AMSEL - Aktion Multiple Skleroser Erkrankter - Landesverband der DMSG (AMSEL, Landesverband e.V.)

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Sicht auf mein Leben: Zynismus vs. Lebenslust?

26.03.2014, 00:21, Kommentare (5)

Wieviele Sorgen verträgt man?

Freundin mit MS (gerade ein Schub?), Mutter im KH (morgen OP), selber Bluthochdruck und hängender Mundwinkel (hoffentlich nichts ärgeres)...!

Das wäre jetzt mal das ganze aus dem Blickwinkel meines Freundes, aber aus meinem sieht es auch nicht viel rosiger aus. Seit Monaten Schlafstörungen, seit ca. 2 Wochen (wieder)auftretende Schubsymptome: Kribbeln und Schmerzen in Armen und Beinen ab der Hüfte abwärts. Studienstress: langsam steht das Wasser bis zum Hals, 100 Abgabetermine, Protokolle, Reports, Labors, Prüfungen,… und alles am besten gestern! Wenn nicht alles Gruppenarbeiten wären, wäre das ganze leichter, Karten  auf den Tisch: Ich habe MS, bitte haben Sie Nachsicht! Aber so habe eher ich das Nachsehen.

Also wie handhabt man das ganze am besten? Ich bin seit heute Krankenstand, was nichts an den Abgabeterminen ändert, nur an der Anwesenheitspflicht. Die Hauptfrage ist wohl: Gehe ich auf die Neuro oder nicht? Weil was tun sie da schon? Wenn ich ihnen glaubhaft vermitteln könnte, dass die Symptome neu sind, also ein akuter Schub, dann her mit den Kanonen und auf Spatzen geschossen! Kortison, das Allheilmittel, das den Schub doch nur schneller besser, aber nicht besser besser macht! Hmmm, was?!? Wenn da nicht die Nebenwirkungen wären, jedes Gewebe im Körper, das Wasser speichern kann, tut das auch, ist überhaupt nicht schmerzhaft. Weiters hat man die ganze Nacht sich damit auseinanderzusetzen, denn Schlaf gibt es nach Kortison auch keinen. Sind die akuten Nebenwirkungen mal überstanden, sieht man den rosigen Horizont, der aber wenn endlich erreicht doch nur Infektanfälligkeit bringt und somit zu Krankenständen verstreut über Monate führt. Was also die MS an  Erschöpfung, Schlaflosigkeit, Fatique, Unwohlsein, Schmerzen etc. außen vor lässt, bring auf jeden Fall das Wunder Medizin, das Kortison!

So jetzt brauche ich nur noch die Antwort auf eine Frage: wo in der Laufbahn meines Lebens habe ich die Lebenslust verloren, und den Zynismus willkommen geheißen? Denn eigentlich sieht mein Leben so aus:

Ich studiere in einem Studium das mich interessiert, das mich evtl. zu einer Zukunft bringt, die mich sogar in die MS-Forschung bringt. Wer weiß, vielleicht kann ich Menschen wie uns bald helfen; die Ursache besser erforschen, oder zu besserer Behandlung beitragen!

Weiters habe ich vor einem Monat die Zusage für ein Jahr Erasmus bekommen, ein Mitgrund dafür dass ich mich für diesen speziellen Master-Zweig entschieden habe. Nur max. 4 von 30 bekommen die Möglichkeit dazu, und ich bin eine von ihnen! Ein sehnlicher Wunsch der sich erfüllt-Schweden ich komme!

Ich bin verliebt! Ich habe seit 8 Monaten einen Freund, der mich liebt wie ich ihn, seit 4 Jahren von meiner Krankheiit weiß, mir vor unserer Beziehung bereits ein guter Freund war und zu meinem Partner geworden ist. Ein Partner der für mich da ist, egal wie es mir geht! Ein Partner der, obwohl er sich nicht vorstellen konnte jemals für längere Zeit ins Ausland zu gehen, jetzt auf Jobsuche ist und sollte sich die Chance bieten, mit mir mitgehen wird.

Und ja, die MS zeigt ihre Krallen, aber wann in Stress-Zeiten tut sie das nicht? Bisher ist immer noch alles halbwegs glimpflich ausgegangen. Und auch wenn ich nun vielleicht Schub Nr. 6 habe, bisher waren es hauptsächlich Gefühlsstörungen, Kraftlosigkeit und Schwäche, aber es hat sich immer alles wieder zurückgebildet, warum also nicht auch dieses mal? ;)


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Kommentare (5)


30.03.2014, 16:17, chen-man

Liebe puzzled, Du schreibst: "Ich studiere in einem Studium das mich interessiert, das mich evtl. zu einer Zukunft bringt, die mich sogar in die MS-Forschung bringt. Wer weiß, vielleicht kann ich Menschen wie uns bald helfen; die Ursache besser erforschen, oder zu besserer Behandlung beitragen!" --- Die MS-Ursachen klären als Grundlage für (KAUSALE) Therapie, letztlich Prävention, das beschäftigt mich seit mehr als 20 Jahren, bin auch schon ziemlich weit gekommen per "data mining" (durchaus ein Jahrhundert zurück - ausgesprochen spannend und ergiebig): vielleicht kommen wir ins "Gespräch"? Dann wären wir schon 2 hier auf diesen Seiten - ich muß mich nur noch anmelden. 2005 zeigte auch "Journalist" Interesse - aber war dann sehr bald wieder verschwunden...


30.03.2014, 14:15, chen-man

Liebe puzzled, Du schreibst: "Ich studiere in einem Studium das mich interessiert, das mich evtl. zu einer Zukunft bringt, die mich sogar in die MS-Forschung bringt. Wer weiß, vielleicht kann ich Menschen wie uns bald helfen; die Ursache besser erforschen, oder zu besserer Behandlung beitragen!" --- Die MS-Ursachen klären als Grundlage für (KAUSALE) Therapie, letztlich Prävention, das beschäftigt mich seit mehr als 20 Jahren, bin auch schon ziemlich weit gekommen per "data mining" (durchaus ein Jahrhundert zurück - ausgesprochen spannend und ergiebig): vielleicht kommen wir ins "Gespräch"? Dann wären wir schon 2 hier auf diesen Seiten - ich muß mich nur noch anmelden. 2005 zeigte auch "Journalist" Interesse - aber war dann sehr bald wieder verschwunden...


26.03.2014, 20:37, Anke

Irgendwie schafft man doch so viel, was man nie gedacht hätte. und glaub mir, auch ich sprech aus Erfahrung - nicht, dass die Sch...MS gereicht hätte, nein mein Ehemann musste hier rufen, als die Krankheit Parkinson verteilt wurde. Aber freu dich dran, was du hast, und das jeden Tag, du hast jemand, den du liebst und der dich liebt, das ist so unendlich viel, was so mancher leider nicht hat. Ich weiß Theorie und Praxis sind zweierlei Paar Schuh, aber es geht weiter !!!!!!!!!!!!!

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