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Ein starkes Stück Leben (Spiegel 26/2006)
29.06.2006, 17:52, Kommentare (2)
In der Welt der dramatischen Bilder und der sportlichen Höchstleistungen steht er in seinem Rollstuhl wie ein Fremdkörper herum. "Und wenn sie auf der Tribüne vor Begeisterung alle aufspringen, sehe ich gar nichts mehr", sagt der Minister achselzuckend.
Dieser Mann versteht es glaubhaft zu machen, dass er nicht von Bitterkeit überwältigt wird, wenn er die WM-Stars auf dem Rasen herumtoben sieht. Erstens habe er schon in den frühen achziger Jahren ... das aktive Kicken eingestellt. Zweitens sei er "nie so vermessen gewesen, sich mit den WM-Teilnehmern vergleichen zu wollen". Und drittens, beteuert er, habe er sich mit seiner Behinderung tatsächlich längst abgefunden: "Das tut mir nicht mal beim Skifahren weh", sagt er. Und dann zögernd: "Allenfalls noch manchmal beim Wandern."
Es ist aber eher seine Behinderung, die Wolfgang Schäuble sensibler, gar stoischer gemacht hat. Er hat sich daran gewöhnen müssen, zu warten. Und er ist gezwungen, immer von unten nach oben zu reden. Das prägt.
Als er im Rollstuhl in die Politik zurückkehrte, war er ganz sicher, dass ihn in dieser rauhen Welt auch seine offenkundige Verletzlichkeit nicht vor Angriffen politischer Gegner und Konkurrenten schützen würde.

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Kommentare (2)
30.06.2006, 09:39, edss
Hallo Klaus, so ähnlich habe ich es vermutet. Was mich brennend interessiert: Wie kann man Verbitterung (Zynismus, Frustration, Sarkasmus) bei sich selbst verhindern, wenn man nicht wandern kann, die lieben Mitmenschen blöken und keine drei Helfer in der Nähe sind. Mein optimistisches Überich glaubt, dass es möglich ist. Ich bin gespannt. Grüße von edss
30.06.2006, 02:47, Klaus Marek
Wer Schäuble von besseren Zeiten kennt, übersieht nicht, wie gefährlich verbittert er geworden ist! Seine Aussagen sind die typischen eines Politikers. Außerdem hat er immer mindestens 3 Helfer parat...... Da kommmt man zurecht._