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Symptome bei MS

Multiple Sklerose und Stress

25.11.2016 - Wie hängen durch Stress bedingte Hirnaktivität und Schwere des Erkrankungsverlaufs zusammen ? Berliner Forscher haben Antworten gefunden. Die AMSEL-Onlineredaktion sprach mit Dr. Martin Weygandt.

Arbeiten am Laptop

Dass zu lange andauernder negativer Stress, sogenannter Disstress, die Gesundheit beeinträchtigt, ist Allgemeinwissen. Wie genau hängen aber Stress und Multiple Sklerose zusammen ?

Wissenschaftler der Charité Universitätsmedizin Berlin und des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) wollten dies genauer wissen und haben Gesunde wie MS-Betroffene daraufhin untersucht, wie sie auf Stress reagieren. "Die Reaktion des Gehirns steht im Zusammenhang mit Symptomen wie der Fatigue und motorischen Symptomen wie Spastik", erklärt Dr. Martin Weygandt gegenüber der AMSEL-Onlineredaktion. Außerdem sei ein klarer Zusammenhang zwischen Stressreaktion und Hirnatrophie auszumachen. Er und seine Kollegen zeigen also, dass sowohl motorische Beeinträchtigungen als auch ein Verlust an Hirnsubstanz die Reaktion des Gehirns auf Stressreize widerspiegeln.

Rechenaufgaben unter Zeitdruck lösen

Um das zu testen, nutzten sie das funktionelle MRT, eine Kernspintechnik, mit der die Hirnaktivität gemessen werden kann. 36 Patienten mit Multipler Sklerose und 21 gesunden Kontrollprobanden nahmen daran teil. Sie verbrachten einige Minuten im MRT unter einer psychologischen Stressbedingung: Sie hatten den Auftrag, während der Messung anspruchsvolle Kopfrechenaufgaben zu lösen, z.B. eine Zahl von einer weiteren 5-stelligen Zahl wie z.B. 53.512 abzuziehen und sich für eine von 4 möglichen Lösungen zu entscheiden. Dafür wurden sie je im Anschluss mit Schulnoten bewertet. Die Zeit für die Lösung der nächsten Aufgabe wurde angepasst, dh, wenn jemand die Aufgabe schnell löste, bekam er bei der nächsten Aufgabe weniger Zeit für die Lösung, um den Stressfaktor am persönlichen Maximum zu halten.

Dabei konnte deutlich gezeigt werden, dass stressbedingte Aktivität in bestimmten Gehirnregionen auf der einen und der Verlust an Hirnvolumen (Hirnatrophie) sowie motorische und kognitive Beeinträchtigung der Patienten auf der anderen Seite miteinander zusammenhängen. Darüberhinaus gibt es in der gleichen Hirnregion - überlappenden Arealen im Kleinhirn, wie Dr. Weygandt gegenüber AMSEL.DE ausführt - auch bei gesunden Studienteilnehmern eine Verknüpfung zwischen dem Hirnvolumen und stressbedingter Aktivität des Gehirns. "Unsere Daten legen nahe, dass sich der Zusammenhang von reduziertem Hirnvolumen und stressbedingter Hirnaktivität bei Patienten nicht ausschließlich aus einer gesteigerten Stresssensitivität als Folge der Erkrankung herleiten lässt", erklärt Dr. Weygandt die Ergebnisse.

Stressmanagement mildert den Verlauf einer Multiplen Sklerose

Prof. Dr. Friedemann Paul vom NeuroCure Clinical Research Center berichtet, dass hier weitergeforscht werden soll. Langzeitstudien könnten Hinweise erbringen, ob psychischer Stress ursächlich an neurodegenerativen Prozessen der MS beteiligt sei. Eventuell sei neuronale Stressresponsivität auch ein prognostischer Marker für den MS-Erkrankungsverlauf.

Für Patienten mit Multipler Sklerose lassen sich aus den aktuellen Berliner Ergebnissen keine Tipps ableiten, da erst in Follow-Up-Studien gezeigt werden kann, inwiefern Stress die Krankheitsentwicklung selbst beeinflusst. Weygandt verweist jedoch auf die Ergebnisse einer anderen Studie, die gezeigt habe, dass Stressmanagement sowohl das Neuauftreten von Läsionen verringert wie auch die Hirnatrophie bremst (s. AMSEL-Bericht dazu). 

3 interessante AMSEL-Tools in diesem Zusammenhang:

Quelle: Pressemitteilung der Charité, 24.11.2016
Redaktion: AMSEL e.V.

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