AMSEL - Aktion Multiple Skleroser Erkrankter - Landesverband der DMSG (AMSEL, Landesverband e.V.)

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Letzte Szenen aus dem Berufsleben

10.04.2007, 09:21, Kommentare (6)

Szenen aus dem Berufsleben – Möglicherweise gibt es keine Aussichten auf Besserung im Rentnerinnen-Dasein?

(Weiterer Seelenmüll, der auf den Müllhaufen der Geschichte gehört.)

 

Oh! Sie Ärmste! Haben Sie Probleme mit dem Laufen?

(Nein, meine Ohrläppchen sind entzündet.)

 

Sie haben ein schlimmes Bein. Ich auch.

(Dann müssen wir jetzt beide aufpassen, dass wir nicht die Treppe hinauf fallen.)

 

Hänsiewasindefüß?

(Naiichhabwasimkopf!)

 

Sie sind das ja gewöhnt, aber ich habe trotzdem Mitleid mit Ihnen.

Sie gehen auf Ihren letzten Füssen.

 

 

Eine Behinderte: Anna liebt Leo

Eine Nichtbehinderte: Das kann nicht sein, Leo ist behindert.

 

Eine Behinderte: Karl hat Selbstmord gemacht.

Eine Nichtbehinderte: Ja er war behindert.

 

„Beachten Sie im Krankheitsfall: Die Diagnose geht außer den Patienten und den Arzt niemanden etwas an! Auch der Arbeitgeber hat nicht das Recht, den Grund einer Krankschreibung zu erfahren. Mit gutem Gewissen sollten Sie sich deshalb neugierigen Anfragen erwehren und klare Grenzen ziehen. Versuchen Sie nicht, einen Betroffenen zu trösten, indem Sie seine Erkrankung beschwichtigen! Nehmen Sie stattdessen den Kranken und sein Leiden ernst und signalisieren Sie Ihre Hilfsbereitschaft!“ Hanna Verena Zemme: Knigge Fallen – Peinliche Fettnäpfchen erkennen und vermeiden.

 

„Höflichkeit. Der Inbegriff des Spießertums. Was ist so großartig an angenehmen Manieren? Kann doch jeder. Man braucht kein besonderes Talent, um höflich zu sein. Im Gegenteil, nett sein kann man immer noch, wenn man bei allem anderen gescheitert ist. Leute, die Ehrgeiz haben, machen sich nicht das Geringste aus dem, was andere von ihnen halten.“ Diane Setterfield: Die dreizehnte Geschichte.

 

Den Gipfel an Höflichkeit und Diplomatie könnt ihr in Jane Austen: Sinn und Sinnlichkeit sehen oder lesen: Mr. Edward Ferrars, Miss Lucy Steel und Miss Eleanor Dashwood sitzen in einem Wohnzimmer in London:

1.      Mr. Edward Ferrars liebt Miss Eleanor Dashwood und ist gleichzeitig heimlich mit Miss Lucy Steel verlobt. Er weiß nicht, dass Miss Eleanor Dashwood von der Verlobung weiß und kriegt sie am Ende

2.      Miss Lucy Steel weiß nicht, dass Mr. Edward Ferrars Miss Eleanor Dashwood liebt und sie kriegt ihn auch nicht

3.      Miss Eleanor Dashwood liebt Mr. Edward Ferrars und weiß von der Verlobung von Miss Lucy Steel. Sie kriegt ihn.

Höhere Diplomatie ist meistens klug. Miss Lucy Steel verlässt die Szene am Arm von Edward Ferrars. Miss Eleanor Dashwood bleibt unglücklich zurück und kriegt den Galan doch. Alles wird gut!

 


Kommentare (6)


12.04.2007, 02:49, Klaus

Ist OK. Hatte keinen guten Tag. Im Mai beginnt das Glück. s.o.


11.04.2007, 12:13, edss

Die zwingend naheliegende Verbindung lautet: Depression - Selbstmord. Sie wäre korrekt. Unmenschlich wäre, alle Behinderten seien Selbstmordkandidaten. Depressionen können gut behandelt werden, damit Selbstmord nicht passiert. MS-Kranke können Depressionen haben und überwinden.


11.04.2007, 11:09, edss

Der befremdliche Schluss Behinderung weil Selbstmord oder Selbstmord weil Behinderung ist in diesem grausligen Gespräch von einer Nichtbehinderten gezogen worden. Ich habe das nur aufgeschrieben. Das Thema ist gewaltig und durchaus diskutierenswert. Jedoch mit dem Tod müssen sich MS-Kranke nicht so intensiv beschäftigen, denn wir leben extra lange, damit wir die Krankheit so richtig genießen können.

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