AMSEL - Aktion Multiple Skleroser Erkrankter - Landesverband der DMSG (AMSEL, Landesverband e.V.)

Daniela Adomeit

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Rente und nun?

11.05.2012, 10:03, Kommentare (3)

2005 hatte ich meine Diagnose bekommen und 2007 wurde ich dann schon in die Teilerwerbsrente gesteckt und ehe ich mich versah, war ein halbes Jahr später schon die volle Rente da.

Nach einem Schub eine Reha und danach eine Umschulungserprobung. 3 Wochen wurde ich da auf Herz und Nieren geprüft. Das war auch wichtig, denn hier hatte ich das erste Mal selbst gesehen, dass ich es einfach nicht mehr schaffen kann. Da sind dann meine ersten Pläne und Träume zerplatzt wie eine Seifenblase….

Zuvor putz munter, immer gern bei der Arbeit, kurz vor der Rente mehr gearbeitet als ich müsste und dann plötzlich nichts mehr!!??

Was nun?

Tiefes Loch mit schweren Depressionen. Massive Krankheitsverschlechterung gepaart mit purer Langeweile. Das war wirklich schlimm. Andere Worte habe ich dafür keine.

Ich musste lernen meine Tage neu zu gestalten. Die körperlichen Grenzen neu auszutesten. Neue Interessen zu finden, was nicht leicht war, da bis dahin mein liebstes Hobby auch gleich mein Beruf war.

In der „schweren Zeit“ kommt natürlich noch viel mehr dazu…Streitereien mit der Rentenversicherung, Anträge hier und da stellen, sich mit der Kasse herum ärgern, Hilfsmittel beantragen und allem und jeden hinterher telefonieren.

Das schlimme für mich war Freitags die Briefe von allen Behörden zu erhalten (ist mir dabei auch aufgefallen, das die wichtigen Sachen immer Freitags kommen, damit man sich über das WE wieder abreagieren kann). Ich hatte wirklich teilweise große Panik die Briefe zu öffnen. Mein Mann hatte mir große Hilfe geleistet in dem er irgendwann einfach die Post von den Ämtern, zuerst öffnete und dann gefiltert an mich weiter gegeben hat. Er musste sich in der Zeit um vieles Kümmern und damit hatte ich auch noch ein Problem. Etwas aus der Hand geben war bis dahin nicht unbedingt meine Stärke. Kontrolle haben hieß mein Lieblings-Satz…

Wie ich aus der Krise raus kam?? Mein Mann hat mir geholfen bis ich soweit wieder stabil war um zu sagen und jetzt nehme ich das wieder in die Hand. Dafür bin ich ihm immer wieder dankbar!

Dann hatte ich auch wieder die Nerven dazu mich selbst zu fitten. Hing ganz schön in den Seilen und musste erst mal mit dem Training wieder bei „null“ anfangen.

Stolz bin ich aber auf mich, dass ich es geschafft habe und wie ich finde, nicht mal schlecht!!


Kommentare (3)


11.05.2012, 21:30, Ulla Kleinbach-Volk

Guten Abend, sei froh, dass Du in Rente bist, nimm Dir Zeit für Dich, Du hast die Zeit jetzt und habe bitte kein schlechtes Gewissen, Du hast Dir die Krankheit nicht ausgesucht. Übrigens, ich bin Ulla, 52 Jahre alt, habe seit 16 Jahren MS und bin seit einem Jahr in Rente, ich gab mir die letzten Jahre immer "Kommandos" als ich noch gearbeitet habe (du schaffst das, usw.) - es geht mir jetzt "gut" - ich kann mir Ruhezeit gönnen, die ich auch brauche. Nimm Dir Zeit für Dich und lebe! Herzliche Grüße Ulla


11.05.2012, 11:37, Conny

Daniela das kommt mir alles so bekannt vor, ich bin seit 2009 berentet die Post von der Rentenversicherung hab ich genau wie du immer mit Panik geöffnet. Selbst jetzt bekomme ich noch Panik wenn ich was von denen bekomme, letzte Woche kam mal wieder eine Überprüfung. Glaub es geht vielen so.


11.05.2012, 11:08, Matthias Furch

Daniela ich denke Du hast das geschafft, was andere noch vor sich haben. Mit diesem Beitrag hilfst Du sehr vielen, das anstehende etwas positiver zu sehen. Ich bin momentan ja auch in der ähnlichen Situation, dass ich nun endlich in Teilrente bin, und mir die ein oder andere Beschäftigung suchen muss. Durch die Arbeit in der Jungen Ini, habe ich schon einen Teil davon ausgefüllt. Doch was man beachten sollte, die frei Zeit die man nun hat, nicht ganz zu verplanen. Denn umsonst haben wir diese Rente nicht bewilligt bekommen. Also kann ich jedem nur raten angemessene Ruhepausen ebenso ein zu planen, und diese sich auch ohne schlechtes Gewisssen zu gönnen.


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