AMSEL - Aktion Multiple Skleroser Erkrankter - Landesverband der DMSG (AMSEL, Landesverband e.V.)

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Ich und meine MS

10.05.2006, 17:00, Kommentare (1)

Euch allen recht guten Abend,
 
seit einiger Zeit bin ich ein eifriger und interessierter, ein auch von MS betroffener  Leser all Eurer Mitteilungen.
Ganz grossartig finde ich zunächst einmal nur die Idee, den Kranken die Möglichkeit zum Austausch ihrer Gedanken mit anderen mehr oder weniger Betroffenen, ihrer Ängste und ihrer Probleme dank der heutigen TechniK  zu ermöglichen.
Recht betroffen bin ich immer wieder, wenn ich wie hier beim Lesen oder bei meinen häufigen Krankenhaus-oder Kuraufenthalten feststellen muss, dass die Zahl der Jung-Erkrankten ständig anwächst und die Betroffenen  immer jünger werden. Auch ich war 1966 gerade erst 25 Jahre jung, als ich mit der MS Bekanntschaft machte, allerdings wurden mir dann als Ehefrau und Mutter ca 12 lange schöne Jahre ohne irgendwelche verdächtige Hinweise oder deutliche  Einschränkungen geschenkt. Mein Mann und ich fühlten uns wohl, waren ohne Sorgen, haben meist alle Ferienzeiten voll mit sportl. Aktivitäten ausgenutzt, konnten uns zwar mit einem Lehrergehalt keine grossen Sprünge erlauben, aber zum Campingurlaub reichte es immer.
Bis sich dann doch in den 80 Jahren die Krankheit massiv bemerkbar machte, wir besuchten alle  bekannten MS-Stationen, erst Gehwagen, dann Sportrolli, erst kleiner und jetzt im dritten Jahr ein recht umfangreicher E-Stuhl, haben Höhen und Tiefen gemeinsam erlebt, sogar den Verlust der Sehkraft meines linken Auges überstanden.
Seit fast 4 Jahren sind mein Mann und ich getrennt von Tisch und Bett, denn ich muss jetzt von geschulten Kräften versorgt werden und wohne in einem Altenwohnheim, die täglchen Besuche meines Mannes sind für ihn ganz selbstverständlich, auch unsere Freunde kommen recht häufig, wie mir auch immer wieder die vielen neuen Bekannten Mut machen. So lange ich mich noch vom Kopf her klar ausdrücken kann, etwas mit dem Stuhl beweglich bin, habe ich  hier im Heim als Vorsitzende des Heimbeirates und Mitglied des Rhein-Pfalz-Kreises Ludwigshafen noch viel zu tun.
Das Ganze  fällt mir bestimmt nicht immer nur so zu, ständig muss ich mich dazu ermahnen und daran arbeiten, zuverlässig und mit Freude, die mir zu- geteilten Aufgaben zu erfüllen. Auch bin ich öfter mal nicht gerade in der Gnade des Herrn, bin unleidlich und kämpfe mit allen mir zustehenden Mitteln gegen diese unbarmherzige MS.
 
Noch immer hat mich mein Lebensmotto auch aus dem tiefstem und dunkel-   stem Loch  wieder herausgeholt:
 
"Geht es dir mal  ganz schlecht,
dann schau dir deinen Nächsten an
und schon geht es dir besser."
 
Hoffe sehr, diese wenigen Worte können auch Euch helfen.
 
Mit freundlichem Gruss
spitz
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Kommentare (1)


11.05.2006, 21:31, Samira

Hallo Spitz, Dein Eintrag vermittelt Hoffnung, Du meisterst Deine Situation, obwohl Du schon ziemlich übel dran bist. Hast sogar eine Aufgabe gefunden, die Dir zeigt, dass Du noch gebraucht wirst. Getreu Deinem Motto, schau wenn es Dir schlecht geht Deinen Nächsten an..... genau so halte ich mich auch über Wasser, obwohl ich manchesmal die Flinte ins Korn schmeißen möchte. Aber es gibt wirklich unzählige Menschen, die noch übler dran sind. Dieser Gedanke läßt mich weiter den Kampf aufnehmen. Ich wünsche Dir, dass Dein Gehirn weiter rattert und Du viele Erfolgserlebnisse bei Deiner Tätigkeit als Heimbeirat beschert werden, denn dies macht Dich stark. Einen stabilen weiteren Krankheitsverlauf wünscht Dir - Samira


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