AMSEL - Aktion Multiple Skleroser Erkrankter - Landesverband der DMSG (AMSEL, Landesverband e.V.)

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Insomnia... oder: Bringt doch eh nix!

17.01.2018, 23:00, Kommentare (1)

Kürzlich hörte ich im Radio eine Sendung über das "Schlafen". Neben solchen Themen wie Schlafhygiene (= Zähneputzen vorher usw.) und Träumen (nein, ich verrate Euch NICHT, wovon ich heimlich träume!), gab es auch das Thema "Schlaflosigkeit", im Fachjargon als "Insomnia" bezeichnet. Es hieß in diesem Beitrag, dass es ja ab und an, bei den Einen mehr, bei Anderen weniger, vorkommt, dass man des nachts erwacht und einen bestimmte Themen plötzlich nicht mehr loslassen. Man wälzt sich alsdann hin und her, überlegt die vorliegende Problematik vor- und rückwärts, versucht sich an logischen Konklusionen, kommt aber so recht zu keinem Schluss. Gedanken kreiseln und kreiseln und kreiseln... und das Ergebnis ist, dass man zu keinem Ergebnis kommt. Manches Mal ist es sogar so, dass das Thema größer wird, je mehr man darüber nachdenkt. Und so manches, das vorher nur eine Frage oder eine Überlegung war, stellt sich im fahlen Schein des Mondlichtes und vor der Klangkulisse des schnarchenden Bettnachbarn als gar unlösbares Problem heraus, als höchst diffiziles Dillemma, ja unter Umständen sogar als lebensbedrohende Katastrophe... Die Crux ist, je mehr man nachdenkt, grübelt und dem Gedankenkarussell freie Fahrt gewährt, desto weniger kann man wieder einschlafen und je weniger man einschlafen kann, desto dramatischer wird die Gedankenwelt. 

In dem Radiobeitrag lernte ich, dass man, aufgrund der vielen Schlafphasen, die man so durchwandelt und der jeweiligen körperlichen und seelischen Zustände, in denen man sich während dieser Phasen befindet, nachts nicht wirklich zurechnungsfähig ist. Der Versuch, des Nachts Probleme zu lösen - in einer Zeit, in der man eigentlich im Tiefschlaf tauchen oder in der REM-Phase aufregende Dinge erleben sollte - gleicht dem Versuch, auf einem Einrad über ein Drahtseil zu fahren mit einer Flasche Tequila intus, dabei einen Kaktus balancierend. Nicht, dass ich das je versucht hätte, aber es erscheint mir unmöglich, zumindest solange ich es nicht vorher zwei oder drei Mal üben durfte...

Darum, so wurde im Radio empfohlen, sollte man, im Falle einer solchen nächtlichen Gedanken-Attacke, versuchen, sich zunächst aus dem Halbschlafgewirr zu befreien und sich dann komplett von diesem Herumgekreisele zu distanzieren... nämlich indem man mal kurz aufsteht, das Bett verlässt und dabei kurz aufwacht. Danach sei dann alles wieder gut, man könne beruhigt wieder schlafen gehen und am nächsten Morgen und bei Helligkeit betrachtet, sähen die gigantischen Dilemmata nur noch aus wie winzige Problemchen und man würde sich ja beinahe vor sich selber schämen, ob der Kompliziertheit und der fast psychotischen Zwanghaftigkeit dieser Gedankengänge und der Monströsität, zu welchen sie sich im Finstern aufbauschten... So der Moderator!

Ich also letzte Nacht mal wieder aufgewacht mit einem Problem(chen), das drohte zu einer wahnwitzigen Sorgenklippe heranzuwachsen, an welcher ich innerhalb meines Kopfkinofilms mit meinem kleinen Gedankennot-Rettungskutter jämmerlich zerschellt wäre... Doch noch bevor ich in den gewaltigen Grübelwogen auf tragische Art und Weise ersoffen wäre, traf ich die Entscheidung, aufzustehen um diesem Wahn ein Ende zu bereiten. Das war zunächst mal gut, zumindest für die nächsten paar Minuten, in denen ich mich nach unten in die Küche bewegte, um mal kurz aufzuwachen. Am Besten wäre gewesen, kurz einen Schluck Milch zu trinken und dann wieder in Ruhe in's Bett zu wandeln... wäre da nicht mein Rüde gewesen, welcher, aufgeschreckt von meinem nächtlichen Herumgetapse im dunklen Treppenhaus, zunächst mal eine ohrenbetäubende Bellsalve losließ und sich dann halb tot freute, mich nach sooo langer Zeit (= es waren drei Stunden, nachdem wir schlafen gegangen waren) endlich mal wiederzusehen. Dann kotzte er mir spontan in die Küche... prima. Nach dem Putzen wäre ich dann gern wieder schlafen gegangen. Doch Fehlanzeige: nun war die Hündin wach und musste mal. Also... Terrassentür auf, Hündin raus und ZACK, war der Rüde auch draußen und stimmte dort wieder sein Gebrülle an... (das galt wohl noch dem Einbrecher, der kurz vorher durch's Treppenhaus geschlichen sein musste. Dass ich das ja war, hatte er schon wieder vergessen). Zur Erinnerung: es war nachts, ca. 3 Uhr morgens und mir war das alles unsagbar peinlich... ich also im Schlafanzug in den Garten gerast um dem Hundegetöse ein Ende zu bereiten, schnurstracks barfuß durch den kleinen Stinkekegel, den meine Hündin da gerade sehr sorgfältig hindrapiert hatte. Ja, super hey! 

Als ich dann irgendwann mit frisch gewaschenen Füßen endlich wieder in meinem Bett lag, hatte sich das mit dem Schlafen dann auch erledigt. Denn, der Leser / die Leserin mag es bereits ahnen - das Problem war noch immer da und erschien nun, beeinflusst durch nächtlichen Stress, sowie körperliche Anstrengung noch viel größer und unlösbarer als vorher. Ich überlegte auch, warum mein Hund gekotzt hatte... war er wohl krank??? Wovon??? Achjeh...

An Schlafen war in dieser Nacht jedenfalls nicht mehr zu denken und ich frage mich ernsthaft, ob es nicht vielleicht doch sinnvoller sei, seinen Gedanken einfach freien Lauf zu lassen und nachts besser NICHT das schützende Bett zu verlassen... die Umgebung scheint doch gar zu feindlich und zu unberechenbar zu sein, als dass man nach dem Aufstehen jemals wieder eine Chance haben könnte, zum Schlaf zurück zu finden. Kam zu dem Schluss, dass der Typ im Radio vermutlich keine Hunde hat.

P.S. Heute Vormittag traf meine sehr engagierte und hoch motivierte Physiotherapeutin dann auf ein übernächtigtes, gedankenhaderndes Ich mit schwarzen Augenrändern, das ihr erstmal von der schlaflosen Nacht sowie dem allem Unbill zugrunde liegenden Problem berichten musste. Für mein Problem hatte die gute Frau auch keine Lösung. Aber sie gab mir den guten Ratschlag an die Hand, dass es doch sinnlos sei, sich überhaupt zu sorgen, weil das doch gar nix bringt: was gestern war, ist bereits vergangen, lässt sich also nicht mehr ändern. Was morgen wird, weiß man sowieso nicht weil das ja MORGEN ist und sich bis dahin alles noch zig mal verändert und von zigtausend von mir nicht beeinflussbaren Faktoren abhängig ist. Das einzige, was ich wirklich in der Hand habe, ist der jetzige Moment: dieser! und dieser! und dieser! Und da sollte ich einfach nur SEIN und nicht darüber nachdenken, was alles sein könnte...

Sehr WAHR! Und wahrhaft yogisch, dieser Ansatz! 

Aber sooooo schwer zu praktizieren!

P.P.S. Was meine Nachbarn nun wohl denken?


Kommentare (1)


21.01.2018, 11:34, lupocane

Derartige Problematik für Tierbesitzer war mir gar nicht bewusst. Da hilft meine oft erprobte, fast todsichere Methode, die aufgehängte, gertrocknete Wäsche zusammenzulegen (geht natürlich nur, wenn solche vorhanden ist) leider auch nicht.


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