Suche im Blog
Inhaltsbereich
Was mach ich hier eigentlich?
16.04.2012, 23:33, Kommentare (14)
Seit geraumer Zeit lese ich hier schon mit. Ab und an habe ich auch einen Kommentar dagelassen. Antworten kamen nie.
Was mich nicht wundert. Ich habe ja selbst nicht das Gefühl, hier hin zu gehören. Wenn ich das so lese, Medikamente, Gehhilfen,... das alles ist mir fremd. Einzig beim Thema Fatigue kann ich mitreden. Diese bleierne Müdigkeit, die einen den ganzen Tag zurück ins Bett drücken will, die kenne ich auch. Die glaubt mir bloß keiner. Von der Stirn meiner Ärztin kann ich das "Stellen Sie sich doch nicht so an", was sie sich nur mit Mühe verkneifen kann, buchstäblich ablesen. Und so kämpfe ich diesen Kampf jeden Tag ganz alleine für mich.
Es ist nicht der innere Schweinehund, den ich besiegen muss. Mit dem Vieh würde ich schon noch fertig werden. Mein Schreckgespenst heißt MS, den lateinischen Namen kann ich mir auch nach 25 Jahren noch nicht merken.
Warum ist meine Geschichte so anders als die von den vielen anderen, die ich im Laufe des vergangenen Vierteljahrhunderts kennen lernte? Eine Frage, die ich mir schon oft gestellt habe. Haben wir wirklich dieselbe Krankheit? Hab ich einfach nur Glück gehabt oder hat meine "Methode", damit umzugehen, doch funktioniert? Sehr oft bin ich schon gefragt worden, was genau ich gemacht habe. Und wenn ich dann angefangen habe zu erzählen, wurde ganz schnell abgewinkt. Nein, an sich selbst arbeiten, in die Seele schauen und etwas ändern, das wolle man nicht. Auf eigenen Füßen stehen und sein Leben selbstverantwortlich leben? Das geht doch nicht, ich hab doch MS. Stimmt, die hab ich auch.
Ich weiß. So einfach ist das nicht. Ich habe auch viele schlimme Fälle gesehen. Da reicht mir meine eigene Theorie nicht, um sie zu erklären. Aber ich habe mit eigenen Augen auch Leute aus ihren Rollstühlen aufstehen sehen, mich eingeschlossen. Es geht. Man darf nie aufgeben.
Das ist etwas, was ich auf alle Fälle und ganz sicher weiß.
- Vorheriger
- Bookmark:



- Nächster



Kommentare (14)
22.04.2012, 17:04, Kleinbach-Volk, Ulla
22.04.12, 17.00 Uhr, Tapir Hallo, auch ich bin keine "typische MS-lerin". Seit 1996 habe ich MS und bin seit einem Jahr erwerbsunfähig, ein wenig früh mit 52? - nein - mir geht's jetzt viel besser. Auch ich leide unter Fatigue und musste lernen, dass ich mir diese "Schwäche" zugestehe und jetzt kann ich es und lebe den Tag, manchmal aktiver und manchmal weniger aktiv, aber MS gehört zu mir und ist mein ständiger Begleiter.
17.04.2012, 21:12, aeonfoxx
Hallo, auch mich hast du aus den Startlöchern gepfiffen, bin erst seit heut dabei, aber ich habe eine gute Vorstellung davon, wie es einem als MSler mit Fatigue-Syndrom geht, denn ich leide auch darunter. Meine Neuro hat das auch so attestiert und kommentiert als durchaus fachlich nachgewiesen und anerkannt. Nur in der breiten Öffentlichkeit sind wir eben die Pseudokranken mit absonderlichen Nebenwirkungen. Mein Fazit dazu: Null Gegenreaktion, die Leute bedürfen keine Erklärungen, denn die bekommen sie aus der Blöd- Zeitung oder aus den Medien (DSDS, resp. D.B.) Ich habe mich mit der Fatigue und solchen Meldungen allerdings schon lange abgefunden... VlG, aeonfoxx
17.04.2012, 19:14, Zauberzwiel
:D Wenn ich deine Worte so lese, hab ich das Gefühl ich weiss wovon du schreibst. Ich bin auch keine "typische" MS-lerin, was auch immer typisch für die Krankheit ist. Die einzigen Erscheinubngen die ich habe sind auch die Fatique und ab und an ein paar Nervenschmerzen. Ich sehe es auch so, das wichtigste ist an sich zu arbeiten und nicht aufzugeben. Viel Glück
Alle Kommentare zeigen