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Vom Früher/Später-Weh. Nicht gelungene Tiefsinnigkeit.

11.05.2016, 21:07, Kommentare (5)

Ich habe Früher/Später-Weh. Ich weiß nicht, ob es diese Bezeichnung gibt, aber ich finde keine andere Möglichkeit diesen Zustand zu beschreiben, der mich in letzter Zeit so oft überkommt. Es ist eine Mischung aus Heimweh und gleichzeitig Fernweh. Das nostalgische Schwelgen in alten Erinnerungen und das Sehnen nach neuen Dingen, Orten, Menschen.


'Früher war doch alles besser' klingt so abgedroschen, aber wer hat sich das nicht schon mal gedacht. Wobei das 'Früher' wirklich relativ ist. Ist es das Teenager-Früher? Das nachmittägliche Treffen der Freunde im Café der Stadt, den ausschweifenden Party-Nächten und dem sorglosen Treiben der Schulzeit („sorglos“ - trotz schwerwiegender pubertätsbedingter Lebenskrisen)?

Das ist ein schönes Früher, an das ich gerne denke. Und ich weiß sehr wohl, wie sehr man das im Nachhinein verschönert. Ich kann mich sehr gut an das Gefühl erinnern das ich hatte, als es mir bevorstand, meinen Eltern die beiden drohenden Fünfen im Zwischenzeugnis zu beichten.

Man wird nie wieder froh. Es gibt nichts schlimmeres, nie wieder, auf keinen Fall. Das ist das Ende. Ach, zum Glück wusste ich's damals noch nicht besser. Ich hätte noch weniger erwachsen werden wollen als ich es jetzt will.


Gleichzeitig denke ich so oft an „Später“. Was ist später? Welche Entscheidungen werde ich treffen, die Später ausmachen werden? Oder noch viel unangenehmer: Welche Entscheidungen werden mir abgenommen werden? War es das schon, oder kommt noch mehr. Bleibe ich hier, verschlägt es mich nochmal weg? Passiert etwas so saublödes, das mich zwingt, so eingeschränkt zu sein, dass nicht mehr viel anderes passiert? Oder passiert gar nichts, und es passiert trotzdem nichts, weil ich es nicht passieren haben lasse? (Je öfter ich das Wort 'passieren' schreibe, desto mehr muss ich an Tomaten denken und verliere den Faden).


Ich glaube, die letzten Sätze sind völlig unverständlich. Vorsicht: Unbeholfener Versuch Tiefsinn zum Ausdruck zu bringen! - Aber genau das ist im Moment mein Problem: Ich habe ein ungutes, unruhiges Gefühl, ich kann es nicht genau erklären und auch nicht richtig fassen. Es geht mir alles zu schnell – und gleichzeitig zu langsam. Vielleicht ist es ja doch eine bleibende Schädigung meines Aufmerksamkeits-Zentrums, dass ich nichts mehr auf die Reihe bekomme. Oder zumindest das Gefühl habe, irgendwie machtlos und ziellos zu sein. (Wobei ich mir bewusst bin, dass man nur machtlos ist, wenn man sich machtlos machen lässt.) Aber wo nimmt man den Faden wieder auf, und wie? Wie komme ich aus meinem Kopf raus?


Das Blöde an der ganzen Geschichte: Ich bin ständig nur genervt. Und das schlimmste daran ist, dass man vom Genervt-Sein nur noch genervter wird. Oder zumindest ich, weil ich mir alles zu viel werden lasse, nicht abschalten kann und schlicht und ergreifend nur am jammern bin. Vielleicht wird das ja zu meinem neuen Hobby. Aber bevor ich alt und alleine vergehe, weil mir keiner mehr zuhören mag, ändere ich mein Leben lieber und geh entgegen aller vorheriger Behauptungen zum Yoga.


Wahrscheinlich aber eher nicht.


Lieber hör ich noch ein bisschen Musik und trink noch ein Glas Wein und denke weiter über die Sinnlosigkeit des Seins nach.

Ich habe mal irgendwo gelesen, dass dumme Menschen glücklicher sind. Weil sie nicht reflektieren, sich also weniger Gedanken machen.



Ich wäre gerne dumm.



L'aupaire - Rollercoaster Girl


Kommentare (5)


19.05.2016, 13:31, edss

Liebe Kristall, wie schön, dass du verstehst, was ich meine! Der Yoga ist zwar fest im Westen angekommen. Meine Stirn kräuselt sich allerdings über so manche "Spielarten".


17.05.2016, 21:43, Kristall

Nein, gar nicht, meine liebe edss! Beim Yoga lernt man (eigentlich), auf den eigenen Körper und seine Grenzen zu achten. Alle meine verschiedenen Lehrer haben es immer wieder betont, was die anderen können, ist nebensächlich. Nur die eigenen Möglichkeiten sind wichtig. Wer anders vorgeht, hat das Prinzip nicht verstanden. ;)


14.05.2016, 12:26, edss

Es ist halt auch ein wenig so, dass der Yoga und andere Meditationsformen gut geeignet sind, um Menschen für Leistung zu optimieren. Westliche Zielsetzungen mit Hamsterrädern und Steigerungen sind Körper und Geist eher nicht zugetan. Langsam, leise und eins nach dem anderen werden schon in der Schule weg trainiert.

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