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Wirkstoff-Studien

Hormonbehandlung vermindert Multiple Sklerose-Schübe bei Frauen

25.02.2016 - Das Schwangerschaftshormon Östriol könnte die Therapie der schubförmigen MS ergänzen.

Einige Hormonspiegel sind während der Schwangerschaft erhöht und schwangere Frauen mit Multipler Sklerose zeigen in der Regel weniger Krankheitsaktivität, solange ein bestimmtes Hormon namens Östriol - auch Estriol - erhöht ist. Und: Während der letzten drei Monate der Schwangerschaft verringern sich die Schübe um mehr als 70%, genau dann, wenn Östriol seine höchsten Konzentrationen erreicht.

Schwangerschaft & Multiple Sklerose - das geht.

Eine klinische Phase-II-Studie an 164 Frauen zwischen 18 und 50 Jahren mit schubförmig remittierender MS wurde an 16 akademischen Neurologiezentren in den USA durchgeführt, um festzustellen, ob eine Kombination von oralem Estriol und Glatirameracetat (Copaxone) die MS-Schübe bei Frauen reduziert. Die Dosis bestand bei der Hälfte der Probandinnen aus Glatirameacetat 20mg täglich plus Placebo oder aus Glatirameractat 20mg täglich plus Östriol (8mg). 

Schubrate reduziert, wenig Nebenwirkungen in 24 Monaten

Die Ergebnisse waren positiv. Die Forscher fanden heraus, dass die Kombination von Östriol oral und Glatirameracetat wirksamer war bei der Verringerung der Schubrate als Glatirameracetat allein, und die Behandlung über 24 Monate wurde gut vertragen. Unregelmäßige Zyklen waren in der Östriolgruppe häufiger; Vaginalinfektionen in der Placebogruppe. Auf andere gynäkologische Parameter hatte die Östriolbehandlung keinen Einfluss (etwa die Höhe der Gebärmutterschleimhaut).

Diese Ergebnisse stehen im Einklang mit der Theorie, dass erhöhte Östriol-Konzentrationen während der Schwangerschaft zumindest teilweise der Grund sein könnten für die schützende Wirkung der Schwangerschaft vor MS-Schüben. Diese Beobachtungen haben Forscher dazu geführt, die Rolle von Sexualhormonen als mögliche (Zusatz-) Behandlung für Multiple Sklerose zu untersuchen.

Eine Phase-III-Studie von Estriol bei schubförmig-remittierender MS wird benötigt, um diese Ergebnisse zu überprüfen und mögliche Auswirkungen auf den Zuwachs von Behinderungen zu erkunden.

Zuletzt hatte AMSEL.DE über den Einfluss der Wechseljahre (und die Abnahme von Östrogen) auf den Verlauf bei Frauen, über Testosteron bei Männern sowie über den gezielten Einsatz von Östrogen bei Multipler Sklerose berichtet (2013)

Quelle: The Lancet, 24.11.2016; MSIF-News, 16.01.2016.
Redaktion: AMSEL e.V.

 

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