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Mit und ohne MS: Von Bordsteinkanten und anderen Träumen

18.11.2005, 19:35, Kommentare (4)

vorweg:

Jenny, vielen Dank für diese Klarstellung. Ich denke, wir gehen in Vielem konform, wenn ich auch Schwierigkeiten mit gewissen Verallgemeinerungen habe ("die Forscher") habe.
Die Frage, wie einer reden muss, wenn er MS-betroffen ist, ist interessant: die sollten wir mal erörtern. Aber nicht hier und jetzt.

Denn ich will etwas anderes beschreiben und schauen, was andere Experten darüber denken bzw. welches ihre Erfahrungen sind. Es geht ums Einschlafen und Träumen. Nicht um Müdigkeit, sondern das, was beim Einschlafen und im Schlaf außer den rein körperlichen Schlaffunktionen auch passiert: Träumen, sich in anderen Welten wiederfinden (die Bordsteinkante, die für Nanosekunden auftaucht und ausreicht, einen ins Leere treten zu  lassen (und den Bettgenossen vor's Schienbein)), immer wieder aufwachen - "traumgeplagt" oder "traumverzaubert".

Wie komme ich auf dieses Thema? Ich schreibe zwar nicht in Foren oder Boards (schönen Gruß an ein paar bestimmte ms-life-Boarder), lese aber nicht selten in ihnen herum und schaue, welche Themen bei der MS-interessierten Öffentlichkeit diskutiert werden. (Das ist meine Auffassung von Informationsarbeit...)
In einigen Foren waren Fragen zu lesen, die sich mit einem doch recht vielen bekannten Phänomen beim Einschlafen (tiefes Loch blitzt auf) und mit vermehrtem Träumen beschäftigen. Die eigentliche Frage, die auch in diesen Beiträgen dahintersteckt, ist die, ob das durch die MS kommt.

Fragen, die mich auch schon seit geraumer Zeit beschäftigen, weil über diese Dinge noch so wenig bekannt ist - sowohl über die MS als auch über die beschriebenen Phänomene. Und weil aus Mangel an Erklärungen Spekulationen deren Platz einnehmen - bis hin zu "das kommt sicher von der MS".

Was stimmen kann, aber nicht muss. Ja, Nein, Vielleicht. Was bringt´s, über etwas zu spekulieren und zu grübeln, das sich im Reich des Unbekannten befindet? Wohl wenig, abgesehen von schlechterer Lebensqualität und vielleicht auch erhöhter Anfälligkeit gegenüber Krankheit und anderem Leid.

Es wäre interessant zu wissen, wie die Erfahrungen von anderen MS-Betroffenen (Erkrankte und sonstwie Interessierte) aussehen in Bezug auf´s Träumen an sich und in Bezug auf "Bordsteinkanten".

Diese sog. "Derealisierungsphänome", die in Leicht-Schlaf-Phasen vermehrt auftreten und manchmal als absurdes, unverständliches Geschehen erinnert werden (wie die oben erwähnte Bordsteinkante), sind nach Expertenmeinung relativ häufig, also ziemlich normal. Meinung, nicht Wissen!

Ich bin auch dieser Meinung. Mir selbst ist dieses Phänomen von Kindheit an bekannt, ich staune darüber schon lange. Und ich habe keine MS (jedenfalls nicht dass ich wüsste...).

Ich würde mich freuen, wenn dieser Eintrag ein paar Kommentare von Träumern bekäme, die sich für dieses Randgebiet interessieren. Danke.

_Jay


Kommentare (4)


27.01.2006, 10:13, Lilly

Das mit der Bordsteinkante kenne ich, auch ohne dass ich MS hätte. Und zwar passiert mir öfters während der Einschlafphase, dass ich ansatzlos «daneben trete» und zwar sehr heftig. Woher dieses Phänomen kommt? Wirklich keine Ahnung. Meine Träume unterscheiden sich stark in Intensität und Inhalt. Immer wiederkehrende sind auch darunter; die sind eher harmlos und verwundern mich, dass sie sich so hartnäckig seit Jahren in meine Nächte schleichen. Dann gibt's diese sehr eindrücklichen mit konfusen Geschichten, die trotzdem sehr realistisch wirken und manchmal auch einen bedrohlichen Hintergrund haben. Während des Traumes denke ich, ich könnte aufwachen und der Traum würde weiter gehen. Aus solchen Träumen löse ich mich auch ungern (trotz allfälliger Bedrohung!) und kann mich noch lange während des Tages an Einzelheiten erinnern.


03.01.2006, 22:03, Andrea

Hi Wickström Das mit den ausbleibenden Alpträumen finde ich hoch interessant ! In meiner Therapie wird auch über Träume gesprochen. Ich träume sehr intensiv, kann mich auch sehr gut erinnern, dabei ist mir aufgefallen, daß ich seit ewigen Zeiten keine Alpträume mehr hatte. Früher hatte ich ca. 3-4 die in regelmässigen Abständen aufgetaucht sind. Leider kann ich nicht mehr nachvollziehen, ob meine Alpträume mit der Diagnose/dem Auftreten meiner MS verschwanden. Definitiv weiß ich, daß ich seit ich mit der Psychotherapie begonnen habe keine mehr auftreten. Manche Träume haben sogar große Ähnlichkeit mit meinen Alpträumen, aber zu den "Alpträumen" strebe ich im Traum Lösungen an, muß etwas erledigen, oft will ich garnicht aufwachen, weil es noch wichtiges zu tun gibt. Meine Alpträume haben nur Entsetzen und Fluchtgedanken (u.U. Aufwachen) ausgelöst.


26.12.2005, 13:14, Wickstroem

Seit bei mir die ersten Anzeichen der MS aufgetreten sind, habe ich tatsächlich mehr und vor allen Dingen intensiver geträumt, was, wenn man den "Spezialisten" Glauben schenkt, ja auch normal sein soll. Rückblickend betrachtet fällt mir auf, dass ich seit der Diagnosestellung MS keine Alpträume mehr hatte, bzw. ich mich nicht mehr an solche erinnern kann (kann von mir aus auch so bleiben!!). Ich denke es liegt daran, dass man viele Dinge/Fragen/Ängste verdrängt und diese dann des nachts aufbereitet werden. Im gesunden Zustand hatte ich davon schon mehr als genug und seit Beginn der MS wird die Liste immer länger! Die "Bordsteinkante", bzw. das "ins Leere treten" hat in meinen Träumen merkwürdigerweise immer einen krassen "Programmwechsel" zur Folge! Ich werde dann immer von einem anderen Traum aufgefangen! Die von Andrea angesprochenen Leichen tauchen natürlich auch immer wieder auf und um so manche Tür wird im Traum ein riesigerer Bogen gemacht. Da ich auch schon seit längerer Zeit eine Theraphie mache, bin ich mttlerweile auch bereit die eine oder andere Tür zu öffnen. Das ist zwar nicht immer angenehm, war aber auch noch nie Alptraumhaft.

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