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Wirkstoff-Studien

Neuer Mechanismus für künftige Therapie der Multiplen Sklerose entdeckt

05.09.2016 - Mainzer Wissenschaftler um Prof. Frauke Zipp fanden heraus, dass das Verhältnis von TH17-Zellen zu den sogenannten Treg-Zellen Autoimmunerkrankungen entstehen lässt und dass die Hemmung der Proteinkinase CK2 das Entstehen autoaggressiver T-Zellen verhindert.

Als Grundlage zur Entwicklung innovativer Therapien von Autoimmunkrankheiten bezeichnen die deutschen Wissenschaftler ihre Entdeckung: Inhibiert man die Proteinkinase CK2, hemmt dies die Entwicklung encephalitogener TH17-Zellen fördert zugleich die Entstehung tolerogenrer Treg-Zellen. Die TH17-Zellen sind einfach gesagt die "Bösen", welche den Angriff gegen den eigenen Körper richten, während die Treg-Zellen, also die regulatorischen T-Zellen die "Guten" sind, die eine überschießende Immunreaktion hemmen.

Prof. Dr. Frauke Zipp, Direktorin der Klinik und Poliklinik für Neurologie der Universitätsmedizin Mainz.

Neuer Mechanismus und neuer Ansatz im Kampf gegen Multiple Sklerose

Diese Entdeckung beschreibt einen bisher unbekannten Mechanismus bei der Entstehung von Autoimmunkrankheiten wie Multipler Sklerose und liefert somit einen neuen Ansatz, um etwa die Multiple Sklerose zu behandeln. Die Forschungsergebnisse entstanden im Rahmen des von der DFG geförderten Forschungsverbundes TR-SFB 128 von Wissenschaftlern um Univ.-Prof. Dr. Tobias Bopp und Univ.-Prof. Dr. Frauke Zipp.

Bekannt war bereits, dass TH17-Zellen bei verschiedenen Autoimmunerkrankungen eine fördernde Rolle spielen. Mehr Treg-Zellen könnten dies ausgleichen und so war der Ansatz der deutschen Forschergruppe, gleichzeitig TH17-Zellen zu unterdrücken und Treg-Zellen zu fördern. In vorklinischen Studien zeigte sich das als wirksam.

Proteinkinasen stellen die zweitgrößte Proteinfamilie in höheren Zellen dar. Sie verändern andere Proteine und somit die biologischen Eigenschaften dieser Proteine. Dem Team gelang es nun nachzuweisen, dass die Hemmung der Proteinkinase CK2 genau die Signalwege blockiert, die notwendig sind, damit eine TH17-Zelle entstehen kann.

"Böse" in "Gut" umwandeln

Molekular betrachtet führt die Inhibition der Proteinkinase CK2 zu einer Hemmung der Signalwege, die durch die Cytokine Interleukin-6, Interleukin-21 und Interleukin-23 vermittelt werden und die Genexpression durch den Transkriptionsfaktor STAT3 regulieren. Das wiederum führt dazu, dass ein weiterer Transkriptionsfaktor, genannt Forkhead-Box-Protein P3 (FOXP3) zur Expression gelangt, der seinerseits durch Regulation von Genen die Entwicklung und Funktion von Tregs steuert. Somit werden die eigentlich zur Autoimmunerkrankung beitragenden autoaggressiven TH17-Zellen "umprogrammiert" in Zellen, welche die körpereigenen Strukturen schützen und Autoimmunerkrankungen verhindern können.

Quelle: Pressemitteilung der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. 02.09.2016
Redaktion: AMSEL e.V.


 

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