse, Bauchspeicheldrüse, Hoden, Eierstöcke, Nebennieren.

Innervation

die Versorgung eines Körperteils, eines Organs durch zugeordnete motorische, sensible und vegetative Nerven, die organgemäße Funktionen auslösen oder auch hemmen.

Insuffizienz

Unzulänglichkeit, Unvermögen.

Intellekt, Intelligenz

Verstand, geistige Fähigkeit, auch Begabung.

intendieren
beabsichtigen.
Intensität

die Stärke besonderer Wirksamkeit.

intensiv

besonders stark, sehr wirksam.

Intensivstation

Spezialabteilung zur besonders intensiven (wirksamen, eingehenden, lückenlosen) Kontrolle und Behandlung der menschlichen lebenswichtigen Funktionen mit speziell dafür konstruierten Apparaten bei Notfällen aus allen medizinischen Fachgebieten.

Intentionstremor

 

Interferon

Eiweißkörper, gebildet von einer virusinfizierten Wirtszelle mit Hemmwirkung gegenüber Virusvermehrung innerhalb der Zelle. Keine einheitliche Stoffgruppe.

  • Alpha-lnterferon: wird von Leukozyten (weißen Blutkörperchen) gebildet.
  • Beta-lnterferon: wird von Fibroblasten gebildet. Wird zur Behandlung der MS eingesetzt.
  • Gamma-Interferon: wird von Lymphozyten gebildet. Kann einen MS-Schub auslösen.
interkurrent

zwischenzeitlich hinzukommende Erkrankung, die mit der Grundkrankheit nichts zu tun hat (z.B. vorübergehende Bronchitis bei Multipler Sklerose).

Intervall

Zwischenzeit. Zeit des Stillstandes, z.B. der MS zwischen einzelnen Schüben.

intraarteriell

Einbringen einer chemischen Substanz, einer Kanüle, eines Katheters in eine Arterie (Schlagader).

Intrathekalraum

Spaltraum an der Außenfläche des Gehirns und des Rückenmarks, in welchem sich Nervenflüssigkeit (Liquor) befindet.

Siehe auch: Liquor

Liquor

Flüssigkeit, Lösung: In der Neurologie bezeichnet mit Hirn-, Nervenwasser, Rückenmarkflüssigkeit. Wässrige helle, klare Flüssigkeit in den Hirnkammern, wo sie gebildet wird und das Gehirn und Rückenmark wie einen Flüssigkeitsschutzmantel umgibt (Liquor cerebrospinalis).

intravenös
Einspritzung von in Lösung befindlichen Substanzen (Medikamenten) in eine Vene.
ipsilateral

auf gleicher Seite.

IQ

I = Intelligenz. Q = Quotient. Intelligenzgrad einer Person im Verhältnis zum Bevölkerungsdurchschnitt, errechnet als Hundertfaches des im Intelligenztest ermittelten Quotienten aus Leistungsalter und Lebensalter (Durchschnitt: IQ = 100). Zuverlässiger Intelligenztest ist unabhängig von erlerntem Wissen.

Iris

Regenbogenhaut des Auges.

Iritis

Entzündung der Regenbogenhaut.

isoelektrische Fokussierung (IEF)
spezielle Methode zur Auftrennung der Eiweißkörper im Nervenwasser zur Untersuchung auf oligoklonale Banden.

Siehe auch: oligoklonale Banden

oligoklonale Banden
spezielles Muster in der Elektrophorese des Liquors vor allem bei entzündlichen Krankheiten wie der MS.
kachektisch

unter Kachexie leidend.

Kachexie

schlechter Ernährungszustand, Kräfteverfall.

Kanüle

Hohlnadel.

kardiovaskulär

Herz- und Kreislauffunktion betreffend.

Katheter

röhrenförmiges starres oder elastisches Instrument verschiedener Größen, das in Hohlorgane des Körpers eingeführt wird, um etwas zu entleeren oder einzugießen, z.B. Herz-, Venen-, Harnblasenkatheter (zum Ablassen von Harn).

katheterisieren

Einführung weicher Rohre verschiedener Größen durch die Harnröhre in die Harnblase zur direkten Gewinnung von Urin oder bei Blasenentleerungsstörun-gen (Harnsperre). Der Blasenkatheter kann auch durch die Bauchdecke (suprapubisch = über dem Schambein) gelegt werden.

kaudal

schwanzwärts, fußwärts gelegen.

kausal

ursächlich.

Kausalgie

(Kausis = brennen, Algos = Schmerz). Heftiger brennender ("wie kochendes Öl auf der Haut") schlecht abgrenzbarer Schmerz, der bei Krankheitsprozessen bzw. Verletzungen im sensiblen Nervensystem spontan auftritt.

Kausalität

ursächlicher Zusammenhang.

Keratitis

Hornhautentzündung des Auges.

Kernspintomographie

neues bildgebendes Diagnoseverfahren für die Medizin (ohne Verwendung von Röntgenstrahlen). Anatomisch getreue, lehrbuchartige Darstellung von krankhaften Organ- und Gewebeveränderungen, Durchblutungsstörungen, Darstellung von Gehirn, Rückenmark und MS-Herden.
Atomkerne, z.B. Wasserstoff, werden in einem starken Magnetfeld durch hochfrequente elektromagnetische Impulse beeinflußt und geben dadurch Resonanzsignale ab, aus denen Schnittbilder (Tomogramme) des Körpers, bei der MS des Gehirns und des Rückenmarks mit seinen Krankheitsherden errechnet und abgebildet werden.
Daher auch die Bezeichnung für dieses diagnostische Verfahren: NMR = nuclear magnetic resonance (engl.) oder MRI= magnetic resonance imaging. Nucleus: (lat.) = Kern. Spin: (engl.) = schnelle Drehung. Quantenzahl, mit der die Rotation (Eigenimpulse) von Elementarteilchen und Atomkernen (hier Wasserstoff) angezeigt wird.

Siehe auch: Tomographie

Tomographie

Röntgen-Schichtaufnahmeverfahren zur Darstellung von Organschichten in genau abzumessenden Tiefen und Abständen.

Killerzelle

im Lymphknoten angesiedelter und sich vermehrender T-Lymphozyt, der die Fähigkeit besitzt, eingedrungene Fremdkörper, z.B. Viren, zu zerstören.

Kleinhirn

Siehe auch: Cerebellum

Cerebellum

Kleinhirn. In der hinteren Schädelgruppe gelegenes Koordinationszentrum für Bewegungen, Muskeltonus, Aufrechterhaltung des Gleichgewichts. Es besteht aus zwei Hemisphären und dem dazwischen befindlichen Wurm.
cerebellär: das Kleinhirn und seine Funktionen betreffend.

Klimakterium

Wechseljahre bei Frauen zwischen 40 und 50 Jahren. Zeitabschnitt, in welchem sich die weiblichen Geschlechtsorgane, besonders die Eierstöcke, zurückbilden, die Monatsblutung aufhört und Empfängnisfähigkeit verloren geht. Oft verbunden mit vegetativen Beschwerden verschiedener Art, z.B. Hitzewallungen, Schwitzen, Schlafstörungen.

Kliniken für MS-Patienten in Baden-Württemberg
klinischer Befund

körperlicher und seelischer Untersuchungsbefund.

Klonus

(Mehrzahl: Kloni). Unwillkürliche, rhythmisch aufeinander folgende, erschöpfliche oder unerschöpfliche Kontraktionen (Zuckungen) von Muskeln oder Muskelgruppen, zur Spastik gehörend, z.B. Fußklonus: bei Aufsetzen des Vorfußes
rhythmisches Auf- und Abschlagen von Fuß und Unterschenkel, zumeist willkürlich nicht oder nur sehr schwer zu unterdrücken.

Siehe auch: Spastik

Spastik

krankhafte Erhöhung des Muskeltonus als federnder, mit der Geschwindigkeit passiver und aktiver Bewegungen zunehmender Muskelwiderstand, z.B. Beine in Streckhaltung können nicht in den einzelnen Gelenken gebeugt werden.

Knie-Hacken-(Fersen)-Versuch (KHV)

bei geschlossenen Augen wird im Liegen die Ferse auf die andere Kniescheibe gesetzt und über die Schienbeinkante zum Fuß geführt. Prüfung der Zielsicherheit.

Siehe auch: Dysmetrie

Dysmetrie

Koordinations– bzw. ataktische Störung. Zielunsicherheit. Falsches Abmessen einer Bewegung, zu kurz, zu weit, zu schwach, zu kräftig, z.B. auch unnötig weites Spreizen der Finger beim Ergreifen eines Gegenstandes.

Koma

Siehe auch: Coma

Coma
tiefste Bewußtlosigkeit mit Fehlen jeder Reaktion auf künst
lich gesetzte Reize. Zustand verfällt der Erinnerungslosigkeit (Amnesie).
konfluieren

zusammenfließen, sich vereinigen, z.B. Herde bei der MS.

Kontraindikation

Grund, eine diagnostische oder therapeutische Maßnahme
zu vermeiden.

Kontraktion

Zusammenziehung, z.B. von Muskeln, dadurch kommt eine Gelenkbewegung zustande.

Kontraktur

dauernde, reflektorische Verkürzung von Muskeln und anderen Weichteilen (z.B. Bänder, Gelenkkapseln, Sehnen) mit dadurch bewirkter fehlerhafter Einsteifung von Gelenken, meist in Beugestellung (= Beugekontraktur).

Kontrazeption

Empfängnisverhütung.

Koordination

geordnetes Zusammenspiel von Muskeln und Muskelgruppen im Sinne einer zielgerichteten Bewegung, einschließlich Gehen und Stehen.

Kraftgrade

zur Feststellung von Lähmung oder Teillähmung:
0 = keinerlei Muskelkraft
1 = nur sichtbare schwache Muskelkontraktionen (s.) ohne Bewegungseffekt
2 = Bewegungseffekt unter Ausschaltung der Eigenschwere der Gliedmaße oder
     des Gliedmaßenabschnitts
3 = Bewegung gegen Eigenschwere der Gliedmaßen möglich
4 = Bewegungen gegen mäßigen Widerstand möglich
5 = normale Muskelkraft

Kranium, kranial

s. Cranium, cranial.

Kribbelparästhesien

s. Parästhesien.

Kurtzke- oder EDSS Skala

Diese Skala ermöglicht es Ärztn die klinische Behinderung von Multiple Sklerose Patienten zu beurteilen und Rückschlüsse auf die Wirksamkeit des therapeutischen Vorgehens zu ziehen.
zur Kurztke-/EDSS Skala

kutan
die Haut betreffend.
Lähmung, schlaffe

gekennzeichnet durch Verlust des Muskeltonus, durch Muskelverschmächtigung, Abschwächung oder Aufhebung der Muskeleigenreflexe und durch charakteristische Veränderungen des Elektromyogramms. Hervorgerufen durch Untergang motorischer Zellen (Vorderhornzellen) im Rückenmark, Schädigung der motorischen Anteile der Nervenwurzeln, der motorischen Fasern der Nervengeflechte und der peripheren Nerven. Für MS untypisch und meist erst im Spätstadium.

Siehe auch: Parese, Plegie

Parese

Teillähmung.
Hemiparese: Halbseitenlähmung.
Monoparese: Lähmung nur eines Gliedmaßes oder eines Gliedmaßenabschnittes. 
Paraparese: Lähmung beider Arme oder Beine.
Tetraparese: Lähmung beider Arme und Beine.

Plegie

komplette Lähmung. 
Hemiplegie: Halbseitenlähmung (Arm und Bein). 
Monoplegie: Lähmung nur eines Gliedmaßes oder eines Gliedmaßenabschnittes.
Paraplegie: Lähmung beider Arme oder Beine.
Tetraplegie: Lähmung aller vier Gliedmaßen.

Lähmung, spastische

hervorgerufen durch Schädigung motorischer Bahnen im zentralen Nervensystem. Symptome: gesteigerte Muskeleigenreflexe, pathologische Reflexe, Erhöhung des Muskeltonus, Beine in Streckstellung, steif, Adduktorenspasmus, Arme später in Beugestellung, Aufhebung der Fähigkeit, besonders mit den Fingern Einzelbewegungen auszuführen (kein Muskelschwund). Bei Multipler Sklerose die Regel.

Siehe auch: Adduktoren, Spastik

Adduktoren

die Beine zusammenführende Muskeln an der Innenseite der Oberschenkel (bei zentraler Lähmung Adduktorenspasmus).

Spastik

krankhafte Erhöhung des Muskeltonus als federnder, mit der Geschwindigkeit passiver und aktiver Bewegungen zunehmender Muskelwiderstand, z.B. Beine in Streckhaltung können nicht in den einzelnen Gelenken gebeugt werden.

langsame Viren

slow virus.

Siehe auch: Virus, das

Virus, das

(die Viren): Sammelbegriff für zahlreiche verschiedene bakteriendichte Filter passierende Mikroorganismen, die nur in lebenden Zellen wachsen und sich vermehren können und den Stoffwechsel der Zellen verändern und diese evtl. zerstören.
langsame Viren: (slow virus): ruhen Monate, Jahre oder auch länger in den Zellen, werden in deren Stoffwechsel eingebaut, um oft erst viel später ihre das Gewebe zerstörende Wirkung zu entfalten.

Larynx

Kehlkopf mit Stimmbändern.

Lasègue

Zeichen nach . . . Untersuchung auf Schmerzhaftigkeit der Hüftnerven durch ihre Dehnung. In Rückenlage durchgeführte Beugung des gestreckten Beins im Hüftgelenk löst Schmerzen an der Hinterseite des Beines im Verlauf der Nerven aus.

Läsion

Verletzung, Störung, Schädigung.

latent

verborgen, ruhender Krankheitsprozeß.

Latenzzeit

(elektrophysiologisch) Zeit zwischen Reizung und auf diesen Reiz erfolgende Reaktion.

lateral

seitlich, von der Mitte abgewandt.

latero...
seitlich...
Laxantien

Abführmittel.

Leukozyten

zusammenfassende Bezeichnung der verschiedenen weißen Blutkörperchen.

Lhermitte-Zeichen
(nach dem französischen Neurologen Jacques Lhermitte) Nackenbeugezeichen, das bei der MS häufiger vorkommt, beim Vorwärtsneigen des Kopfes zu elektrisierenden, kribbelnden vom Nacken in Arme oder in die Beine ausstrahlende Missempfindung führt.
Lipide

Sammelbezeichnung für in Fettlösungsmitteln lösliche Substanzen. Durch Bindung an Eiweißkörper wasserlöslich und im Blut transportierbar = Lipoproteine.

Siehe auch: Proteine

Proteine

Eiweißkörper. Proteinstoffwechsel: der unter Hormoneinwirkung erfolgende Umsatz von Körpereiweiß zu Körpersubstanz.

Lipoide

fettähnliche Substanzen.

Liquor

Flüssigkeit, Lösung: In der Neurologie bezeichnet mit Hirn-, Nervenwasser, Rückenmarkflüssigkeit. Wässrige helle, klare Flüssigkeit in den Hirnkammern, wo sie gebildet wird und das Gehirn und Rückenmark wie einen Flüssigkeitsschutzmantel umgibt (Liquor cerebrospinalis).

Liquorpassage

spontanes Zirkulieren des Liquors von Hirnkammer zu Hirnkammer und über die Oberfläche von Gehirn und Rückenmark. Normalerweise werden in 24 Stunden etwa 500 ml Liquor produziert.

Liquorunterdruck-Syndrom

durch Liquorverlust infolge Entnahme (Punktion) heftige Nacken-Kopfschmerzen mit Nackensteifigkeit. Beschwerden halten einige Tage an, können mit Erbrechen und Übelkeit einhergehen. Sie nehmen typischerweise im Sitzen und Stehen zu, lassen im Liegen aber deutlich nach.

Liquorzytologie
Untersuchung des Liquors auf Zahl und Art der Zellen.
Lokalisationsvermögen

Der Ort eines gesetzten Reizes im Bereich der Körperoberfläche muß bei geschlossenen Augen bezeichnet werden können.

Lumbalpunktion

Entnahme von Liquor aus dem Wirbelkanal mit einer Kanüle (Hohlnadel) in Höhe des 3./4. oder 4./5. Lendenwirbels. In diesem Bereich findet sich kein Rückenmark mehr. Es ist deshalb falsch, von einer "Rückenmarks-Punktion" zu sprechen. Siehe auch postpunktionelle Beschwerden (Beschwerden nach Liquorentnahme).

Siehe auch: Liquor

Liquor

Flüssigkeit, Lösung: In der Neurologie bezeichnet mit Hirn-, Nervenwasser, Rückenmarkflüssigkeit. Wässrige helle, klare Flüssigkeit in den Hirnkammern, wo sie gebildet wird und das Gehirn und Rückenmark wie einen Flüssigkeitsschutzmantel umgibt (Liquor cerebrospinalis).

Lymphdrainage

Methode zum Entzug oder zur Beschleunigung des Abflusses der Lymphe in den Kreislauf.

Lymphe

(Gewebesaft): die aus den kleinsten Blutgefäßen in die Gewebespalten eintretende und durch Blutgefäße wieder in den Kreislauf zurückkehrende Flüssigkeit. Lymphstauung kann zu bleibenden Schwellungen führen (Hände, Unterschenkel, Fußgelenke, Füße). (lat.: Lympha = Quellwasser).

Lymphgefäße

fadendünne Saugadern, die die Lymphe (Gewebesaft) in das Blutgefäßsystem (Kreislauf) zurückführen, nachdem zuvor der Lymphknoten durchflossen wurde.

Lymphknoten

etwa kirsch-/ pflaumenkerngroße Organe aus Iymphatischem Gewebe, von einer Kapsel umgeben, immer an Lymphgefäße angeschlossen und in das System der Lymphbahnen eingeschaltet als Filter für Lymphstrom.

Lymphödem

Lymphabflußstörung, dadurch starkes Anschwellen der betroffenen Gliedmaßen.

Lymphozyten

aus dem Knochenmark stammende weiße Blutkörperchen mit einem Kern, die in bestimmten Lymphorganen (z.B. Thymus = "Bries") zu T-, in anderen zu B-Zellen geprägt werden. Dadurch erlangen sie die Fähigkeit, auf Antigene mit einer Immunantwort zu reagieren.

Siehe auch: Antigen

Antigen

Substanz, u.a. Viren, die eine Immunantwort auslöst. Der Körper reagiert mit Immunzellen (Lymphozyten) und Gegenprodukten (Antikörper).

Macrophage
"Fresszelle", die zur Bekämpfung und Entfernung von Fremdkörpern zuständig ist, bei der MS an der Zerstörung der Markscheiden beteiligt ist.
Macula

Fleck. Macula lutea: der gelbe Fleck des Augenhintergrundes, hier Konzentration der Sehfasern, die das scharfe, punktförmige Sehen ermöglichen.

Siehe auch: Augenhintergrund

Augenhintergrund
rückwärtiger, innerer Teil des Augapfels: Aderhaut, Netzhaut,  Blutgefäße (Arterien und Venen), Sehnervkopf, Macula (Stelle des schärfsten Sehens).
Malabsorption

beeinträchtigte Fähigkeit, Nahrungsmittel durch Magen und Darm aufzunehmen.

maligne

bösartig.

Manifestation

Zeitpunkt, zu dem erstmals Krankheitserscheinungen feststellbar sind. Manifestationsalter: bestimmte Altersperiode, in der die betreffende Erkrankung häufig erstmals auftritt.

markhaltige Nervenfasern

Nervenfasern mit Markscheide.

Marklager

aus markhaltigen Nervenfasern bestehender Anteil des Gehirns, auch weiße Substanz genannt, da markhaltige Nerven-fasern eine weiß-gelbliche Färbung besitzen im Gegensatz zur Hirnrinde, die ein graues Aussehen aufweist.

Siehe auch: Hirnrinde

Hirnrinde

graue Substanz an der Oberfläche des Gehirns.

Markscheide

die mehrschichtige, weißliche Hülle der Nervenfasern in Gehirn und Rückenmark und der peripheren Nerven, die aus fettähnlichen Substanzen besteht und die gleichsam das Isoliermaterial um die "Nachrichtenkabel" der Nervenbahnen sind. Ohne Markscheiden ist keine rasche Nervenleitung möglich.

Massenbewegung
z.B. Unfähigkeit, mit einzelnen Fingern Bewegungen auszuführen; bei Versuch, den Zeigefinger allein zu beugen, schließen sich alle Finger zur Faust.
McDonald Kriterien

McDonald-Kriterien sind Diagnosekriterien zur Feststellung einer MS unter besonderer Einbeziehung der bildgebenden Diagnostik (MRT).

medial

nach der Mitte zu gelegen.

Medulla oblongata

nach hirnwärts sich fortsetzender Teil des Rückenmarks im zentralen Nervensystem.

Medulla spinalis

Rückenmark, bestehend aus acht Hals-, zwölf Brust-, fünf Lenden-, fünf Kreuzbeinsegmenten.

Membran

dünne Haut, breites dünnes Band.

Meningen

Hirnhäute, bestehend aus drei Hüllen: Dura mater: harte Hirnhaut, Arachnoidea: Spinnwebenhaut, Pia mater: weiche Hirnhaut. Umkleiden Gehirn und Rückenmark. Zwischen Arachnoidea und Pia (zusammen = Leptomeninx) befindet sich Nervenwasser als Flüssigkeitsmantel (Liquor).

Siehe auch: Liquor

Liquor

Flüssigkeit, Lösung: In der Neurologie bezeichnet mit Hirn-, Nervenwasser, Rückenmarkflüssigkeit. Wässrige helle, klare Flüssigkeit in den Hirnkammern, wo sie gebildet wird und das Gehirn und Rückenmark wie einen Flüssigkeitsschutzmantel umgibt (Liquor cerebrospinalis).

Meningitis
Hirnhautentzündung.
mental

geistige Funktion betreffend.

Miktion

das Wasserlösen, die Harnentleerung.

Mitoxantron

Zytostatikum und Immunsuppressivum

Mobilisation, mobilisieren

Maßnahmen zur Verbesserung der Beweglichkeit, z.B. Gelenke, Muskeln durch krankengymnastische Behandlung oder selten Operation.

Modifikation

Abänderung.

Monoparese

Siehe auch: Parese

Parese

Teillähmung.
Hemiparese: Halbseitenlähmung.
Monoparese: Lähmung nur eines Gliedmaßes oder eines Gliedmaßenabschnittes. 
Paraparese: Lähmung beider Arme oder Beine.
Tetraparese: Lähmung beider Arme und Beine.

Monoplegie

Siehe auch: Plegie

Plegie

komplette Lähmung. 
Hemiplegie: Halbseitenlähmung (Arm und Bein). 
Monoplegie: Lähmung nur eines Gliedmaßes oder eines Gliedmaßenabschnittes.
Paraplegie: Lähmung beider Arme oder Beine.
Tetraplegie: Lähmung aller vier Gliedmaßen.

Monotherapie
Behandlung einer Erkrankung mit nur einem Verfahren bzw. Medikament.
Morbidität

die in einem bestimmten Zeitraum registrierte Zahl der Krankheitsfälle einer definierten Krankheit bezogen auf die Bevölkerungszahl.

Morbus

Krankheit.

moribund

im Sterben liegend.

Morphologie

Formenlehre. Lehre von den mit bloßem Auge feststellbaren Formen des menschlichen Körpers und seiner Organe.

Morphologisch

die Form betreffend.

Mortalität

Sterblichkeit. Verhältnis der Sterblichkeit an einer bestimmten Erkrankung im Verhältnis der Sterbefälle zur Gesamtbevölkerung in einem definierten Zeitraum.

Motilität

Bewegungsvermögen. Beweglichkeit, auch unwillkürliche Bewegungsvorgänge, z.B. des Magens, des Darms.

Motoneuron

motorische Nerveneinheit. Motorische Nervenzellen des Rückenmarks mit Fortsätzen bis zum Endorgan an der Muskelfaser.

Motorik

durch das Gehirn gesteuertes, über motorische Nervenbahnen ablaufendes Bewegungsgeschehen, bestehend aus Willkür-, Ziel-, Halte- und Stützmotorik.

motorisch

die Bewegung betreffend.

MRI
magnetic resonance imaging.

Siehe auch: Kernspintomographie

Kernspintomographie

neues bildgebendes Diagnoseverfahren für die Medizin (ohne Verwendung von Röntgenstrahlen). Anatomisch getreue, lehrbuchartige Darstellung von krankhaften Organ- und Gewebeveränderungen, Durchblutungsstörungen, Darstellung von Gehirn, Rückenmark und MS-Herden.
Atomkerne, z.B. Wasserstoff, werden in einem starken Magnetfeld durch hochfrequente elektromagnetische Impulse beeinflußt und geben dadurch Resonanzsignale ab, aus denen Schnittbilder (Tomogramme) des Körpers, bei der MS des Gehirns und des Rückenmarks mit seinen Krankheitsherden errechnet und abgebildet werden.
Daher auch die Bezeichnung für dieses diagnostische Verfahren: NMR = nuclear magnetic resonance (engl.) oder MRI= magnetic resonance imaging. Nucleus: (lat.) = Kern. Spin: (engl.) = schnelle Drehung. Quantenzahl, mit der die Rotation (Eigenimpulse) von Elementarteilchen und Atomkernen (hier Wasserstoff) angezeigt wird.

MS

Siehe auch: Multiple Sklerose

Multiple Sklerose

multiple: zahlreich, verstreut, vielfach, an verschiedenen Orten des zentralen Nervensystems sich entwickelnde Entzündungsherde. Diese können sich im Anfangsstadium ihrer Entstehung zurückbilden (Remission).
Sklerose: Verhärtung  der ursprünglich entzündlichen Herde durch Bildung von Narbengewebe (Glia). Sklerotische Herde, von verschiedener Größe, nicht rückwandelbar in funktionsfähiges Nervengewebe.

multilokulär

an mehreren Orten auftretend, bei MS die im zentralen Nervensystem verstreut sich entwickelnden Herde.

Multiple Sklerose

multiple: zahlreich, verstreut, vielfach, an verschiedenen Orten des zentralen Nervensystems sich entwickelnde Entzündungsherde. Diese können sich im Anfangsstadium ihrer Entstehung zurückbilden (Remission).
Sklerose: Verhärtung  der ursprünglich entzündlichen Herde durch Bildung von Narbengewebe (Glia). Sklerotische Herde, von verschiedener Größe, nicht rückwandelbar in funktionsfähiges Nervengewebe.

Muskelatrophie

(s. Atrophie). Verschmächtigung der Muskulatur infolge Unterbrechung der motorischen Nervenleitung.

Muskeldystrophie

Schwund der Muskulatur infolge krankhafter Vorgänge des Muskelstoffwechsels (zahlreiche verschiedene Arten unterschiedlicher Altersgruppen).

Muskeleigenreflex

Siehe auch: Reflex

Reflex

unwillkürliche gesetzmäßig ablaufende Reaktion des Nervensystems auf einen Reiz, z.B. Dehnung eines Muskels durch Schlag mit dem Reflexhammer auf dessen Ansatzsehne bewirkt reflektorisch Kontraktion (Zusammenziehen) des betreffenden Muskels mit Bewegungseffekt.
Muskeleigenreflex: Reflex, bei dem Reizorgan und Reflexorgan identisch sind, z.B. der Muskel.
Fremdreflex: Reflex, bei dem Reizorgan und Reflexorgan nicht dasselbe sind, z.B. Berührung der Hornhaut löst Lidschluß aus.
pathologischer Reflex: tritt nur auf bei Schädigung der absteigenden zentralen motorischen Bahnen im Gehirn, Hirnstamm und Rückenmark. Z.B. Babinski-Reflex (Eigenname): Bei Bestreichen der Fußsohle mit einem spitzen Gegenstand langsame nach oben gerichtete Bewegung der großen Zehe und Spreizung der anderen. Alle pathologischen Reflexe sind Fremdreflexe.

Muskelfaser
langgestreckte, nur unter dem Mikroskop sichtbare Fasern (Muskelgewebe), zu Bündeln (Faszikeln) vereinigt, die sich auf Nervenreiz verkürzen und auf diese Weise die Muskelkontraktion herbeiführen.
Muskelrelaxans

Muskelerschlaffungsmittel mit Wirkung bei Muskelspastik.

Myelin

eiweißgebundene fettähnliche Substanzen (Lipide). Die so eingescheideten Nervenfasern werden als markhaltig bezeichnet. Im Hirn und Rückenmark wird es von spezifischen Zellen, den Oligodendrozyten, gebildet.

Siehe auch: Lipide

Lipide

Sammelbezeichnung für in Fettlösungsmitteln lösliche Substanzen. Durch Bindung an Eiweißkörper wasserlöslich und im Blut transportierbar = Lipoproteine.

Myelitis

Entzündung des Rückenmarks, auch meist akut verlaufende Rückenmarkserkrankung.

Myelographie

Röntgendarstellung des Wirbelkanals und dadurch indirekt des Rückenmarks, der Bandscheiben, der Nervenwurzeln und dessen/ deren krankhafte Veränderungen durch Einbringen von Kontrastmittel mittels Lumbalpunktion.

Siehe auch: Lumbalpunktion

Lumbalpunktion

Entnahme von Liquor aus dem Wirbelkanal mit einer Kanüle (Hohlnadel) in Höhe des 3./4. oder 4./5. Lendenwirbels. In diesem Bereich findet sich kein Rückenmark mehr. Es ist deshalb falsch, von einer "Rückenmarks-Punktion" zu sprechen. Siehe auch postpunktionelle Beschwerden (Beschwerden nach Liquorentnahme).

Myelotomie
operative Durchtrennung von Rückenmarkbahnen zur Milderung der Spastik oder therapieresistenter Schmerzen (heute nicht mehr gebräuchlich).
myofasziales Syndrom

Schmerzen, die Muskeln, das dazugehörige Bindegewebe und die entsprechenden Sehnen betreffen und sowohl örtlich begrenzt als auch generalisiert sein können.

myogen

im Muskel entstehende Krankheit mit Muskelschwund und charakteristischem Muskelumbau (mikroskopisch feststellbar). Im Gegensatz dazu: neurogen: Muskelverschmächtigung (-atrophie). Hier befindet sich der Krankheitsprozeß im Nerv.

Nackenbeugezeichen

(Lhermitte'sches Zeichen) bei Vorbeugen des Kopfes Wahrnehmung von Mißempfindungen in Armen und/oder Beinen. Spricht für entzündliche Veränderungen der Hinterstränge im Rückenmark des Halsbereiches. Bei MS vorkommend.

Nekrose
(Nekros = griechisch: Tod); Gewebstod durch Absterben von Zellen, Gewebe oder Organteilen.
Nerv (Nervus)
Bündel von Nervenfasern, die von Markscheiden und bindegewebigen Hüllen umgeben sind . Die Fasern leiten entweder in Richtung des Gehirns (afferent) zur Wahrnehmung sensibler Reize von Haut, Gelenken, Muskeln und inneren  Organen oder in Richtung Peripherie (efferent), um z.B. eine Muskel- oder Organkontraktion herbeizuführen.

Siehe auch: afferent, efferent

afferent

aufwärts, in Richtung des Gehirns leitend, z.B. sensible Reize.

efferent

abwärts, in Richtung der Muskulatur leitend.

nerval

auf Nerventätigkeit beruhend, mit Nerventätigkeit zusammenhängend.

Nervensystem

Gesamtheit der nervösen Strukturen. Gehirn, Rückenmark als Zentralnervensystem. Nervenwurzeln, Nervengeflechte, Nervenstränge als peripheres Nervensystem. Sympathikus, Parasympathikus als vegetatives (autonomes) Nervensystem.

Nervenwurzel

der Ursprung eines Nervs im Rückenmark. Enthält motorische, sensible und teilweise vegetative Fasern. Mehrere Nervenwurzeln bilden die Nervengeflechte (Plexus), aus denen sich die einzelnen peripheren Nerven differenzieren.

Nervus abducens

Vl. Hirnnerv. Bewegt das Auge waagerecht nach außen. Häufigste Augenmuskellähmung: Auge weicht nach innen ab, es entstehen horizontal nebeneinanderstehende Doppelbilder.

Nervus accessorius

Xl. Hirnnerv. Versorgt motorisch den am Hals gelegenen Kopfwendemuskel und die oberen Anteile des Trapezmuskels. Lähmung: Absinken der Schulter nach vorn unten, betreffende Schulter wirkt verbreitert, tiefe Ausbuchtung der Hals-Nackenlinie, Arm kann nicht über die Waagerechte gehoben werden.

Nervus facialis

Vll. Hirnnerv. Versorgt die mimische Muskulatur einer Gesichtshälfte. Bei Lähmung kann das Auge nicht geschlossen werden, die betreffende Gesichtshälfte ist schlaff, Stirnrunzeln, Wange aufblasen, Mund breitziehen, Lippenspitzen auf gelähmter Seite nicht möglich. Flüssigkeit läuft zum Mund heraus. Erhebliche kosmetische Entstellung.

Nervus glossopharyngeus

IX. Hirnnerv.
Glossa: die Zunge.
Pharynx: der Rachen.
Versorgt sensibel den obersten und hintersten Teil des Rachens und das Mittelohr, leitet Geschmacksempfindungen für bitter vom hinteren Zungendrittel und dem Gaumen. Wahrnehmung von süß, sauer, salzig von den vorderen zwei Dritteln der Zunge. Versorgt motorisch das Gaumensegel.

Nervus hypoglossus

XII. Hirnnerv. Glossa: die Zunge. Versorgt die Zungenmuskulatur. Lähmung: Verschmächtigung der Zungenmuskulatur, Zungenoberfläche wirkt infolge Atrophie faltig. Zunge weicht beim Hervorstrecken zur gelähmten Seite ab. Störung beim Sprechen. Patienten beißen sich auf die Zunge. Bei doppelseitiger Lähmung liegt Zunge bewegungslos auf dem Mundboden, schwerste Störung des Sprechens und der Nahrungsaufnahme. Speisen schieben sich unter die bewegungslose Zunge, müssen mit dem Finger entfernt werden.

Siehe auch: Atrophie

Atrophie

Volumenminderung eines Organs (z.B. des Muskels) infolge Schwund seiner funktionstragenden Zellen (Muskelfasern, Muskelsubstanz) durch Schädigung der den Muskel versorgenden motorischen Nerven oder durch Inaktivität.

Nervus oculomotorius

III. Hirnnerv. Versorgt den Lidhebemuskel und die Muskeln, die den Augapfel nach oben, nach unten und nach innen bewegen.
Komplette äußere Oculomotorius-Lähmung: Das Lid hängt herab (Auge dadurch geschlossen), Auge nach außen unten abgewichen. Wenn Lid mit dem Finger hochgehoben wird, schrägstehende Doppelbilder.
Innere Oculomotorius-Lähmung: Beweglichkeit des Auges erhalten, Pupille weit und lichtstarr, verengt sich nicht auf Lichteinfall wie normalerweise.

Nervus olfactorius

I. Hirnnerv. Riechnerv. Vermittelt alle wahrnehmbaren Gerüche.

Nervus opticus

II. Hirnnerv. Sehnerv.

Nervus statoacusticus

VIII. Hirnnerv. Doppelnerv, bestehend aus Hörnerv (Nervus acusticus) und Gleichgewichtsnerv (Nervus vestibularis). Schädigung oder Erkrankung des Nervus acusticus: Hörsturz (plötzliche Gehörlosigkeit) oder allmählich zunehmende Hörminderung aus verschiedenen Gründen. Schädigung oder Erkrankung des Nervus vestibularis (Nervus stato . . .): Drehschwindel, Nystagmus. Fallneigung zur Seite der Schädigung (akute Phase). — Auch initial bei MS.

Siehe auch: initial, Nystagmus

initial

Anfang . . .

Nystagmus

Augenzittern. Unwillkürlich ablaufende Ruck- oder Pendelbewegungen der Augäpfel in horizontaler, seltener in vertikaler Richtung. Blickrichtungsnystagmus: Auftreten von Rucknystagmus mit einer schnellen und langsamen Komponente beim Blick nach links oder nach rechts, nach oben oder unten. Die schnelle Bewegung erfolgt in Blickrichtung (häufig bei MS). optokinetischer Nystagmus: Auftreten von Nystagmus bei Verfolgung bewegter Gegenstände mit den Augen, z.B. fahrender Zug, rotierende Schwarzweiß-Streifen. Bei MS häufig gestört.
Pendelnystagmus: Hin- und Herpendeln der Augen beim Blick geradeaus oder beim Fixieren von Gegenständen, meist angeboren.
Rucknystagmus: bestehend aus einer nach der kranken Seite langsamen und nach der Gegenseite schnellen Bewegung.

Nervus trigeminus

V. Hirnnerv. Drillingsnerv. Versorgt sensibel mit drei Ästen das Gesicht: Stirn- und Hornhaut, Wange und Oberlippe, obere und untere Zähne.
Motorisch: Die Kaumuskeln. Der im dritten Ast verlaufende Nervus lingualis vermittelt die Geschmacksempfindung süß, salzig, sauer auf den vorderen zwei Dritteln der Zunge.

Nervus trochlearis
IV. Hirnnerv. Versorgt den oberen schrägen Augenmuskel.
Bei Lähmung schrägstehende, ungekreuzte Doppelbilder, die beim Blick nach unten zunehmen.
Nervus vagus

X. Hirnnerv. Versorgt motorisch das Gaumensegel sowie die oberen Atem- und Speisewege. Sensibel: den äußeren Gehörgang, den Rachen, die Luftröhre, den unteren Schlund, die Speiseröhre und den Magen.
Gaumensegellähmung: Rückfluß von Flüssigkeit aus der Nase, Stimme ist nasal, Husten kraftlos.
Stimmbandlähmung:  Heiserkeit, Stimme ohne Ton. Schwierigkeiten beim Bilden von Konsonanten g, k.

neural

den Nerv betreffend.

Neuralgie

Nervenschmerz. Oft heftige, anfallsweise auftretende Schmerzzustände im Ausbreitungs- (Versorgungs-)gebiet eines sensiblen Nerven. Schmerz kann wellenförmig, attackenmäßig oder anhaltend auftreten, wird als stechend, bohrend, reißend, brennend empfunden, bleibt meist auf ein umschriebenes Gebiet begrenzt.

neuralgieform

neuralgieartig.

neuralgisch

auf Neuralgie beruhend.

Siehe auch: Neuralgie

Neuralgie

Nervenschmerz. Oft heftige, anfallsweise auftretende Schmerzzustände im Ausbreitungs- (Versorgungs-)gebiet eines sensiblen Nerven. Schmerz kann wellenförmig, attackenmäßig oder anhaltend auftreten, wird als stechend, bohrend, reißend, brennend empfunden, bleibt meist auf ein umschriebenes Gebiet begrenzt.

Neuraltherapie

Beeinflussung des Krankheitsgeschehens durch lokal schmerzstillende Injektionen (auch durch Bindegewebsmassage, Reizpflaster). Meist nur von vorübergehendem Erfolg.

Neurasthenie

"Nervenschwäche", seelischer Zustand, der gekennzeichnet ist durch abnorme geistige Ermüdbarkeit, herabgesetzte Belastbarkeit und Vitalität, reizbare Verstimmung, rasche Entmutigung, mangelndes Durchhaltevermögen, Verstimmbarkeit und seelische Labilität. Ursachen: oft angeboren, in der Rekonvaleszenz, nach erschöpfenden, organischen Krankheiten. Zustand beruht nicht auf nachweisbaren organischen Schädigungen des Gehirns.

Neurinom

ein von den Hüllen der Nervenfasern gebildeter, meist gutartiger knotenförmiger Tumor.

Neurit

Fortsatz einer Nervenzelle (Ganglienzelle) mit feinen Fasern (Neurofibrillen) ausgestattet, leitet die von der Nervenzelle ausgelösten Impulse.

Siehe auch: Impuls

Impuls
Anstoß, Antrieb, elektrische Nervenzellenentladung als auslösender Reiz.
Neuritis

Entzündung der Nerven. Bei ungünstigem Verlauf Markscheiden und Achsenzylinder zerstörend, kann zu Lähmungen mit Muskelverschmächtigung, Sensibilitäts- und vegetativen Störungen führen.

Siehe auch: Achsenzylinder, Markscheide

Achsenzylinder

Axon = Fortsatz einer Nervenzelle (Ganglienzelle), ist umhüllt von Zellen, die Markscheiden bilden können. Axon mit Markscheide oder Hüllzelle = Neurit.

Markscheide

die mehrschichtige, weißliche Hülle der Nervenfasern in Gehirn und Rückenmark und der peripheren Nerven, die aus fettähnlichen Substanzen besteht und die gleichsam das Isoliermaterial um die "Nachrichtenkabel" der Nervenbahnen sind. Ohne Markscheiden ist keine rasche Nervenleitung möglich.

Neuritis nervi optici

Sehnervenentzündung mit vorübergehendem oder dauerndem Verlust der Sehschärfe. Bei MS häufig.

Neuro-Anatomie

Lehre vom Bau des gesamten Nervensystems, seiner verschiedenen Gewebestrukturen,  seiner Leitungsbahnen, deren Ursprung und Verknüpfung untereinander.

Neuro-Ophthalmologie

Lehre von den normalen und krankhaft gestörten Beziehungen zwischen Nervensystem und Auge.

Neuro-Orthopädie

Lehre von den normalen und krankhaft gestörten Beziehungen von Wirbelsäule und Rückenmark sowie den Nervenwurzeln.

Neuro-Otologie

Lehre von den normalen und krankhaft gestörten Beziehungen zwischen Nervensystem und Ohr einschließlich Gleichgewichtsorganen.

Neuro-Pädiatrie

die Neurologie des Kindesalters in allen seinen Entwicklungsstadien bis zur Pubertät.

Neuro-Pathologie
Lehre zur Erforschung von den organischen Erkrankungen des gesamten Nervensystems, makroskopisch und mikroskopisch.
Neuro-Physiologie

Lehre von den Funktionen des Nervensystems. Lehre der elektrischen Vorgänge im Nervensystem, z.B. Elektroenzephalographie (EEG), Elektromyographie (EMG), Nervenleitgeschwindigkeit (Elektroneurographie), evozierte Potentiale, Elektronystagmographie (ENG) oder der chemischen Vorgänge im Organismus (physiologische Chemie).

Siehe auch: Elektroenzephalographie, Elektromyographie, Elektromyogramm, Elektronystagmographie, evozierte Potentiale, Physiologie

Elektroenzephalographie

(EEG): Ableitung und Registrierung der Potentialschwankungen (Hirnströme), die bei der bioelektrischen Tätigkeit des Gehirns entstehen.

Elektromyographie, Elektromyogramm

(EMG): durch Aufzeichnung der Muskelaktionsströme (Potentiale) gewonnenes Kurvenbild. Ableitung der elektrischen Potentiale durch Nadelelektroden, die in den Muskel eingestochen werden. Diagnostische Methode von erheblicher Aussagekraft bei Muskellähmungen und Muskelerkrankungen.

Elektronystagmographie

(ENG): Registrierung der durch die Bewegung der Augäpfel (Bulbi) bedingten Potentialdifferenzen zwischen Hornhaut (positiv) und Netzhaut (negativ) mit auf Stirn und Schläfen aufgesetzten Elektroden. Dient zur Beurteilung der Funktion der peripheren und zentralen Gleichgewichtsorgane.

evozierte Potentiale

(evoced potentials) Reaktionspotentiale als charakteristische EEG–Antwort bei Verabfolgung von Lichtreizen (Sehnerv) = VEP, akustischen Reizen (Hörnerv) = AEP Evozierte Potentiale sind von wesentlicher Bedeutung für die Diagnostik der MS.

Physiologie

Lehre von den normalen Lebensvorgängen und Funktionen des menschlichen Organismus, zahlreiche Spezialgebiete:  u.a. Neurophysiologie.

Neuro-Radiologie
Untersuchung des Nervensystems mit röntgenologischen Methoden, z.B. zerebrale und spinale Angiographie, Myelographie, Szintigraphie, Computertomographie, Kernspintomographie.

Siehe auch: Kernspintomographie

Kernspintomographie

neues bildgebendes Diagnoseverfahren für die Medizin (ohne Verwendung von Röntgenstrahlen). Anatomisch getreue, lehrbuchartige Darstellung von krankhaften Organ- und Gewebeveränderungen, Durchblutungsstörungen, Darstellung von Gehirn, Rückenmark und MS-Herden.
Atomkerne, z.B. Wasserstoff, werden in einem starken Magnetfeld durch hochfrequente elektromagnetische Impulse beeinflußt und geben dadurch Resonanzsignale ab, aus denen Schnittbilder (Tomogramme) des Körpers, bei der MS des Gehirns und des Rückenmarks mit seinen Krankheitsherden errechnet und abgebildet werden.
Daher auch die Bezeichnung für dieses diagnostische Verfahren: NMR = nuclear magnetic resonance (engl.) oder MRI= magnetic resonance imaging. Nucleus: (lat.) = Kern. Spin: (engl.) = schnelle Drehung. Quantenzahl, mit der die Rotation (Eigenimpulse) von Elementarteilchen und Atomkernen (hier Wasserstoff) angezeigt wird.

neuro-vaskulär

die Blutgefäße des Nervensystems betreffend. neurozirkulatorisch: das Nervensystem und den Kreislauf betreffend.

Neurochirurgie

chirurgische Behandlung von bestimmten Erkrankungen des Nervensystems: Gehirn, Rückenmark, periphere Nerven und der zum Nervensystem gehörigen Blutgefäße, u.a. Geschwülste, traumatische Blutungen im Innern  des Schädels, Gefäßverengungen.

Siehe auch: Neurotomie, peripheres Nervensystem, traumatisch

Neurotomie

Nervendurchschneidung.

peripheres Nervensystem

die Nervenbahnen außerhalb des Zentralnervensystems. Die aus motorischen, sensiblen, vegetativen Fasern bestehenden Nervenanteile, gegliedert in Nervenwurzeln, Arm- und Beinnervengeflechte, Nervenstränge des Rumpfes und der Extremitäten.

traumatisch

durch äußere Gewalt entstandene körperliche und hirnorganische Schäden. Durch erschütternde, den Betroffenen meist unvorbereitet treffende Erlebnisse, auftretende abnorme seelische Reaktionen wie Angst, Depressionen, innere Unruhe, insbesondere Schreckhaftigkeit, verbunden mit Schlaflosigkeit.

neurocutan

Nervensystem und Haut betreffend.

Neurofibrillen

feinste Fasern (Neurofilamente und -tubuli) in den Ganglienzellen, vor allem den Fortsätzen (Neuriten) der Ganglienzellen. S. auch Achsenzylinder.

Neurofibrom

meist gutartige Geschwulst, ausgehend von den bindegewebigen Nervenhüllen.

neurogen

von Nerven oder vom Nervensystem ausgehend.

Neurohormon

im Nervensystem gebildete, für das Zustandekommen und die Weiterleitung von Impulsen notwendige Substanzen, besonders an der Synapse.

Neurohypophyse

der Hinterlappen der Hypophyse.

Siehe auch: Hypophyse

Hypophyse

Hirnanhangsdrüse, bohnengroß, an der Schädelbasis im Türkensattel, bestehend aus Vorderlappen und Hinterlappen. Innensekretorische Drüse, die ihre Wirkstoffe (Hormone) in das Blut abgibt.

Neuroleptika

Medikamente, die auch bei geistigen Störungen organischer Art eine beruhigende, dämpfende Wirkung auf die verschiedenen krankhaften psychischen Symptome ausüben.

Neurologie

Lehre von der Erkrankung und Behandlung des zentralen, peripheren, vegetativen Nervensystems und der Muskulatur.

Siehe auch: peripheres Nervensystem, vegetatives Nervensystem, Zentralnervensystem

peripheres Nervensystem

die Nervenbahnen außerhalb des Zentralnervensystems. Die aus motorischen, sensiblen, vegetativen Fasern bestehenden Nervenanteile, gegliedert in Nervenwurzeln, Arm- und Beinnervengeflechte, Nervenstränge des Rumpfes und der Extremitäten.

vegetatives Nervensystem

(autonomes Nervensystem): der von willkürlicher Beeinflussung freie, vom Bewußtsein unabhängig wirksame Teil des Nervensystems, der die Tätigkeit der inneren Organe, den Blutkreislauf, die Atmung je nach Beanspruchung reguliert.

Zentralnervensystem

(ZNS). Gehirn und Rückenmark als das der Reizverarbeitung  und -beantwortung sowie der Bewußtseinsbildung und den  Denkprozessen (Gehirn) dienendes Integrationszentrum des Nervensystems.

Neuromyelitis optica

wahrscheinlich besondere Form der MS. Symptome: Sehnervenentzündung, kurz darauf Querschnittslähmung in den oberen Abschnitten des Rückenmarks. Prognose schlecht.

Neuron

"Nerveneinheit". Die Nervenzellen mit ihren zugehörigen Fortsätzen als morphologisch-funktionelle Einheit.

Neuronenblocker

chemische Substanzen mit unterbrechender Wirkung (Blockade) auf die Impulsübertragung an den Synapsen.

Neuropathologie

Lehre zur Erforschung von den organischen Erkrankungen des gesamten Nervensystems, makroskopisch und mikroskopisch.

Neuroradiologie

Untersuchung des Nervensystems mit röntgenologischen Methoden, z.B. zerebrale und spinale Angiographie, Myelographie, Szintigraphie, Computertomographie, Kernspintomographie (s.).

Neurosekretion

Hormonsekretion durch dafür bestimmte Nerveneinheiten, die das Sekret produzieren und zum Zustandekommen eines bestimmten Lebensvorganges abgeben.

Neurosen

Verhaltensstörungen wie Angst, Kontaktscheue, Zwang u.a. in Verbindung mit vegetativen Störungen wie Herzklopfen, Magen-Darm-Beschwerden, Schlafstörungen infolge Konflikten und gestörter Erlebnisverarbeitung, die bis weit in die Kindheit zurückreichen können.

neurotisch

ein zur Neurose gehöriges Verhalten.

Siehe auch: Neurosen

Neurosen

Verhaltensstörungen wie Angst, Kontaktscheue, Zwang u.a. in Verbindung mit vegetativen Störungen wie Herzklopfen, Magen-Darm-Beschwerden, Schlafstörungen infolge Konflikten und gestörter Erlebnisverarbeitung, die bis weit in die Kindheit zurückreichen können.

Neurotomie

Nervendurchschneidung.

neurotoxisch

auf das Nervensystem oder TeiIe davon giftig und schädigend wirkende Substanzen = neurotoxische Substanzen, u.a. Thallium, Arsen, Alkohol u.v.a. mehr.

Neurotransmitter

vom Organismus produzierte Stoffe in minimalen Mengen, aber hochwirksam für die Übertragung von Nervenimpulsen besonders an den Synapsen. Bei Fehlen schwere Ausfallerscheinungen.

Neurotrauma

Gewalteinwirkung von außen, die Teile des Nervensystems betrifft und schädigt.

neurotrop

das Nervensystem beeinflussend, auf das Nervensystem gerichtet, z.B. neurotropes Virus, das eine schädigende Wirkung nur in bestimmten Nervenzellen entfaltet und nicht in anderen Organen des Körpers.

neurovegetativ

das vegetative Nervensystem betreffend.

NLG:
N
ervenleitgeschwindigkeit, motorisch oder sensibel. Bei Markscheidenzerfall Verlangsamung der NLG.

neutralisierende Antikörper (NAK)
Antikörper, die die Wirkung des Stoffes gegen den sie gerichtet sind neutralisieren. NAK's können unter Umständen für den Wirkungsverlust von Beta-Interferonen verantwortlich sein.
NLG
Nervenleitgeschwindigkeit, motorisch oder sensibel. Bei Markscheidenzerfall Verlangsamung der NLG.
NMR

nuclear magnetic resonance (engl.).

Siehe auch: Kernspintomographie

Kernspintomographie

neues bildgebendes Diagnoseverfahren für die Medizin (ohne Verwendung von Röntgenstrahlen). Anatomisch getreue, lehrbuchartige Darstellung von krankhaften Organ- und Gewebeveränderungen, Durchblutungsstörungen, Darstellung von Gehirn, Rückenmark und MS-Herden.
Atomkerne, z.B. Wasserstoff, werden in einem starken Magnetfeld durch hochfrequente elektromagnetische Impulse beeinflußt und geben dadurch Resonanzsignale ab, aus denen Schnittbilder (Tomogramme) des Körpers, bei der MS des Gehirns und des Rückenmarks mit seinen Krankheitsherden errechnet und abgebildet werden.
Daher auch die Bezeichnung für dieses diagnostische Verfahren: NMR = nuclear magnetic resonance (engl.) oder MRI= magnetic resonance imaging. Nucleus: (lat.) = Kern. Spin: (engl.) = schnelle Drehung. Quantenzahl, mit der die Rotation (Eigenimpulse) von Elementarteilchen und Atomkernen (hier Wasserstoff) angezeigt wird.

Nystagmus

Augenzittern. Unwillkürlich ablaufende Ruck- oder Pendelbewegungen der Augäpfel in horizontaler, seltener in vertikaler Richtung. Blickrichtungsnystagmus: Auftreten von Rucknystagmus mit einer schnellen und langsamen Komponente beim Blick nach links oder nach rechts, nach oben oder unten. Die schnelle Bewegung erfolgt in Blickrichtung (häufig bei MS). optokinetischer Nystagmus: Auftreten von Nystagmus bei Verfolgung bewegter Gegenstände mit den Augen, z.B. fahrender Zug, rotierende Schwarzweiß-Streifen. Bei MS häufig gestört.
Pendelnystagmus: Hin- und Herpendeln der Augen beim Blick geradeaus oder beim Fixieren von Gegenständen, meist angeboren.
Rucknystagmus: bestehend aus einer nach der kranken Seite langsamen und nach der Gegenseite schnellen Bewegung.

Obstipation

Stuhlverstopfung.

Oligodendroglia
Gewebe aus Oligodendrozyten (Zellen, die für die Bemarkung der Axone verantwortlich sind).
oligoklonale Banden
spezielles Muster in der Elektrophorese des Liquors vor allem bei entzündlichen Krankheiten wie der MS.
oligosymptomatisch

nur wenige Symptome eines bekannten Krankheitsbildes aufweisend.

Ophthalmologie

Augenheilkunde.

Ophthalmoplegie

Lähmung der Augenmuskeln einschließlich des Lid-Hebemuskels. Das Lid hängt herunter und verdeckt das Auge. Die Lähmung kann partiell sein und nur einen, oder einige Augenmuskeln betreffen. Oft mit Doppelbildern verbunden.

Opisthotonus

tonischer Krampf der Nacken- und Rückenmuskulatur mit Biegung des Kopfes nach hinten und Durchbiegen der Wirbelsäule im Sinne der Rückwärtsbeugung, stets schmerzhaft.

Opticusatrophie

Sehnervenschwund, total oder partiell (teilweise). Immer verbunden mit Verlust der Sehschärfe. Am Augenhintergrund wird die Papille blaß.

Optikusneuritis
Sehnervenentzündung.
optokinetischer Nystagmus

Siehe auch: Nystagmus

Nystagmus

Augenzittern. Unwillkürlich ablaufende Ruck- oder Pendelbewegungen der Augäpfel in horizontaler, seltener in vertikaler Richtung. Blickrichtungsnystagmus: Auftreten von Rucknystagmus mit einer schnellen und langsamen Komponente beim Blick nach links oder nach rechts, nach oben oder unten. Die schnelle Bewegung erfolgt in Blickrichtung (häufig bei MS). optokinetischer Nystagmus: Auftreten von Nystagmus bei Verfolgung bewegter Gegenstände mit den Augen, z.B. fahrender Zug, rotierende Schwarzweiß-Streifen. Bei MS häufig gestört.
Pendelnystagmus: Hin- und Herpendeln der Augen beim Blick geradeaus oder beim Fixieren von Gegenständen, meist angeboren.
Rucknystagmus: bestehend aus einer nach der kranken Seite langsamen und nach der Gegenseite schnellen Bewegung.

Orbita

Augenhöhle.

organisch

durch eine körperliche krankhafte Veränderung bedingt (im Gegensatz zu funktionell).

Siehe auch: funktionell

funktionell

Störung der Tätigkeit von Organen ohne nachweisbare krankhafte (organische) Veränderungen.

orthostatisches Syndrom

Neigung zu niedrigem Blutdruck, Pulsanstieg und Schwindel in aufrechter Haltung und Neigung zu Ohnmachten bei längerem Stehen.

Osteochondrose

degenerative Veränderung der Bandscheiben, häufig kombiniert mit Umbau der Wirbel (Spondylose) und der kleinen Wirbelgelenke (Spondylarthrose).

Osteoporose

Knochenentkalkung, oft durch Kortisonbehandlung und Bewegungsmangel hervorgerufen. Rollstuhlfahrer besonders gefährdet.

Pallästhesie

Vibrationssinn. Wahrnehmung der Schwingungen einer auf einen dicht unter der Haut liegenden Knochen aufgesetzten Stimmgabel.

Pallhypästhesie

verminderte Vibrationsempfindlichkeit.

Papille des Sehnerven

runde, etwas erhabene Austrittsstelle des Sehnervs aus der Netzhaut, gelb-rötlich gefärbt. Kann beim Augenspiegeln am Augenhintergrund betrachtet werden.

Papillenabblassung
unspezifische, vor allem aber nach Sehnervenentzündungen auftretende Blässe der Papille.

Siehe auch: Papille des Sehnerven

Papille des Sehnerven

runde, etwas erhabene Austrittsstelle des Sehnervs aus der Netzhaut, gelb-rötlich gefärbt. Kann beim Augenspiegeln am Augenhintergrund betrachtet werden.

parainfektiös

begleitende andere (para = zugleich, daneben) Erkrankung, die im Verlauf einer Infektionskrankheit auftritt.

Paralyse

vollständige Lähmung.

Siehe auch: Plegie

Plegie

komplette Lähmung. 
Hemiplegie: Halbseitenlähmung (Arm und Bein). 
Monoplegie: Lähmung nur eines Gliedmaßes oder eines Gliedmaßenabschnittes.
Paraplegie: Lähmung beider Arme oder Beine.
Tetraplegie: Lähmung aller vier Gliedmaßen.

Paraplegie

Siehe auch: Plegie

Plegie

komplette Lähmung. 
Hemiplegie: Halbseitenlähmung (Arm und Bein). 
Monoplegie: Lähmung nur eines Gliedmaßes oder eines Gliedmaßenabschnittes.
Paraplegie: Lähmung beider Arme oder Beine.
Tetraplegie: Lähmung aller vier Gliedmaßen.

Paraspastik

spastische Tonuserhöhung beider Arme oder Beine, zumeist auch Lähmungen.

Siehe auch: Spastik

Spastik

krankhafte Erhöhung des Muskeltonus als federnder, mit der Geschwindigkeit passiver und aktiver Bewegungen zunehmender Muskelwiderstand, z.B. Beine in Streckhaltung können nicht in den einzelnen Gelenken gebeugt werden.

Parästhesie

von selbst, ohne Reiz von außen, auftretende Mißempfindungen. Bei MS z.B. Ameisenlaufen in Gliedabschnitten, oft unangenehm, oder Schnürgefühle, Bandagengefühle, wovon Rumpf, größere Gelenke oder Extremitätenabschnitte betroffen sein können. Bei MS meist asymmetrisch, von verschiedener Dauer und Heftigkeit.

Parese

Teillähmung.
Hemiparese: Halbseitenlähmung.
Monoparese: Lähmung nur eines Gliedmaßes oder eines Gliedmaßenabschnittes. 
Paraparese: Lähmung beider Arme oder Beine.
Tetraparese: Lähmung beider Arme und Beine.

Parosmie

Fehlwahrnehmung von Geruchsstoffen, die meist als unangenehm empfunden werden. Auch Überempfindlichkeit gegenüber Geruchsstoffen. Hervorgerufen durch Teilschädigung eines oder beider Riechnerven.

paroxysmal

anfallsweise.

Paroxysmus

Anfall.

passager

vorübergehend.

pathogen

krankheitserregend.

Pathogenese
Entstehung und Entwicklung einer Krankheit durch definierte (festgestellte) Ursache.
pathognomonisch

für eine Krankheit charakteristisch.

Pathologie

Lehre von den krankhaften Vorgängen und Zuständen des Organismus.

pathologischer Reflex

Siehe auch: Reflex

Reflex

unwillkürliche gesetzmäßig ablaufende Reaktion des Nervensystems auf einen Reiz, z.B. Dehnung eines Muskels durch Schlag mit dem Reflexhammer auf dessen Ansatzsehne bewirkt reflektorisch Kontraktion (Zusammenziehen) des betreffenden Muskels mit Bewegungseffekt.
Muskeleigenreflex: Reflex, bei dem Reizorgan und Reflexorgan identisch sind, z.B. der Muskel.
Fremdreflex: Reflex, bei dem Reizorgan und Reflexorgan nicht dasselbe sind, z.B. Berührung der Hornhaut löst Lidschluß aus.
pathologischer Reflex: tritt nur auf bei Schädigung der absteigenden zentralen motorischen Bahnen im Gehirn, Hirnstamm und Rückenmark. Z.B. Babinski-Reflex (Eigenname): Bei Bestreichen der Fußsohle mit einem spitzen Gegenstand langsame nach oben gerichtete Bewegung der großen Zehe und Spreizung der anderen. Alle pathologischen Reflexe sind Fremdreflexe.

Pathophysiologie

Lehre von den krankhaft gestörten Lebensvorgängen und deren Entstehung.

PEG

Perkutane endoskopische Gastrostomie. Eine Ernährungssonde wird nach Punktion durch die Bauchdecken direkt in den Magen gelegt und steht dauerhaft für die Ernährung zur Verfügung.

Pendelnystagmus

Siehe auch: Nystagmus

Nystagmus

Augenzittern. Unwillkürlich ablaufende Ruck- oder Pendelbewegungen der Augäpfel in horizontaler, seltener in vertikaler Richtung. Blickrichtungsnystagmus: Auftreten von Rucknystagmus mit einer schnellen und langsamen Komponente beim Blick nach links oder nach rechts, nach oben oder unten. Die schnelle Bewegung erfolgt in Blickrichtung (häufig bei MS). optokinetischer Nystagmus: Auftreten von Nystagmus bei Verfolgung bewegter Gegenstände mit den Augen, z.B. fahrender Zug, rotierende Schwarzweiß-Streifen. Bei MS häufig gestört.
Pendelnystagmus: Hin- und Herpendeln der Augen beim Blick geradeaus oder beim Fixieren von Gegenständen, meist angeboren.
Rucknystagmus: bestehend aus einer nach der kranken Seite langsamen und nach der Gegenseite schnellen Bewegung.

Perimetrie

Aufzeichnung der Gesichtsfelder mit zu diesem Zweck konstruierten Apparaturen. Untersuchung der Grenzen des Gesichtsfeldes und dessen evtl. Ausfällen.

peripheres Nervensystem

die Nervenbahnen außerhalb des Zentralnervensystems. Die aus motorischen, sensiblen, vegetativen Fasern bestehenden Nervenanteile, gegliedert in Nervenwurzeln, Arm- und Beinnervengeflechte, Nervenstränge des Rumpfes und der Extremitäten.

Periphlebitis retinae

peri . . . = Wortteil um, herum, phlebitis = Venenentzündung, Retina = Netzhaut des Auges. Entzündung entlang der Venen der Netzhaut. (Wurde früher als typisches Zeichen einer MS gedeutet.)

periventrikulär

den Hirnkammern (Ventrikel) anliegend, typische Lokalisation der Entmarkungsherde bei der MS.

Persistenz

Fortbestand, z.B. eines Krankheitsgeschehens.

Phantom

Trugbild, Sinnestäuschung. Wahrnehmung eines amputierten Körpergliedes.

Phantomgefühl
Empfindung einer nicht mehr vohandenen Extremität oder eines Extremitätenabschnittes nach Amputation.
Phantomschmerz

schmerzhafte Wahrnehmung eines amputierten Körpergliedes. Das Phantombild kann genau beschrieben und oft auch bewegt werden.

pharmakologisch

die Arzneimittellehre betreffend.

Pharynx

Rachen.

Phobie

Angstzustand ohne vernunftmäßig einsehbare Ursache. Zwanghafte Übersteigerung alltäglicher, natürlicher Ängste.  Unfähigkeit, eine freie Fläche zu überqueren = Agoraphobie  (Agora = Markt) oder objektgebunden, z.B. Insektenangst u.v.a.m.

Physikalische Heilmethoden

Anwendung physikalischer Faktoren zu Heilzwecken, z.B. des Wassers (Hydrotherapie), des Klimas, der Heilquellen (Balneotherapie), Massage, Krankengymnastik.

Physiologie

Lehre von den normalen Lebensvorgängen und Funktionen des menschlichen Organismus, zahlreiche Spezialgebiete:  u.a. Neurophysiologie.

Placebo

Scheinmedikament.

Plaque
(frz. = Platte) fleckförmig  begrenzte, plattenartige Erhabenheit oder Gewebsverdichtung unterschiedlicher Größe. Bei MS die sklerotischen, aus Gliafilz bestehenden Herde im zentralen Nervensystem.
Plasmazelle

vorkommend im Knochenmark, vor allem im lokalen Bindegewebe und Iymphatischen Gewebe. Produzent der humoralen (in Körpersäften ablaufenden) Antikörper (Gammaglobuline).

Siehe auch: Globulin

Globulin
bestimmte Gruppe von Eiweißstoffen im Blut. Eine ihrer Fraktionen enthält auch die Träger der Immuneigenschaften im Blut. Wichtig als Körperbaustein für Hormone, Bestandteile von Enzymen und als Blutgerinnungsfaktoren.
Plegie

komplette Lähmung. 
Hemiplegie: Halbseitenlähmung (Arm und Bein). 
Monoplegie: Lähmung nur eines Gliedmaßes oder eines Gliedmaßenabschnittes.
Paraplegie: Lähmung beider Arme oder Beine.
Tetraplegie: Lähmung aller vier Gliedmaßen.

Pneumonie

Lungenentzündung.

Poly...

Wortteil mit der Bedeutung: viel, zahlreich, verstreut.

Polyneuritis

entzündliche Reaktion des peripheren Nervensystems als Ganzes.

Siehe auch: peripheres Nervensystem

peripheres Nervensystem

die Nervenbahnen außerhalb des Zentralnervensystems. Die aus motorischen, sensiblen, vegetativen Fasern bestehenden Nervenanteile, gegliedert in Nervenwurzeln, Arm- und Beinnervengeflechte, Nervenstränge des Rumpfes und der Extremitäten.

Polyneuropathie

Erkrankung des peripheren Nervensystems infolge zahlreicher Ursachen, z.B. Zuckerkrankheit, chronischer Alkoholkonsum, Stoffwechselstörungen mannigfacher Art, Vergiftungen, immunologische Prozesse. Das periphere Nervensystem reagiert pathologisch als Ganzes.

Siehe auch: peripheres Nervensystem

peripheres Nervensystem

die Nervenbahnen außerhalb des Zentralnervensystems. Die aus motorischen, sensiblen, vegetativen Fasern bestehenden Nervenanteile, gegliedert in Nervenwurzeln, Arm- und Beinnervengeflechte, Nervenstränge des Rumpfes und der Extremitäten.

Polysklerose

identisch mit der Bezeichnung  MS. Der Wortteil "Multipel" ist hier durch den Wortteil "Poly" = viel ersetzt.

post...

hinter, nachher (Wortteil).

postinfektiös

im Anschluß an eine Infektionskrankheit auftretende andere Erkrankung (post = danach).

postpunktionelle Beschwerden
heftige Kopfschmerzen nach lumbaler Liquorentnahme (Lumbalpunktion) mit schmerzhafter Nackensteife, Nackenhinterkopfschmerzen, Erbrechen, Schwindel, Ohrensausen. Beschwerden besonders auftretend bei Aufrichten aus dem Liegen. Nicht alle Patienten betroffen. (Bei Verwendung spezieller Punktionsnadeln sehr selten.)

Siehe auch: Liquor, Lumbalpunktion

Liquor

Flüssigkeit, Lösung: In der Neurologie bezeichnet mit Hirn-, Nervenwasser, Rückenmarkflüssigkeit. Wässrige helle, klare Flüssigkeit in den Hirnkammern, wo sie gebildet wird und das Gehirn und Rückenmark wie einen Flüssigkeitsschutzmantel umgibt (Liquor cerebrospinalis).

Lumbalpunktion

Entnahme von Liquor aus dem Wirbelkanal mit einer Kanüle (Hohlnadel) in Höhe des 3./4. oder 4./5. Lendenwirbels. In diesem Bereich findet sich kein Rückenmark mehr. Es ist deshalb falsch, von einer "Rückenmarks-Punktion" zu sprechen. Siehe auch postpunktionelle Beschwerden (Beschwerden nach Liquorentnahme).

Potential

Unterschied in der elektrischen Spannung als Folge einer Differenz der elektrochemischen Ladungen, z.B. zwischen beiden Seiten einer Membran.

Prädilektionsalter

bevorzugtes Alter, in welchem eine Krankheit auftritt.

Prädilektionsstelle

bevorzugte Stelle.

Prävalenz
Anzahl von Fällen einer bestimmten Krankheit, in einem bestimmten Gebiet, zu einem festgelegten Zeitpunkt, bezogen auf eine bestimmte Anzahl von Menschen. Die Prävalenz der MS wird in Deutschland etwa mit 120/100.000 Einwohnern geschätzt.
Prognose

Beurteilung des voraussichtlichen Verlaufs einer Krankheit.

progredient

fortschreitender, sich verschlechternd, zunehmend.

Proliferation
Zell- und Gewebsvermehrung.
Prophylaxe

Vorbeugung.

Proteine

Eiweißkörper. Proteinstoffwechsel: der unter Hormoneinwirkung erfolgende Umsatz von Körpereiweiß zu Körpersubstanz.

proximal

näher zum Rumpf gelegen.

Pseudoschub
nur vermeintlicher Schub bedingt durch Fieber (Blasenentzündung) oder körperliche Überanstrengung.

Siehe auch: Uhthoff-Phänomen

Uhthoff-Phänomen
bei Patienten mit Multipler Sklerose auftretende Verschlechterung neurologischer Symptome oder der allgemeinen Leistungsfähigkeit im Rahmen erhöhter Umgebungs- odr Körpertemperatur (Fieber), die im Extremfall zu vorübergehenden kompletten Lähmungserscheinungen führen kann. Die Symptome bilden sich immer wieder zurück.
Psychiatrie

Lehre und Heilkunde von den Geisteskrankheiten und seelischen Störungen.

psychisch

auf das Seelenleben bezogen, seelisch, geistig.

Psychoanalyse

Aufdecken und damit Heilung verdrängter, unerledigter, unbewußt gewordener Konflikte, die, obwohl für den Betreffenden nicht mehr erkennbar (= unbewußt geworden), das seelische und/oder körperliche Befinden erheblich beeinträchtigen können.

psychogen

aus seelischer Ursache.

Psycholabilität

seelische Unausgewogenheit und Neigung zu gesteigerter seelischer Konfliktbereitschaft.

Psychologie

Seelenkunde. Lehre von den seelischen Prozessen, dem seelischen Befinden, Erleben und Verhalten sowie der psychischen Leistungsfähigkeit, die sie u.a. durch Persönlichkeits-, Leistungs-, Begabungstests zu erfassen bemüht ist.

Psychose

Geisteskrankheit, Geistesgestörtheit. Verlauf schubweise, chronisch-fortschreitend, transitorisch (vorübergehend).
1. durch faßbare krankhafte oder traumatische Schäden des Gehirns
    hervorgerufen. Im akuten Stadium: Desorientiertheit, Erregung, 
    psychomotorische Unruhe, Bettflüchtigkeit, fluktuierende
    Bewußtseinsstörung (Auftreten von verschiedenen Graden 
    der Bewußtseinsstörung).
2. typische Geisteskrankheiten verschiedener Art, wie Schizophrenie, 
    Depressionen, hervorgerufen durch nicht faßbare Störungen.

Siehe auch: traumatisch

traumatisch

durch äußere Gewalt entstandene körperliche und hirnorganische Schäden. Durch erschütternde, den Betroffenen meist unvorbereitet treffende Erlebnisse, auftretende abnorme seelische Reaktionen wie Angst, Depressionen, innere Unruhe, insbesondere Schreckhaftigkeit, verbunden mit Schlaflosigkeit.

Pubertas praecox

stark verfrühte, schon in der Kindheit einsetzende geschlechtliche Reife.

Pubertas tarda

verspätet einsetzende geschlechtliche Reife.

Pubertät

Zeit der geschlechtlichen Reife, verbunden mit seelischer Reifung und Ablösung vom Elternhaus, etwa in der Zeit vom 11. bis 16. Lebensjahr.

Punktion

Einstich mit einer Kanüle zwecks Entnahme von Blut, Nervenwasser, anderer Körperflüssigkeiten oder Organgewebe zu diagnostischen Zwecken.

Pyelogramm

Kontrastdarstellung der Harnwege im Röntgenbild.

Pyramidenbahn

beidseitig angelegte motorische Nervenbahnen im zentralen Nervensystem zu den im Hals-, Brust- und Lendenteil des Rückenmarks befindlichen motorischen Zellen. Schädigung bewirkt spastische Lähmung.

Siehe auch: Lähmung, spastische, Zentralnervensystem

Lähmung, spastische

hervorgerufen durch Schädigung motorischer Bahnen im zentralen Nervensystem. Symptome: gesteigerte Muskeleigenreflexe, pathologische Reflexe, Erhöhung des Muskeltonus, Beine in Streckstellung, steif, Adduktorenspasmus, Arme später in Beugestellung, Aufhebung der Fähigkeit, besonders mit den Fingern Einzelbewegungen auszuführen (kein Muskelschwund). Bei Multipler Sklerose die Regel.

Zentralnervensystem

(ZNS). Gehirn und Rückenmark als das der Reizverarbeitung  und -beantwortung sowie der Bewußtseinsbildung und den  Denkprozessen (Gehirn) dienendes Integrationszentrum des Nervensystems.

Querulanz

starrsinniges, rechthaberisches Verhalten, sucht vermeintliches Recht durchzusetzen (jahrelange Prozesse), schlüssigen Argumenten nicht zugänglich,  Denken beherrscht von der alles bestimmenden Idee des vermeintlich erlittenen Unrechts.

radiculär

(Radix = die Wurzel) Beschwerden oder Krankheitszeichen, die von einer oder mehreren Nervenwurzeln ausgehen.

randomisierte Studie
anhand einer vorbereiteten Liste wird zufällig entschieden, ob eine Behandlung (z.B. mit einem Medikament) durchgeführt wird oder nicht (dann eventuell Gabe eines  Scheinmedikamentes).
Reflex

unwillkürliche gesetzmäßig ablaufende Reaktion des Nervensystems auf einen Reiz, z.B. Dehnung eines Muskels durch Schlag mit dem Reflexhammer auf dessen Ansatzsehne bewirkt reflektorisch Kontraktion (Zusammenziehen) des betreffenden Muskels mit Bewegungseffekt.
Muskeleigenreflex: Reflex, bei dem Reizorgan und Reflexorgan identisch sind, z.B. der Muskel.
Fremdreflex: Reflex, bei dem Reizorgan und Reflexorgan nicht dasselbe sind, z.B. Berührung der Hornhaut löst Lidschluß aus.
pathologischer Reflex: tritt nur auf bei Schädigung der absteigenden zentralen motorischen Bahnen im Gehirn, Hirnstamm und Rückenmark. Z.B. Babinski-Reflex (Eigenname): Bei Bestreichen der Fußsohle mit einem spitzen Gegenstand langsame nach oben gerichtete Bewegung der großen Zehe und Spreizung der anderen. Alle pathologischen Reflexe sind Fremdreflexe.

Regeneration

Heilung unter Wiederherstellung der Funktion. (Gehirn und Rückenmark besitzen nicht bzw. nur ganz unwesentlich die Fähigkeit zur Regeneration. Vernarbte MS-Herde können nicht in funktionsfähiges Nervengewebe zurückverwandelt werden.)

rekombinant
durch Rekombination gewonnen. Begriff aus der Gentechnologie. Durch Einbau von Erbinformationen in fremde Zellen (z.B. Bakterien oder andere Organzellen) werden diese zur Produktion der genetisch vorgegebenen Substanz umfunktioniert. Schwierige körpereigene Produkte, wie z.B. Interferone lassen sich auf diese Weise großtechnisch herstellen.

Siehe auch: Interferon

Interferon

Eiweißkörper, gebildet von einer virusinfizierten Wirtszelle mit Hemmwirkung gegenüber Virusvermehrung innerhalb der Zelle. Keine einheitliche Stoffgruppe.

  • Alpha-lnterferon: wird von Leukozyten (weißen Blutkörperchen) gebildet.
  • Beta-lnterferon: wird von Fibroblasten gebildet. Wird zur Behandlung der MS eingesetzt.
  • Gamma-Interferon: wird von Lymphozyten gebildet. Kann einen MS-Schub auslösen.
Rekonvaleszenz

Genesungszeitraum nach abgeklungener Erkrankung.
Rekonvaleszent: Genesender.

rektal

zum Mastdarm gehörig oder Untersuchung des Mastdarms durch Einführen des Fingers oder von besonderen Instrumenten.

Rektoskopie

Mastdarmspiegelung. Mastdarmuntersuchung mit besonderem Instrument zur Betrachtung der Darminnenwand.

Rektum

Mastdarm.

Remission

Rückbildung der Krankheitszeichen, z.B. bei MS eines Schubes (z.B. remittierender Verlauf).

Remyelinisierung

Nervenfasern, die z.B. im Rahmen der Entzündung der MS ihre Markscheide verloren haben, können bis zu einem gewissen Ausmaß wieder neu bemarkt werden (durch die Oligodendrogliazellen, spezifische für die Markscheidenbildung zuständige Zellen).

Restharn

nach dem Wasserlassen abnormalerweise in der Harnblase verbleibender Urin.

Restitution

Wiederherstellung des normalen Zustandes nach Rückbildung einer Krankheit bzw. eines Krankheitsschubes.

Retrobulbärneuritis (RBN)
Entzündung des Sehnerven hinter dem Auge.
retrograd

rückwärts, entgegen der üblichen Verlaufsrichtung.

reversibel
rückbildungsfähig.
Rezidiv

Rückfall, Wiedererkrankung (z.B. rezidivierender Verlauf).

Rigor

(Rigidität): Erhöhter Tonus der Muskulatur mit aufeinanderfolgenden ruckartigen Bewegungen ("Zahnradphänomen") während des gesamten Bewegungsablaufs (bei Spastik pathologische Tonuserhöhung im Beginn einer Bewegung am ausgeprägtesten), wenn die Gliedmaße passiv bewegt werden.

Risikofaktoren

krankhafte Störungen, die eine zusätzliche Gefahr bilden für den Verlauf einer Erkrankung, einer notwendigen Operation, dem Verlauf einer MS.

Romberg- (Eigenname) Versuch

Prüfung der Standsicherheit. Stehen mit geschlossenen Füßen, waagerecht vorgehaltenen Armen und geschlossenen Augen. Bei Standataxie Schwanken oder Fallen nach einer Seite, nach vorn oder rückwärts, nach allen Richtungen.

Siehe auch: Ataxie

Ataxie
(Ataxis= Unordnung im Bewegungsablauf); Störung des geordneten Zusammenwirkens der Muskeln, wodurch das Zustandekommen einer zielgerichteten Bewegung gestört oder aufgehoben ist. Anderer Ausdruck für Koordinationsstörung (s.).
Gangataxie: Breitbeiniger, schwankender, unsicherer Gang (wie betrunken).
Standataxie: Unfähigkeit, ohne Hilfe sicher zu stehen. Folge: Schwanken, Fallneigung nach einer oder mehreren Richtungen, Umfallen.
RRMS

Abkürzung für rezidivierende, remittierende MS (schubförmige MS, mit weitgehender Rückbildung der Symptome).

Rucknystagmus

Siehe auch: Nystagmus

Nystagmus

Augenzittern. Unwillkürlich ablaufende Ruck- oder Pendelbewegungen der Augäpfel in horizontaler, seltener in vertikaler Richtung. Blickrichtungsnystagmus: Auftreten von Rucknystagmus mit einer schnellen und langsamen Komponente beim Blick nach links oder nach rechts, nach oben oder unten. Die schnelle Bewegung erfolgt in Blickrichtung (häufig bei MS). optokinetischer Nystagmus: Auftreten von Nystagmus bei Verfolgung bewegter Gegenstände mit den Augen, z.B. fahrender Zug, rotierende Schwarzweiß-Streifen. Bei MS häufig gestört.
Pendelnystagmus: Hin- und Herpendeln der Augen beim Blick geradeaus oder beim Fixieren von Gegenständen, meist angeboren.
Rucknystagmus: bestehend aus einer nach der kranken Seite langsamen und nach der Gegenseite schnellen Bewegung.

Ruhetremor
Rumpfataxie

Siehe auch: Ataxie

Ataxie
(Ataxis= Unordnung im Bewegungsablauf); Störung des geordneten Zusammenwirkens der Muskeln, wodurch das Zustandekommen einer zielgerichteten Bewegung gestört oder aufgehoben ist. Anderer Ausdruck für Koordinationsstörung (s.).
Gangataxie: Breitbeiniger, schwankender, unsicherer Gang (wie betrunken).
Standataxie: Unfähigkeit, ohne Hilfe sicher zu stehen. Folge: Schwanken, Fallneigung nach einer oder mehreren Richtungen, Umfallen.
sagittal

(pfeilartig), vom Rücken her in Richtung Bauch oder umgekehrt verlaufende Orientierung.

schlaffe Lähmung

betrifft die Muskulatur. Muskeltonus herabgesetzt oder aufgehoben, Lähmung oder Teillähmung,  Muskelatrophie, Muskeleigenreflexe abgeschwächt oder aufgehoben, charakteristische Veränderung der Muskelaktionsströme, evtl. auch der motorischen Nervenleitgeschwindigkeit.

Siehe auch: Atrophie, Reflex

Atrophie

Volumenminderung eines Organs (z.B. des Muskels) infolge Schwund seiner funktionstragenden Zellen (Muskelfasern, Muskelsubstanz) durch Schädigung der den Muskel versorgenden motorischen Nerven oder durch Inaktivität.

Reflex

unwillkürliche gesetzmäßig ablaufende Reaktion des Nervensystems auf einen Reiz, z.B. Dehnung eines Muskels durch Schlag mit dem Reflexhammer auf dessen Ansatzsehne bewirkt reflektorisch Kontraktion (Zusammenziehen) des betreffenden Muskels mit Bewegungseffekt.
Muskeleigenreflex: Reflex, bei dem Reizorgan und Reflexorgan identisch sind, z.B. der Muskel.
Fremdreflex: Reflex, bei dem Reizorgan und Reflexorgan nicht dasselbe sind, z.B. Berührung der Hornhaut löst Lidschluß aus.
pathologischer Reflex: tritt nur auf bei Schädigung der absteigenden zentralen motorischen Bahnen im Gehirn, Hirnstamm und Rückenmark. Z.B. Babinski-Reflex (Eigenname): Bei Bestreichen der Fußsohle mit einem spitzen Gegenstand langsame nach oben gerichtete Bewegung der großen Zehe und Spreizung der anderen. Alle pathologischen Reflexe sind Fremdreflexe.

Schleiersehen
Sehen wie durch einen Schleier bei Retrobulbärneuritis.

Siehe auch: Retrobulbärneuritis (RBN)

Retrobulbärneuritis (RBN)
Entzündung des Sehnerven hinter dem Auge.
Schnürgefühl

Siehe auch: Parästhesie

Parästhesie

von selbst, ohne Reiz von außen, auftretende Mißempfindungen. Bei MS z.B. Ameisenlaufen in Gliedabschnitten, oft unangenehm, oder Schnürgefühle, Bandagengefühle, wovon Rumpf, größere Gelenke oder Extremitätenabschnitte betroffen sein können. Bei MS meist asymmetrisch, von verschiedener Dauer und Heftigkeit.

Schock

kreislaufbedingt: Absinken des Blutdruckes, Herzjagen, dünner Puls, kalter Schweiß, Beeinträchtigung der Nierentätigkeit, Bewußtseinsstörung, Koma. Psychisch: Angst- und Schreckreaktion, Unfähigkeit, Überlegungen anzustellen und sachgemäße Aussagen zu machen, hervorgerufen durch seelisches Trauma. Abklingen nach Stunden oder Tagen, wenn es gelingt, das seelische Trauma zu verarbeiten.

Siehe auch: Trauma, Coma

Trauma

(grch. = Wunde, Verletzung) den Organismus schädigende Einwirkung (äußere physikalische oder chemische Gewalt; Erlebnis, das vom Individuum nicht adäquat verarbeitet werden kann).

Coma
tiefste Bewußtlosigkeit mit Fehlen jeder Reaktion auf künst
lich gesetzte Reize. Zustand verfällt der Erinnerungslosigkeit (Amnesie).
Schub

erneutes Auftreten von Krankheitszeichen nach mehr oder weniger langer Pause und nach mehr oder weniger erfolgter Rückbildung der Symptome.

Screening
(Suchtest), gezielte Untersuchung bestimmter Personengruppen nach genauem Programm, z.B. auf biochemische Besonderheiten oder überstandene Krankheiten.
Sedierung
medikamentös verursachte Beruhigung.
Sehnervenentzündung

Siehe auch: Neuritis nervi optici

Neuritis nervi optici

Sehnervenentzündung mit vorübergehendem oder dauerndem Verlust der Sehschärfe. Bei MS häufig.

Sehnervenkopf

Siehe auch: Papille des Sehnerven

Papille des Sehnerven

runde, etwas erhabene Austrittsstelle des Sehnervs aus der Netzhaut, gelb-rötlich gefärbt. Kann beim Augenspiegeln am Augenhintergrund betrachtet werden.

Sekretion

Absonderung, speziell Absonderung einer Drüse.
innere Sekretion: = Hormonabsonderung verschiedener Art aus dafür bestimmten Organen und Organteilen im Körperinneren (z.B. Schilddrüse, Nebenniere u.a.).

Sektion

Siehe auch: Autopsie (auch Sektion)

Autopsie (auch Sektion)

medizinische Untersuchung einer Leiche.

sensibel

Siehe auch: Sensibilität

Sensibilität

Fähigkeit der Wahrnehmung von Berührungs-, Tast-, Schmerz-, Temperaturreizen, Vibration nach Stärke und Lokalisation.

sensibilisieren

empfindlich machen.

Sensibilität

Fähigkeit der Wahrnehmung von Berührungs-, Tast-, Schmerz-, Temperaturreizen, Vibration nach Stärke und Lokalisation.

sensitiv

(psychisch): sehr empfindlich, feinfühlig.

Sensomotorik

Zusammenspiel der motorischen und sensiblen Funktionen, um flüssige Bewegungsabläufe zu gewährleisten.

Sensorik

die Funktion der Sinnesorgane: Geruch, Geschmack, Sehen, Hören, Beschleunigung, Lage im Raum.

Sepsis

Streuung von Krankheitserregern (Bakterien) über den gesamten Organismus. Nachweis von Bakterien im Blut.

Serum

Blutflüssigkeit (Blutplasma). Wässriger Bestandteil kolloidaler Körpersäfte, i.e.S. das Blutserum (ohne rote und weiße Blutkörperchen), nach Gerinnung.

skandierende Sprache
Koordinationsstörung des Sprechens, die sich als abgehacktes (jede Silbe für sich gesprochen) und verwaschenes (undeutliches) Sprechen äußert.
Sklera

Lederhaut des Auges. Derbe, bindegewebige, weiße äußere Augapfelhülle, die bis zum Hornhautrand reicht.

Skotom

Gesichtsfeldausfall, blinde Stelle im Gesichtsfeld, dunkel oder grau.

Skotom, zentrales
Sehverlust im mittleren Teil des Gesichtsfeldes an der Stelle des schärfsten Sehens.
slow virus

Siehe auch: Virus, das

Virus, das

(die Viren): Sammelbegriff für zahlreiche verschiedene bakteriendichte Filter passierende Mikroorganismen, die nur in lebenden Zellen wachsen und sich vermehren können und den Stoffwechsel der Zellen verändern und diese evtl. zerstören.
langsame Viren: (slow virus): ruhen Monate, Jahre oder auch länger in den Zellen, werden in deren Stoffwechsel eingebaut, um oft erst viel später ihre das Gewebe zerstörende Wirkung zu entfalten.

somatisch

körperlich, den Körper betreffend.

somatogen

aus körperlichen Ursachen entstehend (im Gegensatz zu psychogen = aus seelischen Ursachen entstehend).

Somnolenz

krankhafte Schläfrigkeit als Bewußtseinstrübung (vom Gehirn ausgehend). Zustand verfällt der Erinnerungslosigkeit (Amnesie).

Sopor

tiefe Bewußtlosigkeit ohne Spontanreaktionen, aber mit kurzen Abwehrreaktionen und Orientierungsbestrebungen. Zustand verfällt der Erinnerungslosigkeit (Amnesie).

Spastik

krankhafte Erhöhung des Muskeltonus als federnder, mit der Geschwindigkeit passiver und aktiver Bewegungen zunehmender Muskelwiderstand, z.B. Beine in Streckhaltung können nicht in den einzelnen Gelenken gebeugt werden.

spastische Tetraparese

Tetraparese ist die Lähmung aller vier Extremitäten (dann meistens auch unter Beteiligung der Rumpfmuskulatur). Ist die Lähmung durch eine Erkrankung im Gehirn oder Rückenmark verursacht, äußert sie sich mit krankhafter Erhöhung des Muskelstonus, der Spastik.

Sphinkter ani

Afterschließmuskel. Lähmung: Der After klafft, der eingeführte Finger wird nicht reflektorisch von der Schließmuskulatur umschlossen. Meist kombiniert mit Unfähigkeit, Stuhl abzusetzen und flüssigen Stuhl zurückzuhalten.

Sphinkter vesicae

Blasenschließmuskel. Bei schlaffer Lähmung unwillkürliche Harnabgabe. Bei spastischer Lähmung Unfähigkeit, die Harnblase zu entleeren.

Siehe auch: Restharn

Restharn

nach dem Wasserlassen abnormalerweise in der Harnblase verbleibender Urin.

spinal

zum Rückenmark gehörig.

spinale Ataxie

infolge Schädigung sensibler Bahnen im Rückenmark gelangen Informationen über Stellung der Gelenke und Spannung der Muskulatur nicht mehr zur entsprechenden Zentrale des Gehirns. Wegen dieses Informationsmangels werden Bewegungen nicht mehr steuerbar = Ataxie: Unordnung im Bewegungsablauf.

Spondylarthrose

Verformung der kleinen Wirbelgelenke mit Einengung der Wirbellöcher, dadurch oft Kompression der austretenden Nervenwurzeln. Degenerativer Prozeß (Abnützungserscheinungen).

Sprachstörung

Siehe auch: Aphasie

Aphasie

Verlust der Sprache oder Störung im kommunikativen Gebrauch der Sprache.

  • motorisch: Verlust der Fähigkeit, Laute, Silben, Worte, Sätze zu bilden.
  • sensorisch: Verlust der Fähigkeit, Schrift- und Zahlensymbole zu erkennen. 
  • amnestisch: Verlust der Fähigkeit, Gegenstände, Begriffe, abstrakte Begriffe zu nennen. Sprechmuskulatur meist intakt.
Sprechstörung

Siehe auch: bulbäre Sprechstörung, Dysarthrie

bulbäre Sprechstörung

Lähmung der Sprechmuskulatur. Unfähigkeit, Verschluß- und Mitlaute zu bilden: P wird zu f, t zu s, k zu ch, verbunden mit Schluckstörungen und Unfähigkeit abzuhusten (angesammelter Schleim muß abgesaugt werden). Speiseteile gelangen in die Luftröhre, dadurch Gefahr der Pneumonie (Lungenentzündung durch Verschlucken), (s. Aspiration).

Dysarthrie

Störung der Lautbildung (Artikulation). Das Sprechen ist leise, tonlos, verwaschen, abgehackt. Neurologische Störung der Sprachmuskulatur infolge Lähmung und mangelhaftem Zusammenwirken der Sprechmuskeln (Koordinationsstörung).

SSEP

somatosensorisch evozierte Potentiale.

Siehe auch: evozierte Potentiale

evozierte Potentiale

(evoced potentials) Reaktionspotentiale als charakteristische EEG–Antwort bei Verabfolgung von Lichtreizen (Sehnerv) = VEP, akustischen Reizen (Hörnerv) = AEP Evozierte Potentiale sind von wesentlicher Bedeutung für die Diagnostik der MS.

Standataxie

Siehe auch: Ataxie

Ataxie
(Ataxis= Unordnung im Bewegungsablauf); Störung des geordneten Zusammenwirkens der Muskeln, wodurch das Zustandekommen einer zielgerichteten Bewegung gestört oder aufgehoben ist. Anderer Ausdruck für Koordinationsstörung (s.).
Gangataxie: Breitbeiniger, schwankender, unsicherer Gang (wie betrunken).
Standataxie: Unfähigkeit, ohne Hilfe sicher zu stehen. Folge: Schwanken, Fallneigung nach einer oder mehreren Richtungen, Umfallen.
stereotaktische Hirnoperation

Hirnoperation, die durch kleine Bohrlöcher im Schädel mit feinen nadelähnlichen Operationsinstrumenten an vorberechneter Stelle durchgeführt wird.

Stimulanz

(Mehrzahl Stimulantien): anregende Arzneimittel, Drogen, Psychostimulantien.

stimulieren

anregen, reizen, z.B. mit elektrischem Strom oder chemischen Mitteln, z.B. mit Drogen.

Stimulus

Reiz, physikalisch.

Strahlendosis

die auf physikalischem Wege bestimmte Menge und Intensität von ionisierenden Strahlen.

subkutan (s.c.)
unter die Haut (z.B. Spritzen eines Medikamentes).
Substitutionsbehandlung

Behandlung, bei welcher eine dem Körper fehlende Substanz zugeführt wird.

Suchtest

Siehe auch: Screening

Screening
(Suchtest), gezielte Untersuchung bestimmter Personengruppen nach genauem Programm, z.B. auf biochemische Besonderheiten oder überstandene Krankheiten.
supprimieren
unterdrücken, abschwächen.
Symptom
subjektiv: von Kranken selbst wahrgenommen und angegeben, z.B. Kopfschmerzen, Mißempfindungen mannigfacher Art, bei MS Schnürgefühle, Kribbeln u.a.m.
objektiv: Krankheitszeichen durch Untersuchungsmethoden verschiedener Art feststellbar.
symptomatische Behandlung / symptomatische Therapie
die Behandlung bezieht sich nur auf Symptome (z.B. Schmerzen oder Spastik).
Synapse

die chemisch wirksamen Impulsübertragungsstellen zwischen zwei Nerven bzw. zwischen Nervenfasern und Muskeln. Damit die Impulsübertragung zustande kommt, bedarf es eines für die Synapse spezifischen chemischen Überträgerstoffes (Transmittersubstanz).

Syndrom

Gruppe von sich weitgehend gleichenden Krankheitszeichen, denen verschiedene Ursachen und Verläufe zugrunde liegen können.

Synergie

geordnetes Zusammenwirken z.B. von Muskeln bei geordneten Bewegungen.

Szintigraphie
Darstellung der Aktivitätsverteilung eines in einem Organ gespeicherten radioaktiven Stoffes von geringer Halbwertzeit mit Hilfe spezieller Geräte. Wertvolle diagnostische Methode zur Lokalisation und Abklärung organischer Krankheitsprozesse.
taktil

den Tastsinn betreffend.

Tasterkennen

Erkennen von Gegenständen bei geschlossenen Augen durch Betasten.

temporal

schläfenwärts.

temporale Ablassung der Papille (Sehnervenkopf) am Augenhintergrund

Blässe (weiße Verfärbung) der schläfenseitigen Hälfte der Sehnervenpapille (Sehnervenkopf) infolge Untergang der Nervenfasern für das schärfste Sehen, die zur Macula ziehen und die an der Papille schläfenseitig angeordnet sind (ophthalmoskopisch zu erkennen), Folge einer Sehnervenentzündung, häufig bei MS.

Siehe auch: Macula

Macula

Fleck. Macula lutea: der gelbe Fleck des Augenhintergrundes, hier Konzentration der Sehfasern, die das scharfe, punktförmige Sehen ermöglichen.

Tetrahydrocannabinol (THC)
Wirkstoff von Haschisch.
Tetraparese

Schwäche aller vier Gliedmaßen (Arme und Beine).

Tetraplegie

vollständige Lähmung aller vier Gliedmaßen.

Therapie

Krankenbehandlung medikamentös, krankengymnastisch, physikalisch (mit Apparaten), psychisch (Psychotherapie), mit Beschäftigung (Ergotherapie).

Thermanästhesie

aufgehobenes Temperaturempfinden.
Thermhypästhesie: eingeschränktes Temperaturempfinden.

Thymoleptika

Psychopharmaka zur Behandlung von Depressionen, wirken stimmungsaufhellend, angstlösend, antriebsfördernd.

Thymusdrüse
hinter dem Brustbein gelegenes Organ, für die Entwicklung der Immunität wichtig.
Tiefensensibilität

Wahrnehmung der Stellung der Gelenke und des Spannungsgrades der Muskeln. (Zur Tiefensensibilität gehört auch das Vibrationsempfinden.)

Tomogramm

Röntgen-Schichtaufnahme.

Tomographie

Röntgen-Schichtaufnahmeverfahren zur Darstellung von Organschichten in genau abzumessenden Tiefen und Abständen.

Tonus

durch Nerveneinfluß ständig erzeugter schwacher Spannungszustand u.a. der Muskulatur, der Blutgefäßwände.
Hypertonus: erhöhter Muskeltonus (Spastik), Bluthochdruck. Hypotonus: verminderter Muskeltonus (schlaffe Lähmung), niedriger Blutdruck.
atonisch: aufgehobener Muskeltonus.

Siehe auch: Lähmung, schlaffe, Spastik

Lähmung, schlaffe

gekennzeichnet durch Verlust des Muskeltonus, durch Muskelverschmächtigung, Abschwächung oder Aufhebung der Muskeleigenreflexe und durch charakteristische Veränderungen des Elektromyogramms. Hervorgerufen durch Untergang motorischer Zellen (Vorderhornzellen) im Rückenmark, Schädigung der motorischen Anteile der Nervenwurzeln, der motorischen Fasern der Nervengeflechte und der peripheren Nerven. Für MS untypisch und meist erst im Spätstadium.

Spastik

krankhafte Erhöhung des Muskeltonus als federnder, mit der Geschwindigkeit passiver und aktiver Bewegungen zunehmender Muskelwiderstand, z.B. Beine in Streckhaltung können nicht in den einzelnen Gelenken gebeugt werden.

Tractus
Faserstrang, Nervenbahnen im Rückenmark und Gehirn, motorisch und/oder sensibel.
Tranquilizer

(engl.): beruhigende, affektdämpfende, die innere Spannung lösende Arzneimittel.

Transmitter

Überträgerstoff, Mittlersubstanz für die Reizübertragung an Synapsen.

Siehe auch: Synapse

Synapse

die chemisch wirksamen Impulsübertragungsstellen zwischen zwei Nerven bzw. zwischen Nervenfasern und Muskeln. Damit die Impulsübertragung zustande kommt, bedarf es eines für die Synapse spezifischen chemischen Überträgerstoffes (Transmittersubstanz).

Trauma

(grch. = Wunde, Verletzung) den Organismus schädigende Einwirkung (äußere physikalische oder chemische Gewalt; Erlebnis, das vom Individuum nicht adäquat verarbeitet werden kann).

traumatisch

durch äußere Gewalt entstandene körperliche und hirnorganische Schäden. Durch erschütternde, den Betroffenen meist unvorbereitet treffende Erlebnisse, auftretende abnorme seelische Reaktionen wie Angst, Depressionen, innere Unruhe, insbesondere Schreckhaftigkeit, verbunden mit Schlaflosigkeit.

Tremor

Zittern.
Aktions-Bewegungstremor: Auftreten von Zittern bei Ausführung einer Bewegung, besonders mit Armen und Händen, kann den geordneten Bewegungsablauf vernichten, z.B. auch beim Greifen eines Gegenstandes. Intentionstremor: Auftreten des Zitterns bei Zielbewegung, z.B. FNV = Finger-Nase-Versuch.
Ruhetremor: langsames, weiches Zittern in Ruhestellung, besonders der Hände und Finger, schwindet oder verringert sich bei Ausführung einer Bewegung.

Siehe auch: Finger-Nasen-Versuch (FNV)

Finger-Nasen-Versuch (FNV)

Die Zeigefingerspitze wird bei geschlossenen Augen an
die Nasenspitze geführt. Prüfung der Zielsicherheit (Kleinhirnfunktion).

Trigeminusneuralgie

neuralgieformer Gesichtsschmerz vom Nervus trigeminus ausgehend.
1. idiopathisch: Schleife einer Arterie, die dem Nerven anliegt, pocht 
   pulsierend an den Nerven. Anfallsartige heftigste, blitzartig einschiebende, 
   quälende, sich wiederholende Schmerzen, meist im Gebiet der Wange und
   der Oberlippe oder des Kinns, der Unterlippe und des Unterkiefers, selten im
   Gebiet der Stirn und des Auges, meist im Alter, qualvoller Zustand.
2. symptomatisch: als Symptom eines meist faßbaren Krankheitsprozesses, 
   länger anhaltend, oft auch brennend, zumeist mit Sensibilitätsstörungen als
   Folge eines MS-Herdes, Tumors, einer Metastase (Krebsabsiedlung).

Siehe auch: neuralgieform

neuralgieform

neuralgieartig.

Trophik

Ernährung, Ernährungszustand der einzelnen Körpergewebe und Organe.

Turgor

natürlicher Spannungszustand der Gewebe, z.B. der Haut, Muskeln, Unterhautfettgewebe.

ubiquitär

überall vorhanden.

Uhthoff-Phänomen
bei Patienten mit Multipler Sklerose auftretende Verschlechterung neurologischer Symptome oder der allgemeinen Leistungsfähigkeit im Rahmen erhöhter Umgebungs- odr Körpertemperatur (Fieber), die im Extremfall zu vorübergehenden kompletten Lähmungserscheinungen führen kann. Die Symptome bilden sich immer wieder zurück.
Urge-Inkontinenz
(englisch Urge = innerer Drang)

Siehe auch: Dranginkontinenz

Dranginkontinenz
Blasenentleerungsstörung, bei der nach Auftreten eines Harndrangs das Wasser nicht gehalten werden kann.
Urinkultur
Untersuchung des Urins auf Krankheitserreger durch Anzüchtung.
Urologie

medizinisches Fachgebiet, das sich mit den Störungen der Harnwege befaßt.

Uvea

mittlere Augenhaut, bestehend aus: Regenbogenhaut des Auges (Iris), Strahlenkörper (Corpus ciliare) und Aderhaut (Choroidea).

Uveitis

Entzündung der Uvea.

Siehe auch: Uvea

Uvea

mittlere Augenhaut, bestehend aus: Regenbogenhaut des Auges (Iris), Strahlenkörper (Corpus ciliare) und Aderhaut (Choroidea).

vasculär

die Blutgefäße betreffend.

vasomotorisch

Bewegungsprozesse der Blutgefäße mit Einfluß auf den Kreislauf.

vegetative Funktionen

Regulierung der lebenserhaltenden Funktionen von Herz, Kreislauf, Blutdruck, Atmung, der Tätigkeit der inneren Organe, von Schlafen und Wachen u.a.m.

vegetatives Nervensystem

(autonomes Nervensystem): der von willkürlicher Beeinflussung freie, vom Bewußtsein unabhängig wirksame Teil des Nervensystems, der die Tätigkeit der inneren Organe, den Blutkreislauf, die Atmung je nach Beanspruchung reguliert.

Vene

Blutader, in der das Blut vom Körper über die Lunge (hier Sauerstoffanreiche-rung) zum Herzen fließt.

Ventrikel

Hirnkammern.

VEP

visuell evozierte Potentiale: Durch optische Reize (z.B. wechselndes Schachbrettmuster) werden Aktionspotentiale im Gehirn ausgelöst, die mit entsprechenden Geräten erfaßt, elektronisch aufsummiert und gemessen werden können. Gibt Auskunft über Erkrankungen (auch abgelaufene) in der Sehbahn.

Verhaltenstherapie (behavior therapy)

auf Lernen begründetes psychotherapeutisches Verfahren, bei dem angestrebt wird, Fehlverhaltensweisen abzubauen und durch Neuorientierung und Üben ein angepaßtes Verhalten herbeizuführen.

Verum
(lateinisch echt) Medikamentmit Wirkstoff im Gegensatz zum Placebo.

Siehe auch: Placebo

Placebo

Scheinmedikament.

Vestibularisbahn

Nervenbahn der Gleichgewichtsnerven im Hirnstamm.

Vibrationsempfinden

Wahrnehmung der Schwingungen einer auf markante Knochenpunkte, z.B. Ellenbogen, Kniescheibe, Zehengelenk usw., aufgesetzten Stimmgabel.

Siehe auch: Pallästhesie

Pallästhesie

Vibrationssinn. Wahrnehmung der Schwingungen einer auf einen dicht unter der Haut liegenden Knochen aufgesetzten Stimmgabel.

Virus, das

(die Viren): Sammelbegriff für zahlreiche verschiedene bakteriendichte Filter passierende Mikroorganismen, die nur in lebenden Zellen wachsen und sich vermehren können und den Stoffwechsel der Zellen verändern und diese evtl. zerstören.
langsame Viren: (slow virus): ruhen Monate, Jahre oder auch länger in den Zellen, werden in deren Stoffwechsel eingebaut, um oft erst viel später ihre das Gewebe zerstörende Wirkung zu entfalten.

visuell

das Sehen, den Gesichtssinn betreffend.

Visus

Sehleistung, Sehschärfe.

Vitamine

bestimmte, für das Wachstum und die Erhaltung des Organismus unentbehrliche Stoffe, deren Fehlen in der Nahrung schwere Krankheiten – Avitaminosen – hervorruft. Vitamine müssen mit der Nahrung zugeführt werden, da sie vom Körper nicht selbst gebildet werden können. Die einzelnen Vitamine werden mit den verschiedenen Buchstaben bezeichnet.

Wirbelsäule

der von der Gesamtheit der Wirbelkörper gebildete zentrale Teil des Körperskeletts (Achsenskelett).
cervical: den Halsteil betreffend, sieben Wirbel.
thoracal: den Brustteil betreffend, zwölf Wirbel.
lumbal: den Lendenteil betreffend, fünf Wirbel.
sakral: den Kreuzbeinteil betreffend, fünf Wirbel.
coccygeal: das Steißbein betreffend, fünf Wirbel

Xanthochromie
Gelbfärbung des Nervenwassers (Liquors). Folge von Blutungen in den Liquorraum aus verschiedenen Ursachen und nachfolgendem Zerfall des Farbstoffes der roten Blutkörperchen.
Zentrales Skotom

Siehe auch: Skotom, zentrales

Skotom, zentrales
Sehverlust im mittleren Teil des Gesichtsfeldes an der Stelle des schärfsten Sehens.
Zentralnervensystem

(ZNS). Gehirn und Rückenmark als das der Reizverarbeitung  und -beantwortung sowie der Bewußtseinsbildung und den  Denkprozessen (Gehirn) dienendes Integrationszentrum des Nervensystems.

Zyanose

Blausucht, bläuliche Verfärbung der Haut und der Schleimhäute bei venöser Stauung oder mangelhafter Sauerstoffbeladung des Blutes.

Zystogramm

Kontrastdarstellung der Harnblase.

Zystokopie

Blasenspiegelung durch Einführung eines optischen Instrumentes in die Harnblase, um diese von innen betrachten zu können.

Zytostatika

Zytostatika sind natürliche oder synthetische Substanzen, die das Zellwachstum bzw. die Zellteilung hemmen. Eingesetzt werden sie vor allem zur Behandlung von Krebs (Chemotherapie). Im Rahmen der Eskalationstherapie werden sie auch bei der Behandlung von MS eingesetzt.

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Prof. Dr. Horst Wiethölter
Ehem. Ärztl. Direktor der Neurologischen Klinik des Bürgerhospitals im Klinikum Stuttgart.
Vorsitzender der AMSEL e.V. und Mitglied des Ärztlichen Beirates.

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