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Sand im Getriebe - Kapitel X

15.01.2010, 09:13, Kommentare (2)

... in dem in einem Formular formuliert wird und in einem Büro
interpretiert

"Was soll ich mit diesem Antrag hier machen?", erkundigt sich
Tanja Müller, ihres Zeichens Sachbearbeiterin in der Rehabili-
tationsabteilung der Rentenversicherung, bei ihrer Chefin
Dorothee Klingental-Steinvorth.
"Hier wurde angekreuzt, dass kein Teilzeitarbeitsplatz zur
Verfügung gestellt werden kann, aber dann steht ein Datum
ab wann."
Verärgert über die Störung blickt die Vorgesetzte auf.
"Von wem wurde wo was angekreuzt? Frau Müller, können Sie
sich bitte etwas deutlicher ausdrücken?"
Tanja holt tief Luft und beginnt:
"Das ist eine etwas längere Geschichte. Die Versicherungs-
nehmerin ist schon älter und hat seit einiger Zeit MS. Teilrente
wurde beantragt und inzwischen auch genehmigt. Parallel
wurde ein Antrag auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben
gestellt. Der dümpelt hier schon über ein halbes Jahr rum.
Erst ging es um einen Rollstuhl, eine Rampe zum Büro der
Versicherten und diverse Umbauten in sanitären Anlagen.
Der Antrag wurde dann später von der Versicherten dahin-
gehend geändert, dass die Rampe und der Umbau wegfallen,
weil der Arbeitgeber anscheinend ein Büro in einem behinderten-
gerechten Bau zur Verfügung stellen kann.
Also bleibt für uns die Sache mit dem Rollstuhl."
"Und wo liegt jetzt das Problem?"
"Der Arbeitgeber hat auf dem Formular, wo es um den Teilzeit-
arbeitsplatz geht, in dem Feld 'Kann ein Teilzeitarbeitsplatz zur
Verfügung gestellt werden' angekreuzt, dass er keinen zur
Verfügung stellen kann. Aus der anderen Seite hat er aber in
dem Feld 'ab wann?' ein Datum reingeschrieben."
"Zeigen Sie mal her."
"Hier ist die Stelle."
Dorothee Klingental-Steinvorth sieht sich den betreffenden
Abschnitt des Formulars an und runzelt die Stirn.
"Das ist ja mal wieder ganz großartig. Sehr dubios. Wie ist das
jetzt zu interpretieren? Als ob wir nicht schon genug Arbeit
hätten."
"Vielleicht sollte ich das Ganze telefonisch klären?", schlägt
Tanja Müller vor.
"Damit Sie wieder tagelang am Telefon hängen, weil Sie
niemanden erreichen können, der Ansprechpartner nicht
Bescheid weiß oder erst einmal die Akte heraus gesucht
werden muss?"
"Vielleicht arbeiten die anders als wie wir und müssen nicht
die Akte immer hin und her schicken, sondern haben schon
alles im PC gespeichert?"
"Vielleicht, vielleicht, vielleicht", Dorothee wird ungeduldig,
"steigt der Hahn auf die Ente, wenn keine Henne da ist.
Sicher haben die schon längst während der Arbeitsunfähigkeit
der Versicherten ihren Schreibtisch sowie die Schränke aus-
geräumt und an ihrem Platz sitzt schon der Nachfolger.
Lehre mich die Arbeitgeber kennen.
Auf der anderen Seite - wieviele offenen Fälle haben Sie noch
auf dem Schreibtisch liegen?"
"Das weiß ich nicht. Im Moment sind es drei Stapel.
Vierzig, fünfzig? So genau weiß ich es nicht."
"Nun dann."
Dorothee gibt Tanja das Formular zurück.
"Damit ist es entschieden. Der Arbeitgeber hat klar zum Ausdruck
gebracht, dass die Betreffende in Teilzeit nicht weiter beschäftigt
werden kann. Damit ist der Antrag für den Rollstuhl nicht mehr
relevant und der Fall für uns abgeschlossen. Legen Sie ihn zu
den Akten."
"Aber müssen wir ihr das jetzt nicht mitteilen?"
"Wem?"
"Der Versicherten."
"Frau Müller", antwortet die Gruppenleiterin der Rehabilitations-
abteilung der Rentenversicherung ihrer Mitarbeiterin, "seit wann
sind wir für die Kommunikation zwischen den Arbeitgebern und
unseren Versicherungsnehmern zuständig? Bei uns sind über
50 Millionen Arbeitnehmer versichert. Sollen wir denen allen
jetzt einen Brief schreiben?"

Fortsetzung folgt

Kommentare (2)


16.09.2010, 21:19, Ralf2408

hallo nndu ich bin begeistert....lache noch immer. Ich danke für das Gefühl......so wie es ist, kommt mir das grad bekannt vor, den ich wühl mich da grad langsam ran und hatte schon das Gefühl.. Wenn du auch magst : www.ralfzioerjen.eu Thats my live......pur Greet Ralf


15.01.2010, 11:03, edss

Jetzt wird's überirdisch. In anderen Teilen der Welt gibt es auch GregorianerInnen.


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