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Mein Leben mit Fatigue!
10.04.2012, 09:51, Kommentare (22)
Mein größtes Problem mit meiner MS, ist tatsächlich die Fatigue. Für dieses Symptom wurde bisher noch kein passendes Schimpfwort erfunden!
Fatigue, was ist das eigentlich? Wer die Facherklärung unbedingt erklärt wissen möchte, kann es ja nachschlagen, was aber leider nicht heißt, dass er dann schlauer ist. Ganz im Gegenteil. Genau wie der Name selbst, ist das ganze Symptom sehr mysteriös!
Besonders schwer ist es, etwas zu erklären was man nicht sehen kann.
Wer noch nie Fatigue hatte, kann es eigentlich nicht verstehen wie man sich damit fühlt, ich versuche es aber anschaulich zu machen in dem ich mal einen ganz normalen Tag von mir dokumentiere:
Morgens wache ich auf mit dem Gefühl als hätte ich die ganze Nacht Party gemacht, obwohl ich meine 8 Stunden Schlaf hatte und die auch noch tief und fest! Frisch machen Kaffee trinken und dann die ersten Muntermacher in Tablettenform hinein in den Schlund und hoffen, dass sie heute besser wirken als gestern.
Dann läuft der Motor langsam warm. Was bei Gesunden dann den ganzen Tag so anhält (bis auf einige Tiefs und die Feierabenderschöpfung) schaut bei mir dann so aus….
...Nach ein paar Stunden (keine Hochleistungsarbeit nur ein wenig Haushalt und das was ebenso anfällt) ist die Luft auch schon raus. Nun kommen die nächsten Muntermacher, Mittagessen und eine Stunde Mittagsschlaf. Danach fühle ich mich wieder genau so als hätte ich den ganzen Morgen Party gemacht! Dann muss ich aber in Bewegung kommen (auch hier wieder genau so schwer wie morgens…). Raus aus dem Haus, frische Luft und Bewegung sind auch sehr gut, gegen die ewige Erschöpfung den ganzen Tag über! Das verbinde ich dann mit einem Kaffee und Kuchen bei meinen Lieben. Sozialkontakte dürfen ja auch nicht zu kurz kommen. Danach bin ich eigentlich schon wieder Bett reif, ich kann aber mit Anfang 30 nicht mein halbes Leben verschlafen! Also, Zähne zusammen beißen und durch das nächste Tief mit Bewegung. Abendessen im Supermarkt gegenüber besorgen und das Essen zubereiten. Essen und danach wieder einmal eine Pause machen. Falls noch ein kleiner Funken Energie in mir zu finden ist, kann ich am Abend auch noch einem Termin nachgehen (was mir immer besonders schwer fällt)!
So, nun merkt ihr schon, geschlafen wurde, gegessen wurde, ein wenig zwischenmenschliche Sozialhygiene betrieben, somit sind die Grundbedürfnisse abgedeckt aber gelebt, habe ich leider noch nicht….Hobbys, Spaß, Freunde….
Wie ich das noch schaffe erkläre ich euch ein anderes Mal!!
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Mein Tipp für Heute: Gegen die Fatigue hilft bei jedem etwas…. Bewegung, leichter Sport, Struktur im Tagesablauf, Medikamente, ruhen oder schlafen oder alles in Kombination…findet heraus was Euch gut tut, wenn das Tief zuschlägt und feilt daran bis es so perfekt sitzt, dass Hobbys, Spaß und Freunde nicht zu kurz kommen! Es lohnt sich!
Hier zu kann ich euch auch wärmstens die Ratgeber vom AMSEL-Landesverband: Fatigue Energie Manager (http://amsel.de/shop/index.php?kategorie2=shopartikel&shopartcnr=40&shopartanr=21) und Konzentriert denken, planen, handeln (http://amsel.de/shop/index.php?kategorie2=shopartikel&shopartcnr=40&shopartanr=22) sehr empfehlen, die haben mir zu Beginn gut geholfen!
Liebe Grüße
Eure Daniela
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Kommentare (22)
29.04.2012, 23:47, Martina
Es tut gut, zu lesen, dass ich nicht allein bin als schlafendes Dornröschen. Mein bester Therapeut gegen die Fatigue ist mein Hund, der mich bei jedem Wetter an die frische Luft einlädt...... da geht dann eben kein Weg drum herum. Manchmal ist das schwer, dann schlafwandle ich regelrecht durch die Landschaft, aber insgesamt tut es gut, sich zu bewegen und frischen Sauerstoff zu atmen. Ich finde das auch wichtig als Vorbeugung gegen Erkältungen. (meine durchschnittlich 1 1/2 Stunden Mittagsschlaf brauche ich aber dennoch)
19.04.2012, 16:39, Anna
Liebe Daniela, vielen Dank für diesen ungeblümten Eintrag bezüglich der Fatigue. Auch ich kenne diese Symptome, wenn auch nicht in so extremer Form. Da ich eine Arbeitsstelle habe und nicht auffallen darf (diese Diagnose darf man natürlich nicht publik machen) verbringe ich viele Stunden meiner Freizeit damit, mich von dieser permanenten - nicht zu enkommenden - Erschöpfung irgendwie auszuklinken. Wie Du schreibst ist es schlimm dass unsere sozialen Kontakte dadurch so leiden - einfach weil die Kraft fehlt. Wenn dann die Mitmenschen nichts von der MS Diagnose wissen denken die oft man wäre unsozial - oder sogar das man sich für was besseres hält! - wenn man immer sagt man kann nichts vereinbaren. Ich glaube für dieses "nichtverstehenwerden" (sorry, mir fällt nichts besseres ein) müssen wir unheimlich viel Stärke und Kraft aufbringen. Ich danke Dir nochmals für Deinen Bericht - es tut gut zu wissen das man nicht allein ist! Dir wünsche ich viele Kraftbären - und uns allen die wir MS betroffen sind wünsche ich dass wir über dieses "anderssein" bald mehr Forschungsergebnisse erleben dürfen - um damit besser leben zu können. Danke auch an alle die sich für uns MSler einsetzen!
18.04.2012, 11:37, Elke Pietschmann
Liebe Daniela, du erklärst echt ganz toll, was einen bei MS so umhauen kann, ohne dass man davon was sehen kann. Was es für Aussenstehende echt schwierig macht, das Problem überhaupt zu sehen. Der Blog ist toll, um die Leute zu erreichen - weiter so! Elke
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