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Multiple Sklerose und mehr

Vitamin D, das Sonnenvitamin

02.02.2016 - Das Multiple Sklerose-Risiko, vielleicht auch der Verlauf könnten von Vitamin D beeinflussbar sein. Unabhängig von MS ist rund die Hälfte der Bevölkerung in unseren Breitengraden (leicht) unterversorgt. Doch wieviel Vitamin D ist eigentlich gut ? BfArM gibt einen Überblick.

Für Menschen mit Multipler Sklerose hat Vitamin D möglicherweise in mehrfacher Hinsicht eine Bedeutung: Das Gros an Vitamin D mit geschätzt 90 % bildet der Körper über eine eigene Synthese. Nur rund 10 % des Bedarfs deckt der Mensch über Nahrungsmittel. Für die körpereigene Herstellung von Vitamin D benötigen wir Sonnenlicht, und das nimmt ab, je weiter vom Äquator entfernt man sich befindet. Je weiter vom Äquator entfernt, desto stärker verbreitet ist auch die Multiple Sklerose.

Sonnen im Park - das ist Sommer auch ohne Verreisen.

Es wird daher vermutet, dass - neben anderen Faktoren - Vitamin D das MS-Risiko beeinflusst. Inwieweit Vitamin D auch einen Einfluss auf den Verlauf einer bestehenden MS haben könnte, wird weiter erforscht. Bisherige Studienergebnisse befürworten dies, doch ist nicht endgültig geklärt, ob ein höherer Vitamin-D-Spiegel Ursache oder Ergebnis von weniger schweren Krankheitsverläufen ist (s. auch der AMSEL-Docblog-Beitrag zum Thema von Prof. Mathias Mäurer).

MS-Schübe werden mit Kortison behandelt, um das Ausmaß der Entzündung und damit bleibende Symptome einzugrenzen. Je nach Menge des im Laufe des Lebens verabreichten Kortison kann dies jedoch die Knochendichte zusätzlich verringern. Sie nimmt ohnehin mit dem Alter ab, besonders betroffen sind hormonbedingt Frauen. Vitamin D wiederum kann helfen, den Knochenabbau zu verlangsamen.

Eine Vitamin-D-Ergänzung, etwa durch Nahrungsergänzungsmittel bzw. Arzneimittel - sollte nur nach Absprache mit dem Arzt erfolgen. Wichtig ist dabei der aktuelle Vitamin-D-Level (das Ergebnis aus endogenem, also übers Sonnenlicht gebildetem, sowie exogenem - über die Nahrung bzw. Nahrungsergänzung aufgenommenes - Vitamin D) und - wegen des Sonnenlichtes - die Jahreszeit sowie, wieviel Vitamin D zusätzlich, etwa über angereicherte Margarine an Vitamin D eingenommen wird.

Der Vorteil der endogenen Synthese, also des von der Haut mit Sonnenlicht selbst gebildeten Vitamn Ds ist, dass überschüssig gebildetes Vitamin D im Körper gespeichert werden kann, eine Vergiftung an Vitamin D über die endogene Synthese - im Unterschied zum eingenommenen Vitamin D - jedoch ausgeschlossen ist.

Am günstigsten wäre es, sein Vitamin D über Sonnenlicht abzudecken (regelmäßiger, nicht auch nicht zu langer Aufenthalt in der Sonne; AMSEL.DE berichtete mehrfach). Doch nicht immer ist das möglich, besonders für Risikogruppen wie Gehbehinderte und Pflegebedürftige. Interessant ist in diesem Kontext eine aktuelle Mitteilung des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).

Eine gemeinsame Expertenkommission von BfArM mit dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat Informationen zum Verzehr, dem natürlichen Vorkommen sowie zur Eigensynthese und Wirkweise von Vitamin D im Körper zusammengetragen. Außerdem hat sie nun eine Vitamin-D-Dosis ermittelt, bei der man von einer positiven ernährungsspezifischen oder physiologischen Wirkung ausgehen kann.

Stellungnahme der Gemeinsamen Expertenkommission BVL / BfArM Bewertung von Vitamin-D-haltigen Produkten (Pdf)

Auf 16 Seiten gibt das Pdf Informationen über

  • den Vitamin-D-Gehalt bestimmter Nahrungsmittel (Lachs, Eier, Avocado...),
  • über günstige und weniger günstige Vitamin-Werte (≥ 50 bis max. 124 nmol/l an 25-(OH)D-sind darin in Bezug auf die Knochengesundheit als adäquater Vitamin-D-Status für 99 % der Bevölkerung klassifiziert) sowie
  • die höchste sichere tägliche Vitamin-D-Zufuhr bei Erwachsenen (100 μg: bezieht sich auf die Vitamin-D-Zufuhr aus allen Quellen: allgemeine Lebensmittel, angereicherte Lebensmittel, Nahrungsergänzungsmittel, bilanzierte Diäten (BD). Vgl. dazu auch Prof. Mathias Mäurers Empfehlung einer Vitamin-D-Substitution vor allem im Winter für MS-Patienten: "Pragmatisch ist z.B. die Einnahme von 2 – 4 D-Fluoretten (Kariesprophylaxe – entspricht 1000 – 2000 IE Vitamin D) pro Tag oder die einmal wöchentlich Einnahme von Dekristol (entspricht 20000 IE)." (AMSEL-Docblog-Beitrag zum Thema von Prof. Mathias Mäurer).
Quelle: Stellungnahme der Gemeinsamen Expertenkommission BVL/BfArM zur Bewertung von Vitamin-D-haltigen Produkten, 21.01.2016

Redaktion: AMSEL e.V.

 

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