AMSEL - Aktion Multiple Skleroser Erkrankter - Landesverband der DMSG (AMSEL, Landesverband e.V.)


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Professor Mäurer und die Wissenschaft

04.12.2015, 20:55, Kommentare (7)

In seinem DocBlog nimmt Herr Prof. Mäurer aktuell zum Thema Minocyclin und MS Stellung. Dort schreibt er:

"... Nachdem Tetracyclin auch die Standardbehandlung bei Borrelieninfektionen (v.a. der Wanderröte – Erythema chronicum migrans) darstellen, wurden die Studienergebnisse zu Minocyclin und MS sofort in die Richtung interpretiert, dass nun doch ein einschlägiger Beweis vorliegt, dass MS durch eine Infektion mit Borrelien hervorgerufen wird. Dies ist allerdings ziemlicher Unsinn.

Minocyclin besitzt neben seiner bakteriostatischen Wirksamkeit auch eine Vielzahl von immunmodulierenden und neuroprotektiven Effekte (u.a. hemmt Minocyclin sog. Matrixmetalloproteinasen, die für die T-Zell Transmigration in das Gehirn wichtig sind). Aufgrund dieser Eigenschaften wurde die Wirkung von Minocyclin in den letzten Jahrzehnten bei einer großen Anzahl neuroinflammatorischer und neurodegenerativer Erkrankungen untersucht und hat zu interessanten Ergebnissen geführt. Daher ist die jetzt publizierte Studie für Insider keine allzu große Überraschung. ..."

Aus einer Fortbildungsveranstaltung für Ärzte wird er von der AMSEL so zitiert: " "Die Borrelien-Theorie, die in diesem Zusammenhang wieder aufgeflammt ist, hat damit aber nichts zu tun", stellte der erfahrene Neurologe ausdrücklich fest. " (Klar: Und die Malaria kommt von mal aria = schlechter Luft:  Was haben Sie denn als MS-Ursache anzubieten, Herr Professor? Nebel? Worthüsen wie "autoimmun"? Ist  das alles? "Autoimmun" fällt vom Himmel?)

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Untersuchenwir, wer "ziemlichen Unsinn" verzapft.

1. Die Standardbehandlung der Zecken-Borreliose erfolgt nicht mit "Tetrazyklin", sondern mit Doxycyclin, einem "essentiellen" WHO-Mittel, das seit 50 Jahren auf dem Markt ist, LANGE patentfrei, dementprechend spottbillig, gut verträglich, so gut wie risikofrei.

2. Doxycyclin tötet Borrelien in Kultur in 1-2 Tagen. Die Einordnung der Tetrazykline als "bakteriostatisch" gilt offenbar für Doxycyclin in seiner Wirkung auf Borrelien nicht - die "Aknemittel" können  mehr, als der Professor sich träumen läßt.

3. Seit den 20er Jahren ist nachgewiesen, daß die MS durch Borrelien in aktiven Herden hervorgerufen wird, seither vielfach bestätigt: das ist "Fakt", ist die aktuell gültige Wahrheit. Das zu ignorieren oder zu bestreiten, ist etwa so intelligent, als ob die Neurolgen als "Glaubensbekenntnis" verkünden würden, die Erde sei eine Scheibe, also die Wahrheit einfach ausblenden.

4. Die Möglichkeit, daß Mino- oder besser Doxycyclin möglicherweise unschlagbar als Therapie der aktiven MS ist (nämlich gleich mit doppeltem Wirkmechanismus), scheint geradezu eine Horrorvorstellung für die Neurologen zu sein: Wie Kleinkinder die Augen zuhalten und dann glauben, niemand sehe sie in ihrer jahrzehntelangen UNFÄHIGKEIT, die MS-Ursache endlich zu klären, richtiger: anzuerkennen.

5. Für Betroffene folgt daraus, daß sie sich nicht auf das Urteil der vermeintlichen Experten verlassen können, sondern sich selbst kundig machen und eine Entscheidung treffen müssen: Rezept etwa vom Hausarzt, wenn die "Fachleute" auch weiterhin versagen, nach wissenschaftlichen Grundsätzen die Tatsachen zu prüfen und logische Schlüsse zu ziehen.

Wenn wir die Kosten einmal ausblenden, muß die Auswahl unter den Therapie-Optionen nach dem Verhältnis von Nutzen (Chance) und Risiko (sowohl Verträglichkeit als auch Langzeitrisiken) getroffen werden.

--- Übliche "BT": oft schlecht verträglich und beträchtliche Risiken vielfältiger Art, Langzeitnutzen sehr fraglich. (Berurteilung der "Wirksamkeit" kaum vor einem halben Jahr - es sollen Nebenwirkungen für ein Jahr ausgehalten werden, sie könnten langsam besser werden... - Die Hoffnung stribt zuletzt.)

--- Doxycyclin: Die Standard-Therapie sind 2-3 Wochen, Risiko nahezu Null (wenn starke Sonne gemieden wird). Oft ist schon ab den ersten Tagen, der ersten Woche eine Verbesserung zu spüren (Schmerzen lassen nach, der Kopf wird klarer...).

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Zur Klärung der MS-Ursache fordere ich die Neurologen ("wissenschaftlichen Beiräte" usw.) auf, sich endlich einer rationalen Diskussion zu stellen, statt Propaganda der Art zu machen: "hat mit Borrelien nichts zu tun".


Kommentare (7)


27.01.2016, 19:12, chen-man

Hallo Jazebell, vorhin habe ich einen neuen Beitrag unter "Differentialdiagnose..." geschrieben: Mirai hat vorgestern im DMSG-Forum ihre Erfahrung bei Unklarkeit, ob MS oder Neuroborreliose, beschrieben, mit sehr gutem Erfolg von Doxycyclin. Inzwischen dürften es weit über ein Dutzend sein, die den Versuch gemacht und es nicht bereut haben. --- Daß eine KURZE Behandlung ausreicht, um die MS in sehr vielen Fällen zu stoppen, geht aus einer 10 Jahre alten Arbeit von A.Alonso et al. im Am J. of Epidemiology hervor: Patienten bei Allgemeinmedizinern, die - warum auch immer - für einige Tage bis wenige Wochen Antibiotika bekamen, hatten in den folgenden JAHREN(!) ein halbiertes MS-Diagnose-Risiko nach Penicillinen bzw. Tetrazyklinen. (Für eine weitere Aufschlüsserlung nach Einzelsubstanzen reichten die Fallzahlen nicht aus.) Ich wünsche alles Gute, chen-man


05.01.2016, 13:26, Jazebell

Hallo chen - man, ich habe mir eine Dauereinnahme für ein halbes Jahr verordnet, danach Pulstherapie.( ein Zahnproblem verschwindet, ebenso eine offene Stelle an der Nase.) Ich suche gerade einen neuen Hausarzt und werde natürlich versuchen Unterstützung zu bekommen. Ich kenne deine Texte, lese sie schon länger.


04.01.2016, 20:52, chen-man

Bei den Neurologen beißt man typisch auf Granit. Hausärzte kennen Doxycyclin (für viele Indikationen) und dürften meist bereit sein, ein Rezept auszustellen, wenn Du sie mit guten Argumenten darum bittest. (Ich habe solche Argumente in vielen meiner Beiträge gebracht, auch Quellenangaben, teilweise mit Links zum Anklicken - allerdings nahezu alle wichtigen wiss. Arbeiten auf Englisch.) ----- Wichtig nach meiner Erfahrung: Es ist KEINE kontinuierliche Einnahme erforderlich, sondern es geht - wie bei mir seit mehr als 15 Jahren - mit einer "Puls-Therapie", die einst von der Mikrobiologie-Professorin Vera Preac-Mursic von der LMU München vorgeschlagen wurde. Alles Gute, ich wünsche anhaltenden Erfolg!

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