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Mein Sohn und Kati

17.07.2013, 14:55, Kommentare (0)

Als Kati ging, habe ich die Stadt nicht verlassen. Ihre Stadt. Alle Vorbereitungen dafür habe ich irgendwann eingestellt. In der Situation sprach vieles dafür, zurück zu gehen. Meine Eltern, mein Bruder bestärkten mich darin, wieder in ihrer Umgebung zu leben. Mein Sohn fragte mich, wie lange es dauern würde bis ich wieder in der Nähe wohnen würde. Ich rang und haderte mit mir, und schließlich wusste, dass ich nicht zurück gehen würde. Wege haben keinen Sinn, wenn man sich verbiegen muss um diese zu gehen. Wir sprachen darüber wenn  ich meinen Sohn begegnet bin. Unsere äußeren Wege haben sich schon vor Jahren getrennt, doch ich denke, dass die inneren Wege ganz dicht zusammen verlaufen. Kommenden Monat treffen wir uns in einer Stadt an der Ostsee und verbringen einige Sommertage zusammen. Wir sind und bleiben auf einen guten Weg.

Vor einigen Tagen rief Kati mich an, und sagte sie sei im Krankenhaus. Sie erzählte mir die Gründe dafür. Es hörte sich heftig an, doch sprachlos wurde ich, als ich sie im Krankenhaus besuchte und sah, wie es ihr geht. Literweise hat sie schon Kortisoninfusionen bekommen, doch nach Tagen zeigt sich so gut wie keine Wirkung. Plasmapherese. Darauf stützt sich noch eine Hoffnung. So einen brutalen Schub habe ich noch nicht gesehen. Jetzt benötigt sie bis zur wahrscheinlichen Plasmapherese einen Kurzzeitpflegeplatz. Ich besuche sie am Vormittag mit Straßenbahn und Rolli, bevor mich die hohen Temperaturen selbst niederstrecken. In ihrem Zimmer in gedämpfter Atmosphäre, das die heißen Sommertage zum Glück draußen lässt.

Drei, vier Wochen zuvor  änderte sich ihr Wesen in Telefonaten und Mails mir gegenüber. Du magst es doch nicht langweilig, sagte sie. Ich musste lächeln. I never saw a girl like you before. Und ich denke an die Zeit mit ihr, diese kurze, doch so unglaublich schöne Zeit. Und vielleicht können wir unsere Zeit, wie immer sie auch aussehen wird, fortsetzten.

Und sie muss wirken, diese bescheuerte Plasmapherese.


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