AMSEL - Aktion Multiple Skleroser Erkrankter - Landesverband der DMSG (AMSEL, Landesverband e.V.)
Medizin/Therapie

Suche

Inhaltsbereich
  • Drucken
  • Seite empfehlen

Behandlung der (hoch-) aktiven MS

JCV-Antikörper und L-Selektin als Biomarker für PML

15.02.2016 - Höhere Behandlungssicherheit für Patienten mit Multipler Sklerose: Die Forschung findet aussagekräftigere Risikoparameter.

Gleich 2 Biomarker können künftig das PML-Risiko von Patienten mit Multipler Sklerose unter Natalizumab (Handelsname Tysabri)bestimmen helfen: Wissenschaftler der Universität Münster haben in einer KKNMS-Studie (Krankheitsbezogenes Kompetenznetz Multiple Sklerose) sowohl JCV-Antikörper als auch L-Selektin (CD62L) als Biomarker für die Progressive multifokale Leukenzephalopathie (PML) bestätigt.

Markerspitzen.

Biomarker, um Risikogruppen einzugrenzen

Der Wirkstoff Natalizumab dient der Therapie von (hoch) aktiven Verläufen der schubförmigen Multiplen Sklerose. Eine seltene jedoch gefährliche Nebenwirkung des Medikaments ist die PML. Umso wichtiger ist es, Parameter zu kennen, welche das individuelle PML-Risiko eines Patienten bestimmen. Nach Biomarkern wird deshalb unter Hochdruck geforscht.

Bereits 2013 lieferte die Arbeitsgruppe aus Münster hierzu erste Ergebnisse: Sie erkannten L-Selektin (CD62L) als möglichen Biomarker für eine PML. Patienten, denen dieses Molekül fehlt, haben ein erhöhtes Risiko für die Hirninfektion. Diese Vermutung hat sich nun anhand einer größeren Patientengruppe bestätigt: "Ein niedriger CD62L-Level erhöht laut unserer Studie das Risiko für die Entwicklung einer PML um das 55-fache", so Prof. Dr. Heinz Wiendl, Leiter der Arbeitsgruppe in Münster und stellvertretender Vorsitzender des KKNMS, "wir möchten aber betonen, dass dieser Parameter alleine nicht aussagen kann, ob ein Patient wirklich an einer PML erkranken wird."

Doppelt hält besser: 2 Parameter

Der JCV-Index verbessert die Aussage noch. Die Arbeitsgruppe hat ermittelt, dass dieser mit CD62L korreliert: "Es zeigte sich folgendes – je niedriger der CD62L-Level, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass der gleiche Patient ebenfalls JCV-positiv ist oder durch eine Serokonversion JCV-positiv wird. Weitere Forschungsbemühungen zu einem möglichen Algorithmus unter Verwendung beider Daten könnte die Prädiktion der PML in Zukunft noch genauer machen", hofft Dr. Nicholas Schwab von der Neurologischen Klinik der Universität Münster, Erstautor beider Paper.

Auch der JCV-Serostatus wurde als starker Biomarker bestätigt. In einer zweiten Studie stellte die Forscher nämlich fest, dass bei Patienten, die mit Natalizumab behandelt werden, eine Serokonversion wahrscheinlicher ist als bei denen ohne Natalizumabtherapie. Außerdem erhöhte sich die Konzentration der JCV-Antikörper bei den zu Beginn positiv getesteten Patienten kontinuierlich unter der Behandlung.

Hochrisikogruppe enger gefasst

Die Ergebnisse bekräftigen die engmaschige und regelmäßige Kontrolle von MS-Patienten vor und unter der Therapie mit Natalizumab. Die Bestätigung von CD62L, JCV-Serostatus und JCV-Index als Biomarker für eine PML ist ein wichtiger Schritt, um die MS-Behandlung sicherer zu machen. Als Risikoparameter dienten bislang lediglich die Vorbehandlung mit Immunsuppressiva und das Vorhandensein von Antikörpern gegen das JC-Virus. Diese sind nicht sehr aussagekräftig, da nur ein Prozent der dadurch identifizierten Hochrisikogruppe tatsächlich eine PML entwickelt. Der Großteil hingegen setzte womöglich eine hochwirksame Therapie zu Unrecht ab – dies könnte sich durch die neuen Biomarker zukünftig ändern.

 

Weitere Artikel zum Thema

Alle Artikel zum Thema


Navigation Inhaltsboxen

FOLGEN SIE UNS AUF FACEBOOK

Multiple Sklerose Videos

13.05.2016: Selbst bestimmt leben mit MS, Teil 2

Unabhängige Beratung

Antworten zu pflegerischen und medizinischen Fragen

Mechthild Zeh berät Betroffene und Angehörige im Service-Center der AMSEL.

MS-Schwestern-Sprechstunde im Stuttgarter Service-Center.

  • Termine: 0711 / 69786-30
Wechseln zu: Geschichte der Multiple Sklerose

Studien zu MS

Weltweit wird die Multiple Sklerose intensiv erforscht und Studienteilnehmer gesucht. Im Netz gibt es verschiedene Überblicksseiten. 

Teilnehmer gesucht

Menschenmenge

Weltweit sind neue Wirkstoffe gegen MS im Test. Interessenten können sich zur Teilnahme melden.

Kurz vorgestellt

zum Artikel: Krankheitsbewältigung Krankheitsbewältigung

Unsere Berater kümmern sich um MS-Patienten und ihre Angehörigen. mehr ...

zum Artikel: Der AMSEL-Newsletter Der AMSEL-Newsletter

Liefert weltweit aktuelle MS-Nachrichten 14-tägig und frei Haus. mehr ...

Online spenden

Logo Online Spenden

Helfen Sie mit Ihrer Spende!
Mehrere Spendenmöglichkeiten stehen zur Auswahl.

MS Kognition

Logo Online eTrain MS

MS Kognition lädt dazu ein, Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Exekutivfunktionen zu trainieren.

MS verstehen

Logo MS verstehen

Verstehen Sie die biologischen und neurologischen Vorgänge die sich bei MS abspielen.

MS behandeln

MS behandeln

MS behandeln gibt die Möglichkeit, Therapien und ihre Auswirkungen besser zu verstehen.

Eine W3 WERK Produktion © AMSEL e.V. 2016. Alle Rechte vorbehalten Datenschutzerklärung | Impressum