AMSEL - Aktion Multiple Skleroser Erkrankter - Landesverband der DMSG (AMSEL, Landesverband e.V.)

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Der Untschied zwischen Wissen und Verstehen

05.04.2013, 11:00, Kommentare (1)

Seit Juni 2008 weiss ich, dass ich MS habe. Zuerst ein Schock und dann verdrängt und abgehakt. Ich dachte es wäre ok und dass ich mir bewusst bin was ich habe. Ich habe mir nie viele Gedanken gemacht über MS, nicht so wie meine Freunde. Ich habe eher nach dem Motto "Beschäftige dich damit wenn es soweit ist" gelebt. Fand ich auch gut so. Ich habe gemacht was ich wollte, bin ins Ausland gegangen und mich beruflich weiter entwickelt, genauso wie es geplant war. Und dann kam Ostern 2013....

Seit längerem hatte ich Problem auf dem linken Auge. Buchstaben scharf sehen war auf einmal ein Problem. Da dies schon bei der Diagnose war, dachte ich dass ich lieber mal zum Arzt gehen sollte. Gesagt, getan. Doch die gute Frau war nicht so hilfreich wie ich es erwartet hatte. Das sehen links viel mir schwerer und auf einmal konnte ich noch nicht mal mehr die Anzeige in der Ubahn sehen. Doch meine Augenärztin meinte nur, dass das auf die MS und der Sehnerventzündung zurück zuführen sei und dass ich auf meine Ernährung achten soll und dass man nicht viel machen kann. Sprachlos, was eigentlich nie vor kommt, bin ich gegangen. Ich hatte mehr erwartet. Kortison zum Beispiel. Nun gut. Da mein Neurologe nicht da war und es wesentlich schlimmer wurde, mittlerweile konnte ich nicht mal mehr Gesichter erkennen ausser wenn die Leute 2m vor mir standen, bin ich zur Nothilfe gegangen. Dort bestätigte sich meine Vermutung! SCHUB!! Nach 4,5 Jahren ohnen nennenswerte Ereignisse, kam so etwas. Dabei war im Kernspint im September noch alles ok. (Ja ich weiss, dass sich das schnell ändern kann....trotzdem) Sofort wurde mit Kortison begonnen. Endlich das Gefühl etwas tun zu können. Schliesslich hatte es beim ersten Mal auch ganz toll funktioniert.

Also verbrachte ich 5 Tage jeden Morgen ambulant auf der neurologischen Station um meine Kortisonstosstherapie zu bekommen. Eigentlich bin ich eher selbstständich. Doch die Erfahrung im Krankenhaus war mehr als nur sch....!! Nie habe ich einen Arzt gesehen nur die Schwestern. Als ich über Nebenwirkungen klagte ( Atemnot, Schlafprobleme, Schlappheit etc) habe ich nur zu hören bekommen, dass das so nicht sein sollte. Ernsthaft?! Hätte ich ja nicht gedacht.... Am letzten Tag nach Anmerkung, dass keine Besserung aufgetreten war, wurde mir gesagt, dass ich mich in der Poliklinik am nächsten Tag melden soll zur weiteren Behandlung, dass man dort aber auch  nicht auf mich warten würde. Ähm ja... ist mir schon klar, dass die Welt sich nicht nur um mich dreht!! Wobei ich jedoch denke das ein MS Schub schon etwas mehr Aufmerksamkeit von einem Arzt bekommen sollte.

Also gut! Auf zur Poliklinik. Erster Kommentar an der Anmeldung: " Wir haben heute keinen Arzt da und ich glaube nicht, dass Sie heute einen Termin in der MS Ambulanz bekommen werden!" Nett, dachte ich mir. Ich blieb einfach stehen, sagt nichts und rührte mich nicht. 2 Minuten lang. Bis die nette Dame endlich anfing nachzudenken um eine Lösung zu finden. Und siehe da, auf einmal konnte ich durch zum Schwesternzimmer. Dort wartete ich 1 Stunde bis dann wie ein Wunder doch ein Arzt auftauchte. Kein sehr kompetenter wie ich finde aber naja. Nach dummen Fragen und eher ratlosen Blicken und ziemlich viel schweigen (Mal ernsthaft so kann man sich doch nicht gut aufgehoben fühlen, oder??) sagte sie nur dass sie mir noch einmal Blutabnehmen wollte und dass ich in zwei Wochen noch mal wieder kommen sollte, obwohl sie wirklich nicht viel Zeit habe (Ich fühlte mich ja so gut aufgehoben!! Ha!). Da ich noch auf meine Blutwerte, warten musste, versuchte ich doch noch irgendwie einen Termin bei meinen tollen Neurologen zubekommen (dies war kein Sarkasmus!! Der Typ ist wirklich klasse und betrachtet das Gesamtbild und nicht nur die MS!! Love him!). Überraschung! Ich durfte vorbeischauen, musste zwar warten aber naja das ist halt das Problem wenn man einen guten Arzt hat. Ich dachte ich dürfte gehen nach über 3 Stunden im Krankenhaus für nichts und wieder nichts. Schickte man mich auf Grund des hohen Blutzuckers (297) zur.....jetzt kommts....Nothilfe!! Ernsthaft?? Ich habe 5 Tage lang hochdosiertes Kortison bekommen, da kommt es vor, dass der Blutzucker hoch ist!! Schon mal was von Nebenwirkungen gehört?? Nothilfe schickt mich zur Inneren, dort der übliche Spruch: " Ich weiss ja nicht mit wem gesprochen wurde, aber wir haben heute keinen Arzt hier!" (So langsam fragte ich mich, wie die ganzen Leute noch am leben sein konnten und behandelt werden konnten und warum nicht geschlossen am Eingang steht, wenn nie ein Arzt da war!! Seltsam...) Gut also zurück zur Nothilfe und da sagte mir die Schwester die mich noch vor 5 Minuten zur Inneren geschickt hatte, dass ich doch in der Nothilfe richtig war und der Oberarzt auf mich wartete!!(Hmm wie finde ich denn das?) Nach kurzer Einsicht der Berichte, sagte der Oberarzt genau das was ich schon vermutet hatte (ohne Medizinstudium!): der Blutzucker kommt vom Kortison!! 4 Einheiten Insulin später war alles gut. Und ich durfte endlich gehen!! Nicht ganz! Erst musste ich mir noch anhören wie wichtig es ist sich richtig zu ernähren!! Es ist das A und O!! ich persönlich finde ja eine gute medizinische Versorgung während eines Schubs etwas wichtiger aber naja....

Nach dem die Krankenhaus Odyssee endlich vorbei war (mittlerweile fragte mich schon das Reinigungspersonal wie es mir ginge und ob ich morgen wieder da wäre. Irgendwie nett, dass wenigstens einer fragt ob es mir besser geht.) durfte ich zum Neurologen. Nach Schilderung der ganzen Ereignisse und der Ansicht der anderen Ärzte, sagte er mir das die Behandlung im Krankenhaus nicht wirklich gut war, jedoch war es wichtig und richtig dass ich hingegangen bin. Endlich!! Verständnis und das Gefühl ernstgenommen zu werden!!! (mein Neuro ist echt der beste!!) Sofort wurde ein Plan erstellt, wie die nächsten Tage verlaufen sollen. Ich wurde um meine Meinung gebeten und gefragt wie ich mich dabei fühle und ob ich denke dass das gut für mich ist!! (hab ich schon gesagt, dass er der beste ist???) Und natürlich stand er mir mit Rat und Tat zur Seite.

Nun gut. Keine Verbesserung bis jetzt. Kernspint hat keine neuen Entzündungsherde gezeigt. Diabetes hab ich scheinbar auch nicht, auch wenn ich das noch mal checken lassen werde. Nächste Woche noch einmal zu einem besseren Augenarzt und dann zurück zur Poliklinik und meinem Neuro.

Bis dahin heisst es warten..... Aber ein gutes hat das ganze. Nach 4,5 Jahren weiss ich nicht nur das ich MS habe, sondern habe es verstanden. Der kleine aber feine Unterschied......

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Kommentare (1)


17.09.2018, 12:01, Gustav

Was hat eine Sehnerventzündung mit dem Essen zu tun? Ich würde mal vermuten, dass es gut ist für den Heilungsprozess. Da braucht es ja sicher einige wichtige Mineralien für zu eine Entzündung. Besonders Zink würde ich da empfehlen. Danke für den Blog Beitrag! http://www.augenarzt-taghi.at/


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