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Gleichgewicht ist wichtig
06.06.2012, 13:07, Kommentare (0)
Den Schwindel bei der MS kenne ich schon seit vielen Jahren. Er ist mal mehr und mal weniger präsent. Auffallend für mich ist, dass er tatsächlich vor allem dann auftaucht, wenn ich selber unsicher(instabil) bin – in Bezug auf meine Lebenssituation, meinen Beruf oder mein Ausehen, meine Figur, mein Selbstwertgefühl im Allgemeinen. Das heißt, mein Gang und mein Körpergefühl wurden instabil, wenn ich selbst nicht „im Lot“ war. Wenn ich zu einer Beerdigung musste, wurde mein Gehen eher schleppend, fast torkelnd, bei unangenehmen (Arzt)Besuchen mit meinem dementen Vater hatte ich ein bleischweres, unsicheres Gefühl. Wenn ich dagegen durch Köln schlendere und mir die Leute und Geschäft anschaue, werde ich zwar auch nach einer Weile groggy, aber ich kann es trotzdem genießen und mich darüber freuen, dass ich noch so weit laufen kann.
Da muss es einen Zusammenhang geben, dachte ich mir und habe zunächst einmal die Tatsache „nur“ beobachtet. Der nächste Schritt war dann für mich, nach Lösungen zu suchen.
Ich kann zwar nicht verhindern, dass ich von Zeit zu Zeit unangenehme Dinge erlebe, aber wenn ich einen Einfluss darauf habe, versuche ich, möglichst im Gleichgewicht zu bleiben und frühzeitig zu erkennen, wenn die Stimmung kippt. Oft hilft dann schon, mir einfach was Gutes zu tun und nicht darauf zu hoffen, dass jemand anderes mir diesen Part abnimmt. Den Schwindel sehe ich heute vor allem als Hinweis, mal wieder darüber nachzudenken, ob ich mich noch in der Balance befinde und wenn nicht, was ich dafür tun kann, sie wieder zu erreichen.
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