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Mit Nahrungsergänzungs-Mittel gegen MS?

In Tierexperimenten unterdrückte ein aminozuckerähnlicher Stoff Autoimmunkrankheiten wie Typ-1-Diabetes und Multiple Sklerose.

Ein aminoglukoseähnliches Nahrungsergänzungsmittel zeigte sich der Universität von Kalifornien zufolge wirksam gegen den schädlichen Autoimmunprozess, der mit MS und Diabetes Typ 1 einhergeht. Bei Experimenten mit Mäusen fanden Dr. Michael Demetriou und Kollegen vom UC Irvine Center for Immunology heraus, dass Glykosaminoglykane (GlcNAc), effektiver ist als das weit verbreitete Glukosamin, Wachstum und Funktion abnormer T-Zellen unterdrückt, die das Immunsystem fälschlicherweise dazu bringen, spezielle körpereigene Gewebe anzugreifen wie Myelin bei MS und insulinproduzierende Zellen der Bauchspeicheldrüse bei Diabetes.

Ganz gewöhnlicher Zucker aus dem Supermarkt - nicht zur Therapie geeignet, schon gar nicht von Diabetes.
vergrösserte AnsichtGanz gewöhnlicher Zucker aus dem Supermarkt - nicht zur Therapie geeignet, schon gar nicht von Diabetes.
Die Entdeckung zeige das Potenzial von Nahrungsergänzungsmitteln in der Behandlung von Autoimmunkrankheiten, so Demetriou, Assistenzprofessor für Neurologie, Mikrobiologie und Molekulargenetik in einem Bericht von Medical News Today. Sie verstünden, wie das zuckerbasierte Nahrungsergänzungsmittel die Zellen davon abhält, den Körper anzugreifen. Damit würde eine Therapie über den Stoffwechsel womöglich zu einem rationalen Ansatz, um diese einschränkenden Krankheiten zu behandeln.

Die UC Irvine-Studie definiert, wie eine Stoffwechseltherapie mit dem Zucker GlcNAc und anderen verwandten Nährstoffen das Wachstum und die Autoimmunaktivität von T-Zellen modifiziert. Nahezu alle Proteine an den Oberflächen von Zellen, eben auch den T-Zellen, werden von komplexen Zuckern mit variierenden Längen und Kompositionen verändert. Neuere Studien hätten gezeigt, dass Veränderungen in diesen Zuckern häufig mit hyperaktiven T-Zellen einhergehen.

Im Mausmodell, sowohl der MS wie des Typ-1-Diabetes, entdeckten Demetriou und Kollegen, dass GlcNAc die Hyeraktivität sowie die entsprechende Immunantwort verhindern konnte, indem es die Zuckermodifikationen der T-Zell-Proteine verstärkte. Die Therapie habe die T-Zell-Funktion normalisiert und die Entwicklung von Lähmungen bei MS und hoher Blutzuckerwerte bei Typ-1-Diabetes verhindert.

Dies ist nicht die erste Studie zu GlcNAc. Eine frühere Studie hatte berichtet, dass sich der Zustand von acht von zwölf Kindern mit dem behandlungsresistentem, autoimmun-entzündlichen Bowel-Syndrom in den zwei Jahren nach der GlcNAc-Therapie signifikant verbessert habe. Schwerere Nebenwirkungen waren ausgeblieben.

Die einfache, krankheitsübergreifende Anwendung von GlcNAc begeistert die Wissenschaftler. Ob GlcNAc bei Menschen mit MS bzw. Diabetes überhaupt hilft, bleibt abzuwarten. Weitere Studien mit Probanten sind selbst dann erforderlich um die genaue Wirkungsweise und mögliche Nebenwirkungen zu erforschen. GlcNAc, ein Baustein der Glykosaminoglykane, Glykoproteide und -lipoide, findet in der Medizin bereits Anwendung als Gelenktherapeutikum bei Arthrose.

Quelle: Medical News Today, 18.05.07
Redaktion: AMSEL e.V.

Letzte Änderung: 22.05.2007

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