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Krankheitsverläufe und Heilungschancen
09.04.2013, 08:57, Kommentare (9)
Ich habe eine inzwischen fast 80-jährige Frau kennengelernt. Sie hatte mit Ende fünfzig, als sie plötzlich arge Bewegungseinschränkungen in einem Arm bekam, eine (nicht ganz hunderprozentige, denn das Nervenwasser sließ sie nicht untersuchen) MS-Diagnose bekommen. Das MRT zeigte einige weiße Flecken, davon einen sehr großen, nicht aktiven. Ob sie in der Vergangenheit schon Probleme gehabt hätte, wurde sie gefragt. Und in der Tat, erzählte sie mir, sei sie als Fünfzehnjährige mehrere Wochen mit starken Lähmungserscheinugen im Krankenhus gelegen. "Die Ärzte dachten damals, ich hätte etwas ganz Schlimmes, aber dann ist es von selbst wieder weggegangen." Mit dem medizinischen Kenntnisstand um 1950 war der Fall nicht zu erklären.
Danach geschah bis zu dem Ereignis mit ihrem Arm nichts weiter Bemerkenwertes. Sie erzählte, dass sie zwar immer wieder unerklärliche Zeiten stärkerer Erschöpfung gehabt hätte; auch hätte sie sich bei Temperaturen über 25°C immer sehr schlapp gefühlt, aber weitere Beeinträchtigungen hatte sie nicht.
Sie hat nicht besonders auf ihre Ernährung geachtet, keine Übungen oder Anwendungen gehabt.
War sie geheilt?
Ist die Ernährung doch irrelevant?
Ich stelle diese rethorischen Fragen, weil m. E. an diesem Fall wieder einmal ersichtlich wird, wie viele verschiedenen Verläufe ("Gesichter") die MS haben kann. Von einem bestimmten Verhalten in einem Fall auf eine Wirkung für einen anderen zu schließen, scheint mir daher gewagt.
Danach geschah bis zu dem Ereignis mit ihrem Arm nichts weiter Bemerkenwertes. Sie erzählte, dass sie zwar immer wieder unerklärliche Zeiten stärkerer Erschöpfung gehabt hätte; auch hätte sie sich bei Temperaturen über 25°C immer sehr schlapp gefühlt, aber weitere Beeinträchtigungen hatte sie nicht.
Sie hat nicht besonders auf ihre Ernährung geachtet, keine Übungen oder Anwendungen gehabt.
War sie geheilt?
Ist die Ernährung doch irrelevant?
Ich stelle diese rethorischen Fragen, weil m. E. an diesem Fall wieder einmal ersichtlich wird, wie viele verschiedenen Verläufe ("Gesichter") die MS haben kann. Von einem bestimmten Verhalten in einem Fall auf eine Wirkung für einen anderen zu schließen, scheint mir daher gewagt.
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Kommentare (9)
10.04.2013, 15:16, Kristall
Genau so hatte ich mir das vorgestellt. Jeder geht seinen Weg und lässt sich von den Erfahrungen der anderen inspirieren. Lupocane, ich hoffe, Dir schmecken die Sachen genauso gut wie mir. Es kommt auch weniger darauf an, IMMER gesund zu essen, denke ich. Ohne meinen morgendlichen Kaffee bin ich nicht zu gebrauchen und meine Schokoladendosis "brauche" ich auch. Aber wenn der überwiegende Teil der Nahrung gesund und vollwertig ist, verbessert das allein schon das Wohlbefinden. Und die seelische Komponente, liebe Renate, hat einen ganz hohen Stellenwert in der Ordnungstherapie. Wie soll der Körper heil werden, wenn es die Seele nicht ist? ;-)
10.04.2013, 07:24, Nina
Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie unterschiedlich die Verlaufsformen sein können... Nachdem bei mir 2006 MS diagnostiziert wurde - ich hatte eine sehr große Entzündung im Rückenmark - habe ich direkt mit Betaferon angefangen. Nach einem halben Jahr musste ich jedoch wechseln, da meine Leberwerte explodiert sind. Dann kam Avonex. Das habe ich bis auf die üblichen Grippesymptome gut vertragen - jedoch hat es rein gar nichts geholfen. Ich habe ja schon erwähnt, dass mein Körper auf Stress extrem reagiert. Im Jahr 2008/2009 hatte ich innerhalb von 6 Monaten 5 Schübe. Daraufhin meinte mein Neurologe, entweder gibts Tysabri oder den Rollstuhl. Die Entscheidung, auf Tysabri zu wechseln war die beste überhaupt,da ich seit 4 Jahren schubfrei bin. Für mich ist Medizin daher ein sehr wichtiger Aspekt bei der MS. Auf Ernährung und Sport achte ich ebenfalls extrem, wie der ein oder andere schon gelesen hat. Ob es der Krankheit hilft, kann ich nicht beurteilen. Es hilft meinem Körper und meiner Seele, und das kann zumindest mal nicht schlecht sein ;-)
09.04.2013, 23:14, lupocane
Ich habe gleich meiner Diagnose mit begonnen, ein Interferon zu spritzen. Sechs Jahre lang hatte ich jährlich einen Schub (mit i. d. R. auftretender Gehschwäche, heftigster Erschöpfung u. a.), der sich jeweils relativ gut zurückbildete. danach gab es ca. sechs Jahre lang keinen Schub. Allerdings nahmen Kraft und Belastungsfähigkeit ab, so dass ich seit kurzem nur noch auf halber Stelle arbeiten kann. Insgesamt geht es mir aber vergleichsweise gut, auch körperliche und sportliche Betätigung ist in gewissem Rahmen noch möglich. Ob dieser Verlauf durch das Medikament positiv beeinflusst wurde, wer weiß das schon? Ob mir meine Ignoranz einer gesunden Ernährung meiner MS-Gesundheit geschadet hat, kann ja auch keiner sagen - jedenfalls hat sie nicht sehr geschadet.
Dem Rest des Körpers täte eine gesündere Ernährung sicherlich gut. Ich habe mir das von dir empfohlene Kochbuch besorgt, Kristall und will mich an einigen Gerichten ausprobieren. (Wenn das Fleisch nicht schwach wird...) Ansonsten bleibe ich bei meiner Behandlung, ich bin bisher gut damit gefahren - ohne zu wissen, ob ich ohne Medikamente nicht an derselben Stelle wäre wie mit. - Diese Ungewissheit bestünde bei homoöpathischer Behandlung und bei anderen alternativen Angeboten auch. Eine gute Ernährung hat den Vorteil, dass sie in jedem Fall dem Körper gut tut, selbst wenn sie hinsichtlich der MS keinen Einfluss hätte.
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