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Chatprotokolle: Multiple Sklerose

Spastik & andere Symptome der Multiplen Sklerose

15.11.2011 - Bis zu zwei Jahre nach einem Schub können sich die Symptome verbessern, so Dr. Dieter Pöhlau im AMSEL-Expertenchat.

Moderator Patricia Fleischmann: Liebe Chatter, willkommen im AMSEL-Expertenchat! Dr. Dieter Pöhlau antwortet hier ab 19 Uhr. Ihre Fragen dürfen Sie gern jetzt schon posten oder sich in der Plauderecke mit anderen Chattern austauschen.

Manu: Guten Abend, ich habe seit 11 Jahren schubförmigen Verlauf. Die Spastik im linken Bein (manchmal auch im rechten) nimmt seit 1 Jahr zu: Vor allem nachts ist sie sehr aktiv. Ich bin gerade 2 Stunden eingeschlafen - dann geht es los. Dadurch ist mein Schlaf sehr gestört - ich liege oft bis 6.00 h morgens wach, weil ich nach der Spastik (Dauer ca. 1/2 bis 1 Stunde) nicht mehr in den Schlaf komme. Dann muss ich aber leider aufstehen, um zur Arbeit zu gehen. Dort bin ich nur eine "halbe Frau", völlig unausgeruht. Was tun? Tabletten halfen bisher nicht - meine Idee Sativex. Welche Erfahrungen gibt es damit? Ich finde es vom handling sehr schwierig für Berufstätige. Was ist, wenn ich es z.B. nicht ständig bei mir habe und einnehmen müsste z.B. Mittags auf der Arbeit.... Ich kann ja auch keine Ersatz-Packung dabei haben, weil es unter Betäubungsmittel fällt und nur schwierig verordnet wird... Kann Sativex evtl. so weit helfen, dass ich es nach einer gewissen Zeit auch wieder absetzen kann??? Ich weiß mir keinen Rat mehr, möchte aber noch arbeiten. Danke für eine Antwort und Gruß an Sie - Manu

Dr. Dieter Pöhlau: Das von Ihnen angesprochene Sativex ist ja ein für die Therapie von Spastik bei MS zugelassenes Medikament, das dann eingesetzt werden kann, wenn andere Antispastika versagt haben. Sie könnten das durchaus einsetzen, die Handhabung ist kein Problem, eine kleine Sprühflasche, die gut in der Handtasche mitgenommen werden kann. Man steigert die Dosis von einem Hub langsam bis die Wirkung eintritt. Unsere Erfahrungen damit sind gut. Es gibt jedoch evtl. auch eine Alternative oder eine Ergänzung dazu: Wenn bei Ihnen MS Herde im Rückenmark vorliegen, kann eine "intrathekale Therapie" mit Triamcinolon, einem Depot-Kortison, das direkt in das Nervenwasser gespritzt wird, evtl. die Spastik und andere MS-Symptome bessern. Wenn Sie tagüber müde sind, dann kommt auch eine Messung in einem Schlaflabor in Frage, vielleicht gibt es noch andere Gründe dafür (z.B. sog. periodische Beinbewegungen, die evtl. verhindern, dass Sie gut und tief schlafen).

Dr. Dieter Pöhlau

  • Dr. med. Dieter PöhlauSeit 01.01.2001 Chefarzt der Kamillus-Klinik in Asbach, 120 Betten Akut-Neurologie mit überregionalen Schwerpunkt in der Behandlung der Multiplen Sklerose neben der Regionalversorgung für neurologische Patienten.
  • Vom 01.01.1998 bis 31.12.2000 Chefarzt der Sauerlandklinik Hachen in Sundern, einer neurologischen Fachklinik, die überwiegend Patienten mit Multipler Sklerose behandelt.
  • Zivildienst beim Roten Kreuz, Anerkennung zum Rettungssanitäter, Psychologiestudium in Erlangen, danach Medizinstudium.
  • Doktorarbeit zum Thema: "Akustisch evozierte Potentiale".
  • Arbeit als Arzt: zunächst an der Neurologischen Universitätsklinik am St. Josef Hospital bei Prof. Przuntek, dann Ausbildung in Psychiatrie am Westfälischen Zentrum für Psychiatrie Bochum (Universitätsklinik) bei Prof. Dr. Dr. Payk. Anschließend wieder an der Neurologischen Universitätsklinik am St. Josef Hospital bei Prof. Przuntek.
  • Dort: Ernennung zum Oberarzt, Aufgaben: Neuroimmunologisches Labor, Intensivstation, Therapie neuroimmunologischer Erkrankungen.

Micha: Guten Abend. Ich habe sek.progr.MS, und jeden Abend, bzw. nachts bekomme ich ganz starke Zuckungen im rechten, betroffenen Bein. Das is nicht nur äußerst unangenehm sondern auch schmerzhaft. Haben Sie vielleicht einen Tip, was ich dagegen tun kann? Ich nehme viele Vitamine und mache jeden Tag Gymnastik. Vielen Dank

Dr. Dieter Pöhlau: Wenn es einschießende Spastiken sind, dann sollten Sie abends ein antispastisches Medikament einnahmen (z.B. Lioresal oder Sirdalud). Wenn Rückenmarksherde vorliegen, dann kommt auch eine intrathekale Therapie mit einem Depotkortison in Frage. Vitamine helfen da meist nichts, Krankengymnastik ist auf jeden Fall sinnvoll. Es gibt allerdings auch das Syndrom der unruhigen Beine ("restless legs syndrom"), dabei treten vor dem Einschlafen Mißempfindungen, Unruhe der Beine auf (meist beider Beine), dieses Syndrom muss anders behandelt werden, aber Ihre Schilderung klingt schon eher wie eine Spastik,

Karin: Guten Abend, Dr. Pöhlau! Ich bin chron. prog..Seit ungefähr 4 Wochen nehme ich Baclofen dura 10 mg 1 Tabl. abends gegen die Spastik in den Beinen. Ich komme morgens schlecht aus dem Bett, bin den ganzen Tag müde und schlafe nachnittags, nachdem ich mit der Küche fertig bin, bis abends durch (das bei einer Tabl.!!!) Außerdem habe ich ständig irgendwelche nervösen Zuckungen im Gesicht, die nerven (auch Nebenwirkung?). Können Sie mir bitte Alternativen nennen?!

Dr. Dieter Pöhlau: Bei der MS gibt es sicher viele Gründe für Müdigkeit. Sicher kann auch Baclofen müde machen. Wenn Sie vor dem Baclofen am morgen fit waren, dann würde ich die Müdigkeit auch darauf zurückführen. Wenn Sie aber auch vor der Baclofentherapie müde waren, dann muss man sehr genau nachsehen, woher das kommt. Neben der MS-tyischen Fatigue gibt es aber nicht selten schlafbezogene Atemstörungen bei der MS (sog. Schlafapnoe), oder nächtliche (oft unbemerkte) Beinbewegungen können einen tiefen, erholsamen Schlaf verhindern. Evtl. müssen Sie in einem Schlaflabor untersucht werden. Wenn Baclofen die Ursache ist, dann sollten Sie ein anderes Antispastikum ausprobieren (z.B. Sirdalud oder evtl. Tolperison, das allerdings als Antispastikum eher schwächer ist). Die Zuckungen im Gesicht sollten Sie Ihrem Neurologen zeigen, das ist keine Baclofen-Nebenwirkung.

Karin: Meine Beine werden nur kurz steif. Besonders, wenn ich mich strecke oder die Position wechsele. Auch manchmal beim Yoga. Das ist doch Spastik, oder? Ich frage, wegen meiner Vorfragerin, deren Beine manchmal 11/2 Std. steif sind.

Dr. Dieter Pöhlau: Das sind wahrscheinlich einschießende Spastiken, vielleicht weil Rückenmarksherde durch den Lagewechsel etwas geärgert werden. Wenn es nur kurz ist, erübrigt sich eine symptomatische Therapie. Es ist übrigens sehr gut, dass Sie Yoga machen....

Mina: Hallo zusammen, seit drei Tagen sind meine beiden Waden irgendwie "verkrampft". Sie sind nicht hart, tun nicht weh, aber fühlen sich an wie nach einem Marathon. Am Samstag nach dem Spritzen war das ganze dann noch krampfiger. Die Linke Wade ist heute wieder normal, die rechte krampft weiter.... ;( Jetzt bin ich unschlüssig, sind das "nur" NW der Interferone?? (NW u.a.: Symptomverstärkung, Muskelverspannung etc....) Es könnte auch ein Schub sein, oder gar eine beginnende Spastik?? Woran erkenne ich eine Spastik und wie beginnt Sie?? Ist es nicht untypisch , dass nur eine Wade betroffen ist??? Dank schon mal im Voraus für Ihre Antwort.

Dr. Dieter Pöhlau: "Verkrampfte" Waden können viele Gründe haben, Sie sollten zunächst mit Ihrem Hausarzt darüber reden... Spastik erkennt man in der Regel daran, dass die Beine steifer werden und das Gehen ungeschickter, wenn der Neurologe die Reflexe prüft, sind diese sehr lebhaft, oder gesteigert. Wenn das Bein passiv gebeugt wird, dann gibt es einen Widerstand. Interferone können durchaus eine gering vorhandene Spastik verstärken. Es ist gar nicht selten, dass eine Spastik einseitig auftritt. Spastik befällt aber in aller Regel nicht nur die Wadenmuskeln, sondern eher größere Areale, also z.b. das ganze Bein.

Gero: Sehr geehrter Herr Pöhlau, ich habe nach einem Schub mit einer Sehnerventzündung leider ein Nebelsehen auf meinem rechten Auge zurückbehalten. Ich bin jetzt 39 Jahre alt. Kann ich mir noch berechtigte Hoffnungen machen, das man den beschädigten Sehnerv irgendwann einmal reparieren kann und ich wieder schärfer Sehen kann? Vorab schon mal vielen Dank für die Beantwortung meiner Frage.

Dr. Dieter Pöhlau: Das ist eine schwierige Frage. Bis zu zwei Jahre nach einem Schub können schon Verbesserungen eintreten, so lange kann die "Wundheilung" dauern. Es wird viel über Remyelinisierung geforscht, so richtig spruchreif ist bislang keine Therapie...Es bleibt zu hoffen, dass es in Zukunft gelingt, die Remyelinisierung zu verbessern. Wenn allerdings die Axone (Nervenfasern) untergegangen sind, dann ist nicht mehr mit einer deutlichen Besserung zu rechnen.

Karin: Also bei einschießenden Spastiken brauche ich gar kein Antispastikum? Ich habe auch nicht das Gefühl, dass mir das Baclofen hilft.

Dr. Dieter Pöhlau: Eine antispastische Therapie ändert ja nur Symptome. Wenn die kurze einschießende Spastik nicht zu lästig ist oder behindernd ist, sie also gut ertragen können, dann brauchen Sie kein Medikament. Evtl. kann Ihnen Ihr Krankengymnast dabei helfen, zu lernen, wie Sie eine solche einschießende Spastik verhindern können.

Sannile: Seit Oktober gehe ich 2 x die Woche ins Dampfbad. Danach gehe ich viel schlechter . Woran liegt das?

Dr. Dieter Pöhlau: Wahrscheinlich ist das ein sog. Uhthoff Phänomen. Wenn die Körpertemperatur gering erhöht ist, dann leiten zum Teil demyelinisierte Nervenfasern etwas schlechter. Das kennen viele MS Patienten. Wenn die Körpertemperatur sinkt (kaltes Duschen?), dann klappt es wieder besser.

Karin: Ich dachte, falls ich kein Antispastikum nehme, dann würde sich die Spastik mit der Zeit verstärken und immer schlimmer werden.

Dr. Dieter Pöhlau: Nein, Antispastika sind symtomatische Therapien, die nichts am Fortschreiten der Erkrankung ändern, sie bessern nur Symptome. Wenn man sie nicht braucht, dann sollte man sie nicht nehmen. Wobei natürlich eine Spastik, z.B. dann wenn man deshalb schief läuft auch weitere Schäden (z.B. an Bandscheiben und der Wirbelsäule) nach sich ziehen kann, die aber nicht primär auf die MS zurückzuführen sind. Fragen Sie doch Ihren Neurologen...

Micha: ich habe gelkesen, dass Symptome sich statistisch häufig beim nächsten Schub wiederholen, weil die angegriffenen Hirnregionen beim nächsen Schub eher "wieder besucht" werden. Stimmt das? Und trifft das auf alle Symptome zu oder sind manche gar nicht einer spzeiellen Hirnregion zugreordnet?

Dr. Dieter Pöhlau: Es gibt Symptome, die einer Hirnregion zugeordnet werden können, wenn z.B: die sog. Pyramidenbahn, die für die Kraft einer Körperhälfte zuständig ist, durch einen Herd geschädigt wird, dann ist eine Halbseitenlähmung möglich. Manche Symptome treten dann auf, wenn durch viele kleine Herde die Gesamtleistungsfähigkeit des Gehirns vermindert wird (z.B. bei Konzentrationsstörungen). Nicht selten ist es so, dass bei Infekten oder Fieber alte Symptome wieder auftreten, die sich nach einem Schub schon zurückgebildet hatten. Entzündliche Hirnareale haben ein größeres Risiko, dass "neue" Immunzellen dorthin kommen und Schaden anrichten, aber es können leider auch in bislang gesunden Hirnarealen Herde auftreten.

mary: Sehr geehrter Herr Pöhlau ich habe sehr starke schmerzen im verlauf meiner ms , es heißt ich hätte den schmerzaftenverlauf , jetzt habe ich bemerkt das wenn sich bei mir ein schub entwickelt , im vorfeld ich immer eine zunahme der schmerzen und sogart schmerzattacken habe , ander symptome zeigen sich erst später , die schmerzen sind dann da wo der schub sich zeigt ,,,augen /sehnerventzündung da ich schon morphium nehme , und andere medi,s kaum wirkung zeigen , mit corti sich aber die schmerzattacken ausbremsen lassen , mochte ich fragen ob es sinn machen wurde wenn ich schon bei beginn der schmerzen corti geben zulassen , sehe diese zunehmenden schmerzen und attaken auch als früh signal für einen schub , als chance weniger schäden durch den schub

Dr. Dieter Pöhlau: Wenn die Schmerzen so stark sind, dass Sie schon Morphium brauchen, ist zu überlegen, ob es noch andere Gründe für Ihre Schmerzen gibt. Ich rate Ihnen, dies mit Ihrem Neurologen oder gegebenenfalls mit einem MS-Zentrum zu besprechen.

Micha: Danke Herr Profesor Pöhlau. sehr interessant...

Dr. Dieter Pöhlau: Gern geschehen.

Stefan: Was halten Sie von Viveo 150mg für die medikamentöse Therapie?

Dr. Dieter Pöhlau: Tolperison (Handelsname Viveo) ist ein recht gut verträgliches Medikament, dessen antispastische Wirkung eher etwas geringer als die von Baclofen oder Sirdalud ist, wenn Sie damit einen Nutzen haben (meist nimmt man 3*150mg), dann sollten Sie es weiter nehmen.

mary: habe spastiken in den beinen und armen ,nehme dafür baclofen komme damit soweit klar , bis auf meinen linken fuß in dem ich sehr starke spastiken habe sowie ich einen warmen schuh anhabe und der fuß warm wird , deshalb mehr medi nehmen ? könnte mich meine beinkraft kosten , aber was kann ich sonst tun , es ist aber auch nachts danke schon vorab für ihren rat Mary

Dr. Dieter Pöhlau: Ist es wirklich die Wärme oder vielleicht der Schuh, der die Spastik auslöst? Das Gute an Antispastischen Medikamenten ist, wenn diese einmal überdosiert werden, und man deshalb z.B. schlechter laufen kann, dann geht aber nichts kaputt im Körper, sondern nach Dosisreduktion oder Absetzen wird der Zustand wie vorher erreicht.

Micha: Wie ist das mit Doppelbifldern? Hängen die mirt einer bestimten Region zusammen?man die imm

Dr. Dieter Pöhlau: In der Regel sitzen die Herde bei Doppelbildern in den sog. Kernen (Nervenzellen) oder den Nervenfasern, die zur Ansteuerung der Augenmuskeln nötig sind, meist im sog. Hirnstamm.

filomenia: Beim Sitzen habe ich immer das Gefühl, dass meine Beine einschlafen und muss immer wieder aufstehen. Immer wieder habe ich dabei auch Muskelzuckungen an verschiedenen Stellen in den Beinen. Außerdem habe ich schon nach kurzem Sitzen, wenn ich aufstehe, das Gefühl ganz steife Beine zu haben und nur schwer in Gang zu kommen. Ich habe seit 2 Jahren MS, bisher jedoch nur mit Mißempfindungen im Gesicht, Fatique und kongnitive Störungen. Könnten die Zuckungen und das schwere Ingangkommen auf eine beginnende Spastik hinweisen? Mein Neurologe meint es sei ein orthopäd. Problem. Dieser kann jedoch nichts feststellen.

Dr. Dieter Pöhlau: Einschlafen der Beine ist kein typisches Symptom einer Spastik, die steifen Beine schon. Es wäre gut, wenn Sie intensiver untersucht würden, auch ein Kernspintomogramm des Rückenmarkes kann evtl. weiterhelfen, am Bestem sprechen Sie mit Ihrem Neurologen darüber

Micha: Gibt es eine vbestimmte Region für Blasenproblems?

Dr. Dieter Pöhlau: Nicht eine Region, sondern verschiedene, es gibt Nervenzellen im Gehirn, vor allem in der sog. Brücke (Pons), dann spielen Rückenmarksnerven und Nervenfasern eine Rolle und auch Einflüsse des sog. sympathischen und parasympathischen Nervensystems. Es gibt auch unterschiedliche Formen von Blasenstörungen bei der MS, die der Neuro-Urologe unterscheiden kann.

BO44: Herr Dr. Pöhlau, welche Risiken gibt es bei der intrathekalen Therapie und welche Vorteile gegenüber medikamentösen Antispastika (z.B. Tolperison, etc.) bietet die Intrathekale, wer kann diese Therapie durchführen, vielleicht sogar ambulant ? Vielen Dank bereits im Voraus für Ihre Antwort ..

Dr. Dieter Pöhlau: An der Uni Bochum, aus der ich komme, führen wir schon seit 1987 intrathekale Therapien mit Triamcinolonacetonid (einem Depot-Kortison) durch. Darunter können sich Spastik, Blasenprobleme, Gangstörungen und auch Schmerzen bessern, die z.B. durch Störungen der Bandscheiben hervorgerufen werden. Diese Therapie vermindert allerdings auch die messbare Entzündung im Nervenwasser, ist also eine Symptom- und eine Immuntherapie. Es gibt dabei die Risiken der Lumbalpunktion (z.B. Hirnhautentzündung) und die Risiken des Kortisons (z.B. Thrombosen, oder auch lokaler Entzündungen der Nervenwurzeln, sehr selten werden Blutgefäße auch im Gehirn brüchig und es gibt sog. Subduralhämatome. Wir führen diese Therapie bei uns in Asbach nur stationär durch. Sie sollten in ein Zentrum gehen, dass viel Erfahrung mit der Indikationsstellung und der Durchführung hat.

Karin: Wie finde ich einen guten Neuro-Urologen? Ihr Hinweis oben, mit meinem Neurologen zu sprechen, ist verständlich. Aber was mache ich, wenn ich nur alle paar Monate einen Termin bekomme und er auch sonst nicht sehr versiert ist, mir Fragen zur MS zu beantworten. Ich habe örtlich und auch bewegungsmäßig nicht die Möglichkeiten, zu variiren.

Dr. Dieter Pöhlau: Ich weiss nicht, wo Sie in Deutschland wohnen, fragen Sie am besten bei der DMSG nach...Viele Fragen kann aber auch ein MS erfahrener Neurologe beantworten und auch er kann eine "Blasentherapie" einleiten.

Karin: Vielen Dank für Ihre Antworten und Ihre Geduld

Dr. Dieter Pöhlau: Gerne....

Patricia Fleischmann: @Karin: Hier http://www.amsel.de/kliniken/ms-zentren/index.php?w3pid=mskliniken&kategorie=mszentren finden Sie ein paar nützliche Links für Ihre Suche.

Patricia Fleischmann: Liebe Chatter, das war's für heute. Danke für Ihre Beteiligung und ganz großen Dank natürlich an Dr. Dieter Pöhlau für seine erhellenden Antworten! Am 6.12., Nikolaustag also, geht es weiter mit PD Dr. Oliver Neuhaus und dem Thema "Neue Therapien bei MS". Bis dahin vielleicht! Einen schönen Abend noch an alle!

BO44: Her Dr. Pöhlau, in welchem Abstand sollte die Intrathekale wiederholt werden, oder anders ausgedrückt, für wie lange hält die Depotwirkung an ? Vielen Dank !

Patricia Fleischmann: Lieber BO44, der Chat ist schon vorbei und Dr. Pöhlau nicht mehr am Rechner. Stellen Sie die Frage doch an expertenrat@amsel.de . Dort antwortet unser Ärztlicher Beirat auch zwischen den Chats.

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