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MS... und der Weg zurück ins Leben

10.05.2017, 19:30, Kommentare (1)

Hallo ihr lieben,

Heute möchte ich ein bisschen von meinen ersten Wochen mit MS und dem Rückweg ins Leben berichten. 

Nach meiner Diagnose stand ich erstmals völlig unter Schock und fühlte mich plötzlich wahnsinnig allein. 

Was würde nun passieren? Wie würde sich mein Leben verändern? 

Ich war dich erst 30!  Mit 30 sollte man das Leben genießen, 
Exzessiv Feiern, arbeiten, reisen, Bungeejumping machen, mit dem Rucksack durch Australien wandern, kurzum einfach das Leben genießen. 

Zugegeben, zählte das feiern und Party machen bislang noch nie zu meinen Lieblingsfreizeitbeschäftigungen. 

Für Bungeejumping war ich etwas zu ängstlich. 
Und mit dem Rucksack durch Australien, nunja dafür müsste ich erstmal im Lotto gewinnen, denn der Beruf der Ergotherapeuten gehört eher zu denen, die einen sozialen Wert und dafür einen fast beleidigend Soll Stand auf dem Konto einbringen. 

Und obwohl nichts von all diesen Überlegungen wirklich zu mir passten, so fühlte ich mich doch um diese von der MS betrogen. 

Ich war schon immer eher der Kleinstadt Typ. Ein schöner Job, ein toller Mann ,zwei Kinder die mit einem Hund im Garten eines Reihenhauses spielten.

Aber auch das stellte plötzlich eine scheinbar unerreichbare Bürde dar.

Ich hatte noch nie sonderlich viel Glück mit den Männern. 
Aber jetzt, es fühlte sich fast unmöglich an, jemanden zu finden, der mich mit dieser Erkrankung nahm. 

Meine Mutter, war mir hier auch keine Hilfe, als sie sagte, nun würde sie die Hoffnung auf Enkelkinder komplett begraben. 

Das schlimmste aber war, dass ich keine Ahnung hatte, was nun auf mich zu kam und wie ich mit diesem Mist Stück jemals wieder auf einen normalen Alltag hoffen durfte.


ich begann meinen engsten Freundinnen von der Diagnose zu erzählen. 
Sie reagierten völlig unterschiedlich, von Kampfgeist, Sorge über Mitgefühl bishin zur Ratlosigkeit. 

Ich nahm es Ihnen nicht übel, war ich doch selbst völlig überfordert. 

Einige hatten zwar von der Erkrankung gehört, wussten aber nichts damit anzufangen, andere dachten sofort an den Rollstuhl, MuskelSchwund oder fragten, ob es ansteckend oder gar tödlich sei. 

Ich war frustriert, schockiert, traurig und wütend zugleich. 


Am leichtesten fiel es mir, mit meinen Kollegen, die inzwischen zu engen Freunden für mich geworden waren, über meine Ängste und Sorgen zu sprechen. 

Bei Ihnen musste ich nichts erklären, verharmlosen oder verbergen.

Zurück zu Hause, empfahl mir meine MS Nurse  aus der Praxis meines Neurologen mit Nachdruck auf einen Stammtisch zu gehen.

Ich sollte anfangen, auf mich zu achten. Dinge tun, bei denen es mir gut ging und auf meinen Körper hören. 

Leichter gesagt als getan. 

Nach dem ersten Kortsionstoß, hätte ich das Gefühl, es ging mir schlechter als Vorher und dachte ich würde mich nie davon erholen. 

Alles war furchtbar Anstrengend.
Dann begann die Basistherapie. Man entschied sich mir Copaxone zu empfehlen. Ich war dankbar für diese Enpfehlung und nahm sie an. 

Das Spritzen und Handling war erstmal ziemlich aufregend, aber irgendwie auch ein kleines bisschen cool. Zumal ich schon immer gerne mit Spritzen hantiert habe. 

Ich habe mich Schnell daran gewöhnt und es in den Alltag integrieren können. 

Ich gehörte schon immer zu den Medizinisch Interessierten Menschen. Wollte ich doch lange Zeit, Ärztin werden.
Natürlich wählte ich den Weg der Informationsgier als Krankheitsbewältigung. Ich las und las, googelt und googelt. Tag für Tag. 

Ich konnte die Erkrankung nicht bezwingen, aber ich erinnerte mich an den Spruch
" willst du einen Feind besiegen, lerne ihn kenne!" 

Auf dem Stammtisch lernte ich dann unterschiedliche, interessante und nette Menschen kenne.
Sie erzählten ihre Geschichten, gaben mir Tipps und nahmen mich auf. Sie akzeptierten und verstanden mich.
Ich hatte das Gefühl, eine neue große Familie zu haben.
Es entstanden wunderbare Freundschaften, die mir in schweren Zeiten zur Seite stehen, mich nach vorn treiben und verstehen. 

Die wichtigste Lektion lernte ich jedoch nicht, bei den Unzähligen Geschichten über Medikamente, in den Kliniken oder bei den Therapien.
Die wichtigste Lektion lernte ich von den Menschen, meinen neuen Freunden, meiner neuen  großen Familie : 

               verliere nie den Mut und dein Lachen. 

                                    MS kann vieles Bedeuten
           mächtige Sch.., Mist Stück, aber auch Mehr Spaß. 










Kommentare (1)


21.05.2017, 16:53, Franzi

Oh man ich erkenne mich in so viel davon wieder. Mal abgesehen dass ich Spritzen nicht abkann und meine Diagnose bereits mit 21 erhielt. Aber ich erkenne mich wieder und kann sagen: nur Mut! Das Leben geht weiter und dein Freund steht sicher zu 100 % hinter dir! Ich freue mich wieder von dir zu lesen 😀


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